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Sexismus: Frauen können das auch
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Wer die Ursprünge von Übergriffen verstehen will, muss die Erkenntnis ertragen, wie viel von unserem Alltag sexistisch geprägt ist. Dazu gehört auch die Frauenfeindlichkeit, die Frauen selbst pflegen.

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neurobi 07.11.2017, 21:33
110.

Zitat von Whatsoever
Interessanterweise geht auf die eigentliche Aussage des Artikels fast niemand ein, nämlich dass Frauen EINANDER das Leben schwer machen. Stattdessen findet man jede Menge Kommentare dazu, wo und wie Männer von Frauen sexistisch oder sonstwie angegangen sind.
Nun ja, in dem Artikel wird ja auch wieder das ganze Programm aufgezählt, bzw. wird über die Reaktionen darauf hergezogen.
Und dann wird das ganze auf Frauen erweitert, die sich nicht empören und aufschreien.
Ich habe dafür genauso wenig verständnis wie die Klagenen einer Frau Chebli oder einer Frau Amann. Was ist ist bitte an den Vorgängen sexistisch gewesen. Ich stelle mir die Szene von Frau Chebli nur mal mit einem Herrn Kurz vor, wenn man den in ähnlicher Situation auf sein Alter und sein Aussehen angesprochen hätte. Oder wenn Herr Plasberg den Tipp bekommen hätte in seiner Sendung mehr zu lächeln. Sicher hätten die sich nicht über Sexismus beschwert.

Und noch eine Frage. Was ist Bemerkungen/Sprüchen mit Geschlechtsbezug eigentlich schlimmer als bei anderen, zum Beispiel über die Größe? Was ist bei sexueller Gewalt schlimmer als bei anderer schwerer Gewalt?
Gerade bei letzetern sollte man auch nicht vergessen, das Männer nicht nur häufiger Täter, sondern auch häufiger Opfer sind.

Und ja es stimmt Frauen machen es anderen Frauen oft schwer. Aber sie machen es auch Männern schwer. Aber nicht alles ist dabei Sexismus. Genau wie bei den Männer. Die machen es nicht nur Frauen schwer, sondern auch anderen Männern. Da wird dann nicht auf die Weiblichkeit gezielt, sondern auf eine unsportlichen Körper, geringe Größe, wenig Haare auf dem Kopf oder den mangelden Erfolg bei den Frauen. Das Ziel ist aber das gleiche, den Konkurrenten ausbooten.

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DresdenSchnorchler 07.11.2017, 21:36
111. Nicht konsequent

ist es dann aber auch, wenn das freiwillige Entblößen und eine selbstgewählt Nacktdarstellung von mehr oder weniger prominenten Frauen (siehe u.a. Femen-Bewegung) von den Medien als Protest gegen Sexismus anerkannt wird.
Es ist halt wie immer in D. - man überzieht übereifrig jede Diskussion und jeder versucht, noch etwas draufzusetzen. Im Kern geht es aber um Respekt vor jedermann! Eine nette "Anmache" wird mit solchem Respekt eben nicht zum sexistischen Übergriff, sondern zu einem der Mittel, mit der sich Frauen und Männer nun mal näherkommen! Und, mal ganz ehrlich, wir wollen doch das Prickeln nicht völlig abschaffen ... sonst wären wir vielleicht schon längst ausgestorben...

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AufJedenFall 07.11.2017, 21:38
112.

Irgendwie komme ich nicht drauf, was das ganze jetzt mit Sexismus zu tun hat. Die Autoren kennt offensichtlich nicht die Bedeutung dieses Wortes, sonst würde sie dieses nicht so komisch benutzen. Zur Erklärung: Sexismus ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes. D.h. wenn ein Weinstein mehrere Frauen belästigt, ist er dadurch ja nicht automatisch ein Sexist. Es sei denn er belästigt einfach JEDE Frau die er sieht. Aber da er ja nur bestimmte Gruppe von Frauen belästigt hat, ist das Geschlecht eben nicht das haupt ursächliche Auswahlkriterium für die Diskriminierung. Sondern andere Aspekte, insbesondere wohl ein spezifisches Äußeres. Weinstein hat ja junge, attraktive Frauen belästigt und nicht einfach jede Frau. Entsprechend wird das Wort Sexismus hier von der Autorin komplett falsch verwendet und sie sollte in Zukunft ihre "Analyse und Anklage" nicht formulieren, als ob sie die Wörter die sie benutzt, nicht kennt.
Sexisten neigen wahrscheinlich eher dazu, Frauen sexuell zu belästigen, aber aus einer sexuellen Belästigung allein auf Sexismus zu schließen ist Blödsinn. Sex hat halt nicht viel mit Sexismus zu tun. So sind Blowjob Ratgeber ja auch nicht frauenfeindlich, sonst wäre ja nach der selben Logik jeder Was-Schenken-Sie-Ihrer-Partnerin-Zum-Valentinstag Ratgeber männerfeindlich.

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smart.u 07.11.2017, 21:49
113. Mutige Männer vor!

Zitat von sarakimmich
... die auf die sexuelle Gewalt gegen Männer hinweisen: Mir stockt der Atem, wenn ich diese Beiträge lese. Ja, natürlich werden auch Männer sexuell belästigt. Um hier aber mal auf einige Fakten hinzuweisen: im Erwachsenenalter sprechen wir von 27% der Männer im Gegensatz zu 74% der Frauen, die schon einmal sexuelle Belästigung erfahren haben. Bei sexueller Gewalt sind es 8,8% der Männer und fast ein Drittel der Frauen. Zu bedenken ist auch die rein körperliche Überlegenheit, die Männer gegenüber Frauen haben. Liebe Männer, wie wäre es, ein wenig Rückgrat und Einsatz zu zeigen und nicht nur auf die eigenen Probleme zu verweisen? Stattdessen macht sich hier ein kindischer Neid auf die Aufmerksamkeit für die Frauen breit. Glaubt ihr, Frauen erzählen im Europaparlament von ihren eigenen Erfahrungen, um Männern die "Karrieren zu zerstören"? Glaubt ihr, das macht Spaß? Vertreibt die Langeweile? Mir ist schleierhaft, woher diese Ablehnung und Verharmlosung kommt. Was ist das doch für ein erbärmliches Zeugnis.
Sie sollten sich freuen über die Männer, die den Mut haben, sich zu sexueller Gewalt und sexuellen Übergriffen, die sie erfahren und erlitten haben, offen zu äußern. Ihre absolut sexistische Reaktion zeigt ja, was diese Männer zu befürchten haben. Statt Anerkennung ihres Leids appellieren Sie und ihr "Rückgrad". Das ist dermaßen daneben! Stellen Sie sich vor, man würde entsprechend von Frauen mehr "Duldsamkeit" fordern. ... ... Und dieser Neid-Vorwurf, ja geht's noch? ... ... Auf Ihre "Aufmerksamkeit" ist ganz sicher niemand scharf. Das "erbärmliche Zeugnis" haben Sie sich selbst ausgestellt.

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Arzgebircher 07.11.2017, 21:54
114. Wann kommt endlich eine Balzordnung?

Also ich will ja immer alles richtig machen. Auch habe ich ganz bestimmt noch nie vor meinen Kolleg(Inn)en onaniert wie Herr Weinstein.
Kann man nicht von ein paar Jurist(Inn)en und Vertreter(Inne)n aller Mehrheiten und Minderheiten eine Balzordnung über das gewaltfreie, höfliche und nicht diskriminierende Anbahnen von körperlichen Kontakten erlassen werden?

(Ich mein das im ernst - Ironie würde bei mir anders ausfallen)

Da das Bauchgefühl manchmal täuscht und Bräuche fürchterlich altmodisch sind, wäre das doch der einzig richtige Weg für mehr Zivilisation.

Also Frau Margarete Stokowski - Sie sind gefragt! Versuchen Sie es doch wenigstens mal mit einen Entwurf, den Sie zur Diskussion stellen. Vielleicht gibt es da schon einen Vorschlag, der an die Öffentlichkeit gehört.
Ist Ihr Ehrgeiz geweckt? Nehmen Sie die Herausforderung unserer Zeit an?

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ayee 07.11.2017, 22:08
115. Stellvertreter

Sexismus wird heutzutage als Stellvertreter für so viele andere Dinge benutzt, kein Wunder, dass das ganze Thema irgendwann völlig verwässert. Gefühlter Sexismus ist nunmal nicht immer realer Sexismus. Nur weil ich mich in irgendeiner Form ungerecht behandelt fühle, heißt nicht, dass auch Ungerechtigkeit besteht bzw. gegen Spielregeln verstoßen wurde. Vielleicht versteht nur jemand das Spiel nicht.

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info@buch-perl.de 07.11.2017, 22:08
116. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst

Sexismus zu verstehen wird ganz einfach, wenn man ihn im Privaten nicht ausblendet, verheimlicht oder verdrängt. Sexuelle Belästigung, wie sie der Tochter, dem Sohn, der Partnerin, dem Partner, der Mutter, dem Vater, der Schwester, dem Bruder, den Mitmenschen nicht widerfahren soll, ist kein missverstandenes Kavaliersdelikt, sondern eine oft schwere seelische Belastung. Über die wird deshalb meist geschwiegen. Vom Opfer, weil es sich schuldig fühlt. Vom möglichen Ansprechpartner, weil sie/er es gar nicht wissen, gar nicht verkraften, gar nicht damit umgehen kann/möchte. Weil die Konsequenzen unangenehm sein könnten. Die mangelnde Solidarität aus Angst vor Schaden durch Mächtigere gibt es überall. Zwischen Eltern und Kindern, Männern und Frauen, Frauen und Männern, Frauen und Frauen, Männern und Männern. Nur Selbstbewusstsein, gestützt durch familiären, freundschaftlichen, kollegialen, gesellschaftlichen und solidarischen Zusammenhalt kann der Angst die Furcht nehmen. Die, notwendige, Angst wird bleiben, aber Hilflosigkeit, Furcht und Panik können durch Solidarität besiegt werden.

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im_ernst_56 07.11.2017, 22:10
117. Unschuldsvermutung

Zitat von noethlich
Sie kritisieren eine Kollegin, die eine reelle Gefahr aufzeigt, nämlich die Aushebelung der Unschuldsvermutung, und Sie sind selbst an vorderster Front mit dabei. Kommt es Ihnen auch nur ansatzweise in den Sinn, dass Volker Schlöndorff recht haben könnte? Ist das in Ihrer Welt, wenn auch nur in einem fernen Winkel, überhaupt eine Möglichkeit? Kennen Sie die beteiligten? Wäre Herr Schlöndorff eine Frau, dann hätte er bestimmt ebenfalls seinen Platz in Ihrem Artikel gefunden. Denn entweder Opfer oder Täter, richtig? Falsch! Manchmal liegen die Dinge auch anders und sind komplizierter. Wenn's rauskommt, dann ist aber der Job schon weg, der Uni-Rausschmiss perfekt oder der Ruf auf Lebenszeit zerstört. Schon mehrfach wurde die Aufhebung der Unschuldsvermutung im Fall von Vergewaltigung gefordert. Ich kann mir vorstellen, dass Sie dieser Idee nicht so abgeneigt gegenüber stehen. Wäre schön, wenn Sie da mal Position beziehen könnten. Selbst Herr Weinstein, so wahrscheinlich seine Schuld auch sein mag, hat ein Recht darauf, gehört zu werden, und zwar nicht nur vor Gericht, auch in der Öffentlichkeit, selbst wenn das, was dabei zu Tage tritt, wehtun kann. So ehrenhaft Ihre Intentionen auch sind, woran ich keinen Zweifel habe, ich stehe nicht an ihrer Seite. Wilde Mobs und Hexenjagden gehören ins Mittelalter genauso wie der Glaube, aus Machtpositionen heraus, anderen seine sexuellen Wünsche aufdrängen zu können. Und noch etwas: ZUHÖREN, nicht nur die Elemente rauspicken, die Ihr Narrativ bestätigen.
Zum Rechtlichen wäre noch auf folgenden Aspekt hinzuweisen: Selbst wenn es eine Beweislastumkehr gäbe, also im Fall der Beschuldigung durch eine Frau der Mann beweisen müsste, dass er weder körperlich noch verbal übergriffig geworden ist, würde der Grundsatz gelten, dass man das Nichtbestehen von Tatsachen nicht beweisen muss oder kann (negativa non sunt probanda). Die Vorstellung, dass der Tatverdächtige seine Unschuld beweisen muss, also beweisen muss, dass er es nicht getan hat, kommt aus schlechten Fernsehkrimis.

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optimistic24 07.11.2017, 22:31
118. Wenn die Autorin...

...es Ernst meint mit der Gleichberechtigung, schreibt sie auch über die Männerfeindlichkeit. Eine einseitige Sichtweise mit gleichzeitiger Ignorierung der anderen Hälfte dieser unschönen Verhaltensweise lässt nur den Schluss zu, hier betreibt jemand Rosinenpickerei.
Für uns die Vorteile, die Nachteile für die anderen. So wird das nichts mit dem miteinander.

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hosenmatz15 07.11.2017, 22:58
119. Einfach nur anstrengend

Es ist schön sehr verwunderlich wie sich ausgehend von einer Debatte über sexuelle Belästigung und Vergewaltigung plötzlich das Thema Sexismus diskutiert wird und beide Begriffe plötzlich in einen Topf geschmissen und synonym verwendet werden.
Wenn ich beim eigentlichen Begriff bleibe so muss ich sagen, dass ich als Mann fast täglich sexismus durch Frauen erlebe die das meist gar nicht mehr bemerken und noch der Annahme Erliegen dass sich Männer dadurch geschmeichelt fühlen. Wäre such mal nen interessantes Diskussionsthema.

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