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SPIEGEL exklusiv: Gurlitt will kein einziges Bild freiwillig zurückgeben
REUTERS

Cornelius Gurlitt, der Besitzer des Schwabinger Kunstschatzes, äußert sich im SPIEGEL erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn. Sein Vater habe die weit mehr als tausend Kunstwerke "rechtmäßig erworben", Beweise dafür habe er der Staatsanwaltschaft geliefert. "Freiwillig gebe ich nichts zurück", sagt der 80-Jährige.

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elhesperus 17.11.2013, 13:05
100. freiwillig? weshalb?

ganz im Gegenteil: Diese "Juristenclique" die Ihn beraubt haben, sollten vor Gericht. Wir normalen Bürger gehen noch naiverweise von der Unschuldsvermutung aus. Diese Clique schert sich nicht um Gesetzte, sie machen ihre eigenen. Warum der Raub der Gurlittbilder geheim gehalten werden sollte ist dann auch jedem Bürger klar. Aber Gott sei dank sind sie aufgeflogen. Ich möchte mal außerdem wissen, wieviel wirkliche "Beute-Kunstschätze" sich anderen Haushalten (deutschen/russischen/amerikanischen) befinden. Werden jetzt Haussuchungen veranlaßt, wenn wir ein paar Euro in der Tasche haben?

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schnuffschnuff 17.11.2013, 13:05
101.

Zitat von carlitom
Wie kann der Vater von Gurlitt mehr als tausend Kunstwerke dieser "Güteklasse" und unter der Zeit der Naziherrschaft rechtmäßig erworben haben? Welches Vermögen hätte er dann haben müssen, um alle diese Kunstwerke gekauft und bezahlt zu haben? Und wenn er sie nicht gekauft hat, was sollte daran "rechtmäßig" sein? Hier spricht ein alter, verwirrter Mann, der sich seine Legende gebastelt hat. Nichts davon ist glaubwürdig. Der einzige, der das wohl inzwischen glaubt, ist er selbst.
Sie unterstellen hier einem älteren Herrn, den Sie gar nicht persönlich kennen, dass er verwirrt ist, kommen aber selbst nicht auf die so überaus simple Idee, dass man zum Erwerb der betreffenden Kunstwerke vor ca. 80 Jahren keine von der Presse herbei phantasierte Euro-Milliarde aufbringen musste.

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tomatosoup 17.11.2013, 13:07
102. Verjährung

Sofern nicht Gurlitt das Eigentum gutgläubig ersessen hat, also die Eigentümer das Eigentumsrecht an den Bildern nicht verloren haben, sind ihre Herausgabeansprüche verjährt. "Die Verjährung ist die Mutter des Menschengeschlechts." Die Berufung auf die Verjährung ist rechtmäßig, sie ist auch in diesem Fall nicht arglistig. Der Gesetzgeber hätte vor Eintritt der Verjährung ein neues Verjährungsrecht für diese Fälle schaffen können, aber dazu kam es nicht. Glück für Gurlitt.

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curticurt 17.11.2013, 13:08
103. Rechtsstaat?

Die BRD ist Rechtsnachfolger von Nazideutschland und somit legitimiert zur Rechtsbeugung, siehe Bruch des Maastricht-Vertrages. Bin schon gespannt auf das rückwirkend aufgelegte "Gurlitt Gesetz" (wer mehr als 1499 Gemälde in einer Wohnung lagert, muss diese vollständig und anspruchslos dem deutschen Staat übereignen).

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pegoce 17.11.2013, 13:09
104.

Zitat von docthedoctorgimmethenews
Alles schön und gut, aber aus welchem Grund hat sein Vater nach dem Krieg angegeben, die ganze Sammlung sei in seiner Wohnung verbrand? Wenn ich rechtmässiger Besiter bin, wieso muss ich dann lügen? Für mich ist da etwas noch ganz und gar nicht geklärt. Auch seltsam, wenn ich echte Gemälde von unschätzbarem Wert besitze, dann lagere ich die doch nicht einfach so in einer kleinen Schwabinger Wohnung....Ich finde es voll ok dass da Untersuchungen angestellt werden!
Weil die Debatte nach dem Krieg in einer weitaus anderen Art und Weise geführt worden ist. Da waren viele hinter solchen Sammlungen her. So manche Kriegsdevotionalie befindet sich seit 1944 ff. als die Allierten auf deutsches Gebiet vorstießen im Familienbesitz damaliger Soldaten etc. Und wer ist verpflichtet, sein Vermögen gegenüber den Dritten offenzulegen?

Schließlich ist auch zu sehen, dass eine Vielzahl der Werke erst im Laufe der Zeit den Wert erlangt haben, der ihnen heute beigemessen wird. Die Sammlung war zum damaligen Zeitpunkt nicht das Wert, was heute als Wert angenommen wird.

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pegoce 17.11.2013, 13:11
105.

Zitat von blitzunddonner
raubkunst, die sich in deutschland und österreich in privathand befindet, kann nicht zurückgefordert werden. juristisch ist gurlitt da wohl auf der sicheren seite. moralisch aber nicht. denn die gesetzeslage dieser beider länder ist skandalös. das betrifft auch die verjährung. hier müssen die entsprechenden internationalen abkommen und die dazu gehörigen deutsche gesetze dringends geändert werden. kann doch nicht sein, dass profiteure vom raub an emigrierten oder gar ermordeten juden sich weiterhin bereichern dürfen. die kunstschätze gewinnen ja zudem beständig an wert!
Und wer sagt denn, dass es sich um Raubkunst handelt? Wer kennt die Preise die beim Erwerb bezahlt worden sind? Wer kennt die Vita der Bilder? Alles schöne Spekulationen, die aber geeignet sind, sich als Wahrheiten zu manifestieren.

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ugroeschel 17.11.2013, 13:13
106. Siftung gründen

Herr Gulitt sollte in der Schweiz eine Stiftung gründen in die er seine Bilder einbringt. Die Stiftung kann die Bilder gegen Gebühr für Ausstellungen verleihen oder nach und nach Gemälde versteigern lassen. Die Erlöse könnte Herr Gurlitt für karitative Zwecke spenden.

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pegoce 17.11.2013, 13:16
107.

Zitat von BoMoUAE
Wahrscheinlich werden die Werke erst durch die deutschen Behoerden zu Raubkunst. Allerdings erschliesst es sich mir nicht, warum ein 80 Jahre alter Mann ohne offensichtliche Erben diese Sammlung nicht z.B. durch eine Stiftung oeffentlich machen sollte? Er hat die Kunstwerke sein Leben lang versteckt. Jetzt haette er die Gelegenheit, dies zu aendern.
Weil es seine Bilder sind, seine Familie ist?! Würden Sie Ihre Fotoalben ausstellen? Man muss auch begreifen, dass es keinen allgegenwärtigen Anspruch auf alle Kunst gibt.

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kurswechsler 17.11.2013, 13:16
108. Vorausetzungen?

Zitat von toormaschine
Es mag ja sein, dass er meint, diese Bilder einfach geerbt zu haben. Aber interessant wäre zu erfahren, wie "rechtmäßig" die Bilder in den Besitz des Vaters gekommen sind. Und ich bin kein Jurist, aber (auch gutgläubiger) Erwerb von gestohlenen Sachen ist nicht möglich - wie sieht's bei Erbe aus ?? Und einfach "gesammelt" hat sowas kein Mensch.
Wenn nichts gestohlen oder bei Dritten unrechtmäßig enteignet wurde, fehlen entscheidende Voraussetzungen, Rückforderungen durchzusetzen. Das Problem sehen Juristen wohl bereits. nicht.

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Gerdtrader50 17.11.2013, 13:16
109. @a_tetzlaff Rechtsmissverständnisse ?

"25. Ein komische Rechtsverständnis
heute, 10:55 Uhr
[Zitat von sysopanzeigen...] greift da heute in D. um. Erst wenn es wirklich Anhaltspunkte für Raub, Betrug... gibt, kann die Staatsanwaltschaft meine Wohnung durchsuchen. Und wenn sie etwas findet, dann hat SIE mir nachzuweisen, dass dieser Besitz unrechtmässig erworben wurde. Erst dann kann man konfiszieren, ermitteln..."

Vor Beginn einer Strafermittlung hat zumindest ein Anfangsverdacht zu stehen. Erhärtet sich dieser Anfangsverdacht im Rahmen des Ermittlungsverfahrens, hat dieses weitergeführt zu werden. Man nennt dies dann dringender Verdacht. Dann kann die STA und die Polizei Wohnungen durchsuchen, etc. beschlagnahmen. Jedoch: Nur weil irgendeiner glaubt, einen Verdacht haben zu müssen, können die nicht einfach in Wohnungen einbrechen, auch mit nicht mit richterlichem Beschluss, wenn dieser aufgrund falscher Angaben gemacht wurde. Die STA muss hier dem Beschuldigten jedes einzelne Bild, welches er geerbt hat, als unrechtmässig erworben nachweisen. Mach das mal nach 70 Jahren. Die können sich warm anziehen. Nicht die Leute haben ein falsches Rechtsverständnis, sondern der Staat hat sich in den letzten Jahren (auch zu anderen Gelegenheiten als dieser) ein erhebliches Unrechtsbewusstsein angeeignet, wenn sie irgendwo Geld sehen, da ist sogar die Bundesmutti im Kanzleramt nicht gefeit. Ich würde denen etwas husten anstelle des Mannes. Sollen sie doch ihr Ermittlungsverfahren führen, das ist in 10 jahren immer noch nicht zu Ende. Beim Ableben des Mannes gehts zwangsweise zu Ende. Anstelle der Erben, falls es welche gibt, würde ich diesen Fritzen gerichtlich die Hosenböden lang ziehen lassen, bis zum geht nicht mehr. Damit denen ihre Scherze vergehen.

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