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Social-Media-Rückzug des Grünen-Chefs: Bleib weg, Habeck
DPA

Der Grünen-Chef Habeck verteidigt seinen Facebook- und Twitter-Ausstieg; die Reaktionen fallen schnell, kurz, hämisch, spöttisch aus. Dabei beweist er mit der selbstverordneten Social-Abstinenz vor allem eines: Mut.

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fettdeckel 10.01.2019, 10:06
140. Kaputt!

Trump hat Twitter kaputt gemacht. Also hört Habeck auf damit. Nagut, kann man sehen wie man will. Immerhin hat er nicht gleich vorgeschlagen es zu verbieten, für einen Grünen ist das doch schonmal eine respektable Leistung.

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peaceonearth 10.01.2019, 10:07
141.

Manche hier sagen, Telefon, Brief und E-Mail seien ja auch soziale Medien. Ich denke, das ist schon etwas anderes, denn bei FB und Twitter liest die ganze Welt mit, während meinen Brief bzw Mail nur der Empfänger liest. Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn man meint, man könnte nur was erreichen bzw politisch aktiv sein, wenn man bei FB und Twitter mitmischt. Social Media ist nichts anderes als eine Marktschreierplattform, billig, durchschaubar, populistisch und unerbittlich. Es ist vernünftig sich dem Trubel nicht auszusetzen, seine Energien für Wichtigeres zu verwenden und bei sich zu bleiben.

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Das Grauen 10.01.2019, 10:10
142. @123 Sie unterstellen mir zu viel.

Zitat von kajoter
Sie überschätzen die asozialen Medien - und ich bemühe mich, sie nicht zu unterschätzen. Das Merkmal der Neuzeit ist die Vielfalt. Man kann Briefe oder Emails schreiben, telefonieren, die Medien nutzen, die asozialen Medien ebenfalls, man kann eine eigene Homepage betreiben u.v.m. Nur weil ein sogenannter amerikanische .....
Ich überschätze die sozialen Medien nicht und habe sie auch gelegentlich asozial genannt. Aber daß diese massenhaft genutzt werden, von immer mehr Menschen als primäre Informationsquelle, ist einfach eine Tatsache und nicht etwa eine Erfindung meinerseits. Selbstverständlich werden auch andere Medien viel genutzt, aber diese können nicht einfach als Ersatz dienen, bzw. sind ineffizienter in der Wähleransprache. Ein Politiker, der auf die Nutzung der sozialen Medien verzichtet, ein sehr kostengünstiges und jeder Zeit verfügbares Kommunikationsmittel, verschenkt erhebliche mediale Reichweite und damit auch Wählerstimmen. Mutig mag das sein, schlau ist es nicht.

Im Übrigen habe ich auch nicht suggeriert, daß "inhaltlose Präsenz" hilfreich oder überhaupt wirksam wäre und bin ehrlich überrascht, daß Sie mir dies unterstellen. Selbstverständlich müssen die Inhalte im Format an die Gegebenheiten des Mediums angepasst werden, aber das ist immer so und dies im Detail zu diskutieren würde hier zu weit gehen.

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Kurt2.1 10.01.2019, 10:16
143. #129

Zitat von egoneiermann
Ich habe ihn so verstanden, dass man sich automatisch verändert, wenn man sich auf Twitter einlässt. Letztlich wird es immer unwichtiger was man wirklich denkt, was zählt ist ein Zitat, dass man auf Zwitter gut vermarkten kann. Und auch bei den Filmen im Internet ist es so, dass man.....
Vielen Dank für Ihre Erwiderung. Ich glaube, Herrn Habeck durchaus verstanden zu haben und kann seine Beweggründe problemlos nachvollziehen. Es spricht aber nicht für Habeck, wenn er erst heute erkennt, was Twitter ist und was es mit dem Nutzer machen kann. Das sollte seit Trump und Co. klar sein, erst recht für einen Politiker.
Den Angsthasen unterstelle ich ihm, weil er sich selbst nicht traut.
Hat er sich nicht unter Kontrolle?
Man kann eine Mitteilung bei Twitter absetzen, ohne das Medium zu seinem Sprachrohr zu erklären und einfach nur sachlich bleiben.
Habeck hätte seinen Twitteraccount auch löschen können, ohne auf die Tränendrüsen zu drücken und auch noch ein paar Raketen in die Luft zu schießen. Das ist auch eine Form von Populismus.

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haarer.15 10.01.2019, 10:16
144. Autonom und souverän

Herrn Habeck kann man gratulieren, dass er die richtigen Konsequenzen gezogen hat. Wahrscheinlich würde Politik besser laufen ohne Twitter und erst recht Facebook - sondern über unmittelbare Kanäle ohne Nischen. Doch dazu braucht man weniger Mut, sondern einfach mehr Grundsatzhaltung, Überzeugung und Souveränität. Die Abkehr von den filterlosen müllbeladenen Social Media macht Sinn - und das für immer mehr aufgeklärte und nachdenkliche Menschen. Hingegen kann ich Herrn Lindner mit seinem Statement zu Facebook und Twitter gerade keine autonome Haltung bescheinigen. Auf einer Welle mitzuschwimmen, macht aus einem wie ihm keine bessere Führungsfigur. Soll eben jeder für sich selbst verantworten.

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stephan schad 10.01.2019, 10:19
145. Toller Artikel

Man kombiniere einen Marktplatz mit einem schönen großen Sandkasten, einem Parlament und der Kommentarfunktion bei SPON. Dort herrschen nur zwei Regeln: 1. in der Kürze liegt die Würze und 2. die Erwachsenen müssen den Dreijährigen gestatten sich ohne zu fragen jederzeit an ihren Gesprächen zu beteiligen. Fertig ist die Social Media Plattform. Respekt Robert Habeck.

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haarer.15 10.01.2019, 10:24
146.

Zitat von waldgeist
Obwohl ich sonst sozialen Netzen offen gegenüber stehe. Diese stakkatoartische Geschwätzigkeit war einfach nie mein Ding. Aber jedem das Seine. Vielen gefällt es ja.
Sie haben recht. Facebook und Twitter braucht im Prinzip keiner. Wer sich davon abhängig macht, hat schon verloren. Ich halte es allein mit Whats App, welches für mich ein probates Kommunikationsmittel ist. Und ja, telefonieren und Treffen ist für mich immer noch das wahre Leben - und unersetzbar.

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gedankensucher 10.01.2019, 10:26
147. Twitter ist ein Produkt des etablierten Journalismus

Mein Eindruck ist oft, dass Twitternachrichten zumindest in der westlichen Welt nur deshalb relevant werden, weil JournalistInnen der etablierten (Online-)Medien diese dankbar aufnehmen, mit Empörung oder Zustimmung versehen und Schlagzeilen daraus machen. Es wäre ein journalistisches Experiment wert, mal 2 Monate nicht über Twitter- oder Facebooknachrichten zu schreiben. Das würde viele Debatten beruhigen.

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Quercus pubescens 10.01.2019, 10:27
148. Schweigen ist Gold

ganz besonders im Falle von Habeck. Jeder Tag ohne eine arrogant-weltfremde Meinungsäusserung vom medialen Traumpaar Habeck/ Babock ist ein guter Tag.

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redessaince 10.01.2019, 10:28
149. Bekannte Strategie

... Habeck verwendet hier doch eine bekannte Strategie des schnelllebigen digitalen Zeitalters. Eine Debatte über seine unglückliche Formulierung zu Thüringen überlagert er mit seiner Kritik an sozialen Medien und der dadurch ausgelösten Debatte. Mit dem Plädoyer für Entschleunigung des Politikbetriebs wird er darüber hinaus zumindest kurzfristig viele Wähler der Grünen ansprechen. Ob er mittelfristig durch die fehlenden Präsenz in sozialen Netzwerken Präsenz in der Öffentlichkeit verliert, wird sich zeigen. Wahrscheinlich wird der zweite Teil der Doppelspitze dafür umso fleißiger twittern müssen.

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