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Spahn bei "Hart aber fair" zu Organspenden: "Ja, das ist ein Eingriff in die Freiheit
WDR/Oliver Ziebe

Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen über Jens Spahns Gesetzentwurf zur Organspende. Der Gesundheitsminister saß selbst mit in der Runde - und erklärte, dass es eine Verpflichtung gebe, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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may4th_be_with_u 02.04.2019, 18:32
150.

Zitat von auch nur...
Mit etwa Zwanzig war ich auch für Organspende. Ich hatte sogar einen Spenderausweis und habe allen erzählt, dass ich Spender sein möchte. Heute zwanzig Jahre später habe ich keinen Ausweis mehr, weil ich mich seit etwa 5 Jahren mit diesem Thema intensiv auseinandersetze und keine richtige Meinung mehr dazu habe und die Angst überwiegt, dass man zu schnell für Tot erklärt wird und der Körper ausgeschlachtet wird! Wer garantiet mir, dass meine Sehnen, die Iris und anderes Gewebe nicht mit entnommen und äußerst lukrativ verkauft werden? PS: Eines muss man unser Regierung schon lassen. Mein Körper gehört mir nur solange ich in keiner Notlage bin: Sterbehilfe ist verboten, Abtreibung wird einer Frau wirklich schwer gemacht und die Organe sind herzlich willkommen! Wo bleibt die Selbstbestimmung!
Ist doch kein Problem. Wenn Sie den Ärzten misstrauen, widersprechen Sie und gut.

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heissSPOrN 02.04.2019, 18:33
151.

Zitat von marcaurel1957
Ich bin aber sicher, das das BVerfG die Widerspruchslösung akzeptieren wird.
Wenn, dann mit einem vorwiegend politisch motivierten Urteil mit einer hanebüchenen, sich selbst mehrfach wiedersprechenden Urteilsbegründung wie damals, als es darum ging, ob der im Vergleich zum Wehrdienst an der Waffe deutlich längere Zivildienst verfassungskonform sei. Lesen Sie das Urteil mal, Sie werden staunen, wie sich Juristen verbiegen können.

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marcaurel1957 02.04.2019, 18:41
152.

Das Argument, dass es krank ist, wenn Menschen sterben, während Organe verrotten oder verbrannt werden, ist absolut stichhaltig.

Das Ihr Körper Ihnen gehört und Sie entscheiden ist von niemandem bestritten, auch nicht von Herrn Spahn.

Jeder Mensch kann widersprechen, wenn ihm der jeweilige Gott dies nahelegt. Also überhaupt kein Problem.

Hinsichtlich des Hirntods erzählen Sie Unsinn...wer Hirntot ist, ist irreparabel tot....dies ist auch jederzeit mit Sicherheit beweisbar. Ohne jeden verbleibenden Zweifel.

Zu dem Nonsense, den Sie über die Niederlande verzapfen, erspare ich mir jeden Kommentar. Die Regelungen die es dort gibt, sind vorbildlich.

Weil es wenige Missbräuche gegen kann, wäre es absurd, eine sinnvolle Regelung wie Spahns Gesetz abzulehnen.

Übrigens gab es in D noch nie eine finanzielle Bestechung in diesem Zusammenhang

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juttakristina 02.04.2019, 18:51
153.

Zitat von hasselblad
Dann werden dem toten Körper halt die noch funktionierenden Organe entnommen, so what. Dem Toten ist es üblicherweise egal, die einzigen, die ein Thema damit haben könnten, sind wie üblich die "wohlmeinenden" Angehörigen (und irgendwelche Kirchenheinis), also insgesamt Menschen, die kein Recht haben, darüber zu entscheiden, was mit den Resten passiert. Eine Kunstdebatte, nichts weiter. Wenn der Gesundheitsminister wirklich ein akutes Problem lösen möchte soll er sich mal die militanten Abtreibungsgegner zur Brust nehmen und ein grundsätzliches Recht auf Abtreibung im Gesetz verankern, ohne Rücksicht auf Kirchengedöns (da individuelle Privatsache und nicht wesentlich für sozial- und gesundheitspolitische Entscheidungen) und selbsternannte Lebensschützer. Erscheint mir irgendwie dringlicher als die Frage der Resteverwertung toter Körper.
hasselblad,

den Toten werden aber gar keine Organe entnommen, höchstens Gewebe... Bei denen, denen lebenswichtige Organe entnommen werden, handelt es sich um Sterbende. Bei der Diagnose "Hirntod" ist man noch nicht tot, nur auf dem Weg dahin.

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marcaurel1957 02.04.2019, 19:09
154.

Zitat von InternetResearchAgency
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Bei seinem Körper nehmen wir es nicht so genau.
Bei einem Toten handelt es sich nicht um einen Menschen...

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juttakristina 02.04.2019, 19:10
155.

Zitat von loepi
Also ganz ehrlich, beim Thema Organspende den Nationalsozialismus hervorzuholen, finde ich unredlich. Auch wenn man als Nachfahre eines Opfers vielleicht sensibilisiert bei diesem Thema ist. Es wird keinem bei lebendigem Leibe ohne Narkose etwas gewaltsam genommen. Man kann widersprechen und eine Spende ablehnen. Wenn das nicht passiert, wird im TODESFALL, also wenn nachweislich der Patient bei etlichen Tests keine Regung mehr zeigt (schmerztest, Reflexteste etc), Organe entnommen.
loepi,

stimmt eben nicht! Der Leib, dem die Organge ohne Narkose entnommen werden, LEBT noch! Hirntod heißt, dass es irreversibel ist und der Mensch im Sterben liegt, aber noch ist er nicht tot. Sonst hätte man den "Hirntod" auch gar nicht erfinden müssen...

Wobei auch schon verschiedentlich angesprochen wurde, dass man nicht so genau weiß, ob man da evtl. doch noch was fühlt oder nicht, Reflexe hin oder her.

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juttakristina 02.04.2019, 19:13
156.

Zitat von loepi
Auch wenn ich eher den Grünen zugeneigt bin und Spahn eigentlich für ne ne Fehlbesetzung halte, er hat gestern erklärt das es ein zentrales Register gibt, in dem erfasst wird, ob die Person Spender ist oder nicht. Dies ist immer abrufbar. Wenn sie es über den Personalausweis machen, wird dieser auch immer benötigt um eine Abfrage zu starten.
loepi,

es soll aber auch die Möglichkeit geben, das sonstwie schriftlich niederzulegen... Wo wir evtl. wieder beim Zettel im Portemonnaie wären. Man hat sich umentschieden und noch keine Gelegenheit gehabt, das der Zentrale zu melden. Und dann passiert was und die Information in der Zentrale widerspricht dem Zettel. Wer könnte garantieren, dass in dem Fall eines dringend benötigten Organs der Zettel mit der jüngeren Entscheidung, dem Widerspruch, nicht "verlorenginge"?

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juttakristina 02.04.2019, 19:19
157.

Zitat von loepi
Was machen wir denn wenn ein Mensch gestorben ist? Wir lassen ihn in der Erde verrotten oder verbrennen ihn und lassen die Asche verrotten. Tun sie doch nicht so, dass nur weil der Verwesungsvorgang in einer teuren Holzkiste stattfindet, eine Bestattung nicht genau das gleiche ist... Ich habe übrigens vor zwei Jahren meinen Vater verloren und sehe es trotzdem so. Sie müssen nicht für alle Menschen sprechen, das kann jeder selber. Meine Mutter übrigens, scheinreligiös, will auch nicht das man ihr Organe entnimmt, da sie ja unbeschadet im Himmel ankommen möchte und Angst hat, das sie dort nicht hinkommt, wenn sie Organe gespendet hat. Ich finde den Gedanken, dass es einen Gott gibt, der einem nicht im Himmel aufnimmt, weil man jemanden anderes das Leben gerettet hat, lächerlich, aber auch beängstigend...
loepi,

eben, Sie sprechen für SICH, sprechen aber Anderen ab, auch für sich zu sprechen wie z. B. Ihrer Mutter oder auch der Foristin!

Wenn Ihre Mutter das so sieht, dann ist das eben so und man hat das zu akzeptieren. Wie Sie einen solchen Gott dann sähen, steht nicht zur Debatte sondern wie Ihre Mutter ihn sieht.

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