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SPD-Krise: Warum Olaf Scholz noch da ist
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Die siechende SPD kritisieren? Macht keinen Spaß mehr. Eins aber noch: Dass in der Politik Frauen in ausweglosen Situationen an die Macht dürfen, während Männer an ihren Posten kleben, entlarvt eine sexistische Doppelmoral.

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vera gehlkiel 05.06.2019, 16:14
190.

Davon ab, dass Stokowki natürlich recht hat, bei Nahles schwang in der Tat "das Gechlechtliche" immer mit und es gelang ihr auch nie, oder höchst wahrscheinlich hatte sie gar keinen Bock drauf, alles in der einen demütigen Beschwichtigungsgeste "Raute" entschärfend zu bündeln, kommt mir das beständige Beanstanden des Timbres von Herrn Scholz doch reichlich aufgesetzt vor. Als Supermacho seit undenklichen Zeiten habe ich Lafontaine, den Saarlanddino auf dem Schirm. Dem es aufgrund allzu vieler "Willing Executioners" der Fundi-Herzen und einer, wie es mir stets schien, in erster Linie stringent coabhaengigen (und "natürlich" auch viel jüngeren) Ehegattin gelang, seinen ganz und gar zum Gähnen persönlichen "Maennerstreit" mit Supermacho Schröder erstaunlicher Weise bis in die Jetztzeit hinüber zu retten. "Links" ist jetzt, wo hinter einem Kartoffelacker die selige Werkssirene noch dröhnen könnte oder müsste, Männer noch in den Eckkneipen den Wochenlohn halb versaufen sollten, und dann Samstags Fußball Sonntags Frühschoppen, einen roh gefügten Klaps an den Hinterkopf fürs Kind, halb Bedrohung, halb Adaptionsaufforderung, die Olle einmal flachgelegt, und nächste Schicht. Davon ab will das ja niemand, also sollte man aber auch nicht immer über Erhards "Partizipationsversprechen" zb. während des Vietnamkriegs reden und andere ungeniert bis schadenfreudig in Zwangskoalitionen mit dem, was ja mal der "Klassenfeind" gewesen ist, verrotten lassen. Davon ab war die Art, wie Nahles ihre Rüstung allen vor die Fuesse warf, an sich sowieso ein archaischer Akt der reinen Dominanz. Dominanz ist auch ein schönes Frauenwort, kann jedenfalls sein, noch im Trojanischen Krieg sind Gunst entziehende dominante Göttinnen ja der tagtägliche Schrecken etwa des klugen Helden Odysseus. Olaf Scholz wirkte jedenfalls auf mich ebenso bis in die Zahnfuellungen rein erschrocken bis erschüttert, wie dieser andere mit leicht lichtem Haar namens "Robin Alexander von der Welt". Beide sehen so haargenau nach Odysseus aus, wie ich mir ihn als kleines Mädchen immer vorgestellt habe, deshalb komm ich darauf, irgendwie freudianisch verhaspelt, gerade. Jedenfalls hatte Nahles wohl Rücktritt als beispielgebenden emanzipatorischen Akt im Auge, und ging deshalb als starke Frau. Die Irrfahrt des Scholzomaten fängt erst an!

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mother_sky 05.06.2019, 16:22
191. Die Mitte - ein weites Feld

Zitat von Freier.Buerger
Sie werden die Ursache nicht finden, wenn Sie sie in Personen suchen. Sicher kann ein Sympath ein paar Prozentpunkte holen und ein Unsympath ein paar kosten. Viel wichtiger ist die Richtung in die die Partei läuft, der Markenkern, die Zielgruppe. Die SPD will öffentlich die Mitte ansprechen, vielleicht noch etwas mehr die linke Mitte. Mitte bedeutet hier nicht nur politisch die Mitte, sondern auch wirtschaftlich. Wer den Median verdient gehört zur Mitte, etwas drunter und drüber auch. Alle Forderungen der letzten Jahre zielten aber auf die unteren 10..20%, Mindestlohn, Basisrente, sonstige Aussagen und Forderungen für Niedriglöhner. Und immer ging es um Geld und Umverteilung welches letztlich durch die Mitte erwirtschaftet und von diesen über Steuern und Sozialabgaben bereitgestellt wird. Das ist DER Widerspruch. Die Sozen müssen Politik machen, für die 40 Mio Arbeiter und Angestellten, für die kleinen selbständigen Handwerker und Gewerbetreibenden, für alle, die für sich und die Gesellschaft arbeiten. Dass ist die Mitte. Da gibt es auch eine linke Mitte. Die Sozen könnten sich pausenlos auf die Schultern klopfen und auf die Brust schlagen, seht her, was wir für einen Aufschwung erzeugt haben. Natürlich gab es in den ersten Jahren Härten und Niedriglohn... Seit gut 5 Jahren steigen die Löhne deutlich. Viele Unternehmen suchen zuverlässige Mitarbeiter. Vielleicht kommt nicht jeder Paketfahrer gleich zum großen Automobilisten ans Band. Aber beim nächsten Mittelständler im Versand sind auch 2..3 EUR mehr drin und so kann man sich weiterempfehlen.
Die "Mitte" wird aber schon von der unter Merkel nach links gerutschten Union bedient, die sich im Übrigen auch besser verkauft als die SPD, die wiederum als Abklatsch der Union gesehen wird und bei der das Mitglied und der Wähler nicht so recht weiß, ob es sich nun um Fisch oder Fleisch handelt und wohin die Reise geht. Ich spreche mit Ausnahme von Oskar Lafontaine (oder gar Sahra Wagenknecht als Heilsbringerin?) auch nicht so sehr von bestimmten Personen, die das Zeug hätten, den festgefahrenen Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ich spreche von dem Entwurf eines gesamtgesellschaftlichen Konzepts, mit dem sich die SPD von den anderen Parteien hervortun, also profilieren und abheben könnte (Alleinstellungsmerkmal).

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gral59 05.06.2019, 16:31
192. Gähn

*gähn*
Nahles, Spargel, allerlei. Merken Sie eigentlich, dass Sie mit Ihren Kommentaren immer mehr den Frauen und der Frauenbewegung schaden? Sie nutzen ein Instrument, dass Despoten seit Jahrtausenden nutzen. Das Instrument der Spaltung. Ihre Kommentare, anfänglich kontrovers aber durchaus lesenswert, nehmen immer mehr spalterische Züge an. Durchaus haben die von Ihnen kommentierten Thema das Potenzial, die Benachteiligung von Frauen zu adressieren. Aber mit welcher Vehemenz Sie zunehmend den Keil zwischen die Geschlecht treiben, ist eher eines Erdogan, Trump oder Orban würdig, als einer Kämpferin für die Gleichberechtigung. Sich an diesen Männer zu orientieren und zu spalten, macht Sie genau zu dem, was sie eigentlich vorgeben, bekämpfen zu wollen.
P.S. Das war die letzte Kolumne von Ihnen, die ich gelesen habe.

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belinea12345 05.06.2019, 16:52
193. Oder aber ...

... Frau Nahles hat einfach nicht das nötige Format für den Posten? Ein Mann, der am Tag nach der Wahl fröhlich in die Mikrofone ruft, "ab morgen gibt's auf die Fresse!" hätte sogar eher für noch größeres Befremden beim Wähler gesorgt. Ebenso ein Mann der, um eine Analogie zu finden, "Hey, hey, Wickie!" geträllert hätte (statt das Pippi Langstrumpflied). Nicht jedes Scheitern einer Frau hat mit deren Frausein zu tun, genauso, wie nicht jedes Scheitern eines Menschen, dessen Eltern irgendwann mal aus dem Ausland eingewandert sind mit dieser Tatsache zu tun hat.

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na, ich 05.06.2019, 16:57
194. Geht's noch?!?!

Was ist das den für ein männerfeindliches, sexistisches Geschreibsel?!?! - Und das sage ich als Frau!!

Bin ich hier noch beim SPIEGEL oder schon in einem sexistischen, männerhassenden Emanzenblatt??

Liebe SPIEGEL-Redaktuere, ich lese ja nicht mehr häufig Euer Blatt, aber solche Artikel - von linkslinken sexistischen Quotenweibchen - sind ja das Letzte!
Sollte ich "Weibchen" auch schon nicht mehr sagen dürfen, bitte durch "Frauchen" ersetzen. Danke.

Bin ja gespannt, wann bei Euch die Quoten-"Divers" eingeführt werden... Die hetzten dann hier wahrscheinlich gegen Männer UND gegen Frauen...

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jerrinho 05.06.2019, 17:05
195. Das ist alles?

"..was verstörend ist angesichts der Tatsache, dass er sich in den letzten Jahren hauptsächlich mit der Verharmlosung beziehungsweise Leugnung von möglicher Polizeigewalt hervorgetan hat und ansonsten gern in Interviews Fragen wegschmunzelt."

Mehr Inhalt wird nicht geboten, um die Überschrift - immerhin eine implizite Rücktrittsforderung - zu bekräftigen? Das ist selbst für Frau Stokowskis Verhältnisse sehr dünn. Die Empörtheit darüber, dass von feministischen Journalistinnen und Unternehmerinnen auch neue, feministische Ideen "gratis" gefordert werden, entlarvt sie nur selnst als profitgeile Mitschwimmerin. Ideen? Entweder man hat keine, oder rückt sie nur für Kohle raus. Beides gleichermaßen traurig wenn man behauptet, dass man Anführer einer idealistischen Bewegung sein möchte.

Echter Idealismus ist schon immer kostenfrei.

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