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Soziales Engagement: Warum nicht mal freundlich sein?
DPA

Es schadet sicher nicht, im Netz alles besser zu wissen und sich regelmäßig zu empören. Aber mal ehrlich: Ab und zu in die echte Welt hinauszugehen und anderen zu helfen, macht einfach glücklicher.

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mayazi 15.04.2017, 16:04
20. Noch was

Für die, die dem Link noch nicht gefolgt sind: Rev. Gyasis Hautfarbe. Also, die ist nicht rosa. Mehr so Kinderüberraschungsfarbig, nur dunkler. Ja, der hat die gleiche Hautfarbe wie all die, die angeblich den Untergang des Abendlandes... na, wie kann das denn sein? Vielleicht ist die Welt ja doch nicht so einfach strukturiert, sondern viel, viel, viel komplexer: möglicherweise ist die Welt sogar so komplex, dass man bei einem Menschen nicht schon anhand der Hautfarbe sehen kann, ob er sich gut oder böse verhält.

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mac4me 15.04.2017, 17:17
21. Zustimmung

Zitat von B!ld
Die kaufen davon doch nur Schnaps - bekomme ich immer zu hören, wenn ich Obdachlosen Geld gebe. Die nettesten Menschen, die ich kenne, sind bedürftige Besucher der Hamburger Tafel. Die deutsche Gesellschaft hat Angst vorm nett sein.
Der zynische Spruch "Nett ist die kleine Schwester von schei..:" zeigt den Zeitgeist. Nett gilt als schwach, angepasst, wenig willensstark, nicht durchsetzungsfähig, nicht konkurrenzfähig. Böse, hart und zynisch ist das neue "gut". So wie Frank Underwood in "House auf Cards" oder Walter White.

Und auf der Straße fallen die Autofahrer auf, die nicht nett sind. Und das werden übrigens gefühlt mehr. Als junger DDR-Mensch fand ich es cool, dass die Westler mit einer lässigen Handbewegung dem anderen Vorfahrt einräumten. Das ist auch fast ausgestorben.

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cerberus99 15.04.2017, 17:44
22.

Wir Heutigen haben uns leider sehr daran gewöhnt, die Fürsorge für unsere Mitmenschen dem anonymen Staat zu überlassen und uns selbst in unserm Denken und Handeln „außen vor" zu lassen. Denn: „Fürsorgepflicht ist Sache des Staates". Dadurch wird aber auch die Karitas so unpersönlich wie der Staat selbst, und die Einzelperson, die sich früher zur Hilfe oder wenigstens zur Mithilfe angesprochen fühlte, wird mehr und mehr in die Untätigkeit und damit sogar in die eigene Isolation gedrängt.
Bedauernswerte Menschen, die das echte Zusammenleben mit ihren Mitmenschen verlernt oder nie gelernt haben. Zusammenleben besteht aus ständigem Geben und Nehmen. Sonst bleibt es beim sinnlosen Warten, bis das Ende kommt - die Zeit vertreibt man sich mit billigem "Entertainment" oder vor dem PC.

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iffelsine 15.04.2017, 17:45
23. Briefe für den Mülleimer

Vor rd. 50 Jahren habe ich in der Schule gelernt, eine Meinung zu haben und diese auch zu äußern. Wenn wir das nicht von Angesicht zu Angesicht tun möchten (also in der Regel wenn wir sauer sind), dann sollten wir einen Brief schreiben, unseren Ärger formulieren. Und dann wegwerfen. Das hat geholfen, denn meist schon beim Formulieren fiel auf, dass es eigentlich Blödsinn ist, worüber man sich aufregt. Heute schreibe ich meinen Unmut in Forenbeiträge und mit dem Drücken der Taste "Kommentar senden" ist alles gut. Das hilft - garantiert !

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kleinsteminderheit 15.04.2017, 17:48
24. Das eine tun und das andere nicht lassen.

Hallo Frau Berg,
Was haben Sie für ein Bild von den Foristen? Misanthropen, die ihren Frust in die Tastatur hämmern? Ich bin mir sicher, dass unter uns viele sind, die regelmäßig , sei es auf der Arbeit, im Alltag oder auch im Ehrenamt, versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen. Aber mit Trost und Brot spenden ist es nun mal nicht getan. Missstände zu benennen gehört zum Weltverbessern dazu. Und manchmal macht der Zorn über Dummheit und Unrecht auch die Stimme heiser (frei nach Brecht) Wer Missstände nur glättet, aber nicht gegen sie aufbegehrt, stützt Ungerechtigkeit und Unrecht. Deshalb: Tun und Schreiben.

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780 15.04.2017, 18:01
25.

Der Artikel bietet eine Möglichkeit, mit den Problemen unserer Zeit umzugehen.
Aber ich denke, da gibt es sehr viel mehr.
Z. B. die vielen, denen es wirklich schlecht geht, die in keiner Statistik vorkommen, und dann zum Jahresschluss ein Bericht in den Medien, dass es durch die Steuern einen Überschuß gibt, und dass kein Mensch weiß, wie damit umzugehen ist.

Nun habe ich von einem Finanzamt erfahren, dass z. B. Krebskranke auf den Finanzämtern bisweilen sträflich behandelt werden. Das sind Menschen, denen es schlecht geht, die kein Geld für einen Steuerberater haben, und die nun, da es ihnen so schlecht geht, ihre Steuererklärung nicht mehr schaffen. Was tut das Finanzamt, es schätzt sie unverhältnismäßig hoch ein, und dieses Geld müssen sie bezahlen, egal wie sie es schaffen, Originalton vom Finanzamt. Ein Steuerberater sagte mir, dass eine kranke Mandantin solch eine überhöhte Forderung hatte, dass er sich für sie eingesetzt hat, ohne Erfolg, sie ist darüber gestorben. Kommentar des Steuerberaters: war besser für sie.

Außerdem, es gibt tatsächlich soviele Mißstände, dass man sich fragt, wohin die Leute mit ihrer Enttäuschung, mit ihrem Frust gehen könnten.
Da schreiben sie auf den Seiten der Zeitungen oder bei Facebook.

Ist schon einmal jemals einer auf den Gedanken gekommen, diese Mißstände zusammenzufassen und an die entsprechenden Ministerien oder Politiker weiterzugeben oder wenigstens Artikel hierüber zu schreiben?

Was zählt ein Mensch?

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substanzlos12 15.04.2017, 18:21
26.

Zitat von zeisig
Liebe Frau Berg, müssen Sie uns Deutschen jetzt auch noch ein Beispiel aus dem englischen Alltag vorhalten um uns zu zeigen, wie Nächstenliebe geht? Ich bin sicher, es gibt auch in Deutschland viele Menschen, die ehrenamtlich Gutes tun. Menschen, die helfen gibt es immer und überall.
Allerdings muss man schon sehr engstirnig sein, die Hilfsbereitschaft eines Menschen von der Nation abhängig zu machen. Kleiner Rat: Gehen Sie Mal raus - helfen. Das hilft vielleicht.

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substanzlos12 15.04.2017, 18:23
27.

Zitat von Mister Stone
Ab und zu in die echte Welt hinauszugehen und anderen zu helfen, macht einfach glücklicher. Zum Beispiel in der echten Welt Selfies mit Flüchtlingen machen und - unter Mißachtung geltenden europäischen und deutschen Rechts - alle in der echten Welt nach Deutschland einladen? Das macht bestimmt glücklich, aber nicht jeden.
Davon sprach Berg nicht. Deshalb auch an Sie mein Rat: Gehen Sie raus, helfen Sie. Und - scheint mir wichtig. Falls Sie es noch können, lachen Sie Mal jemanden an! Das wirkt Wunder, werden Sie sehen.

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UlrichLamprecht 15.04.2017, 18:39
28. Vielleicht gar nicht so schlimm

Zitat von ctrader62
Ihr Artikel in allen Ehren, er wurde bestimmt in guter Absicht geschrieben. Aber ich lese aus ihm auch eine Art Beruhigungspille. Seit ca. 15 Jahren unterstütze ich mehrere Familien in Westafrika, ich war mehrmals dort gewesen. Wenn man das real Erlebte und das was man im regelmäßigen Kontakt so mitbekommt dann mit dem vergleicht, was bei uns an "alternativlosen Maßnahmen" gepredigt wird und mit welchem missionarischem Eifer im Sinne von Freihandelsabkommen ("Wir sind die Guten !?) die Lebensgrundlage der Menschen zerstört wird, dann lehne ich mich nicht zurück. Deutschland macht vieles besser als andere Teile der Erde und sehr viel ist wirklich wert es zu verteidigen. Warum tun wir es kaum, warum untergraben wir immer mehr unsere Polizei, unsere Jusitz, warum brauchen wir diktaturähnliche Regime um unsere Grenzen zu schützen ? Ein Staat, der sich selbst aufgibt ("wir können unsere Grenzen nicht schützen") und den x-fachen Aufwand mit Straftätern im Vergleich zu den Opfern betreibt, gibt auch seine Legitimation auf. Das ist eine Katastrophe und das spüren viele Menschen. Darüber sollte man auch berichten, denn nur wenn man es benennt und möglichst konstruktive Vorschläge macht, kann es evtl. besser werden. "Immer mehr Menschen regen sich nicht auf" ist ist diesem Kontext aus meiner Sicht eine Bankrotterklärung und Abstumpfung und keine positive Charaktereigenschaft.
Alle Ehren für Ihr Engagement oder für meines. Wir haben uns aber gerade nicht aufgegeben. Wir können es uns leisten, unsere Grenzen mal nicht zu schützen und wir können es uns leisten, einen Täter-Opfer-Ausgleich zu betreiben, statt Todesarten zu diskutieren. Ist Deutschland vielleicht nicht ein Haupt der Demokratie geworden. Sogar einer geschützten Demokratie? Wenn wir nun der Ansicht sind, dass wir mehr Polizei brauchen, oder mehr Cyberkrieger oder mehr Juristen.... dann wird das entsprechend ausgehandelt.

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citizen01 15.04.2017, 19:42
29. Soll das ein indirekter Kommentar zu unserem Armutsbericht sein?

Unser Staat (DE) hat mit die höchsten Sozialabgaben und -ausgaben. Die Kleiderkammern sind übervoll, Tafelangebote, Unterkünfte für jeden. Flüchtlinge besitzen alle smartphone, fahren zum Teil nagelneue Fahrräder. Wir lassen uns den Aufwand für unbegleitete Minderjährige 4.000 € pro Person und Monat kosten. Also brauchen wir keine Belehrungen, mehr Gutes zu tun. Und Freundlichkeit - nun, die stellt sich beim Kennenlernen von alleine ein, oder eben auch mal nicht. Und selbst dann ist es kein Charakterfehler, sondern nur menschlich.

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