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Sexualstrafrecht: Wäre die Vagina doch ein Auto

Der neue Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht ist so dürftig, dass er peinlich ist. Auch 2016 ist das Auto eines Menschen in Deutschland besser geschützt ist als seine sexuelle Selbstbestimmung.

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nobody_incognito 29.04.2016, 13:01
260. Verwirrung

Zitat von antonia paula
Männer vertraut euren Gefühlen Guten Tag, vielen Dank für Ihre Kolumne, sie sprach mir aus der Seele. Haben wirklich so viele Männer Angst vor Frauen? Warum? Falsche Anschuldigungen wie früher bei den Hexenprozessen? Es gibt Männer, (die heute wohl für Exoten gehalten werden) die in der Lage sind Worte und Signale anderer zu verstehen. Nein heißt nein. Ein Gentleman wird jederzeit den zivilisierten Rückzug antreten, wenn er etwas fordern sollte was nicht angeboten wurde. Es gibt Missverständnisse. Aber Männer; aber so doof könnt ihr doch gar nicht sein. Vertraut euch doch mal selbst!
Ein Problem wird eben sein, dass das was man verbal empfängt nicht mit dem in Einklang steht was man subjektiv empfindet und nochmal in anderem Widerspruch zu dem was eine rationale (Macht-)Logik sagt und nochmal in Widerspruch zu dem was man als Produkt des Fortpflanzungsverhaltens beobachten kann, nämlich eine ziemlich chaotische Welt. Da kommt man nicht um irgendwelche extremen Schlüsse rum. Gab es vllt. etwa noch nie ein wirklich echtes^^ "ja"? Jedenfalls lebt sich's platonisch viel entspannter und die Dinge machen auch sehr viel mehr Sinn, auch wenn es der "aufgeklärten" darwinistischen Ratio etwas widerstrebt.

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sabrina74 29.04.2016, 13:06
261. Ja, wir Frauen ...

... sind schon echte Problembären - vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Ich weiß nicht, wieviele Knoten man im Kopf haben muss, um sich darüber Gedanken zu machen, dass die doofe Frau ja mit nein verwechseln könnte oder es sich doch anders überlegt, wenn man sie nur von ihrem "Glück" überzeugt. Und nein, ich finde es ist nicht notwendig, dem Gegenüber erst eine Bratpfanne über den Kopf zu ziehen, damit mein Nein auch gesetzeskonform ist.

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vera gehlkiel 29.04.2016, 13:09
262.

Ich bin eine sexuell ausgesprochen aktive Person, wie wahrscheinlich viele moderne Frauen, die sich nicht in der Küche anketten lassen, und ich kann es mir immer aussuchen, was wo wann von wem gespielt wird. Ich erzeuge keine Missverständnisse dahingehend, wie weit ich im Einzelfall gehen möchte, und das ist auch ganz normal. Ein Mann, der sexualisierte Gewalt oder sogar eine Vergewaltigung nicht von Flirten oder auch Anmache, oder wie auch immer man das nennen will, unterscheiden kann, sieht Sex als eine Verrichtung seiner Notdurft an, und sollte es besser schlicht und einfach beim Onanieren belassen. Das ist auch ganz OK. Wer diese Triebabfuhr braucht, soll es sich öfter selbst machen, und damit hat es sich dann. Ich hab aber wirklich genug von Bezügen auf das Neandertal, wie sie hier und anderen Ortes bei solchen Diskursen regelmässig aufkommen. Ich bin eine kultivierte Frau, was man schon daran erkennt, dass ich kein Fell umhabe, sondern gut gekleidet und sehr attraktiv wirke. Man darf sich mir gern nähern, aber man wird mich nicht besitzen können, diese Zeiten sind leider vorüber, und, das noch mal an alle Pantoffelhelden, es gibt reichlich grossartige Männer, die überhaupt gar kein Problem mit Beziehungen auf dieser Basis haben. Und noch kein einziger von den Männern, mit denen ich im Bett war, hatte hinterher Angst davor, dass ich ihm eine Falschbeschuldigung auferlege. Ich glaube, die meisten Männer, die davor immer vor Angst zu zittern vorgeben, haben einfach kein Sexualleben, welches einer Erwähnung weiter wert wäre. Ihnen fehlen daher, das ist ein Unglück, und zeigt, wie rückständig unsere Gesellschaft im Bezug auf dieses Thema, jedenfalls zu weiten Teilen noch ist, angemessene Massstäbe. Sowohl für das, was sexualisierte Gewalt oder sogar Vergewaltigung im Unterschied zu einvernehmlichem Verkehr ist. Als auch, irgendwie scheinen mir da zwei Dinge zueinander zu kommen, für die Wahrscheinlichkeit, trotz einvernehmlichem Sex angezeigt zu werden.

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lupenreinerdemokrat 29.04.2016, 13:13
263.

Liebe Frau Stockowski, mal eine Frage so ganz nebenbei:
mit juristischen Fragen haben Sie sich irgendwann einmal im Leben kurz beschäftigt?

Frage: wie soll der Staatsanwalt / Rechtsanwalt in einem Gerichtsverfahren beweisen, dass die Person, die als Kläger auftritt, den stattgefundenen Sex (bzw. sexuelle Handlung) mit einem "Nein" ablehnte?

"Es schließen sich Bündnisse zusammen, die dagegen protestieren, dass laut Maas' Vorhaben das "Nein" eines Menschen nicht ausreicht, wenn es um Sex gegen seinen Willen geht; dass wir also unser Recht, nicht vergewaltigt zu werden, nicht bloß verbal, sondern körperlich verteidigen müssen."

Leider ist nun mal das körperliche, sprich physische verteidigen die ohne technische Hilfsmittel, wie Ton- und/oder Videoaufzeichnung einzige Möglichkeit, anhand von Indizien nachzuweisen, dass die sexuelle Handlung ohne Einverständnis erfolgte (und auch dies ist nicht absolut sicher).

Ich denke, dass sollte leicht zu verstehen sein, oder?

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pimposse 29.04.2016, 13:14
264.

Danke für diese Arbeit! Das trifft das juristische Problem sehr gut. Gerade die weit verbreitete Mär, dass ein anfängliches Einverständnis automatisch Vergewaltigung ausschließt ist natürlich bei genauerer Hinsicht völlig naiv von allen Beteiligten! Im Scheidungsrecht hat der Staat schon lange kaptutliert und prüft die Schuldfrage nicht mehr, weil kaum zu klären. Bei körperlicher Gewalt versucht es der Staat wenigstens muss aber Angesicht der hohen Dunkelziffer und des Missbrauchs durch Falschbezichtigungen eingestehen, relativ machtlos zu sein bei der juristischen Verfolung. Viele wichtiger wäre es daher zu erkennen, das jeder eine einge Verantwortung für eine solche Situation trägt, der Staat muss daher präventiv offensiver vorgehen. Gerade die Liberalisierung des Sexuellen arbeitet aber dagegen. Strafen sind da leider allenfalls für die Genugtuung der wahren Ofper hilfreich - für die Prävention dürften sie ebenso wenig bringen wie die Scheidungsgesetze für das Vertragen von Paaren.

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pimposse 29.04.2016, 13:16
265. Volltreffer - Kommentar vesenkt

Danke für diese Arbeit! Das trifft das juristische Problem sehr gut. Gerade die weit verbreitete Mär, dass ein anfängliches Einverständnis automatisch Vergewaltigung ausschließt ist natürlich bei genauerer Hinsicht völlig naiv von allen Beteiligten! Im Scheidungsrecht hat der Staat schon lange kaptutliert und prüft die Schuldfrage nicht mehr, weil kaum zu klären. Bei körperlicher Gewalt versucht es der Staat wenigstens muss aber Angesicht der hohen Dunkelziffer und des Missbrauchs durch Falschbezichtigungen eingestehen, relativ machtlos zu sein bei der juristischen Verfolung. Viele wichtiger wäre es daher zu erkennen, das jeder eine einge Verantwortung für eine solche Situation trägt, der Staat muss daher präventiv offensiver vorgehen. Gerade die Liberalisierung des Sexuellen arbeitet aber dagegen. Strafen sind da leider allenfalls für die Genugtuung der wahren Ofper hilfreich - für die Prävention dürften sie ebenso wenig bringen wie die Scheidungsgesetze für das Vertragen von Paaren.

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edovonborhardt 29.04.2016, 13:27
266. 3rd Wave Feminism

Naja, von Frau Stokowski war nichts anderes zu erwarten. Feierte sie doch kürzlich erst den schwachsinnigen und abstoßenden Gesetzesvorschlag von Herrn Maas zum Thema "sexistische Werbung" an gleicher Stelle ordentlich ab. Sie ist eine Vertreterin des neuen, modernen Feminismus, welcher mit Gleichberechtigung so rein garnichts zu tun hat. In der Welt dieser 3rd Wave Feminists sind Frauen immer die Opfer und (vorzugsweise weiße, hetero) Männer immer die Täter. Das sie mit ihrer Verneinung jeglicher Eigenverantwortlichkeit der Frauen die wahren Sexisten sind, interessiert sie nicht. Und um tatsächliche Diskrimierung von Frauen in vielen Ländern dieser Welt scheren sie sich ebenso wenig, denn es betrifft sie ja nicht, und jammern stattdessen immer posttraumatische Stresssyndrome ausgelöst durch Twitter. Sie erdreisten sich, die Unschuldsvermutung und Beweislast in Fall von Vergewaltigungsvorwürfen umdrehen zu wollen. Wenn ich mich nicht täusche, war es die Guardian Kolumnistin Jessica Valenti die schrieb, man solle Frauen, welche Vergewaltigungsanschludigungen aussprechen immer glauben. Denn es sei weniger schlimm, wenn ein Mann zu unrecht verurteilt würde, als wenn einer Frau, die tatsächlich vergewaltigt wurde, zu unrecht nicht geglaubt würde.

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nobody_incognito 29.04.2016, 13:29
267. Sinn

Zitat von vera gehlkiel
Ich bin eine sexuell ausgesprochen aktive Person, wie wahrscheinlich viele moderne Frauen, die sich nicht in der Küche anketten lassen, und ich kann es mir immer aussuchen, was wo wann von wem gespielt wird. Ich erzeuge keine Missverständnisse dahingehend, wie weit ich im Einzelfall gehen möchte, und das ist auch ganz normal. Ein Mann, der sexualisierte Gewalt oder sogar eine Vergewaltigung nicht von Flirten oder auch Anmache, oder wie auch immer man das nennen will, unterscheiden kann, sieht Sex als eine Verrichtung seiner Notdurft an, und sollte es besser schlicht und einfach beim Onanieren belassen. Das ist auch ganz OK. Wer diese Triebabfuhr braucht, soll es sich öfter selbst machen, und damit hat es sich dann. Ich hab aber wirklich genug von Bezügen auf das Neandertal, wie sie hier und anderen Ortes bei solchen Diskursen regelmässig aufkommen. Ich bin eine kultivierte Frau, was man schon daran erkennt, dass ich kein Fell umhabe, sondern gut gekleidet und sehr attraktiv wirke. Man darf sich mir gern nähern, aber man wird mich nicht besitzen können, diese Zeiten sind leider vorüber, und, das noch mal an alle Pantoffelhelden, es gibt reichlich grossartige Männer, die überhaupt gar kein Problem mit Beziehungen auf dieser Basis haben. Und noch kein einziger von den Männern, mit denen ich im Bett war, hatte hinterher Angst davor, dass ich ihm eine Falschbeschuldigung auferlege. Ich glaube, die meisten Männer, die davor immer vor Angst zu zittern vorgeben, haben einfach kein Sexualleben, welches einer Erwähnung weiter wert wäre. Ihnen fehlen daher, das ist ein Unglück, und zeigt, wie rückständig unsere Gesellschaft im Bezug auf dieses Thema, jedenfalls zu weiten Teilen noch ist, angemessene Massstäbe. Sowohl für das, was sexualisierte Gewalt oder sogar Vergewaltigung im Unterschied zu einvernehmlichem Verkehr ist. Als auch, irgendwie scheinen mir da zwei Dinge zueinander zu kommen, für die Wahrscheinlichkeit, trotz einvernehmlichem Sex angezeigt zu werden.
Nun, für Sie scheint Sex auch eine Art Selbstzweck zu sein, wie Macht o.ä. Aber die eigentliche Funktion geht in Richtung "Schöpfungsakt". Vllt. wird die Bedeutung dessen indirekt/neurotisch vermittelt, bzw. auch die Bedeutung der Frage wie Männer und Frauen in ihren Beziehungen Gefühl, Verstand und Kommunikation in Einklang bringen können, damit so etwas wie "Harmonie" entstehen kann. Also nichts gegen ihr Sexualleben aber mann macht halt auch so seine eigenen Erfahrungen, aus denen man irgendwie eigenverantwortlich schlauer werden muss. Und es sind auch bestimmt nicht alle Frauen gleich und auch nicht gleich "authentisch". Und dann gibt's noch so Fragen wie "Demografie" und "Rente", die ganzheitlich betrachtet auch einen Faktor darstellen.

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Freier.Buerger 29.04.2016, 13:32
268. Die Überschrift

Ihre Kolumne Frau Stokowski finde ich lächerlich. Ein bockiges Kind, welches sich ungerecht behandelt fühlt...

Ich habe trotzdem viele Kommentare gelesen, Vorverurteilung und gedachte Umkehr der Beweislast, gehen natürlich gar nicht. Eine 100%ige Sicherheit wird nicht geben, ob mit oder ohne Sesetzesänderung, auf beiden Seiten, nicht vor sexuellen Übergriffen und nicht vor falschen Beschuldigungen.

Bleiben wir lieber bei der Überschrift, wenn die ... ein Auto wäre... Ja, wenn, am besten mit Saisonkennzeichen warm und weich für den Winter, leicht und frech - vielleicht sogar oben ohne - für den Sommer. Am besten mit Hybrid, leise, wenn die Kinder zu Hause sind und V8-Brüllen wenn...

So haben Sie es sicher nicht gemeint. Ich bin auch raus aus dem Alter und seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Trotzdem wünsche ich meinen Kindern, die gleichen unbeschwerten Erfahrungen, die wir früher machen konnten, lang wird es nicht mehr dauern. Wenn man wegen einer kleinen Minderheit eine Frau nicht mehr anlächeln darf, ein Kompliment als sexuelle Belästigung gelten kann, man nicht mehr mit einer Frau allein in einen Fahrstuhl fahren kann, wäre es sehr Schade um unser freies und ungezwungenen Leben, m.E. schlimmer als Überwachung wegen Terrorgefahr.

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nobody_incognito 29.04.2016, 13:34
269. Recht

Zitat von lupenreinerdemokrat
Liebe Frau Stockowski, mal eine Frage so ganz nebenbei: mit juristischen Fragen haben Sie sich irgendwann einmal im Leben kurz beschäftigt? Frage: wie soll der Staatsanwalt / Rechtsanwalt in einem Gerichtsverfahren beweisen, dass die Person, die als Kläger auftritt, den stattgefundenen Sex (bzw. sexuelle Handlung) mit einem "Nein" ablehnte? Ich denke, dass sollte leicht zu verstehen sein, oder?
Eine Frau hat immer Recht - das wird doch wohl nicht schwer zu verstehen sein? Warum sollte sie auch lügen, wenn der Mann bzw. der Sex ein ganz toller war? ;-)
Ansonsten brauchen wir ja auch so was wie "natürliche Auslese" und die funktioniert im Westen offenbar etwas besser als dort wo Frauen unterdrückt werden?

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