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SPIEGEL exklusiv: Gurlitt will kein einziges Bild freiwillig zurückgeben
REUTERS

Cornelius Gurlitt, der Besitzer des Schwabinger Kunstschatzes, äußert sich im SPIEGEL erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn. Sein Vater habe die weit mehr als tausend Kunstwerke "rechtmäßig erworben", Beweise dafür habe er der Staatsanwaltschaft geliefert. "Freiwillig gebe ich nichts zurück", sagt der 80-Jährige.

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GSYBE 17.11.2013, 11:03
30.

Zitat von skeptiker007
Sein Vater hat alle Bilder rechtmäßig erworben. Deshalb hat er auch nach dem Krieg erklärt, dass alle Bilder verbrannt sind.
Warum er dies tat, können wir ja jetzt nachlesen.

Scheint ein weiser Mann gewesen zu sein, der Vater...

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knürken 17.11.2013, 11:03
31. Mal ganz ehrlich:

Ich hätte die Bilder auch gekauft, bevor sie verbrannt werden. Aber das kann man vielleicht nur verstehen, wenn man in der Lage ist, eine emotionale Beziehung zu Kunst und Künstlern zu entwickeln.

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jjcamera 17.11.2013, 11:04
32. Vergangenheitsbewältigung

Zitat von sysop
Cornelius Gurlitt, der Besitzer des Schwabinger Kunstschatzes, äußert sich im SPIEGEL erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn. Sein Vater habe die weit mehr als tausend Kunstwerke "rechtmäßig erworben", Beweise dafür habe er der Staatsanwaltschaft geliefert. "Freiwillig gebe ich nichts zurück", sagt der 80-Jährige.
Im offiziell verbreiteten Geschichtsbild werden gerne einige wenige Nazibonzen, Göhring oder Adolf Hitler selbst für die Verbrechen der Nazizeit verantwortlich gemacht. Das gesamte deutsche Volk war im aktiven oder passiven Widerstand und war strikt und kämpferisch gegen die Verbrennung von Bilder (und anderer Sachen), die der entarteten Kunst zugeordnet wurden. Leider sieht die Wahrheit anders aus. Kaum jemand aus dem deutschen Volk erkannte den kulturellen Wert dieser Bilder, und so gut wie niemand versuchte die Bilderverbrennung zu verhindern. Den meisten war es völlig egal. Ihnen gefielen die Bilder ohnehin nicht.
Jetzt sollen die letzten noch Verbliebenen - oder ihre Erben - die wenigstens den Wert der Bilder für die deutsche Kultur - der Geldwert war damals eher gering - erkannten und sie in Sicherheit brachten (völlig legal war das damals ja nicht möglich) auch noch für ihren "Verrat am deutschen Volk" bestraft werden?
Man müsste Herrn Gurlitt danken, ein Museum einrichten und ihn höflichst bitten, seine Bilder dort auszustellen. Dass man - auch in der Presse - den Mann wie einen Verbrecher behandelt, zeigt, dass es mit der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit nicht weit her ist.

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kladderadatsch 17.11.2013, 11:06
33. Wurden die deutschen Museen geschädigt?

Wenn die deutschen Museen enteignet bzw. zum Verkauf durch die Nazis gezwungen wurden, ist die Allgemeinheit geschädigt worden. Eine Rückübertragung zum ursprünglichen Kaufpreis ist hier moralisch angemessen. Und wenn es wirklich so war: "Der Großteil der Bilder stammt aus deutschen Museen, welche die Nazis als "entartete Kunst" zu Schleuderpreisen ins Ausland verkauften." wie die NZZ im ersten Kommentar zitiert wird, sollte hier ebenfalls eine Rückabwicklung stattfinden. Nazi-Deutschland war ein Unrechtsstaat.

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axelsius 17.11.2013, 11:07
34. ans licht, schnell

schwierig. es wäre aber wünschenswert, dass die werke der allgemeinheit zugänglich gemacht werden. wem sie gehören, das ist dann zweitrangig. ich plädiere für großzügige abfindung. mit dem herrn gurlitt kann man sich bestimmt einigen. die werke sollten endlich ausgestellt werden und nicht weiterhin weggesperrt werden.

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juttakristina 17.11.2013, 11:09
35. meinsenf1,

das macht aber nicht Gurlitt zum Eigentümer, denn er hatte die Bilder ja praktisch nur treuhänderisch erhalten, um sie im Auftrag der Nazis ins Ausland zu verkaufen. Demnach haben zwar die Museen keinen Anspruch, der deutsche Staat aber schon.

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aueronline.eu 17.11.2013, 11:09
36. dieser Mann ist zu bestaunen!

Lässt ihm seine... Seine Bilder. Alles andere ist quatsch.

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joachimfalkowski 17.11.2013, 11:10
37. ....

..... Man zankt sich über Omas Erbe , aus einer schlimmen blutbesudelten Zeit. Im Focus einen immensen Geldwert den natürlich niemand kampflos aufgeben will. Recht Unrecht Moral etc.
Stellt sich nicht gleichzeitig heraus das den Mensch unfähig ist sich zu artikulieren und sein Wunsch sich mitzuteilen den Anderen nicht erreicht. Wie deprimierend.

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oldtimerfan 17.11.2013, 11:10
38. Bei so hohen unschätzbaren heutigen....

Zitat von sysop
Cornelius Gurlitt, der Besitzer des Schwabinger Kunstschatzes, äußert sich im SPIEGEL erstmals zu den Vorwürfen gegen ihn. Sein Vater habe die weit mehr als tausend Kunstwerke "rechtmäßig erworben", Beweise dafür habe er der Staatsanwaltschaft geliefert. "Freiwillig gebe ich nichts zurück", sagt der 80-Jährige.
Werten, der Bilder, die damals verschleudert wurden, kommt bei vielen Menschen Neid und Gier auf. Der Verstand setzt aus und Goldgräberstimmung macht sich breit. Der einzige Grund die Bilder zu beschlagnahmen war, die Sicherung von den hohen Werten. Alle die hier schon spekulieren, es könnten ja Gemälde spurlos verschwinden, sei gesagt, die Gemälde lassen sich jetzt nicht mehr anonym in bare Münze umsetzen, dafür ist es zu spät und der Schatz zu wertvoll. Fünf Jahre hatten die Amerikaner Zeit, rechtmäßige Besitzer zu finden. Es ist und bleibt das Eigentum des Herrn Gurlitt, zur Freude seiner Anwälte die hier auch Gewinner sind bei solch einem Streitwert.

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kunstfreund99 17.11.2013, 11:12
39. Schlimmer als im Sozialismus

Ohne die öffentliche Aufmerksamkeit hätte man Gurlitt schön klammheimlich enteignet. Schön blöd, dass man jetzt den rechtstaatlichen Weg gehen muss und die Sache mit dem Steuerstrafverfahren plötzlich nicht mehr zieht. Da versucht man es halt eben auf der Moral-Schiene. Dass Gurlitt sich nicht darauf einlässt, wird die Interessengruppen des Milliarden-Schatzes nicht freuen. Für diese scheint es eng zu werden. Mal sehen, wie lange Gurlitt dem Druck, der jetzt aufgebaut wird, standhalten kann. Denn um die Kunst ansich geht es hier nicht. Es geht um enorme Werte. Und da sind die Ambitionen der Interessengruppen größer, als man sich vorstellen kann.

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