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Spahn bei "Hart aber fair" zu Organspenden: "Ja, das ist ein Eingriff in die Freiheit
WDR/Oliver Ziebe

Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen über Jens Spahns Gesetzentwurf zur Organspende. Der Gesundheitsminister saß selbst mit in der Runde - und erklärte, dass es eine Verpflichtung gebe, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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beckerchristian498 02.04.2019, 02:42
1. also ich bin in dieser frage wirklich...

zwiegespalten! ich sehe einerseits den mangel an spenderorganen, andererseits auch die foerderung fuer die forschung an "kuenstlichen" alternativen! beides zu wenig! ich hoffe mal dass falls ich aml sterben sollte meinorgane keiner mehr brauchen kann! was will ein 19 jahriger mit nem 45 jahre alten missbrauchten herz, wenns ihm 3.5 jahre gutes leben mehr gibt , dann ok! sonnst eher ned! ich fand die aussage von dem mediziner relativ stark , dass er es toll fand , seine ntoten vater aufgebahrt gesehen zu haben und fuer ihn die onversehrtheit des koerper ein hohes gut ist. dazu kann ich nichts beitragen , weil meein vater gestoben ist , da war ich noch nicht mal eon jahr alt! und als ich aelter wurde und ich mit den sterbebildern also dfn aufgebahrten vater im kuelhlhaus konfrontiert wurde...so toll fand ich da icht! aber noch weniger haette ich es gut gefunden wenn da nur noch ein paar teile im srag gelegen haetten und der rest waere dann im flieger gewesen! ...(sorry fuer die polemik) , aber hr spahr macht s sich nauch einfach, ok, wir drehen die einwilligungs pflicht um, koennen wir machen! eion zettel in der brieftasche mit" ich bin kein organspender" sollte genuegen! aber was hr spahn da vorschlaegt braucht ja auch ne infrastruktur! wer fliegt die organe das toten motorradfahres aus berlin nach muenchen? gibt es da dann bezahlte bereitschaftsdienste...usw....meinungen vertreten kann man viel , nur wie es mit der realen undtatsaechlichen umsetzung dann auschaut....lasst mal sehen was im koecher ist!

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botschinski 02.04.2019, 03:08
2. Wir leben doch im Kapitalimus

Warum sollte man eigentlich ausgerechnet für die Abgabe seiner Organe nicht entlöhnt werden? Wo doch inzwischen allem anderen ein Wert zugemessen wird. Aus dem Netz: "Eine Lebertransplantation mit Vor- und Nachbehandlung kann nach Angaben des Bochumer Chirurgen bis zu 200.000 Euro kosten. Eine Nierentransplantation kostet im Durchschnitt zwischen 50.000 und 65.000 Euro." Das also bezahlt eine Krankenkasse. Es verdienen verschiedenste Menschen daran, ohne moralische Bedenken und einzig der Spender soll leer ausgehen? Dabei wäre hier Kapitalismus für einmal gerecht.

Wenn nun einfach die Krankenkassen 10% mehr bezahlen würden und der Betrag an die Hinterbliebenen der Spender überwiesen würde? Ich bin überzeugt, dass dies zu einer wesentlich höheren Spendebereitschaft in der Bevölkerung führen würde. Warum? Siehe Kommentar-Titel.

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odapiel 02.04.2019, 04:39
3. Der deutsche Staat

Der deutsche Staat hat vor 75 Jahren schon mal entschieden, daß meiner Großmutter zu Forschungszwecken zuzumuten sei, daß ihr ohne Narkose eine Gebärmutter entfernt werden könne. Ich weiß nicht, was damals mit dem Organ passierte, ich weiß aber daß zuvor ihre Kinder ebenfalls "sozialverträglich" seitens des Staats im Kinderheim und bei Bauern zur Feldfron abgeladen wurden. Ich denke nicht, daß die meisten dieser 20 Staaten eine ähnliche Geschichte vorweisen und daß allgemeinverträgliches Ableben nicht mißbraucht würde, sehen wir unter anderem in den Niederlanden.

Es gibt genug Spender. Es gibt aber nicht genug Krankenhäuser, die zur Entnahme passend eingerichtet sind, und das dafür notwendige Budget haben. Sollen Spahn und vor allem Lauterberg doch bitte erst mal diese Ecke des Problems in Ordnung bringen, und schauen wieviel Organspenden dann laufen, bevor sie nach staatlich sanktionierter Leichenfledderei rufen. Das hatten wir schon mal.

Und noch eins, ich bin mir sehr sicher, daß ein Großteil der Schwersterkrankungen die ein Organ nötig machen, verhindert werden könnten, wenn in unserem Gesundheitssystem wieder ordentlich behandelt würde. Wenn man aber lieber nieren- und leberschädigende Schmerzmedikamente verordnen läßt, statt gleich zu Anfang besser und weniger toxisch zu behandeln, dann muß man sich halt auch nicht wundern, wenns dabei Schäden gibt, die auf der langen Bank dann teuer werden.

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stefan7777 02.04.2019, 06:21
4. Da hat Baerbock recht

Statt Fingerabdrücken sollte ein Ja oder Nein für Organspenden bei der Personalausweis Beantragung erfasst werden - gut ist. Ein weiterer Vorteil, wäre die sich wiederholende Konfrontation mit dem Thema, nach Ablauf des Ausweises. Aber selbst wenn man sich einfach auf eine Widerspruchslösung einigt, wäre das in Ordnung. Denn es geht um eine Entscheidung die dem Gemeinwohl dient. Wenn es allen dient, darf dem einzelnen auch mal ein Stückchen Freiheit genommen werden.

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ddcoe 02.04.2019, 06:34
5. Ein schwieriges Thema

Jeden Tag sterben in Deutschland Menschen, weil sie krank sind. Ein Mensch, der auf ein Spenderorgan wartet ist ebenfalls krank. Der ersten Gruppe von Menschen können wir leider nicht helfen. Der zweiten Gruppe schon - aber ist das Grund genug, die gesamte Gesellschaft automatisch dafür in die Haftung zu nehmen? Ich denke nein. Die freiwillige Organspende ist eine gute Sache - ich trage meinen Organspender Ausbringung ständig bei mir. Aber ich sehe auch eine Frage der Relationen und des Zwangs. Sollen wirklich 80 Mio. Bürger in Haftung genommen werden für 10.000 Menschen, die auf ein Organ warten?

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uli r 02.04.2019, 06:51
6. Geben und Nehmen

Die Spendebereitschaft würde rasch steigen, wenn bei der Zuteilung eines Organs im Zweifelsfall berücksichtigt würde, ob der oder die Betroffene (Kinder ausgenommen) zu Zeiten vor der Erkrankung bereits einen Spendeausweis besessen hat.

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Pocillator 02.04.2019, 06:55
7. Was man alles "spenden" kann bzw. "verwertbar" ist

Organe: Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm
Gewebe: Augenhornhaut, Blutgefäße, Haut, Herzklappe,n Sehnen, Bänder, Knochen, Eihaut der Fruchtblase (Amnion)

Organe können nur Menschen spenden, bei denen der unumkehrbare Ausfall der gesamten Hirnfunktionen (Hirntod) vorliegt (Ausnahme Lebendspende). Das heißt, die Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms ist unwiderruflich erloschen, das Herz-Kreislauf-System wird jedoch noch künstlich aufrechterhalten. Da in den meisten Sterbefällen der Herzstillstand vor dem sogenannten Hirntod eintritt, kommen nur wenige Verstorbene für eine Organspende in Betracht.
Die Spende von Gewebe ist im Gegensatz zur Organspende noch bis zu 72 Stunden nach dem Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems (Klinischer Tod) möglich. Somit kommen für eine Gewebespende potentiell rund zwei Drittel aller Verstorbenen infrage.

Geld:
Das medizinische Renommee, das mit einer Transplantation
einhergeht, ist nicht ohne weiteres bewertbar.

Laut Krankenkassenangaben kostet zum Beispiel eine Nierentransplantation im Durchschnitt zwischen 50.000 und 65.000 Euro. Die anschließende Nachsorge liegt bei zirka 6.000 bis 12.500 Euro pro Jahr

Eine Lebertransplantation kann von 50.00 bis zu 200.000 Euro kosten. Jährlich werden ca. 900 Lebertransplantationen (Bedarf 2.500) in Deutschland durchgeführt. Jährliche Kosten der Nachsorge sind mir da nicht bekannt. Eine Freundin von mir hat eine neue Leber,
da kosten die Medikamente ca. 2000 Euro im Monat.

Ich bin sehr froh, dass Sabine noch lebt. Das Leben mit Immunsuppressiva ist für sie aber alles andere als ein Zuckerschlecken. Sie selbst sagte, sie hätte auch gerne sterben mögen, wäre seinerzeit aber nicht imstande gewesen,
sich für oder gegen eine Transplantation zu entscheiden, da sie mehr oder weniger willenlos gewesen sei und alles über sich hätte ergehen lassen, was die Ärzte entschieden hätten.
Meine unbelegte These ist: Würde man bei unserem deutschen Gesundheitswesen mit Fallpauschalensystem, privatisierten Krankenhäusern, mangelnder Hygiene, das Geld, das die Krankenkassen für Transplantationen aufbringen, in die restliche medizinische Versorgung stecke, würde man mehr Menschenleben retten als mit Transplantationen.

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unaufgeregter 02.04.2019, 06:59
8. Zu starker Eingriff des Staates

Ich möchte nicht grundsätzlich als Ersatzteillager fungieren. Es ist aus meiner Sicht ein fundamentaler Eingriff in meine Grundrechte. Ich vermute, dass es darum geht, innerhalb des ohnehin schon teuren Gesundheitssystems noch mehr Geld zu verdienen. Verkauft wird mir das mit einer moralischen Keule. Wer will schon einen kranken Menschen leiden lassen, wenn man ohnehin stirbt?

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Argossa 02.04.2019, 07:00
9. Achtung Organenteignung!

Das ist ein tiefer Eingriff in das persönliche Selbstbestimmungsrecht. Jemand, der zur Organspende bereit ist, muss sich aktiv dazu bekennen. Wie und wo auch immer.
Die Organspende muss freiwillig bleiben!

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