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Sexualstrafrecht: Wäre die Vagina doch ein Auto

Der neue Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht ist so dürftig, dass er peinlich ist. Auch 2016 ist das Auto eines Menschen in Deutschland besser geschützt ist als seine sexuelle Selbstbestimmung.

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hemithea 29.04.2016, 07:50
190. ein Nein ist ein Nein

Wieso kann Mann nicht tatsächlich, ein "Nein" einfach aus Prinzip als "Nein" verstehen?
Dann hat die Frau eben Pech, wenn sie sich unklar ausdrückt und mit "Nein" eigentlich "Gib dir mal mehr Mühe" meint. Es wird doch genug Frauen geben, die der mächtigen deutschen Sprache sich bedienen können und sich klar und deutlich artikulieren können.
Ich verstehe das Problem nicht. Soll das Prinzesschen sehen, wie sie klar kommt, dass sie so einen Prachtkerl sich entgehen lässt.

Ausserdem sollte die Unschuldsvermutung auch für die Frau gelten. Auch bei ihr muss man erstmal davon ausgehen, dass sie bezüglich des Angeklagten und der Tat die Wahrheit sagt. Die vermeintliche Falschaussage muss erst bewiesen wäre.

Ich wäre dafür, dass auch die Verleumdung strenger verfolgt werden sollte.

Was aber gar nicht geht, dass erstmal per se, der Frau bei Vergewaltigungsanschuldigungen das Lügen unterstellt wird.

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pethof 29.04.2016, 08:04
191. Deutschland schafft sich ab

Es ist bald soweit! Sarrazin hat Recht. Deutschland wird sich abschaffen. Das geplante neue Sexualgesetz wird es ermöglichen.
Jeder Geschlechtsverkehr in Deutschland wird zukünftig nur noch nach schriftlicher Zustimmung beider Partner erfolgen können. Die Unterschriften müssen durch einen Notar bestätigt und der Geschlechtsakt selbst muss video- und audiodokumentiert sein. Nur so kann die Freiwilligkeit eindeutig nachgewiesen werden.
Armes Deutschland!

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K:F 29.04.2016, 08:14
192. Maas der Smartie, wäre gutes Oper im Knast

Da reicht in der Regel ein Nein nicht aus. Er müsste sich mit Händen und Füssen wehren. Dann kommt es zum Gangbang. Mit gebrochen Rippen und Kiefer. Obwohl er Nein gessagt hat. aber nach seiner Überzeugung reicht ein Nein ja nicht aus: Weil aus dem Nein ein Ja wird. Wir gucken uns die Busengrapscher von Köln an . Nordafrikaner halt. Jede Frau wird Nein gesagt haben. Oder doch nicht. Wollten sie sexuell befummelt werden? Sind die Frauen villeicht deswegen in Köln gewesen? Männer dieser Welt. Wer hat euch eigendlich erzogen? Ein Nein ist kein Nein? Wegen Beweislast?

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Rayleigh 29.04.2016, 08:15
193.

Mir persönlich gefällt bei dem neuen Gesetzesentwurf nicht, das dieser so schwammig formuliert ist. Ein Gefühl der Hilflosigkeit - wie beweise ich so etwas?

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung gehören härter bestraft und vor allem in der Gesellschaft stärker verurteilt. Wenn jemand in der Bahn eine Frau begrabscht, sollte das nicht von den anderen Fahrgästen ignoriert werden.

Vor allem die Einstellung der Bürger, sich möglichst nirgends einzumischen, bestärkt die Täter nur.

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neurobi 29.04.2016, 08:24
194.

" oder ein bloß gesprochenes "Nein" sei nicht belegbar"

Ja, genau das ist meine Meinung.
Was soll den ein Richter für ein Ureil sprechen, wenn sie sagt "Ich habe nein gesagt" und er "Hat sie nicht"?

Er kann dann höchstens die Umstände bewerten.
Steht Aussage gegen Aussage muss natürlich die Unschuldsvermutung gelten. Oder wird auch die gleich mit aufgehoben? Oder sollen Aussagen von Frauen generell höher bewertet werden als die eine Mannes?

Der Herr Justizminister sollte sich lieber darum kümmern, dass "heimliche" Vaterschaftstest straffrei gestellt werden. Dass würde zwar den biologischen Nachteil des Mannes aufheben (Mama-Baby, Papa-Maybe), aber die Frauen zu Ehrlichkeit zwingen. Geht garnicht.

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mintyapple 29.04.2016, 08:27
195.

An alle, die sich da an den unglaublichen Mengen an falschen Beschuldigungen aufgeilen: so was wird in den Medien eben breitgetreten und schwappt ggf. auch schon mal über den Atlantik zu uns herüber. Über Schuldsprüche gegen Vergewaltiger liest man dagegen selten, auch aus Gründen des Opferschutzes. Da kann es schon mal zu einer verzerrten Wahrnehmung kommen.

Übrigens, kann mir jemand mal die „Mechanik“ erklären, wenn ein Mann von einer Frau vergewaltigt wird? Wie geht das vor sich? Habe ich mir das wie bei Stieg Larsson vorzustellen? Davon gehe ich jetzt mal aus, denn meines Wissens fehlt Frauen das entsprechende Körperteil, um eine gewaltsame Penetration durchzuführen. Die meisten Vergewaltigungen von Jungen und Männern dürften von ihrem eigenen Geschlecht ausgeübt werden – ziemlich erbärmlich, wie einige reflexartig defensive Foristen diesen Aspekt krampfhaft ausblenden.

Das wird niemals funktionieren, seht es ein: Vergewaltigung ist ein Verbrechen, das von Männern begangen wird. Nichtsdestotrotz fehlen Männer und Jungen in der Opferdefinition von Fr. Stokowskis Artikel, daher Punktabzug, auch wenn ich den Tenor im Großen und Ganzen richtig finde. Auch ich denke beim Thema verschärftes Sexualstrafrecht fast sofort: ja, aber wenn dann mal einer zu Unrecht angezeigt wird...? Da haben die Medien mit ihrer einseitigen Ausschlachtung von (erwiesenen?) Falschanzeigen wirklich ganze Arbeit geleistet, wenn das das erste ist, was einem einfällt. Die Täterschutzkultur in diesem Land gibt mir ehrlich zu denken, zumal das mit der körperlichen Selbstverteidigung so eine Sache ist: Notwehr lässt sich nicht weniger schwer beweisen als Vergewaltigung.

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r_dawkins 29.04.2016, 08:28
196. Tja, Frau Stokowski

wer hätte gedacht, daß als Reaktion auf Ihren Artikel, in dem es ja tatsächlich NUR darum geht, ein Nein auch als Nein zu verstehen (wie banal), soviel Feindseligkeit und Unverständnis kommt? Ich bin schockiert über die Kommentare, und wundere mich über die Diskussion, denn eigentlich müsste doch durch die Bank Zustimmung für die Bedeutung der dt. Sprache (Nein=Nein) kommen. - absurd!
Ich für meinen Teil verstehe jedoch die simple Bedeutung des Wortes "Nein".

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ruhepuls 29.04.2016, 08:29
197. Spieß umdrehen...

Zitat von julia_m_78
Es ist interessant, woher Frau Stokowski so genau weiß, dass die Falschbeschuldigungsquote bei 3% liegt, in vielen Fällen fehlt es am klaren Beweis. Allerdings gehen andere Studien und in der Strafverfolgung tätige Praktiker von einer Falschbeschuldigungsquote von etwa 50% aus. Dabei handelt es sich wohlgemerkt nur um die Fälle, in denen keine Restzweifel verbleiben. Die geringe Verurteilungsquote räumt ja auch Frau Stokowski ein. Sie liegt entgegen der bewusst gestreuten Falschinformation aber nicht daran, dass das Recht lauter Zweifelfälle juristisch nicht erfassen würden, sondern dass die ErmittlerInnen leider ziemlich häufig einen kompletten Bären aufgebunden bekommen. Es wäre wünschenswert, wenn den tatsächlichen Opfern eine Aussage so leicht wie möglich gemacht wird. Aber die Lösung ist nicht, Vergewaltigung einfach so zu definieren, dass ein Verfahren gar nicht mehr per Freispruch enden kann, weil das Delikt schon durch die bloße Beschuldigung an sich per definitionem erfüllt ist. Ich glaube auch kaum, dass Frau Stokowski trotz aller Polemik einen solchen Tatbestand geschlechtsneutral zu Gunsten und zu Lasten beider Geschlechter angewandt wissen wollte.
Das Gesetz wäre ganz schnell wieder weg, wenn einfach mehr Männer die (durchaus vorhandene) sexuelle Belästigung durch Frauen anzeigen würden.

Aber leider ist der Glaube weit verbreitet, dass Männer gar nicht sexuell belästigt werden können, weil sie ja "eh immer wollen". Und viele Männer haben Angst, man könnte sie für Weicheier halten, wenn sie sich gegen sexuelle Belästigung wehren.

Das ist selbstverständlich keine Diskriminierung, sondern die unumstrittene Wahrheit. Meint vermutlich auch Frau Stokowski?

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ruhepuls 29.04.2016, 08:31
198. Beschützte Wesen...

Zitat von SethSteiner
Die Frau das Opfer, das ist das was an forderster Front vermittelt wird. Frauen sind keine Täter, Frauen sind keine normalen Bürger, Frauen sind Opfer und brauchen kontinuierlich Gesetzesänderungen, die ihren Stand verbessern, egal ob diese Sinn machen oder nicht. Dass Nein, Nein heisst ist eine schöne Phrase aber nicht anwendbar. Weder kann man es nachprüfen, geschweige denn hat das was mit Vergewaltigungen zutun. Als würden Vergewaltiger fragen, ob sie Sex mit ihrem Opfer haben dürften. Dafür wird aber jeder zum Vergewaltiger gemacht, der sich einer Frau annähernd, diese zuerst ablehnt, im Verlauf des Kontakts ihre Meinung aber ändert. Tut sie es noch ein Mal, kann sie einfach behaupten, sie hätte ja nein gesagt und zack, der Mann ist trotz Sex im gegenseitigen Einverständnis vergewaltiger. Das Gesetz ist nicht gleichzusetzen mit der Autogeschichte, denn da geht es um das Fahren und nicht darum was VOR dem Fahren geschieht.
Im Grund hat sich nicht viel geändert. Es werden nur mehr "gescheite" Worte drum rum gemacht: Frauen wollen beschützt werden. Wenn die Männer sich dazu nicht mehr hergeben wollen, dann eben der Staat.

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ganz normal 29.04.2016, 08:34
199.

Nein, niemand würde mit einem "Nein heißt Nein" allein deshalb verurteilt, nur weil eine Person sagt, es sei nicht einvernehmlich gewesen.
Das große Dilemma Aussage gegen Aussage bleibt bestehen, und auch in Zukunft würde Vergewaltigung wahrscheinlich nur in einem kleinen Teil der Fälle verurteilt, und bleibt insbesondere dort, wo sie am häufigsten auftritt (Täter ist Freund, Exfreund oder Bekannter), meist straffrei.

Das aber als Begründung anzuführen, warum es garnicht erst gesetzeswidrig sein sollte, ist absurd.
Es ist nunmal sehr häufig der Fall, dass Frauen in dieser Situation in eine Schockstarre verfallen, alles über sich ergehen lassen, das zeigen Statistiken. Und ein Gesetz, das das nicht bestraft, verhöhnt die Betroffenen, wenn sie anzeigen wollen und ihnen bei der Polizei gesagt wird, dass das Erlebte überhaupt nicht strafbar ist. Es gibt den Tätern recht. Es macht auch gesellschaftlich klar: Ein Nein zu übergehen ist kein Problem, solange sie sich nicht wehrt.

Und wie geht es wohl einer Frau, die sich mit Händen und Füßen gewehrt hat und von der der Täter dann abgelassen hat? Gesetzlich dann ja alles legal. Ein Nein wird übergangen, ein weiteres auch, die Frau rückt weg, er rückt hinterher, sie stößt seine Hand weg, er macht weiter, sie wird aggressiv, bekommt Panik, schreit ihn an "Lass den Scheiß", er macht weiter, und wenn sie sich dann mit aller Kraft wehrt, hört er auf, doch da hat er sie schon überall angefasst. Auch dieses Erlebnis kann traumatisieren, es ist vllt keine Vergewaltigung, aber wollen wir wirklich eine Gesellschaft, in der das legal ist?

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