Forum: Kultur
Sexismus: Frauen können das auch
DPA

Wer die Ursprünge von Übergriffen verstehen will, muss die Erkenntnis ertragen, wie viel von unserem Alltag sexistisch geprägt ist. Dazu gehört auch die Frauenfeindlichkeit, die Frauen selbst pflegen.

Seite 14 von 20
fördeanwohner 08.11.2017, 06:27
130. -

Zitat von smart.u
Frauenfeindlichkeit, das können Frauen nicht nur auch, das können sie ganz sicher viel besser als Männer. ...
Sagt Ihnen was oder wer?
Ich würde mal behaupten, dass die Feindlichkeit zwischen Frauen das Äquivalent zu Feindlichkeit zwischen Männern ist, die sich eben etwas anders ausdrückt. In der Regel Konkurrieren Frauen mit Frauen und Männer mit Männern.
Ich würde sogar der Autorin widersprechen, was den Begriff Sexismus angeht. Denn niemand behauptet ja, dass Männer, die sich zum Beispiel prügeln, sexistisch verhalten.
Hier in diesem Kommentar und Forum nimmt die Debatte geradezu absurde Züge an.

Beitrag melden
K:F 08.11.2017, 06:50
131. Männer die Trottel

Es scheint wohl so zu sein, entweder Männer sind die Belästiger oder sie sind Trottel, weil Männer sexuelle Belästigung gegenüber Frauen nicht mitbekommen. So so. Eine Dritte Gruppe von Männern wird wohl gerne verschwiegen oder sind Trottel? Die Normalos, die sich einfach benehmen können und die sind wohl in der Mehrzahl.

Beitrag melden
reflexxion 08.11.2017, 07:19
132. wann kommt mal ein Artikel in dem über den Sexismus gegen Männer?

Ehrlich gesagt stinkt es mir gewaltig das das immer nur in einer Richtung gesehen wird. Mag sein die Häufigkeit ist geringer - ich bezweifele das aber. Es gibt viele Frauen die in dem Bewusstsein Männer begrappschen, das ihnen ja nichts passieren kann. Im Zweifelsfall werden ein paar Tränen rausgequetscht und schon glauben alle der Mann sei schuld gewesen. Männer sind doch sowieso IMMER schuld bei Frauen.

Natürlich ist die Chance durch eine Frau vergewaltigt zu werden so gut wie nicht vorhanden, aber die Demütigungen durch eigenmächtige Übergriffe auf niedrigerem Niveau reichen mir eigentlich auch. Wenn es kein "zufälliges" Begrappschen ist, dann tuschelt halt die eine Frau der anderen deutlich zu laut etwas über den Mann ins Ohr. Würde ein Mann was vergleichbares sagen wäre er schon in der Personalabteilung zum Report.

Ich war sehr froh in der ersten Hälfte meines Arbeitsleben keine Frauen in meiner Arbeitsgruppe gehabt zu haben. Später warf das dann leider anders (Emanzipation ist ja so toll!) Selbst in der Bundeswehr gibt es ja heutzutage Frauen und jede menge Ärger mit denen. Männer haben es nicht nötig sich das Gesicht zu schminken oder die Nägel zu lackieren, wieso machen das dann aber Frauen, wenn sie sich doch sowieso ständig durch Männerblicke bedroht fühlen?

Beitrag melden
TLB 08.11.2017, 08:21
133.

Die Aussage, der Vorwurf sexueller Belästigung gleiche Hexenverbrennungen ist unsachlich. Die Anmerkung Stokowskis zur Aussage, dass die Unschuldsvermutung es bezüglich der Vorwürfe von sexistischer Gewalt schwer habe, ist eine Bagatellisierung einer Sachdarstellung. Schade.
Wenn man (Mann) sich ernsthaft mit feministischen Anliegen, mit Alltagssexismus usw auseinandersetzen will, gerät man unweigerlich zwischen die Fronten von Extremisten.
Gestern war bei SPON ein Artikel über Wolfgang M.Heckl, Direktor des Deutschen Museums in München. Im Artikel wurde gesagt, dass der Geist und die Erkenntnis sich dort frei entfalten kann, wo Denkbeschränkungen in Form von Religion oder Ideologie gering oder gar nicht vorhanden sind. Leider finde ich auch bei der wöchentlichen Kolumne von Frau Stokowski deutlich mehr Ideologie als Denkanstoss.
Diese Kolumne erinnert mich an den Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR. Hinsetzen, aufschreiben, nicht nachdenken.

Beitrag melden
Der_schmale_Grat 08.11.2017, 08:30
134. Angst und Macht

Der Unterschied zwischen Frauen und Männer ist gewöhnlich die Körperkraft. Wenn ich von einer Frau belästigt werde (was mir leider mehrfach passiert ist, z.B. auch von einer "ranghöheren" und deutlich älteren Frau, nämlich von der Frau des Chefs während er dabei war, er es aber nicht sehen konnte!), so habe ich als Mann meistens zumindest das Gefühl, dass ich mich notfalls körperlich zur Wehr setzen könnte. Männer fühlen sich wahrscheinlich weniger körperlich bedroht, weil sie kräftiger sind (aber können sich natürlich trotzdem genauso erniedrigt fühlen wie Frauen). Wenn ich mir aber als Mann vorstelle, es grapscht mich jemand an, der der mir körperlich weit überlegen ist, dann würde ich automatisch mehr Angst verspüren. Deshalb kann es sein, dass Männer sich eher weniger bedroht fühlen, wenn Frauen sexuell/körperlich übergriffig werden, was Frauen eben auch machen, wenn sie glauben, es sich leisten zu können. Meine Prognose ist, wenn Frauen mehr Macht in Spitzenpositionen haben, dass wir noch mehr sexistische Verhaltensweisen von Frauen gegenüber Männern beobachten werden und wir eine Annäherung des Fehlverhaltens zwischen Männern und Frauen erleben werden. Kommentar #25 hat die Angst ins Spiel gebracht und Kommentar #6 das Machtgefälle.

Beitrag melden
robthe 08.11.2017, 08:39
135. Es ist noch ein weiter Weg...

Frau Stokowski,
danke für für ihre Kolumne. Die dadurch ausgelösten Kommentare zeigen wie tief Sexismus in unserer Kultur verwurzelt ist. Sexistische Menschen halten sich nicht für sexistisch, wie es unschwer an den Kommentaren zu erkennen ist.
Es ist noch ein langer und weiter Weg zu einer gleichberechtigten Gesellschaft.

Beitrag melden
JustFunKiro 08.11.2017, 08:45
136. Interessante Aussage vorletzter Absatz

"Ein großer Teil der Ablehnung feministischer Ziele sowohl durch Frauen als auch durch Männer beruht immer noch darauf, dass die Ziele nicht klar sind." Diese Formulierung ist interessant, denn "dass..." ohne Konjunktiv impliziert eine Zustimmung zu dieser Aussage. Es könnte natürlich sein, dass Frau Stokowski darauf mal nicht geachtet hat, aber so weist es darauf hin, dass eben auch Feministinnen sich ihrer Ziele nicht sicher sind. Und das ist leicht nachvollziehbar.
Kein Beispiel für Sexismus unter Frauen ist zum Beispiel eine Ablehnung der Frauenquote durch (einzelne) Frauen. Mit der Begründung "Ich will mir nicht anhören müssen, ich sei eine Quotenfrau". Die Regelung widerspricht teilweise der Geschlechtergleichheit, da es keine entsprechende Regel für Männer gibt (ist auch de facto nicht notwendig). Dementsprechend gibt es Reaktionen, die diese Regel als unfaire Bevorzugung sehen. Auch andere Regeln, allen voran die Frauenparkplätze, scheinen nicht immer GLEICHberechtigung/-stellung zum Ziel zu haben. Und so schwer, wie Parkplatzsuche manchmal ist, können Frauen wie Frau Stokowski gewiss verstehen, dass es uns Männer auch mal aufregen kann, wenn wir zwanzig Minuten oder noch mehr einen Parkplatz suchen müssen plus einen kleinen Fußweg zum Gebäube machen müssen, vor dem aber noch fünf Frauenparkplätze frei sind.
Diese Probleme sind nicht die Schuld des Feminismus, aber Teil der Thematik. Neben der Frage, ob im Feminismus der ideale Mann eigentlich kastriert werden müsste. Solange wir uns noch hauptsächlich durch Sex fortpflanzen, ist Sexualtrieb ohne Zweifel wünschenswert. Nur läuft das normalerweise nicht durch klare Worte, sondern durch zweideutige Signale von beiden Seiten. Und sehr oft scheint es so, dass der einzige Weg eine eindeutige Antwort zu erhalten darin besteht, ein Stück weit die Grenze zu überschreiten. Das soll jetzt nicht gleich Vergewaltigung heißen, aber sehr oft eine Berührung an Schulter, Taille oder so. Und streng genommen ist das schon sexuelle Belästigung.
Und manche Frauen werfen anderen Frauen, die mehr Aufmerksamkeit der Männer bekommen, dann vor, sie seien Schlampen und lüden die Männer immerzu ein. Manchmal aus Neid und Missgunst, manchmal ist es mehr oder weniger wahr.

Beitrag melden
Troll-Oberkommando 08.11.2017, 08:46
137.

Vielleicht hat die mangelnde Solidarität unter Frauen einfach damit was zu tun , dass es keine einheitliche Spezies ist und alles auch nur Individuen wie Männer ? Also man kann doch nicht von allen Frauen erwarten dass sie sich über Übergriffe echauffieren wenn es für sie tatsächlich - aus welchen Gründen auch immer - im Alltag keine Rolle spielt ?!

Beitrag melden
Troll-Oberkommando 08.11.2017, 08:52
138. pS

In der Gesamtdarstellung stimme ich natürlich zu - allerdings ist es mit Makroformeln immer schwierig vor allem wenn das worum es geht - also Sexualität - hochgradig individuell ist .

Beitrag melden
unimog_andi 08.11.2017, 09:28
139. Ach Frau Stokowski

"Oder Männer, die von "Inquisition" sprechen und erklären, die jetzigen Listen von mutmaßlichen Tätern seien eigentlich noch unfairer als Hexenverbrennungen, bei denen ja immerhin Zeugen aussagen mussten. Was für ein heller Wahnsinn! "
""Die Unschuldsvermutung hat in diesen Tagen einen schweren Stand", hieß es in einem Text in der "FAZ" von Corinna Burdas, als wäre nun der Rechtsstaat aus den Angeln gehoben, weil Menschen über Gewalt sprechen, die ihnen passiert ist."

Ja, so ist das nun mal - es werden Beweise verlangt.

Und das ist auch gut so.

Und wie SIE dazu stehen, haben Sie ja schon geschrieben:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sexuelle-belaestigung-gibt-es-eine-weibliche-geheimkraft-a-1129326.html

Beitrag melden
Seite 14 von 20
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!