Forum: Kultur
So war die ESC-Show: Levina strauchelt, der Affe tanzt
REUTERS

Ein verhuschter Portugiese säuselte sich zum Sieg. Ein rumänisches Jodelduo verstörte und erfreute gleichermaßen - und eine deutsche Teilnehmerin performte grundsolide, aber ging dennoch unter.

Seite 11 von 12
volkerriegel@aol.com 14.05.2017, 13:52
100. Vorletzter und warum? Ist doch logisch

Egal wie gut der Song ist, derzeit sind wir Deutschen einfach zu erfolgreich in allen möglichen Bereichen. Das spielt sicher bei vielen anderen Nationen eine Rolle. Und wenn das Lied einfach nur guter Durchschnitt ist, bekommen im Zweifel eben die anderen die Punkte.

Ich denke aber das können wir nur durchbrechen, indem wir es nächstes Jahr ganz anders machen. Also einen Mann und so was verrücktes wie damals Gilo Horn oder meinetwegen Stefan Raab.

Also etwas das aneckt, aber auch auffällt. Und deutsch gesungen. So gewinnt man zwar sehr wahrscheinlich nicht, aber man wird auch nicht Letzter.

Beitrag melden
DreiFragezeichen??? 14.05.2017, 13:53
101. Toter geht's nicht

Und das auf allen Ebenen. Australien beim ESC? Ein Votingsystem, das Vorababsprachen Tür und Tor öffnet... uvm. Dieser "Sänger*innenwettstreit" ist seit der Umbenennung zu einem reinen Politikum geworden, das noch dazu europaweit die abstimmenden Zuschauer zum einen veralbert und zum anderen mittels Votinggebühren abzockt zu Gunsten von... ja... von was eigentlich? Zu früheren Zeiten als das Ganze noch Grandprix Eurovision de la chanson hieß, hat man Europa gefeiert, die Künstler haben in ihrer Landessprache gesungen - das war noch etwas wie völkerverbindend und hat die Menschen sich näher gebracht. Heute? Gefühlt 80% singen Englisch, trotzdem werden im ganzen Saal irgendwelche Nationalflaggen geschwenkt und man ertappt sich selbst dabei, den Sieg diesem Heini oder dieser Heiniin aus XY nicht zu vergönnen. Weil halt! In meiner Erinnerung war das früher anders.
Davon ab, was sagt eigentlich die Kanzlerin dazu, dass in aller Öffentlichkeit Deutschlandfahnen geschwenkt werden bei einem europäischen Ereignis? Und könnte man das ganze nicht auf 15 Minuten kürzen, indem man dem europäischen Einheitsgedanken folgend, nur ein Lied ins Rennen schickt, das für Europa gesungen wird? Meinetwegen mit einem Wort pro Nation (Oh, ich habe das böse Wort benutzt) und der Refrain aus einem Chor von allen Teilnehmern?
Gut, das wäre genauso schwer erträglich, aber immerhin kürzer - und günstiger!

Beitrag melden
Nico9 14.05.2017, 13:53
102. Mein Resumee

Es läuft einfach etwas grundsätzlich falsch was Deutschland und den ESC betrifft. Warum so oft so schlechter? Ganz einfach: Man muss einfach MEHR liefern!! Schaut euch doch mal an was die anderen Länder alles auffahren und dann auch entsprechend erfolgreich sind. Interssante Sänger / Persönlichkeiten, tolle Choregraphien mit Tanz, Bühnenbild, tolle Effekte hinten auf der Leinwand, Kostüme etc.

Es reicht halt nicht eine nette Blondine im Fliedertüll (FLIEDER!!! diese Farbe...) allein in der Bühnenmitte anzuwurzeln und ein nettes nichtssagendes Popliedchen ohne catchy Refrain vom perfect life trällern zu lassen! Dazu noch irgend n billiges, technisches, kaltes (und damit langeweiliges) CGI gedöns hinten auf der Leinwand abfahren.

Warum investiert man denn die GEZ Milliarden die man hat nicht mal in was anspruchsvolles???? Jeder flennt wenn man besch...eiden abschneidet, aber Geld will man scheinbar auch nicht in die Hand nehmen für Kunstler (Sänger, Tänzer, Bühnenbildner, Grafiker etc.), die einem dann auch ne tolle Show machen. Nein nein, dann lieber den fünfmilliardsten Tatort für teuer Geld drehen. Oder der ganze andere Schrott der im öffentlich rechtliches TV läuft (In Zeiten von Netflix und Co)

Selbst schuld. Die anderen machens einfach besser. Da braucht man sich auch nicht wundern oder gar aufregen.

Beitrag melden
bex0815 14.05.2017, 13:55
103. Der Artikel spiegelt auch nur einen Geschmack wider.

Und zwar nicht meinen. Gerade der Beitrag aus Aserbaidschan hatte das gewisse Etwas und war mal angenehm anders. Aber dieser portugiesische Chanson ist so dermaßen langweilig das es einem graut. Zum Glück wird sowas nicht im Radio laufen, da sonst alle umschalten. Und was war am belgischen Beitrag besser als am deutschen? Blanche war die Lana del Rey die arme. Gut waren beide Lieder nicht. Zu alltäglich, zu austauschbar.
Schlimm sind die Jurywertungen. Da wird nicht nach können, sondern nach Nasenfaktor und Freundschaften gewertet.
Insgesamt nach meinem Geschmack Geldverschwendung.

Beitrag melden
uponrth 14.05.2017, 14:32
104. Der vorletzte Platz ist durch die Spielregeln begründet und die Big Five Regelung

Jedes Jahr die gleiche Geschichte. Wenn der ARD es nicht vertragen konnte, dass sich Deutschland einmal nicht für das Finale qualifizieren konnte, wurden die Regeln so angepasst, dass die Big Five direkt ins Finale ziehen.

Damit treten 20 Sieger gegen 6 Künstler an, die noch nichts gewonnen haben und deren Lieder dem Publikum im Ausland, wo die Halbfinale beachtet werden, nicht bekannt sind: Das ist schon schwer auszugleichen. Dazu kommt ein Punktesystem, bei dem jedes Land nur 10 von 26 anderen Ländern überhaupt Punkte gibt. Das Beides zusammen ergibt eine Situation, wo ein mittelmäßiges deutsches Lied beste Chancen auf den letzten Platz hat. Denn die Abstauberpunkte von den Nachbarn gibt es nicht. Wenn also jedes Land das deutsche Lied als Durchschnittlich auf Platz 13 intern gewählt hat, bekommen wir keinen Punkt und werden Letzter. Das sind die Spielregeln und auf die muss man achten.

Wenn allerdings Deutschland ein gutes Lied am Start hat, dass sich beim ersten Mal im Hirn festsetzt oder so besonders ist, dass es aus anderen Gründen auffällt, dann stehen die Chancen gut. Wir schicken aber immer Sachen hin, die erst beim mehrmaligen Hören zünden und wundern uns dann über die Erfolglosigkeit.

Lena's Satellite ist ein gutes Bespiel. Das wiederholt sich so oft, dass es beim ersten Mal hören schon fast zu lange andauert. Gestern ging es mit den anderen hochplatzierten Belgien und Moldawien genauso. Entweder ultraflach oder völlig anders. Aber Durchschnitt reisst nichts und dann gibt's Punkte von den Freunden. Für die linke Seite auf dem Bildschirm reicht das trotzdem nicht.

Was kann man jetzt machen? Die Position ignorieren. Gar nicht gewinnen wollen.
Stattdessen ein gutes Lied suchen, gerne auch auf Deutsch, und hinsenden und abwarten, was passiert.

Beitrag melden
Herbert B. 14.05.2017, 15:04
105.

Zitat von mcmercy
Sie haben vollkommen recht. Platz 1 Portugal sing protugisisch, Frankreich singt französisch, Italien italienisch, sogar die letztplatzierten Spanier singen spanisch, leider schlecht. Bingt deutsch wieder nach vorne, Tokio Hotel waren mit deutschen Texten weltweit erfolgreich.
Von wem sprechen Sie? Kenne ich nicht!
Sie sollten die Fakten in der Geschichte des ESC z. K. nehmen.
Deutschland hatte eine sehr erfolgreiche Vergangenheit, als der ESC noch "Grand Prix Eurovision de la Chanson" hieß, für Sie:
http://www.eurovision.de/zahlenspiele/Alle-Ergebnisse-fuer-Deutschland-beim-ESC,deutschland744.html
Die meisten Erfolge verzeichnete Deutschland mit deutsch gesungenen Liedern!
Das deutsche Künstler auch in englischer Sprache singen, na und?
Das ist doch kein Gegenargument für mein Plädoyer wieder in der Heimatsprache zu singen:
Fakten sind Fakten und die sind belegbar! Siehe Staistik!
Rex Gildo verkaufte 25 Mio Platten
Tpokio Hotel 7 Mio
Noch Fragen?
Helene Fischer bis jetzt 10,3 Mio verkaufte Tonträger und dann kommen Sie mit den Magdeburger Boys (huch, jetzt habe ich sie bei Wiki
kennengelernt.

Beitrag melden
Herbert B. 14.05.2017, 15:11
106.

Zitat von Elnivel
1. Made in Germany, als Alleinstellungsmerkmal: Die Kompositionen werden nicht mehr in Schweden oder sonstwo eingekauft. Es sind nur einheimische Künstler und Lieder zugelassen. Es wird nicht mehr englisch oder französisch gesungen, sondern in Sprachen und in Dialekten der Menschen, die hier leben. Das kann hochdeutsch, plattdeutsch, bayrisch, schwäbisch oder auch türkisch sein, falls der Sänger einen Migrationshintergrund haben sollte. Dadurch schafft es Deutschland sich von der Masse der englischsprachigen Titel abzuheben, aber Qualität und Niveau bitte: Lieber Humpe als Helene, keine Ballermänner oder Schlagersänger. Die sind wiederum "viel zu sehr deutsch" und daher für den Export weniger geeignet. 2. Keine bedeutungsschweren Baladen mehr: Endlich mal wieder was tanzbares vortragen, etwas was direkt ins Bein geht. Folkloristische Elemente und Musikstile, oder etwas komisches. Lieder, die eine Leichtigkeit vermitteln und im Gegensatz zu unserem Klischee ("Land der Denken und Dichter") stehen. 3. ESC-Pause für den NDR und Barbara Schöneberger: Bei aller Sympathie für die Leute, die ganze Sache ist bei denen schon zu sehr eingefahren. Allein das seltsame Prozedere beim letzten deutschen ESC-Vorentscheid zeigte deren Ratlosigkeit. Wir brauchen frische Ideen. Nehmt dem NDR den ESC samt Vorentscheid aus der Hand und gebt es einem anderen, kleineren Sender der ARD. Möglichst weit weg von Hamburg, Berlin, Köln und München,... irgendwo in der Provinz. 4. Verzicht auf das Big-Five-Privileg: Wir verzichten auf den sicheren Startplatz im Finale und stellen uns dem Wettbewerb schon im Halbfinale. Ist das Lied gut, kommen wir sicher weiter und niemand missgönnt uns die Finalteilnahme. Ist das Lied weniger gut, können wir zumindest mit erhobenem Haupt von der Bühne gehen. Der peinliche letzte Platz im Finale bliebe uns dadurch aber zumindest erspart.
Lobenswerter Beitrag, aber ich finde am sinnvollsten:
Hinschmeißen:
7,6 Mio Zuschauer, Minusrekord
Thomas Schreiber (Unterhaltungskoordinator) spricht wieder einmal von einem enttäuschenden Ergebnis, wie jedes Jahr (fast).
Der Mann sollte endlich als Unterhaltunschef seinen Hut nehmen, außer Quizsendung auf Quizsendung kann der wenig.
Zitat:
Somit überrascht es auch nicht, dass der NDR, der innerhalb der ARD für den «ESC» zuständig ist, am Tag danach alles andere als erfreut reagiert. "Das Ergebnis ist für Levina und unser Team eine herbe Enttäuschung", sagte der ARD-Unterhaltungskoordinator und Leiter des NDR Programmbereichs Fiktion & Unterhaltung, Thomas Schreiber.
Quelle (Quotenmeter)

Beitrag melden
Neandiausdemtal 14.05.2017, 16:33
107. An wen denken Sie denn da?

Zitat von dieter 4711
Die deutsche Vorentscheidung muß endlich geändert werden. Nicht die Sängein oder der Sänger sollte wichtig sein sondern das Lied. Außerdem sollte man alle berühmten deutschen Solisten verpflichten sich in der Vorentscheidung zu bewerben.
Den Knödelbarden aus Bochum, Maria Müller aus Westernhagen, oder gar die versammelte Schlagerelite? Nun gut, ein Lindenberg in Form der 70/80er Jahre wäre es vielleicht gewesen oder die bereits von einem anderen Foristen vorgeschlagenen Rammstein. Das ginge, ebenso vielleicht unbekanntere aber echte Rockbands.

Beitrag melden
Baschka 14.05.2017, 16:33
108. Stimmt!

Herrlich freche Schreibe hat Eva Thöne. Ich stimme mit ihr in allen Punkten überein.

Beitrag melden
dieter 4711 14.05.2017, 16:52
109.

Zitat von Berg
Und eben solche "Verpflichtungen" gehen gar nicht. Erinnern wir uns, wie Lena und Satellite gefunden wurden: Erstens: Casting für den Interpreten bei Raab mit Zuschauervotum. 2. Lena stellte 6 Lieder vor, darunter eines von Raab, das aber nicht gewann, sondern Satellite. Also: zwei Entscheide, einer wegen der Person, einer wegen des Liedes.
Lieber Berg,
das war Zufall. Katja Ebstein und Mary Roos sind auch mehrmals bei dem Grand Brix gewesen.
Helene Fischer und Andrea Berg sollte sich auch an Vorentscheidungen beteiligen.

Beitrag melden
Seite 11 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!