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Siegeszug des autoritären Kapitalismus: Demokratie in der Defensive

In der Ukraine prallen die Interessen der Großmächte aufeinander - aber nicht nur. Es geht auch um den Kampf zweier Kapitalismus-Modelle: des demokratischen gegen das autoritäre. Weltweit ist die westliche Variante auf dem Rückzug.

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schmusel 09.05.2014, 17:53
1. Schenkelklopfer

Der letzte Satz ist ein Schenkelklopfer und relativier das davor Geschriebene.

Die Chinesen lernen übrigens gerade die Lektion die "der Westen" schon vor Jahrzehnten gelernt hat: Man kann weder in Geld wohnen, noch es atmen, trinken und essen.

Die Russen und all die anderen kommen auch noch dahinter. Und dann ist die Fußnote des autoritären Kapitalismus auch schon wieder vorbei und durch etwas anderes ersetzt worden.

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analyse 09.05.2014, 18:10
2. Also alles ein kapitalistischer Einheitsbrei in verschiedenen

Variationen !? Es ist richtig,daß es keinen vollkommenen Staat gibt,kein System,daß für allle taugt,aber trotzdem gibt es einen großen Unterschied zwischen den geschilderten Kapitalismusvariationen und der sozialen Marktwirtschaft ! Obwohl ,die es auch schwer hat zwischen den Negativbeispielen Kapitalismus - Sozialismus !

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weissnixaberallesbesser 09.05.2014, 18:25
3. könnte sein

das der "Kapitalismus" in der Welt durch neue Mächte wie zum Beispiel China, im Wandel ist will ich gar nicht abstreiten. die Zuneigung mancher Zeitgenossen zu Putin würde ich dadurch aber nicht erklären wollen. Zumal "der deutsche" (so fern es den gibt) nicht dafür bekannt ist sich auf die Seite "des starken" zu stellen. Glaube eher das es genug Leute im Land gibt die einfach mal sehen wollen das die USA einfach einmal scheitern. gegen wenn scheint da sekundär zu sein. mfg

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woodeye 09.05.2014, 18:53
4. Danke Herr Diez, ich hatte ueber lange Zeit ein

schlechtes Gewissen und glaubte zeitweilig, mich voellig verrannt zu haben. Meine Ueberzeugung, nach jahrzehntelangem Aufenthalt in Laendern Afrikas u. Asiens: Einigermassen gerechte und straff gelenkte Demokratien waeren dort i.d.R. die geigneten Politik-Systeme. Und nun zu "meinem Zentralproblem": Ich glaube sogar, dass das Politmodell fuer Asien & Afrika ebenfalls fuer Deutschland geeignet waere. Verzeihung!

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Websingularität 09.05.2014, 19:20
5.

Zitat von sysop
In der Ukraine prallen die Interessen der Großmächte aufeinander - aber nicht nur. Es geht auch um den Kampf zweier Kapitalismus-Modelle: des demokratischen gegen das autoritäre. Weltweit ist die westliche Variante auf dem Rückzug.
Der westliche Kapitalismus wird auch vom Geldadel regiert.
Nach gewisser Zeit nimmt jedes System autoritäre Züge an.
Es spielt keine Rolle, ob die Handgranate in der rechten oder in der linken Hand explodiert.
Das Ergebnis ist fast das Gleiche, und der Kapitalismus ist die Granate.

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wertzuwachs2307 09.05.2014, 19:23
6. Die sogenannte Annomalie

In der Zeit von Roosevelt bis Reagan war eher dem Umstand geschuldet, das der Kapitalismus in der Zeit Konkurrenz hatte. Die ist aber seit 1990 Geschichte. Und schon 1992 eröffnete damals die erste “Tafel“. Mittlerweile sind es um die 7000 Suppenküchen. Was aber nicht verwundert, fehlende Konkurrenz ist nun mal nicht gut für die breite Masse...

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altmannn 09.05.2014, 19:40
7. Seltsamer Gegensatz,

Zitat von sysop
In der Ukraine prallen die Interessen der Großmächte aufeinander - aber nicht nur. Es geht auch um den Kampf zweier Kapitalismus-Modelle: des demokratischen gegen das autoritäre. Weltweit ist die westliche Variante auf dem Rückzug.
die Herr Diez hier zu erkennen glaubt.
Als ich die Überschrift las, dachte ich eher an einen Artikel über TTIP.
Denn wenn dieses Freihandelsabkommen in der derzeit nur in Umrissen bekannten Form in Kraft tritt, sind Weltkonzerne den Staaten gleichgestellt und können demokratische Entscheidungen anfechten und sich Verluste daraus entschädigen lassen.

Ob die Demokratie durch Autokratie, wie in Russland oder durch Kapitalmacht, wie zukünftig in der transatlantischen Freihandelszone unterdrückt wird, erscheint mir gleichermaßen bedrohlich.

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Kasob 09.05.2014, 19:48
8. Deutsche haben keine Demokratie gelernt

Der in Dokus oft verwendete Satz " die Deutschen mussten erstmal lernen was Demokratie ist" ist totaler Quatsch. In der einen Hälfte Deutschlands regierten 2 große Parteien abwechselnd bis heute. In der anderen Hälfte nur eine. Wirkliches einbinden der Wähler hat nie stattgefunden. Volksentscheide oder direkte Beteiligung, Fehlanzeige. Einzig seinen Bürgermeister kann man direkt wählen. Alles aus Angst es könnte eine neue Diktatur enstehen, Blödsinn. Die ist schon da die Diktatur der großen Parteien. Und wenn das Volk von direkter Einflussnahme ausgenommen wird, wendet sich der Hoffnungsvollste irgendwann mal von dieser Demokratie ab. Das ist nach meiner Meinung das Problem, nicht der Kapitalismus. Wenn Menschen Einfluss nehmen könnten auf die Politik dann könnten sie auch den Kapitalismus ändern.

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ruhepuls 09.05.2014, 19:49
9. Jede System bricht zusammen...

Zitat von schmusel
Der letzte Satz ist ein Schenkelklopfer und relativier das davor Geschriebene. Die Chinesen lernen übrigens gerade die Lektion die "der Westen" schon vor Jahrzehnten gelernt hat: Man kann weder in Geld wohnen, noch es atmen, trinken und essen. Die Russen und all die anderen kommen auch noch dahinter. Und dann ist die Fußnote des autoritären Kapitalismus auch schon wieder vorbei und durch etwas anderes ersetzt worden.
Jedes System bricht irgendwann zusammen - wenn es seine jeweiligen speziellen Ausprägungen maximiert hat und dann an seine systemimmanenten Grenzen stößt. Die Frage ist nur wann..?

Nur, ob das dann kommende "andere" besser ist als das bisherige, wage ich zu bezweifeln. Entweder wird es eine Neuauflage von bereits (gescheitertem) Vergangenem oder ein Neustart des Bisherigen. Nur eines wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr sein: Demokratisch.

Die Demokratie hat sich aus Sicht derer, die "herrschen" (wollen) als nicht unbedingt besonders problemtauglich erwiesen. Demokratie funktioniert, solange man Wohltaten verteilen kann, dann sind wir alle Demokraten. Kaum treten aber Probleme auf, dann zeigt sich, dass man mit "den Gänsen nicht über die Gestaltung des Weihnachtsessens" diskutieren kann. Anders gesagt, man kann von einem Volk nicht erwarten, dass es freiwillig Negatives akzeptiert (vor allem, wenn es Rattenfänger gibt, die ihm das Gegenteil versprechen).

Viel besser ist es also, wenn man erst gar nicht mit den Gänsen reden muss - und selbst nicht zu den Gänsen gehört. Darum wird in Armeen gemeinhin auch nicht darüber abgestimmt, ob man nun in den Kampf zieht oder nicht. Und ein kluger Heerführer bleibt schön in Deckung - so lebt er länger.

Wenn also der Laden hier zusammenbricht, dann dürfte sich aus der Asche ein neuer Vogel der Diktatur erheben, egal welches ideologische Mäntelchen er sich dabei umhängt.

We did not make it...

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