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Sexualstrafrecht: Wäre die Vagina doch ein Auto

Der neue Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht ist so dürftig, dass er peinlich ist. Auch 2016 ist das Auto eines Menschen in Deutschland besser geschützt ist als seine sexuelle Selbstbestimmung.

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Rauner 28.04.2016, 18:32
30. Einfach

Schlüssig, der Beitrag. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

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Barillapestoistliebe 28.04.2016, 18:32
31. SchlechteReformSchlechterKommentar

Grundsätzlich haben Sie ja Recht. Der neue Entwurf ist nicht gerade ein Glanzstück.

Ihr Kommentar liest sich aber ein bisschen arg einseitig.
Zum Beispiel wenn Sie darauf hinweisen, dass nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergewaltigungen angezeigt wird.
Hier muss man durch bessere Aufklärung oder möglicherweise einer geeigneten Anlaufstelle für Frauen in so einer Situation Abhilfe leisten. Ein schärferes Gesetz hilft da erstmal auch nicht.

Das "Nein heißt Nein" sollte trotzdem rein. Es ist nachvollziehbar dass es Frauen gibt, die aus Panik/Schock/Angst die Sache einfach nur hinnehmen weil sie sich nicht mehr trauen sich zu wehren.
Trotzdem glaube ich dass das vor Gericht einfach schwierig wird wenn es sonst keine Beweise gibt. Letztlich heißt es im Strafrecht grundsätzlich "im Zweifel für den Angeklagten". Wo wir wieder bei dem Punkt wären, dass das grundsätzliche Problem der geringen Verurteilungen und Anzeigen dadurch auch nicht verbessert wird.

Der Vorwurf dass die bösen Männer hier Schuld sind, an die immer zuerst gedacht wird finde ich aber daneben.

Und zu Ihrer Statistik, wie viele Männer Opfer falscher Beschuldigungen werden: Das ist im Übrigen umstritten. Fakt ist, auch wenn das Verfahren eingestellt wird, ist danach das Leben für den betroffenen Mann gelaufen. Zumindest wenn es ein Mann ist der irgendwie richtig im Leben steht und soziale Bindungen sowie einen ordentlichen Beruf hat. Siehe zB Kachelmann.

In diese Richtung muss also auch gedacht werden. Verstehe nicht, wieso man da nicht normal diskutieren kann was das Beste ist, sondern so einen merkwürdigen Geschlechterkampf daraus machen muss.

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bismarck_utopia 28.04.2016, 18:34
32.

Es ist nunmal so, dass manche Frau erst "nein" sagt und "nein" meint, weil sie nur "kuscheln" will, aber währenddessen so in Fahrt kommt, dass es dann doch geschieht. Zwei Wochen später kommt es wegen irgendwas Anderem zum Streit, und nochmal zwei Wochen später begeht der Mann Selbstmord, weil sie ihr anfängliches "Nein" eiskalt ausnutzt.

Lösung:

Es sollte eine gesetzlich anerkannte Abo-Möglichkeit geben: Wenn beide das Abo unterschrieben haben, ist die Unterschrift ein "Ja" für alle Annäherungssituationen (außer unter nicht zumutbaren Umständen wie z.B. Krankheit oder Übermüdung).

Weil meistens die Frau die "Bedrängte" ist (siehe Titel des Artikels), sollte dieses Ungleichgewicht mit einer Vorab-Entschädigung an sie ausgeglichen werden.

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EinMensch 28.04.2016, 18:34
33. Dieser Artikel macht mich Krank!

Als Feministin will man nicht die Gleichstellung, sie wollen die bessere Stellung für Frauen, die oft als Entschädigung für die frühere Unterdrückung gesehen wird. Sie schreiben in Ihrem Artikel, dass den Frauen vorgeworfen wurde, durch ihr Wahlrecht vernachlässigen sie den Haushalt und durch die Pille springen sie in jedes zweite Bett. Nun, ich bin dafür, dass Frauen arbeiten und auch Karriere machen können. Die rechtliche Gleichstellung ist für mich auch selbstverständlich. Aber wenn Frauen sich etwas konservativer verhalten würde, dann wär das Problem mit dem Demografischen Wandel wohl nicht so schlimm (siehe USA). Und die Absage an das "Nein heißt Nein" ist eine vernünftige Entscheidung. Wieso? Naja, sie sind vielleicht vernünftig, aber wie viele Frauen würden dieses Recht missbrauchen und nach dem Sex einfach behaupten, sie hätten nein gesagt? Oder stellen Sie sich die folgende Situation vor: Eine Frau und ein Mann treffen sich auf einer Party. Die Frau ist erst wenig begeistert und reagiert auf die Anmachsprüche mit:"Nein, mit dir würde ich niemals schlafen wollen!" Alle umstehenden hören dies auch. Es wird später, der Alkohol fließt und am Ende landen sie doch im Bett (der Pille sei Dank). Die Frau schämt sich am nächsten tag so, dass sie sich wieder auf das Nein beruft, dass sie am vorherigen Abend vor allen Anwesenden ausgesprochen hat. Eine schwachsinnige Idee also. Gerade wenn man bedenkt, dass der Ruf eines Mannes sofort ruiniert ist, sobald man wegen Missbrauch angezeigt worden ist. Auch wenn mir zur Zeit keine bessere Idee einfällt, wie man Frauen besser schützen kann.
Zum Schluss will ich Ihnen noch eine kurze Anekdote erzählen, was für Früchte die "Frauenquote" gerade in der Industrie hervorbringt. Für einen Mann ist es zur Zeit unmöglich dort Karriere zu machen. Von einem großen deutschen Autobauer weiß ich aus erster Hand, dass dort auf freie Führungspositionen immer zuerst Frauen besetzt werden. Will eine Frau dort eine Führungsposition bekommen, so muss sie einfach zur Personalabteilung gehen und es dort melden. Dann bekommt sie alle Hilfe die sie benötigt und die nächste freie Stelle. Ein bekannter von mir mit 1er Master sitzt seit 3 Jahren auf einer Sachbearbeiterstelle, während seine durchschnittliche Kollegin bereits Abteilungsleiter ist. Hört sich an wie ausgedacht? Ist es nur leider nicht! Vielleicht schreiben Sie darüber mal einen Artikel!

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Spax73 28.04.2016, 18:34
34. Es geht um Indizien

Zunächst einmal :
"Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung."
An der Stelle musste ich laut lachen, denn ich dachte an Frau Dr. M. .... ach lassen wir das.

Im Ernst - Ihnen Frau Stokowski empfehle ich bei Gelegenheit ein bemerkenswertes Stück Fachliteratur: "Der Schleier der Erinnerung" von Johannes Fried.

Kurz gesagt, eine Verurteilung auf eine bloße Zeugenaussage hin (ohne weitere Indizien) wird von Fachleuten aller Geschlechter als in höchstem Maße unsicher eingestuft.
Und daher kann ein einfaches "Nein" eben nicht reichen. Ende der Geschichte.

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agt69 28.04.2016, 18:38
35. Die Zahl der falschen Beschuldigungen ist viel höher

Als Vater zweier Töchter wünsche ich mir für Sexualstraftäter, die der Tat überführt wurden, die härtest mögliche Strafe. Ich wehre mich gegen jede Form der Verharlosung sexuellen Mißbrauchs und Aussagen wie "sie hat es doch auch gewollt" oder "dann hätte sie sich anders anziehen müssen" sind für mich das allerletzte. Ich unterstütze jede Verschärfung des Sexualstrafrechts!

Ich finde es aber nicht in Ordnung, wie in diesem Artikel über die Möglichkeit einer Falschbezichtigung hinweggewischt wird, als sei das alles ein Hirngespinnst des Patriarchats. Die Aussage, die Quote falscher Beschuldigungen läge bei 3%, ist einfach nicht haltbar.
Ich zitiere hier aus einem Artikel der ZEIT:

" Der Kieler Psychologieprofessor Günter Köhnken, einer der gefragtesten Glaubwürdigkeitssachverständigen Deutschlands, schätzt die Quote der Falschbeschuldiger unter den von ihm Untersuchten auf 30 bis 40 Prozent. Klaus Püschel, Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts Hamburg, das die größte deutsche Opferambulanz betreibt, konstatiert, im Jahr 2009 hätten sich 27 Prozent der angeblich Vergewaltigten bei der ärztlichen Untersuchung als Scheinopfer erwiesen, die sich ihre Verletzungen selbst zugefügt hatten. Nur in 33 Prozent der Fälle habe es sich erwiesenermaßen um echte Opfer gehandelt, bei den restlichen 40 Prozent sei die Rechtsmedizin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Die Tendenz zum Fake hat – laut Püschel – erst in den vergangenen Jahren eingesetzt. Bis dahin habe die Falschbeschuldigungsrate über Jahrzehnte konstant bei fünf bis zehn Prozent gelegen."
Nachzulesen hier: http://www.zeit.de/2011/28/DOS-Justiz/komplettansicht

Falschbeschuldigung wird im Sexualstrafrecht zu einem zunehmenden Thema, grade wenn die Beziehung in die Brüche geht und Sorgerechts- und Unterhaltsstreitigkeiten anstehen. Daher ist es auch sinnvoll, wenn der Gesetzgeber dies berücksichtigt und Polizei und Gerichte entsprechend sensibilisiert werden.

Ich würde mir von einer bekennenden Feministin wie Ihnen, Frau Stokowski, einmal einen Artikel wünschen, die mit all jenen Ihrer Geschlechtsgenossinnen hart ins Gericht geht, die den Vorwurf der Vergewaltigung für ihre persönliche Rache, oder einfach nur zum finanziellen Vorteil nutzen und damit den wirklichen Opfern schwersten Schaden zufügen.

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Vex 28.04.2016, 18:39
36.

Dieses Problem ist juristisch vermutlich nicht zu lösen weil Menschen eben lügen die Täter eben um sich nicht selbst zu belasten (was lächerlicherweise erlaubt ist) und manchmal angebliche Täter (wieso auch immer). Für die Opfer hilft meiner Meinung nur Selbstjustiz wie auch immer die aussehen mag auf den Rechtsstaat ist im Bereich Mißbrauch kein Verlass. Wenn nur maximal 20% der Opfer Anzeige erstatten dann ist das schon ein Komplettversagen der Justiz mehr muss man dazu eigentlich nicht wissen.

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christiandex 28.04.2016, 18:39
37. Juristischer Sachverstand

Sehr geehrte Frau Stokowski,

die Behauptung, es gebe eine Strafbarkeitslücke und ein Nein alleine würde ohne körperliche Verteidigung zur Straffreiheit führen, wird auch durch immer erneute Wiederholung nicht richtiger. Bitte, bitte, bitte: Sie haben einen recht großem Empfängerkreis und Ihre Aufgabe ist es Wissen zu mehren und zu verbreiten. Dann passen Sie bitte unbedingt auf Halb- und Unwahrheiten auf. Denn viele Menschen glauben das ungeprüft und erzählen es weiter und so multipliziert sich der Irrtum.

Es gibt nur ganz wenige Sondersituationen, in denen ein "Nein" nicht reicht - so wie es dieselben Sondersituationen beim Auto übrigens auch gibt. In aller Regel liegt aber zumindest ein besonders schwerer Fall der Nötigung (immerhin bis zu 5 Jahre) vor, meist aber auch eine sexuelle Nötigung. Denn in den ganzen immer wieder von Ihnen und Ihresgleichen gebrachten Beispielen (Ehefrau eines Tyrannen will Kind nicht wecken) gibt es eine konkludente Drohung mit Gefahr für Leib und Leben oder eine Atmosphäre der Angst.

Also bitte, bitte: zumindest Studienkommentar kaufen und mal ein bisschen einlesen.

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Menschundrecht 28.04.2016, 18:41
38. Eine Vagina ist ein Auto - sein Sie zärtlich

Zitat von Balschoiw
Es ist schon weltfremd, den Frauen jetzt auch noch eine körperliche Verteidigungspflicht mit auf den Weg zu geben, um nach einer Vergewaltigung überhaupt von einer Vergewaltigung sprechen zu dürfen. Das ist schlicht krank. Sobald sexuelle Handlungen nicht einvernehmlich stattfinden müssen sie geahndet werden und der Opferschutz solte hierbei an oberster Stelle stehen ...
Deswegen, sehr geehrte Damen und Herren Foristinnen und Foristen, liebe Kinder, lesen Sie doch bitte noch einmal nach, was eigentlich eine sexuelle Handlung ist.

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unimog_andi 28.04.2016, 18:41
39. Was Sie, Frau S. und andere nicht verstehen (wollen)

"Wer gegen den Willen des Berechtigten ein Kraftfahrzeug fahre, mache sich strafbar. So einfach kann es sein. Ach, wär die Vagina doch ein Auto, sie wär jetzt schon in Deutschland angenehm sicher. "

Ja ne, is klar. Normalerweise fährt man mit dem Auto auch auf der Strasse. Da ist die Möglichkeit einer Polizeikontrolle größer.

"Und im Übrigen einer, der woanders schon gilt, wie Halina Wawzyniak (Linke) am Donnerstag im Bundestag erklärte: Wer gegen den Willen des Berechtigten ein Kraftfahrzeug fahre, mache sich strafbar."
FRAU Halina W. (Rechtsanwältin!) sollte es eientlich besser wissen: Auch in diesem Fall muss der fehlende Wille bewiesen werden.

Also ist die Vagina gegenüber dem Auto nicht schlechter gestellt.

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