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Sozialhistoriker über SPD-Niedergang: "Man hat sich zu lange auf die sogenannten Stam
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Der Nahles-Rücktritt und die Europawahl zeigen: Die SPD ist in einer tiefen Krise. Doch die hat eine lange Vorgeschichte. Der Historiker Lutz Raphael kennt die Hintergründe und stellt eine ketzerische Frage.

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Aberlour A ' Bunadh 09.06.2019, 22:19
1. Aus der Zeit gefallen?

Interessantes Interview mit vielen nachvollziehbaren Argumenten. Entscheidend für mich: die klassischen sozialdemokratischen Themen - wie z.B. die Humanisierung der Arbeit, ein zentrales Programm der SPD in den 70er Jahren - haben in der heutigen Zeit keine Zugkraft mehr. Ich kann mich noch gut erinnern, wie mal ein Lehrer von mir, in den 80er Jahren war das, sagte, dass der Faktor Arbeit für seinen "Werteverzehr" ja nun heute (damals) nun über die Sozialpolitik und die Arbeitsschutzgesetze vollständig kompensiert werde, dass man sich jetzt aber dem Faktor Natur und Umwelt zuwenden müsse, wo dies noch nicht ansatzweise der Fall ist. Eine bekannte Publikation zu dieser Zeit hatte nicht umsonst den Titel: "Arbeit ohne Umweltzerstörung". In diesem Sinne würde ich dem Historiker hier vollkommen recht geben. Es waren schon die 80er, in denen die Themen der SPD "unsexy" wurden.

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pharisaer 09.06.2019, 22:33
2.

Stammwähler, die die SPD dank ihrer Politik und des Umgangs untereinander, selbst aufgegeben hat. Vor Jahren schon.

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nikolaus4 09.06.2019, 23:15
3. Die "wahren" Sozialdemokraten

Was sich gerade mit Groschek in NRW aus der Gruft erhebt, ist die alte "Spießer-Partei-Deutschlands" - viel Spaß beim Zerfleischen...

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lathea 09.06.2019, 23:28
4. In der SPD gab und gibt es zu viele....

......Machtkämpfe und einen zu grossen Verschleiß des eigenen. Es wird zu viel gemeckert und zu wenig professionell und strategisch konstruktiv sowie zielgruppengerecht geführt. Die Zielgruppe der SPD heute müssten die benachteiligten und nicht gewerkschaftsmässig organisierten Arbeitnehmer sein. Den gewerkschaftsmässig organisierten geht es verhältnismäßig finanziell gut und sie müssen nicht mehr um einen vernünftigen Lebensunterhalt kämpfen. Viele oder sogar die meisten leben in einem Eigenheim.

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paraibu 09.06.2019, 23:29
5. Fragwürdige Aussage zum Erfolg der Grünen

Die Grünen haben Erfolg, weil sie den Gewerkschaften nahe stehen - echt jetzt? Vielleicht nicht doch eher, weil Wähler in Deutschland, die wollen, das endlich etwas gegen die Klimakatastrophe getan wird, keine Alternativen haben?

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RDetzer 09.06.2019, 23:34
6. Wir leben in einer

Demokratie. Wen interessieren schon Stammwähler, wenn die Partei ohne sie Erfolg hat.

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toninotorino 09.06.2019, 23:40
7. Leider viel Wahres,

in der Analyse Prof. Raphaels. Alleine der Aspekt des Verhältnisses: Gewerkschaften / SPD.

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PETERJohan 09.06.2019, 23:50
8. Was bedeutet Stammwählerschaft zu lange verlassen

Die SPD ist der dritte Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.Sie ist entstanden aus dem allgemeinen deutschen Arbeiterverein. Arbeitnehmer ob Professor Facharbeiter und Ing. Ihre "ARBEIT DER LETZTEN JAHRE" wurde nicht entsprechend gewürdigt.Beispiel "MINDESTLOHN"; Der ML wurde der Kanzlerin zugeschrieben, obwohl ihre Partei ihn lange abgelehnt hat.Es war Aebeitsministerin Andrea Nahles,die den durchgeboxt hat.So gibt es noch viele andere Beispiele.Wer die letzte Sendung hart aber fair gesehen hat, der konnte kompetente Minister sehen, zwei davon SPD Minister. Wenn Merkel weg ist,dann ist das größte Problem schon mal weg

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hausfeen 10.06.2019, 00:14
9. Gilt für SPD wie Union: Viele Wähler haben ihre Einstellungen ...

... überprüft und machen ihr Kreuz bei anderen Parteien. Entweder die Parteien gehen diese Veränderungsprozesse mit oder sie finden sich in der Opposition wieder. Normal.
Aktuell erkennen viele, dass der Kapitalismus so nicht funktioniert. Sie denken deswegen nicht sozialistisch, gar kommunistisch. Sie wollen nur einen regulierten Kapitalismus, einen, der nicht die Lebensgrundlagen zerstört. Ökonomisch wie ökologisch. Kann man doch leicht nachvollziehen. Oder?

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