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Sexismus-Debatte: Falsche Solidarität
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Immer neue Vorwürfe: Mächtige Männer sollen bedrängt, missbraucht und vergewaltigt haben. Schlimm? Für manch konservativen Feuilleton-Mann gibt es offenbar Schlimmeres: Die angebliche Ungerechtigkeit der Debatte.

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dieter 4711 12.11.2017, 16:15
70. Keine Koplimente mehr für Frauen? Irsinn!!!

Zitat von gs310167
Klar gibt es bei sexueller Belästigung nichts zu entschuldigen. Aber Anschuldigungen nach Jahrzehnten hervorzukramen (siehe einige Fälle in den USA) und Leute ohne Prozess "abzuurteilen", den Ruf und Karriere zu ruinieren, geht aber nun auch nicht. Ich lebe seit 20 Jahren in den USA. In Corporate America (abseits der Medien- und Unterhaltungsindustrie) versteht man bei sexueller Belästigung keinen Spass. Um etwaigen falschen Anschuldigungen gar nicht erst ausgeliefert zu sein, halte ich mich in diesen Zeiten an einige Regeln: Ich bin niemals allein mit Kindern (ausser meinen eigenen), ich treffe mich nie allein mit Frauen (ausser meiner eigenen) in privaten Räumen. Ich mache Frauen grundsätzlich keine Komplimente mehr und sollte ich mich mal alleine im Aufzug mit einer Frau wiederfinden schaue ich auf den Boden oder mein smartphone, doch niemals die Frau an. Schade eigentlich.
Lieber gs,
sind wir schon soweit gekommen, dass man einer Frau keine Komplimente mehr machen darf? Wo sind wir nach der verrückten Diskussion hingekommen.?

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TLB 12.11.2017, 16:39
71.

Falsche Solidarität sind alle Pauschalisierungen. Ist alles nicht so schlimm, soll´n sich mal nicht so haben - ist falsch. DIE alten weißen Männer - ist ebenso falsch. Also lassen ich die Journaille schreiben, was sie will, nächste Woche wird eh eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Und falls ich jemals noch in den Genuß kommen sollte, eine Dame erobern zu wollen, schicke ich ihr auch gerne ungefragt einen Blumenstrauß. Sollte sie das als unpassend empfinden, habe ich die Situation falsch eingeschätzt und werde um Vergebung bitten.

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Humboldt 12.11.2017, 17:17
72. „Neue Form von Totalitarismus“

Eva Horn macht genau das, wogegen sich Thea Dorn in einem beeindruckenden Interview im Deutschlandfunk wendet:
http://www.deutschlandfunkkultur.de/thea-dorn-zur-sexismus-debatte-das-ist-ein-neuer.1008.de.html?dram:article_id=400306

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aus-berlin 12.11.2017, 17:34
73. Lesen und verstehen müsste man können

Der Kommentar !!! bezieht !!! sich auf einen anderen Artikel. Wenn man den liest und das nicht erkennt, kommt man auf diese wirren Ideen. Ich als weißer Mann fühle mich kein stück angegriffen. Warum andere? Getroffene Hunde bellen laut.

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yehoudin 12.11.2017, 21:48
74. Kommunikationsproblem

"Überhaupt, die armen Männer! Sie sind doch die eigentlichen Leidtragenden der aktuellen #MeToo-Debatte. "Ärgernisse", wie dumme Anmachen, unverlangt zugesandte Blumensträuße oder im Suff geschriebene SMS, so die These eines weiteren konservativen Feuilleton-Mannes, müssten plötzlich als eklatante Beispiele für Sexismus herhalten. Ja, endlich, möchte man ihm zurufen, und das ist auch gut so."

Kurz zuvor schrieben Sie - wie viele andere auch - von a) strafbaren und b) vom Machtgefälle geprägten Übergriffen, um im nächsten Absatz allgemein über Dinge zu schreiben, die überall auftreten können. Ich habe zwei Feministinnen im Bundestag darauf angesprochen. Die sehen die aktuelle Debatte konkret im Beruflichen. Wo sehen Sie die Debatte? Kommt der unverlangt eingesandte Blumenstrauß vom Chefredakteur, von einem Kollegen einer anderen Zeitung oder von einem privaten Bekannten?

Ihr Artikel ist exemplarisch für viele feministische Beiträge in der aktuellen Debatte. Wird hier etwa in einem Atemzug der Vergewaltiger mit jedem Mann genannt, der sich schon mal einen Korb angefangen hat? Oder etwa doch nicht?

Genau hier mangelt es an der Differenzierung, und daher wird die Debatte von Männern entsprechend emotional beantwortet. Noch interessanter wird es, wenn Männer explizit diese Abgrenzung verlangen. Dann schreibt beispielsweise ihre Kollegin Stokowski frei zitiert: "selber schuld wenn der Mann das nicht weiß, Nachhilfe gebe ich nicht. "
Es ist schade, aber solange die feministischen Beiträge konkrete Straftaten mit Machtgefälle in einem Atemzug mit unangenehmen Annäherungen (im privaten?) genannt werden, ohne abzugrenzen was nicht sexistisch ist, wird Unverständnis bleiben. Als Journalistin wissen Sie besser als ich, wie Medien und öffentliche Wahrnehmung funktionieren. Insofern wird es Sie kaum verwundern, dass hier viele eine Gleichsetzung hören. Und dass viele hier die Trennung von Machtgefälle im beruflichen und einem legitimen Korb im privaten nicht lesen können.

Am interessantesten fand ich noch die Erklärung von Louis C.K. Er hat es als erster so formuliert, dass ich hören konnte, dass Frauen, die im Machtgefälle unter jemandem stehen, im Zweifelsfall aus Angst vor negativen Folgen ein scheinbar einvernehmliches Ja geben können. Bis dahin kannte ich nur Einvernehmlichkeit oder Straftat. Aber es wäre schade, in dieser Debatte nur von Tätern zu lernen.

Daher habe ich ja den Dialog gesucht. Die Feministinnen im Bundestag zählen mich scheinbar nicht zu den Sexisten. Aber auch dieses Phänomen wurde in Debattenbeiträgen thematisiert, dass nämlich die meisten Männer (erst) im Dialog mit den Frauen erleichtert feststellen, nicht zu den Sexisten zu zählen.

Insofern plädiere ich dafür, dass jeder, der weiß wie Öffentlichkeit funktioniert, so schreibt, dass sich Sexisten wie Nicht-Sexisten als solche erkennen können und ihr eigenes Verhalten dem Debattenbeitrag gegenüberstellen können. An dieser Stelle komme ich auf das eingangs gestellte Zitat zurück. Diese Form der Kommunikation halte ich für nicht geeignet. Und das ist nicht gut so.

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Aberlour A ' Bunadh 12.11.2017, 22:54
75. in einem beeindruckenden Interview?

Zitat von Humboldt
Eva Horn macht genau das, wogegen sich Thea Dorn in einem beeindruckenden Interview im Deutschlandfunk wendet: http://www.deutschlandfunkkultur.de/thea-dorn-zur-sexismus-debatte-das-ist-ein-neuer.1008.de.html?dram:article_id=400306
Genau dieses Interview der Frau mit dem Künstlernamen beeindruckt mich in keiner Weise. Im Gegenteil. Sie macht die Täter in typischer Weise zu Opfern (Blaming the victim; was macht ein 14-Jähriger eigentlich so spät noch draußen, sollte der nicht längst im Kinderzimmer im Bett liegen?) und findet sogar nichts Schlimmes dabei, wenn ein Erwachsener sexuelle Avancen macht, während er auf einem 14-Jährigen liegt. Kommentar von Frau Dorn dazu: "Kind wo ist der Punkt". Während der besagte Schauspieler genau das benutzt, um abzulenken in dem er sich just genau jetzt als schwul outet und sich - weil betrunken - ohnehin an den Vorfall nicht erinnern kann.
Gedächtnisverlust zum richtigen Zeitpunkt. Wenn Sie das gut finden, dann haben Sie mein Beileid. Was halten Sie - oder Frau Dorn - eigentlich von den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen, bei denen die Opfer auch Jahrzehnte gebraucht haben, bis sie sich (nur kollektiv) in die Öffentlichkeit gewagt haben: "Kind wo ist der Punkt"?.

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paysdoufs 13.11.2017, 03:38
76. Überschrift

Empörungsjournalismus vom feinsten. Und gleich noch in doppelter Ausführung... Fakt ist aber, dass es immer noch um ein paar Verdächtigungen in den USA geht. Da muss man nicht gleich hier in Deutschland das böse Patriarchat herbei- und gleichzeitig niederschreiben wollen. Zumal wenn man dazu solche läppischen Chimären wie den "konservativen Feuilleton-Mann" konstruieren muss.

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hannesR 13.11.2017, 11:09
77. Sexismus oder die Dummheit der Frauen?

gestern Abend habe ich mir im RTL Adam sucht EVA angeschaut. Hier konnte man nach meiner Einschätzung deutlich sehen, dass Frauen im Vorfeld alles machen um dabei zu sein und erst wenn Ihre Träume danach nicht wahr werden wird protestiert.
Das alles obwohl die Öffentlichkeit zuschaut. Was wäre passiert, wenn niemand mitgekriegt hätte dass gefilmt wird??
Vom sexuellen Standpunkt wäre das sicher wild und schön geworden, nachdem das Deckmäntelchen Moral vom Winde verweht wurde.
Fazit: Metoo ist nur ein Versuch von Feministinnen mehr Macht über die Männer zu erhalten.
Die mitbetroffene Homo Szene soll dabei nur als Alibi dienen.
Alles das ist unehrlich bis auf die Knochen.

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