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Sexuelle Übergriffe: Es könnte etwas lauter werden
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Die Debatten um sexuelle Gewalt werden von den immer gleichen Ruhigstellungs-Impulsen begleitet: Die Betroffenen seien selbst schuld und die Täter nur schwierige Typen. Das ist Teil des Problems.

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Mikey 17.10.2017, 15:03
1. Bitte...

Erstens gibt es einen Unterschied zwischen sexistischen Bemerkungen und sexualisierter Gewalt. Beides ist schlimm, aber strafrechtlich gesehen nicht dasselbe, weshalb man diesbezüglich differenzieren sollte. Sexistische Bemerkungen mit Gewalt gleichzusetzen, verhöhnt all die Opfer, die sexualisierte Gewalt wirklich erlebt haben. Und zweitens darf man gewisse Dinge kritisch hinterfragen, so eben zum Beispiel, wenn eine Schauspielerin sagt, ihre Karriere wäre im Eimer gewesen, wenn sie diese Übergriffe - und das waren Weinsteins Annäherungen zweifellos - gemeldet hätte. Denn wer so argumentiert, der hat nicht verstanden, dass körperliche Integrität und Gerechtigkeit wichtiger sind als alles Geld auf der Welt. Ganz abgesehen davon, dass man, wenn man diesen ekelhaften Typen angezeigt hätte, weitere Opfer hätte verhindern können.

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R.Ts 17.10.2017, 15:07
2. Hab nur die Überschrift gelesen

Ich kenne niemanden, also persönlich und direkt - habe aber auch von noch niemandem gehört oder gelesen, der wirklich behauptet, dass die Betroffenen selbst schuld seien und die Vergewaltiger nur schwierige Typen.

Wer sagt sowas ?
Alle die ich kenne, finden Vergewaltigung schlimm...

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FischerKielSchwerin 17.10.2017, 15:13
3. Danke,

Frau Stokowski. Wunderbar auf den Punkt gebracht.
Zudem ist es nicht nur das blaming bei den Opfern, sondern auch später und dadurch ein weiterer Grund für ein Karriere-Aus, dass nachfolgende Arbeitgeber (egal aus welcher Brache) sich über die Bewerberinnen informieren und mit "Petzen", Ziemperlieschen, Verräterinnen und so weiter, NICHT gemeinsam arbeiten wollen. Die Opfer werden systematisch durch (männliche) Chefs fortgeführt bestraft. Einmal Opfer - immer Opfer.

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hermanngaul 17.10.2017, 15:18
4. Ja, aber

so ein bisschen flirten muss doch erlaubt sein. Ich verehre die Frauen.

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bernte83 17.10.2017, 15:22
5. Quellen?

Offensichtlich konsumiert die Kolumnistin andere Medien als ich. Wer sind denn nun „die“, die das Victim-Shaming betreiben? Ich meine, es gibt bestimmt ein paar laute Spinner auf Twitter, so wie es für alles ein paar laute Spinner auf Twitter gibt. Aber daher hat Twitter ja auch keine Relevanz.

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Newspeak 17.10.2017, 15:23
6. ...

Wer, ausser den Opfern, soll eine Straftat anzeigen, wenn niemand sonst zugegen war? Und wer, ausser den Opfern, ist Schuld daran, wenn dies Jahrzehnte nicht geschieht?

Ein Opfer zu sein, in einer Sache, bedeutet nicht, dass man fuer gar nichts mehr Verantwortung zu uebernehmen braucht. Viele Frauen machen es sich da sehr einfach.

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FischerKielSchwerin 17.10.2017, 15:25
7.

Zitat von hermanngaul
so ein bisschen flirten muss doch erlaubt sein. Ich verehre die Frauen.
Damit hat das Thema nun überhaupt nichts zu tun!

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roenga 17.10.2017, 15:31
8. Wieder mal

wird der Mythos vom 'victim blaming' aufgewärmt. Fast alle der Opfer von Weinstein hatten in der Vergangenheit Schweigegeld akzeptiert, mit der obligatorischen NDA (Verschwiegenheitsklausel). Was wäre wohl passiert, wenn sich die eine oder andere Frau juristisch zur Wehr gesetzt hätte und mit der damit hergestellten Öffentlichkeit andere Frauen und die Massenmedien aufmerksam gemacht hätte? Bei einer Strafanzeige gegen einen populären Menschen entsteht immer mediale Aufmerksamkeit. Diese Frage kann und muss man stellen.
Außerdem; warum werden hier wieder mal nur Männer aufgrund Ihres Schweigens als Quasi Mitschuldige an den Pranger gestellt? Es gab viele reiche und berühmte Frauen, die nie von Weinstein belästigt wurden aber trotzdem über ihn Bescheid gewusst haben müssen, genauso wie all die Männer in Hollywood (Meryl Streep, Jennifer Lawrence, Hillary Clinton als Spendenempfängerin etc), da sein Verhalten jetzt überall als 'offenes Geheimnis' dargestellt wird. Wo bleiben da die Schuldzuweisungen der Medien?

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butzibart13 17.10.2017, 15:33
9. Gleiche Bedingungen für alle

Sexuelle Übergriffe gegen Frauen (auch gegen Männer, soll es durchaus geben) sind nicht tolerierbar und man muss solchen Leuten vereinfacht gesagt die rote Karte zeigen. Das gilt für einen Herrn Weinstein, das hätte gegolten für einen verstorbenen Jimmy Savile, für Übergriffe auf dem Münchener Oktoberfest, aber auch für die Anmacher auf dem Kölner Domplatz am Silvester 2015/2016. Bei letzterem wurden zu oft die Augen verschlossen.

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