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Spahn bei "Hart aber fair" zu Organspenden: "Ja, das ist ein Eingriff in die Freiheit
WDR/Oliver Ziebe

Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen über Jens Spahns Gesetzentwurf zur Organspende. Der Gesundheitsminister saß selbst mit in der Runde - und erklärte, dass es eine Verpflichtung gebe, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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hwberlin 02.04.2019, 07:13
10. Organraub

BeitragEs war schon peinlich wie wenig über den Schutz des Bürgers gesagt wurde. Herr Sommer zeigt seinen Organspende-Pass. Drehen wir es jetzt um einfach um? Pass verloren oder geklaut oder bei der Einlieferung ins Krankenhaus übersehen? Was dann? Bin ich dann ein Organ-Opfer? Ich möchte nicht das Risiko eingehen, im Todesfall zerschnippelt zu werden, wenn ich mein Portemonnaie verloren habe! Oder sterben gelassen zu werden, weil man meine Organe braucht und man keine aktive Einwilligung mehr benötigt? Schweigen heißt dann, das Herz ist weg...Das ist ein Weg, wo der Bürger verwurstet werden kann. Ich möchte das selbst aktiv entscheiden, es nicht Herrn Spahn und Co überlassen, sondern mich sicher fühlen und nicht zum Opfer werden.

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ayee 02.04.2019, 07:30
11. Opt-Out ist eigentlich keine Option

Man kann Menschen, die sich nicht damit beschäftigen wollen, nicht automatisch zu Organspendern machen. Der Staat bzw. das Gesundheitssystem hat einfach keinen Anspruch auf den Körper auch nicht nach dem Tod. Was man aber wohl machen könnte, ist sowas wie, dass nur jemand, der selbst Organspender ist, auch Zugang zu Organspenden hat bzw. eine höhere Priorität bei Spenden erhält. Das wäre sinnvoll.

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mb2018 02.04.2019, 07:33
12. Absolute Zustimmung

Angesichts des dramatischen Engpasses bei Spenderorganen stimme ich Herrn Spahn bei diesem Thema absolut zu. In unserem rundumversorgten Schlaraffenlandstaat ist es wohl nicht zuviel verlangt, wenn man als mündiger Bürger zumindest aktiv Widerspruch kundtut, wenn man gegen die Organspende ist.

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crisalide 02.04.2019, 07:45
13.

Interessanterweise sind viele Menschen seltsam mißtrauisch wenn es um ihren eigenen Körper geht und wollen daher lieber im Falle des eigenen Hirntodes die Organe zum verrotten mit ins Grab nehmen. Ganz anders sieht es dann aus wenn sie selber ein Organ benötigen, da wird die Hand dann aufgehalten. Die Spendenbereitschaft würde immens steigen wenn Personen mit zentral registriertem Organspenderausweis nach Punktesystem im Falle einer Bedürftigkeit den Nicht-Spendern vorgezogen würden. Sich selbst sind sie dann ja plötzlich doch die Nächsten. Hilfe von anderen bekommen wollen ohne sie selbst anbieten zu wollen ist schlicht gesprochen asozial. Merkwürdig, dass dies nie thematisiert wird.

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Leser161 02.04.2019, 07:49
14. Dreist

Ja man sollte sich mit dem Thema beschäftigen. Allerdings spekuliert die Widerspruchsregelung gerade darauf Menschen die sich nicht mit dem Thema beschäftigen (wollen) zu Organspendern machen zu können und somit deren Zahl zu erhöhen.

Die Erklärung des Gesundheitsminsiters ist also mehr als dreist. Zu Mal es einfache solide Lösungen gibt. Es werden so viele Daten heutzutage auf Ausweisen gespeichert, was spricht dagegen auf einem dieser die Organspendeeigenschaft zu speichern. Bei Beantragen müsste sich jeder entscheiden. Das wäre solide und sicher.

Was gab es bisher? So Zettel aus billigstem Papier. Ausweise zum Selberausdrucken. Wenn die Politik von uns Wertschätzung für das Thema Organspende wünscht, soll sie zunächst selber Wertschätzung dokumentieren in dem sie das Problem solide löst und vor allem auf dreiste Aussagen wie oben verzichtet.

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frankasten 02.04.2019, 07:49
15. Ich bin kein Spender und

Ich werde auch keiner, außer ggf. in der Familie und als zu Lebzeiten Spendender. Herr Spahn versucht ein Problem zu lösen, indem er es allen Menschen an die Backe nagelt und alle Schranken aufreißt. Ich muß mich vor den Medizinkartellen durch Patientenverfügungen, Betreuungsvollmachten, Betreuungsverfügungen und nun ggf. auch noch durch total der Manipulation ausgesetzte Datenbankeinträge zu schützen versuchen. Das wird im Ganzen betrachtet immer übergriffiger. Wer sich damit nicht auskennt, hat es schwer oder/und es ist ihm ohne fremde Hilfe schlicht unmöglich, einfach als noch Lebender durchsetzungsfähig NEIN zu sagen. Die Verschärfung durch BGH-Urteil Az XII ZB 61/16 dazu inbegriffen. Der Herr Spahn betreibt also nur eine weitere Sauerei auf dem Weg zur Beschneidung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit. Ich halte eine verbindliche manipulationssichere Ausweisregelung für besser geeignet, die Entscheidung zur Organspende zu dokumentieren. IT ist dafür völlig ungeeignet. Das merken die Herren aber erst, wenn die Leute schon Jahre von der Straße weggefangen werden, um unfreiwillig Organspender zu sein.

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Ranus 02.04.2019, 07:53
16. Seit gefühlt 100 Jahren

wird in Deutschland über das Thema Organspende lamentiert. Fast alle unsere europäischen Nachbarn haben längst sinnvolle Entscheidungen getroffen im Sinne einer Widerspruchslösung. Ich habe schon zu Beginn meines Medizinstudiums einen Organspendeausweis ausgefüllt. Aber leider kriegen wohl die meisten Deutschen den A**** nicht hoch oder weichen der Entscheidung aus. Bis sie dann vielleicht irgendwann selber eine Organspende brauchen. Im Übrigen finde ich, dass bei Eurotransplant diese deutsche Verweigerung bei der Zuteilung der Organe berücksichtigt werden müsste. Es ist halt leider so, dass sie in Deutschland Dinge wie Flughäfen, Stromtrassen oder anderes nicht auf die Kette kriegen.

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notenbuch 02.04.2019, 07:57
17. Spender sind bei Entnahme eben nicht völlig tot

Wären sie es, würde dem Empfänger das Organ einer Leiche implantiert werden, was medizinisch nicht geboten sein kann. Die tödlich Kranken zeigen, Berichten an der Op-Beteiligter zufolge, Abwehrbewegungen und einige Reflexe. Deswegen erhalten die „Spender“ vor der Entnahme Beruhigungsmittel. Dies wäre bei Toten nicht notwendig. Wie tot oder lebendig sind diese Spender also? Und: nach dem Stand der Wissenschaft existieren Leib und Seele als Einheit, nicht getrennt (Leib-Seele-Dualismus). Also: beides gemeinsam entweder tot oder gemeinsam lebendig. Die Unversehrtheit des Körpers ist ein hohes Gut.

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kratzdistel 02.04.2019, 07:59
18.

der vorschlag der Grünen ist aus meiner sicht der sinnvollste. die geplante widerufsregelung hat den Nachteil, dass in der stunde x die widerufserklärung nicht aufgefunden werden kann. dann ist die Registrierung bei der Anmeldung der Wohnung oder bei der Beantragung
des Personalausweises die beste lösung. die Register dürften rund um die Uhr elektronisch abrufbar sein.

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jkl21 02.04.2019, 08:02
19. Angst vor Mißbrauch

Die größte Hürde vor der Einwilligung in eine Organspende ist und bleibt der mögliche Mißbrauch. Die meisten Menschen glaube ich haben davor Angst, Organspender zu werden, obwohl vieleicht noch nicht alle Möglichkeiten zur Rettung ausgeschöpft sind, aber ein Organ an anderer Stelle gebraucht wird und dabei viel Geld im Spiel ist.

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