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Sexismus: Lieber nicht kopulieren als falsch
AFP

Hat der harmlose Flirt Schaden genommen, muss er gerettet werden? Natürlich nicht, dem Flirt geht's gut. Doch in der Sexismus-Debatte treten traurige Vorstellungen von Sexualität zutage.

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rka001 21.11.2017, 14:47
60. Ich frage mich ja immer ....

... warum es diese neumodischen Bewegungen gibt, a la "Men going their own way". Immerhin bin ich glücklich verheiratet und habe Kinder.

Nach Lektüre dieser und ähnlicher Kolumnen weiss ich dann aber wieder, warum.

Für junge Männer scheint es wirklich eine Alternative zu sein, jeglichen Kontakt zu Frauen ausserhalb klar definierter Zonen zu vermeiden.
Man läuft nie in Gefahr, sexistisch übergriffig zu werden oder eines solchen Übergriffs beschuldigt zu werden. Man muss sich keine Gedanken über seinen sexuellen Marktwert machen, und nicht verzweifeln, wenn man mal wieder in der Restedisco niemanden abgegriffen hat. Man hat mehr Geld für sich und seine Hobbies. Man muss sich nicht über Feministen ärgern, die einem vorschreiben wollen, wie man zu leben, zu denken und zu zu flirten hat.

Ist ein bisschen wie straight edge. War nicht die schlechteste Art zu leben.

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muunoy 21.11.2017, 14:50
61. Es ist in unserem Kulturraum schwierig

Zitat von severus1985
Die Hälfte der Frauen möchte, dass ein Mann - gerne auch mal frech - die Initiative ergreift. Die andere Hälfte, so wie die Autorin, hätte dafür gerne ein beidseitig unterschriebenes Formular. Hat beides seine Berechtigung, nur bitte nicht die Frauen als homogene Gruppe darstellen, deren Verhalten gegenüber jedem Mann klar sein muss. Bei mir war es jedenfalls bisher immer so, dass ich mich auf mein Gefühl verlassen musste, ob die Dame nun geküsst werden möchte oder nicht. Irrt das Gefühl, ist das wohl ein Grund für das Ende des Dates und auch ein paar klärende Worte, aber daraus wird noch kein sexueller Aufschrei. Was die perversen Weinsteins und Spacey's nun auch mit Flirten zu tun haben, erschließt sich mir allerdings nicht so ganz.
Sie haben vollkommen Recht. Aber lassen wir erst einmal das Show Business beiseite. Sorry, ich habe Leute aus dieser Branche kennen gelernt. Und die ticken völlig anders als ich es von anderen Menschen gewohnt bin, was übrigens auch in anderen Kulturen der Fall ist. Warum also Vorfälle im Show Business jetzt auf uns alle bezogen werden, ist mir weiterhin unverständlich. Ich selbst habe eher was mit einem Sufi aus Oberägypten gemeinsam als mit einem Star aus Hollywood.
Die ganze Debatte ist inzwischen so nervend, weil sie unkonkret ist. Jeder zieht nun seine eigene Definition von sexueller Belästigung zu Rate, scheitert aber auch damit, da es eben auch auf das Gegenüber ankommt. Gefällt Mann einer Frau, so wird ein Kompliment als Kompliment aufgefasst. Gefällt er ihr nicht, so ist es schnell Belästigung. Auch dies stimmt pauschal nicht. Ich arbeite häufig mit ziemlich erfolgreichen Frauen zusammen. Und die stehen meistens über den Dingen, freuen sich aber dennoch, wenn man ihnen die Tür aufhält. Schon komisch, gegenüber beruflich erfolgreichen Frauen kann man als Mann lockerer sein.
In unserem Kulturkreis hat der Mann einfach das Problem, dass immer der Mann die Initiative ergreifen muss. Etwas, was Frau Stokowski komplett ausblendet. Als junger Mann hatte ich damit aufgrund übertriebener Schüchternheit massive Probleme, weil man in unserem Kulturkreis einer Frau kaum ansehen kann, ob ein Kompliment als Kompliment oder eben als Belästigung aufgefasst werden wird. Vermutlich bin ich deshalb mit einer Ostasiatin zusammen. Ich habe einige Jahre in ostasiatischen Ländern gearbeitet. Dort ist es einfacher. Auch dort geht die Initiative vom Mann aus. Aber weil die alle so wahnsinnig Angst vor einem Gesichtsverlust im Falle einer Ablehnung haben, geben die dortigen Frauen sehr eindeutige Signale, dass es sich lohnt. Vielleicht könnten davon unsere Frauen ein wenig lernen. Dann würde nicht so oft der falsche Mann mit einer Belästigung ankommen, sondern der richtige mit einem Kompliment oder Flirt.

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josifi 21.11.2017, 14:51
62.

Zitat von Lobhudel
Volle Zustimmung. Aber ich habe letzte Woche in vorsorglicher Abwendung des von Ihnen geschilderten situationsbedingten Alltags-Sexismus einer Kassiererin empfohlen, mit ihrem doch sehr aufdringlichen Freiluft-Dekolleté besser an die Fleischtheke zu wechseln.
Wenn Sie das wirklich gesagt haben, wäre eine Ohrfeige und Hausverbot das Mindeste gewesen.

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augu1941 21.11.2017, 14:53
63. xuelle

ich zitiere 9:
"Wenn es keine klare Strömung gibt, bitte hört auf, als Splittergruppe einer Bewegung für alle Frauen zu sprechen "
Gelegentlich soll es sexuelle Belästigungen und Übergriffe auch in umgekehrter Richtung geben. Keiner der Betroffenen käme auf die Idee, im Namen seiner Geschlechtsgenossen Frauen anzuklagen. Schon allein deswegen, weil er dann wohl bei der großen Mehrheit diesen Geschlechtsgenossen auf großes Unverständnis stoßen würde und hämische Kommentare provozieren würde.
Bei Vorfällen, die innerhalb des gleichen Geschlechts auch als harmlos ärgerlich bewertet werden , sollten man sehr vorsichtig sein, sie öffentlich zu machen und eine öffentliche Kampagne loszutreten, die für die betroffenen Person Rufmord und Karriereende bedeutet. Die sexuelle Übergriffe eines Machos, die jahrelang ohne Folgen für ihn blieben, dank seiner Machtposition, zählen natürlich nicht dazu. Den ganz tiefen Fall hat er sich wohl dann selbst zuzuschreiben.

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RebeccaVanderbilt 21.11.2017, 14:53
64. Wahrnehmungsstörungen

in den 80'igern hat die französische ministerpräsidentin Edith Cresson gesagt, dass die Deutschen alle schwul seien: "Nicht einmal die Bauarbeiter pfeiffen einem hinterher."

Das Problem ist doch eigentlich, dass die Kerle viel zu lahmarschig sind. Ich bin viel unterwegs und beobachte weder etwas, noch höre ich was. Die gnädigen Damen bilden sich da was ein. Vielleicht wird ja jetzt jeder kleine versehentliche Mikroberührung in der Bahn als QuasiVergewaltigung wahrgenommen.

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Grünschiefer 21.11.2017, 14:56
65. Warum

macht denn keine Frau mehr den Mund auf (nein, nicht zweideutig gemeint) und sagt, was sie (nicht) will? Wenn ich diesen Artikel lese, wird mir schlecht. Diese Feminismus-Diskussion zeigt nur, wie gut es uns eigentlich geht. Ich weiß nicht, was für ein Problem diese ganzen Feministen (Pardon, Feministinnen) mit sich selbst haben, ist mir auch egal. Ich als Frau arbeite seit Jahren in der IT-Branche mit 99,9% Männeranteil und bin dabei sehr erfolgreich. Wenn mir jemand blöd kommt, bekommt er halt nen Spruch reingedrückt. Und falls mir mal jemand ungewollt an den Hintern grapschen sollte (knackig ist er ja), gibts halt ne Watschn! Nur so verschafft man sich als Frau Respekt und wird gleichbehandelt. Mit diesem feministischen Rumgeheule stellt man die Rolle der Frau nur selbst immer weiter nach unten und erreicht genau das Gegenteil. Ich verdiene jedenfalls mehr Geld als meine männlichen Kollegen, kann ich spenden für die wirklichen Probleme auf der Welt. Sollte man übrigens auch mit den Milliarden tun, die wir brauchen, um Millionen von dritten Toilettentüren zu installieren, aber andere Debatte. Und ich liebe Flirten, hab guten Sex, irgendwie immer einvernehmlich. Keine Angst liebe Männer, es gibt auch noch normale Frauen mit gesundem Menschenverstand.

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burton_mercer 21.11.2017, 14:57
66. Fazit...

Ich als "alter, weißer Mann" werde ab sofort immer ein Formular mit mir führen welches ich der Dame, die ich anzusprechen gedenke vorher überreiche. Darauf hat sie mit Datum, Uhrzeit und Fingerabdruck zu bestätigen ob sie das ansprechen meinerseits gut heißt. Falls ja und es in die Nähe der Kopulation kommt muss sie dies durch eine weitere Unterschrift bestätigen.

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Olaf Köhler 21.11.2017, 15:02
67. Sex und Macht?

Immer öfter muss ich lesen, dass es beim Sex um Macht geht. Und ich dachte bisher, das der mit Verlangen und im Idealfall mit Liebe zu tun hat - ich Dummchen! Wie soll es bitte schön beim (einvernehmlichen) Sex um die Ausübung von Macht gehen? Wer unten liegt hat gewonnen? Es soll ja Männer geben, für die es eine Art von Wettkampf sein soll - länger, härter, langweiliger? Wer - so meine Meinung - beim Sex mit der Vorstellung heran geht, er/sie müsse dem/der Partner/Partnerin und/oder sich selbst was beweisen oder gar "Macht ausüben", sollte sich um professionelle Hilfe kümmern. Denn da scheint irgendwann was gründlich schief gelaufen zu sein.

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Isegrim1949 21.11.2017, 15:07
68. Das kann man auch kürzer fassen

Zitat von faunsilen
....... Wer über das Übliche hinausgeht, wird ab dem Jahr 2017 in die kriminelle Ecke gestellt. So geht das nicht, Stokowski. Die Welt der Liebe und der Erotik ist nicht nur Blümchen für alle oder Porno für die Brutalos. Da ist doch noch einiges dazwischen. Und das ist das Schönste von all dem, was vielen dieser Liebestöterinnen offenbar nie widerfahren ist. Schade für sie! Und dann müssen wir so nen Schmarr'n lesen.
"Erlaubt ist was gefällt". Ansonsten bin ich bei Ihnen.

Sie sollten nicht zu sehr auf die "Liebestöterinnen" schimpfen, eventuell handelt es sich um Frauen die auch beim Sex dominieren wollen. Es soll ja Männer geben denen das gefällt oder die es sich gefallen lassen..
"Es werde ein Jeder glücklich nach seiner Fasson". Ein kluger Mann , der alte Preuße.

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mostly_harmless 21.11.2017, 15:11
69.

Zitat von nordschaf
Ach, jetzt kommt DAS Zombie-Argument wieder aus dem Grab angekrochen. Das ist ja nun so alt wie die Idee der Gleichberechtigung von Frauen, dass Feministinnen (also: Frauenrechtlerinnen) unterstellt wird, sie hätten ein Problem mit Männern. [...]
Aha. Das ist ja mal interessant. Zumal das benutzen einer Suchmaschine als ersten Hit das Statement von Alice Schwarzer ausspuckt, DAS jeder Mann ein Vergewaltiger ist

https://www.emma.de/artikel/ask-alice-jeder-mann-ein-vergewaltiger-318155

Dann hätten wir noch entsprechende Statement eines Mannes von den Grünen

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article150824060/Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html

eine Frau von den Linken

http://marx-forum.de/Forum/index.php?thread/649-feminismus-männer-sind-vergewaltiger/&postID=3969

etc. pp.

Scheint also, das ALLES korrekt ist, was Sie in Abrede stellen.

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