Forum: Kultur
Spahn bei "Hart aber fair" zu Organspenden: "Ja, das ist ein Eingriff in die Freiheit
WDR/Oliver Ziebe

Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen über Jens Spahns Gesetzentwurf zur Organspende. Der Gesundheitsminister saß selbst mit in der Runde - und erklärte, dass es eine Verpflichtung gebe, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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Ogahrak 02.04.2019, 08:03
20. Organspenden und Tempolimit

Schon eine seltsame Gesellschaft: Tempolimit ist gegen den gesunden Menschenverstand, alle anderen aber dann dazu zwingen ihre Organe für die Unfallopfer zu spenden ist aber ok.

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Sibylle1969 02.04.2019, 08:14
21. @5 uli r

Dass nur Leute, die auch selbst zur Spende bereit wären, im Bedarfsfall ein Spenderorgan erhalten sollen, ist ein häufig vorgebrachtes Argument. Es ist aber wahrscheinlich verfassungswidrig. Aus gutem Grund wird die Gewährung medizinischer Behandlungen nicht vom eigenen Verhalten abhängig gemacht. Rauchen, ungesunde Ernährung, kein Sport oder zu riskante Sportarten? Jeder darf mit seinem Leben machen, was er will. Im positiven wie im Negativen. Und das ist gut so.

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tankgirl34 02.04.2019, 08:16
22. Die Schwierigkeit, sich den eigenen Tod auszumalen

Es ist nahezu unmöglich, sich in die Situation hineinzuversetzen, ein hirntoter Sterbender zu sein. Was würde ich in so einer Situation wollen? Möchte man lieber der Natur seinen Lauf lassen und in Ruhe sterben - oder möchte man seinen sterbenden Körper zur Verfügung stellen?

Jeder will leben. Die Vorstellung, dass Ärzte den gesamten Körper ausschlachten, empfinden sehr viele Menschen als Horrorvorstellung. Es löst Panik aus. Und das IST auch ein brachialer, ein sehr blutiger operativer Vorgang. Das wird natürlich gern verschwiegen.

Es fehlen Informationen, um wirklich entscheiden zu können, ob man das von sich selbst oder von Familienangehörigen möchte, etwa die Blutigkeit des Eingriffs. Oder Antworten auf Fragen, die einem niemand verlässlich beantworten kann - etwa, was mit der Seele eines Menschen passiert, in dem Moment, in dem wir Sterbende sind.

Eine Freundin und ihre Mutter wurden im OP Saal am Bett ihres sterbenden Vaters massiv von den Ärzten unter Druck, gesetzt, einer Organspende zuzustimmen. Der Vater hatte zu Lebzeiten einer Organspende aus religiösen Gründen ausdrücklich widersprochen.

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Pocillator 02.04.2019, 08:21
23. Anzahl funktionsunfähiger Organe gestiegen, gesunken oder gleich?

Ist die Anzahl funktionsunfähiger Organe eigentlich, gestiegen, gesunken oder gleichgeblieben über die Jahrzehnte?

Falls sie gestiegen sein sollte, gibt es dazu irgendne Hypothese?
Gestiegene Lebenserwartung, ungesündere Lebensführung, belastete Lebensmittel, belastenere Umweltbedingungen?

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polza_mancini 02.04.2019, 08:22
24. Nein,

Zitat von hwberlin
BeitragEs war schon peinlich wie wenig über den Schutz des Bürgers gesagt wurde. Herr Sommer zeigt seinen Organspende-Pass. Drehen wir es jetzt um einfach um? Pass verloren oder geklaut oder bei der Einlieferung ins Krankenhaus übersehen? Was dann? Bin ich dann ein Organ-Opfer? Ich möchte nicht das Risiko eingehen, im Todesfall zerschnippelt zu werden, wenn ich mein Portemonnaie verloren habe! Oder sterben gelassen zu werden, weil man meine Organe braucht und man keine aktive Einwilligung mehr benötigt? Schweigen heißt dann, das Herz ist weg...Das ist ein Weg, wo der Bürger verwurstet werden kann. Ich möchte das selbst aktiv entscheiden, es nicht Herrn Spahn und Co überlassen, sondern mich sicher fühlen und nicht zum Opfer werden.
das ist doch Blödsinn! Im 21. Jahrhundert steht wohl zu erwarten (und wird ja auch diskutiert), dass ein Widerspruch in einem elektronischen Register erfasst wird, das von überall und zu jeder Zeit von den Krankenhäusern abgefragt werden kann und muss! Die Dokumentation der Abfrage als zwingende Voraussetzung der Entnahme dürfte technisch keine besondere Herausforderung sein. Und wenn ein Unfallopfer nicht zweifelsfrei identifiziert oder im Register gefunden werden kann, dann gibt es eben keine Entnahme. Aber selbstverständlich wird das dann bei Ihnen die Frage aufwerfen, ob der böse Staat heimlich die Daten manipuliert, um Ihre wertvollen Organe zu bekommen, oder? Erstaunlicherweise schafft es jeder Gegner der Widespruchslösung, sich darüber zu mokieren und in diversen Foren anzumelden und zu diskutieren - aber der minimale Aufwand, einen solchen Widerspruch einzulegen, ist dann die schlimmste Bürde seit Menschengedenken...

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nochStudent 02.04.2019, 08:25
25. Man muss nicht

Wenn ich nur die ersten Beträge lesen: Enteignung, Ersatzteillager, Zwang...

Für alle die es nicht verstanden haben, niemand muss spenden. Das einzige was man dafür tun muss ist einmal widersprechen. Das wars und gut ist.

Also was soll bitte die ganze Aufregung. Da hat der Spahn mal ein gute Idee (ist ja nicht so häufig) und dann solche Reaktionen. Ich kann es nicht fassen.

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Tim-Goe 02.04.2019, 08:25
26. Egal-Fraktion

Es gibt, neben denen, die sich aktiv für eine Spende entscheiden und denen, die auf keinen Fall spenden wollen, nun mal eine riesige Mir-Egal-Fraktion. Die wird nun endlich in den Kreis der potentiellen Spender aufgenommen. Das ist überfällig und ich freue mich über diese tolle Entscheidung der Regierung. Und wenn ich eines Tages mal wirklich unwiderbringlich verletzt bin, würde ich mich freuen, wenn ich anderen Menschen als Ersatzteillager (so pragmatisch darf man das ruhig sehen) dienen kann und mit meinem Abgang nochmal richtig viel Freude, Dankbarkeit und Lebensglück verbreite. Den Egoismus und viele Gedanken, die in Richtung Verschwörungswahn gehen, kann ich nicht nachvollziehen. Seht es mal so, je mehr Spenderorgane vorhanden, desto unlukrativer wird der Organhandel und Bereicherung einzelner, den einige hier vermuten.

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Kasob 02.04.2019, 08:27
27. Den eigenen Organen näher,

als das Leben andere. Immer nur dagegen sein, bringt keine Lösung. Die hier vehement dagegen sind, sollen doch mal bitte erklären wie das Problem sonst zu lösen ist. Spätestens wenn es ums eigene Leben geht, ist eine Spende höchst willkommen. So aber geht es nicht. Nehmen wollen ja, geben wollen nein.

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aliof 02.04.2019, 08:28
28. Die wahren Ursachen

.. des zeitweisen Mangels an transplantationsfähigen Organen besteht in der fahrlässig schlechten Organisation vieler deutscher Krankenhaus-Leitungen.

Dieses Wissen nahezu Aller damit befaßter Profis sollte auch im Gesundheitsminusterium vorliegen. Erst gestern hat die auch für SPON schreibende Autorin N. Weber hierzu einen wahrlich klugen und allgemein verständlichen Artikel geschrieben :: www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/organspende-in-deutschland-ploetzlich-geht-es-voran-kommentar-a-1260662.html

Nachdem also in der Sache keinerlei Notwendigkeit besteht , dermaßen Freiheiten einzuschränken , wird die Sache aus meiner Sicht zu einer Causa Spahn.
.. insbesondere in der Form wie sie uns SPON heute gleich in der leider so treffenden .. S C H L A G Z E I L E präsentierte :: das ist ein Eingriff in die Freiheit

Ich meinerseits sehe bei diesem Thema K E I N E R L E I Notwendigkeit , persönliche Freiheiten aufzugeben oder abzugeben. .. noch die uns drohenden Zukünftigen , sollte Herr Spahn an noch mehr Macht kommen !

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CancunMM 02.04.2019, 08:28
29.

Zitat von beckerchristian498
zwiegespalten! ich sehe einerseits den mangel an spenderorganen, andererseits auch die foerderung fuer die forschung an "kuenstlichen" alternativen! beides zu wenig! ich hoffe mal dass falls ich aml sterben sollte meinorgane keiner mehr brauchen kann! was will ein 19 jahriger mit nem 45 jahre alten missbrauchten herz, wenns ihm 3.5 jahre gutes leben mehr gibt , dann ok! sonnst eher ned! ich fand die aussage von dem mediziner relativ stark , dass er es toll fand , seine ntoten vater aufgebahrt gesehen zu haben und fuer ihn die onversehrtheit des koerper ein hohes gut ist. dazu kann ich nichts beitragen , weil meein vater gestoben ist , da war ich noch nicht mal eon jahr alt! und als ich aelter wurde und ich mit den sterbebildern also dfn aufgebahrten vater im kuelhlhaus konfrontiert wurde...so toll fand ich da icht! aber noch weniger haette ich es gut gefunden wenn da nur noch ein paar teile im srag gelegen haetten und der rest waere dann im flieger gewesen! ...(sorry fuer die polemik) , aber hr spahr macht s sich nauch einfach, ok, wir drehen die einwilligungs pflicht um, koennen wir machen! eion zettel in der brieftasche mit" ich bin kein organspender" sollte genuegen! aber was hr spahn da vorschlaegt braucht ja auch ne infrastruktur! wer fliegt die organe das toten motorradfahres aus berlin nach muenchen? gibt es da dann bezahlte bereitschaftsdienste...usw....meinungen vertreten kann man viel , nur wie es mit der realen undtatsaechlichen umsetzung dann auschaut....lasst mal sehen was im koecher ist!
aber dieses Argument mit dem unversehrten Körper ist doch Blödsinn. Und das sollte Herr Bartels auch wissen. Auch jedes Unfallopfer oder jeder Patient mit ungeklärter Todesursache wird im Rahmen der Obduktion geöffnet und es werden Organe entnommen um sie zu untersuchen. Und danach kann die Leichte genau so aufgebahrt werden wie bei anderen Leichen auch. Und ehrlich gesagt:
was meinen engsten Familienmitglieder zu Lebzeiten ausmachte ist mit dem Tod und der Leiche nicht mehr da. Als er oder sie lebte habe ich ja auch nicht die Leber oder die Niere geliebt, sondern den Menschen.
Wenn ich tot bin, brauche ich kein Herz, keine Niere, keine Leber mehr. Ist es eine schönere Vorstellung in einem Grab zu liegen und zu verfaulen ? Oder im ganzen verbrannt zu werden. Das Schlimme ist doch eher die Nähe zwischen Leben und Zeitpunkt der Organentnahme. Der Angehörige hadert noch mit der Unumkehrbarkeit und dem Verlust. Will es nicht wahrhaben und wird mit der Endgültigkeit konfrontiert.
Und Herr Bartels muss fast sein ganzes Studium verpennt haben, wenn er sagt, der Körper sei noch war und das Herz schlägt noch.
Klar, weil Maschinen es vorgeben.

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