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SPD-Krise: Warum Olaf Scholz noch da ist
REUTERS

Die siechende SPD kritisieren? Macht keinen Spaß mehr. Eins aber noch: Dass in der Politik Frauen in ausweglosen Situationen an die Macht dürfen, während Männer an ihren Posten kleben, entlarvt eine sexistische Doppelmoral.

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skeptiker-today 04.06.2019, 16:48
60. unerträglich

Ich weiss schon, warum ich üblicherweise keine Artikel von Frau Stokowski lese, und wünschte, ich hätte mir diesen auch geschenkt - aber der unaufhaltsame Untergang der SPD hat mich dann doch verlockent. Ein Fehler!
Erschreckend, welch abstruse und verquere Sichtweisen im Kopf von Frau Stokowski stattfinden. Mein Beileid - mit so einer Sichtweise muss das Leben traurig sein. Werde mir zukünftig wieder ersparen, solche Texte zu lesen.
Der erste Kommentar mit den Bild des Hammers trifft es leider sehr gut.

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Bernd S 04.06.2019, 16:49
61. Keine reinen Opfer oder Täter

Die SPD steckt in einer existenzbedrohenden Krise. Bei dem Kampf um die Richtung und Aufstellung der Partei schenkt sich niemand etwas: Andrea Nahles mag nun Opfer von offenen und verdeckten Angriffen diverser Genossen und Genossinnen geworden sein. Sie selbst hat vorher ebenfalls mit harten Bandagen ausgeteilt, da können jede Menge Genossen und Genossinnen ebenfalls ein Lied von singen (Gabriel und Schulz sind da nur prominente Beispiele). Das ist ja gerade das Problem, dass ein Miteinander und Solidarität gepredigt wird, untereinander in der SPD aber ein Umgang und Klima herrscht, gegen den der Steinzeitkapitalismus eine Wohlfühlveranstaltung ist. Ich kann hier in einigen Kommentaren von Journalisten zwar die üblichen Rollenstereotypen erkennen - das kritisieren Sie zu Recht. Aber wenn Frau Nahles Herr Nahles wäre, wäre er ebenfalls abgesägt worden. Sie ist nicht an frauenfeindlichkeit gescheitert und niemand hat Sie in ihr Amt gezwungen. Das Himmelfahrtskommando Nr. 1 (inkl. Absturz aus ungeahnten Höhen) hatte Martin Schulz. Himmelfahrtskommando Nr. 2 war nun Frau Nahles. Dass sich Herr Scholz und das neue Führungstrio nicht um Himmelfahrtskommando Nr. 3 prügeln ist nachvollziehbar. Ich glaube, aktuell ist Paketbote bei DHL nach einer ganzen Menge Kriterien sicherlich der bessere Job als Vorsitzender der SPD. Deshalb habe ich menschlich volles Verständnis für alle, die auf mangelnde Zeit oder Aufgaben als Landesmutter verweisen und deshalb nicht zur Verfügung stehen.

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zayoo 04.06.2019, 16:50
62. raus aus der Opferrolle

Sorry, aber den feministischen Käse erträgt man kaum. Die armen Frauen, ach mir kommen die Tränen. Man muss ehrlich sein, Frau Nahles hat als Vorsitzende ein jämmerliches Bild abgegeben, das hat aber nicht viel damit zu tun, dass Sie eine Frau ist, sondern eher mit fehlender Persönlichkeit und fachlicher Inkompetenz. Und ihre Vorgänger, Beck, Platzeck, Gabriel, Schulz und wie sie alle hießen, waren doch auch alle nur bessere Konkursverwalter. Allesamt Männer, die antraten als man dachte der SPD Tiefpunkt sei schon erreicht. keiner davon kam zu "guten" Zeiten. Man Stelle sich vor was los wäre, hätten jetzt 3 Männer die Führung übernommen.

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kayakclc 04.06.2019, 16:52
63. Spannend, wie Themen vermengt werden

Jeder Mensch ist verschieden: Diversität wird überall gepredigt. Wenn wir endlich das Geschlecht ausblenden können, oder für einen Moment wagen, Frau Scholz und Herr Nahles zu sagen, was bleibt dann? Es bleiben menschliche Charaktere, die sehr unterschiedlich sind, unterschiedliche Überzeugungen haben, und mit Kritik unterschiedliche umgegehen. Klar ist, wer der Chef oder die Chefin ist, trägt Verantwortung für den Laden. Da gibt es die Standhaften, die Wegducker, die Aussitzer und die Hyperaktiven. Für alle fallen mir Männer und Frauen ein. Wenn ich das Geschlecht mir Wegdenke bleibt: typsiche Nahles und typische Scholz aber eben nicht typisch Frau oder typische Mann. Es würde doch keiner auf die Idee kommen, nur weil Merkel, Wagenknecht Dreyer oder die vergessene Petry eine Frau sind, oder Schöder, Schäuble, Seehofer, Habeck oder Lafontaine die gleichen Eigenschaften andichten, nur weil sie Männer sind. Wer so argumentiert, lenkt von der eigentlichen Frage ab: was ist typisch Nahles und was ist Merkel und was ist Scholz, und wessen Eigenschaften bevorzugen wir? Die Reduktion auf die Genderfrage ist nur eine Ausflucht, sich nicht mit der eigentliche Ursache, nämlich den Gründen des Zerfall der SPD auseinanderzusetzten: warum laufen die Wähler davon und fast 85% wollen die SPD nicht unterstützen!
Seit der Europawahl fällt auch noch das SPD Kernland: das Ruhrgebiet. Die Grünen übernehmen bei der nächsten Kommunalwahlen die Rathäuser. Das wäre das Ende eine Ära! Da hätte Frau Nahles oder Herr Scholz antworten finden sollen!

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fflorian 04.06.2019, 16:52
64. Am Thema vorbei ...

In Vielem hat Frau Stokowski recht, insbesondere in der Kritik, dass man Frauen klischeehaft Emotionalität bzw. emotionale Motive ("Verwundung der Seele") unterstellt und Männern Rationalität bzw. rationale Motive ("politisches Scheitern"): Denn das sind geradezu "klassische" Geschlechterklischees bzw. Genderismen (wie Goffman sagen würde), die eigentlich schon längst überwunden sein müssten - die aber in einer Öffentlichkeit (die den Roll-Back vor die 68er-Wende anstrebt) fröhliche Urständ feiern, wie z.B. in der Zeitung mit den großen Buchstaben. Bis dahin richtig (wenn auch ohne Neuigkeitswert), und es ist unbedingt zu skandalisieren, dass bei diesem politischen Scheitern, was es natürlich war ("Rückhalt verloren"), sofort "typisch weibliche" Motive unterstellt werden. Der Rest ist falsch bzw. falsche Skandalisierung: Dass jetzt zwei von drei Mitgliedern des Übergangs-Vorsitzes Frauen sind, hat nichts mit dem zu tun, dass man immer Frauen vorschickt, wenn etwas "vor die Wand gefahren" wurde; dafür gibt es genügend Gegenbeispiele. Und dass Nahles zurückgetreten und Scholz noch im Amt ist, hat nichts mit irgendwelchen gender-typischen Eigenschaften zu tun: Es hat schlicht nichts miteinander zu tun. Damit ist schon die Überschrift falsch gewählt. Eigentlich schade, dass die Kolumne so am eigentlichen Thema vorbeigeht: Der (klischeehaften) motivationalen Einordnung eines Verhaltens, nur weil sich eine Frau so verhalten hat, mit einem klaren Zwischenruf entgegenzutreten.

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Spr. 04.06.2019, 16:52
65.

Zitat von Leser161
Zwei Namen gegen ihre These das Frauen immer in ausweglosen Situation ans Ruder müssen: Phillip Rösler und AKK. Wenn man nur einen Hammer hat sieht oft jedes Problem nach einem Nagel aus.
Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen sein sollte: AKK ist eine Frau! Phillip Rösler war zwar ein Junge, das ändert aber trotzdem nichts daran, dass Frauen wenn überhaupt meist erst dann ans Ruder kommen, wenn die Lage so hoffnungslos ist, dass sich kein Mann mehr dafür findet. Höchstens ein Junge, der die offensichtliche Gefahr des unvermeidlichen Scheiterns übersieht.

Aber wie immer wird der auffällig große Fanclub von Frau Stokowski auch unter diesem Artikel sehr viele Beiträge hinterlassen. Natürlich nur, um Frau Stokowski zu erklären, was sie schon wieder alles völlig falsch verstanden hat und noch viel übertriebener darstellt. Da stellt sich dann wie immer die Frage, warum es den auffällig großen Fanclub von Frau Stokowski überhaupt gibt. Muss wohl doch was dran sein an dem, was diese Frau schreibt!

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phrasenmaeher 04.06.2019, 16:52
66. Ernst gemeint, Frau Stokowski?

Männer kleben an ihren Posten? Das erklärt natürlich auch, wieso in Deutschland seit einem gefühlten Jahrhundert Frau Merkel das Ruder in der Hand hält. Denn die Führungsdiskussion, die hat due SPD keineswegs exklusiv, damit war die CDU vor nicht allzulanger Zeit auch beschäftigt. Eines der Ergebnisse dort lautet übrigens AKK. Und über Flinten-Uschi, die Allzweckwaffe der CDU, kompetent für einfach jedes Ministerium (und in so ziemlich jedem hat sie auch als Chefin gewirkt) , brauchen wir wohl nicht ernsthaft zu diskutieren, oder doch? Frau Nahles übrigens, die Dame, die einem gewissen Herrn Schulz seinerzeit... pardon, ihrerzeit... höchstselbst den Stuhl unter dem Allerwertesten wegsägte, die musste nun selbst den Platz räumen, weil ihre Haudrauf-Art den letzten Ergebnissen nach zu urteilen bei Wählern wie Wählerinnen ungefähr so gut ankam wie die Autobahnmaut. Quite simple, isn't it? Aber wenn man wie Sie in scheinbar alles einen Geschlechterkampf hineininterpretiert, dann ist Frau Nahles selbstverständlich nicht an sich selbst, sondern an ihren männlichen Genossen gescheitert, ist klar. Nehmen Sie es mir nicht krumm, aber ich kann Ihre Kolumne bei circa 99 von 100 Beiträgen partout nicht ernst nehmen.

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Newspeak 04.06.2019, 16:52
67. ...

Zitat von HerrTurtur
Ich bin selbst eine Frau und es gibt auf jeden Fall massive Benachteiligungen von Frauen in Parteien und der Berufswelt. [...]
Ja, und es gibt ebenso massive Bevorzugungen von Frauen, z.B. bei der Stellenbesetzung von Spitzenpositionen im Oeffentlichen Dienst und ueberall dort, wo man den Frauenanteil erhoehen will, aber die natuerliche Verteilung der Interessen das partout nicht hergibt. So wie in den Parteien, die vielleicht 20% bis 30% oder sogar deutlich weniger Frauenanteil haben, wo man aber eine 50% Quote fordert.

Die Diskussion ueber das Geschlecht ist vor allem auch deshalb problematisch, weil es eigentlich darum ginge, Probleme zu loesen, unter denen die Buerger dieses Landes in vielfaeltiger Form leiden, von der Miete bis zur Rente.

Und nebenbei ist das meiner Meinung nach auch mit ein Grund, warum der Waehler diese Parteien abstraft, die sich nur noch um sich selbst oder die Luxusprobleme einer ideologischen Klientel drehen. Es interessiert schlichtweg keinen vernuenftigen Menschen, ob gute Politik von einem Mann oder einer Frau gemacht wird, solange sie gut ist.

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realistico 04.06.2019, 16:53
68. Olaf Scholz ist noch da...

...weil er kein Pipi-Langstrumpf-Lied im Bundestag gesungen hat, es von ihm keine Videos über peinliche Karnevalsauftritte gibt, er nicht gegenüber Mitgliedern seines ehemaligen und vielleicht zukünftigen Koalitionspartners damit gedroht hat, dass es "ab morgen in die Fresse" gebe, usw. Und dazu, wenn auch sturzlangweilig, Ahnung von seinem Job hat.
Die ersten aufgezählten Punkte sind zwar nur soft-skills, zeigen aber wie wenig Andrea Nahles charakterlich für diesen Job an der Spitze geeignet ist, wenn nicht nur große Teile der Bevölkerung beginnen, sich für solche Politiker fremdzuschämen, sondern am Ende auch die eigenen Parteimitglieder.
Dass es auch anders geht, zeigt seit sehr vielen Jahren - und das sehr erfolgreich - die Nahles-Antithese Angela Merkel. Alleine dadurch erübrigt sich jegliche Sexismus-Debatte.

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betzebub 04.06.2019, 16:53
69. na klar...

Die arme Andrea Nahles, die arme Frau....
Ich habe immer noch das Bild im Kopf, wie die SPD-Führung nach der letzten Bundestagswahl die Bühne betritt. Alle schauen betröppel zu Boden nur eine strahlt als hätte sie gerade im Lotto gewonnen und das ist Andrea Nahles. Und warum? Weil sie in dem Moment weiß, dass sie die neue starke Frau werden wird und die Macht in der Partei übernehmen kann. Sei ihr ja auch gegönnt, schließlich hat sie sicherlich, neben ihrem Geschlecht, noch andere Qualifikationen für den Posten, auch wenn mir gerade mal wieder keiner einfällt...Aber, und das gilt nunmal für Männlein wie Weiblein, wenn ich mich schon so hinstelle, anschließend noch mächtig eine auf dicke Hose mache ("kriegen in die Fresse" etc., etc.) dann MUSS ich auch irgendwann mal liefern. Und wenn ich das nicht schaffe, dann ist eben irgendwann Schluss.
Abschließend noch eine kurze Anmerkung zu den beiden Damen und dem Herrn, die jetzt "den Karren aus dem Dreck" ziehen sollen. Um es klar und deutlich zu sagen: KEINE/R von denen wird die SPD retten!

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