Forum: Kultur
SPIEGEL-Leserkonferenz: "Es gibt auch ein Dazwischen"
Isabela Pacini

Wie viel Haltung erwarten Sie vom SPIEGEL und wie viel Neutralität? Welche Themen vermissen Sie? Das wollte die SPIEGEL-Redaktion von ihren Lesern wissen. Und lud deshalb zur Leserkonferenz nach Hamburg.

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McMuffin 26.05.2018, 14:56
1.

Es ist komisch, dass sich die Spiegel-Redaktion wundert, wenn Leser sich weniger Belehrung, weniger von oben herab berichten, weniger Kumpanei mit dem Politikbetrieb wünschen. Wenn man sich die Medienlandschaft anschaut, ist das Urteil relativ klar: Die deutschen Medien, allen voran der Spiegel, haben einen Haltungsschaden.

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go2dive 26.05.2018, 14:57
2. Einladung

Ich war auch eingeladen, da ich aber in Chiang Mai/Thailand lebe, wäre mir die Anreise doch zu weit gewesen. So eine Leserkonferenz finde ich eine gute Sache und genau die Dinge die im Artikel angesprochen werden stören mich auch (nicht nur im SPIEGEL): Trump, Trump und nochmal Trump - ich habe einen Screenshot gemacht, da ging es in den ersten drei Schlagzeilen auf SPON um Trump.
Entweder wird über die Superreichen berichtet oder über die Armen. Kaum Artikel über die Mittelschicht. Dabei sind doch die Geschäfte voll, Restaurants ebenso, der Auslandstourismus boomt und die Mercedes C-Klasse ist das drittbest verkaufte Auto Deutschlands.

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joG 26.05.2018, 15:24
3. Ich finde es wirklich gut....

....dass Sie sich damit beschäftigen und fände es anerkennenswert, wenn Sie es anwenden.
Es ist aber halt so. dass ich aus verschiedenen Gründen Informationen in recht großer Zahl international vergleiche und gegen Quellen checke. So schaue ich oft bspw ein Video des Interviews oder der Rede an und vergleiche mit der Darstellung oder der simultan gelieferten Wiedergabe, was ich dreisprachig leicht kann. Auf Grund solcher Beobachtungen kann ich recht zuversichtlich bestätigen, dass nicht nur meist die Berichterstattung durch die jeweilige Kultur Fakten gefärbt werden, oft meinungsbestättigend falsch übersetzt und selektiv zitiert wird. Das ist regional teilweise so intensiv durch Paradigmen homogenisiert, dass man den Kulturbereich verlassen muss, um eine Vorstellung zu bekommen, was wirklich geschah.

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Newspeak 26.05.2018, 15:32
4. ...

In einem Parallelbeitrag zur Debatte heisst es

"Was ist plötzlich so schlimm daran, dass sich Medien in manchen Dingen einig sind? Etwa darin, dass Deutschland eine humanitäre Verantwortung hat, sich um Flüchtlinge zu kümmern, und Rassismus in diesem Land keinen Platz haben sollte."

Genau das ist das Problem. Die Medien sollen sich nicht einig sein. Ihr sollt objektiv berichten. Nicht mehr, nicht weniger. Ohne Konsens, ohne Wertung, ohne Meinung. Später kommt dann dieser Satz

"Dazu braucht es nicht die saubere Trennung von Nachricht und Kommentar, sondern in erster Linie Respekt."

Doch GENAU diese Trennung braucht es. Wenn mich die Meinung von Jemandem interessiert, kann ich Dutzende Leute in meinem Umfeld fragen...da gibt es schon genug Diversität. Die Fakten kann ich aber nicht selbst recherchieren, DAS, und das allein, ist Euer Job. Ich brauche als Leser keine Respektsbekundungen, ich brauche Fakten, Fakten, Fakten.

Nebenbei...dass es in dem Parallelbeitrag wieder mal kein Forum gibt, zeigt nur den mangelnden Respekt vor dem Leser. Was ist eigentlich so schwer daran, unter ausnahmslos JEDEM Beitrag ein Forum anzubieten, das auch nicht je nach Gusto wieder schnell geschlossen oder entfernt wird?

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yugorette 26.05.2018, 15:33
5.

Tja, SPON und Spiegel, ein Entfremden auf Raten. Ich hatte 10 Jahre lang (2005 - 2015) ein WamS Abo und habe mir jahrelang regelmäßig Spiegel am Kiosk (je nach Inhalt) gekauft. Als dann 2015 diese blinde kritiklose Pro-Grenzöffnung-Berichterstattung in beiden Medien begann kündigte ich mein Abo bei der WamS und hörte auf mir fast jede Woche Spiegel Printausgabe zu kaufen. Verärgert war ich vor allem, dass SPON im Herbst 2015 absichtlich keine negativen Kommentare zum Thema Öffnung der Grenzen durchließ , stattdessen jeden der Bedenken anmeldete als rechts oder gestrig abstempelte. Wie arrogant ! Als ob die Chefredakteure damals kein Interesse an der Meinung eigener Leser hatten. Wir haben uns entfremdet, gelegentlich blättere ich mal in einem Spiegel in der Zeitungsecke bei Rossmann durch und stelle fest, seit 2015 immer die gleiche Leier, Rosa-Rote Brille bei Flüchtlingspolitik, gefühlt 1000-ter Artikel gegen Trump (ja der ist schlimm, aber es ist zu viel, bitte nicht jede Woche) und irgendetwas gegen Autoindustrie, Diesel-Schiffe in Hamburg oder Böller-Feinstaub zum Silvester sind dabei kein Thema. ...alles kein Grund für mich Geld auszugeben. Spiegel Redakteure müssen sich fragen, ob sie eine grüne Nische bedienen wollen oder etwas breitere Leserschaft haben möchten.

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ulli7 26.05.2018, 15:35
6. Das Problem sind nicht führende Printmedien wie der SPIEGEL

Bei den führenden Printmedien hat in jüngster Zeit ein Umdenken stattgefunden. Man merkte offenbar in den Redaktionen, dass man bei der Berichterstattung in den Anfängen der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 ein zu einseitiges, regierungsfreundliches Bild zeichnete. Das Problem sind die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF - quasi Staatsfernsehen. Wenn die mit ihren acht Milliarden leicht verdienten Einnahmen so weiter machen wie bisher, dann dürfte der Einfluss der fortschrittlichen Printmedien immer weiter zurückgehen und damit auch eine objektive Berichterstattung gefährdet sein.

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WolfThieme 26.05.2018, 16:00
7.

Zitat von yugorette
Tja, SPON und Spiegel, ein Entfremden auf Raten. Ich hatte 10 Jahre lang (2005 - 2015) ein WamS Abo und habe mir jahrelang regelmäßig Spiegel am Kiosk (je nach Inhalt) gekauft. Als dann 2015 diese blinde kritiklose Pro-Grenzöffnung-Berichterstattung in beiden Medien begann kündigte ich mein Abo bei der WamS und hörte auf mir fast jede Woche Spiegel Printausgabe zu kaufen. Verärgert war ich vor allem, dass SPON im Herbst 2015 absichtlich keine negativen Kommentare zum Thema Öffnung der Grenzen durchließ , stattdessen jeden der Bedenken anmeldete als rechts oder gestrig abstempelte. Wie arrogant ! Als ob die Chefredakteure damals kein Interesse an der Meinung eigener Leser hatten. Wir haben uns entfremdet, gelegentlich blättere ich mal in einem Spiegel in der Zeitungsecke bei Rossmann durch und stelle fest, seit 2015 immer die gleiche Leier, Rosa-Rote Brille bei Flüchtlingspolitik, gefühlt 1000-ter Artikel gegen Trump (ja der ist schlimm, aber es ist zu viel, bitte nicht jede Woche) und irgendetwas gegen Autoindustrie, Diesel-Schiffe in Hamburg oder Böller-Feinstaub zum Silvester sind dabei kein Thema. ...alles kein Grund für mich Geld auszugeben. Spiegel Redakteure müssen sich fragen, ob sie eine grüne Nische bedienen wollen oder etwas breitere Leserschaft haben möchten.
Dass der SPIEGEL eine "grüne Nische" bedient, scheint mir ein reichlich schiefes Bild. Und eine "breitere Leserschaft", wo soll die herkommen? Vielleicht mehr über das Volk der abgehängten Deutschen und ihre Probleme, also mehr Völkisches, und diesen Volkswillen dann genau beobachten als eine Art Volksbeobachter oder Völkische Beobachter?

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friendsol 26.05.2018, 16:31
8. ... das Problem

... ist, dass die Damen und Herren Redakteure sich mit ihrer Rolle als Berichterstatter nicht zufrieden geben sondern ganz nach ihren persönlichen Vorstellungen die Meinungsbildung beeinflussen wollen. Und dann von einer "überlegenen" moralischen Position aus, von denen die meisten Leser wissen, dass sie ohnehin nicht durchzuhalten ist. Und noch etwas: Die Tendenz, Leute, die sich aus ganz eigennützigen Gründen nicht an Regeln halten, zu Helden oder armen Opfern der Gesellschaft zu stilisieren.

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ollis.post 26.05.2018, 16:33
9.

Ich bin sehr froh das der Spiegel eher links und grün berichtet. Ich würde sofort die Flucht ergreifen wenn hier Herr Fleischhauer das Zepter in die Hand nehmen würde.

Was A Freitag und das gesamte Wochenende immer nervt: Am Anfang und Ende nahezu jedes Artikels: „Auch zu finden in neuen Spiegel Heft“ ... Es reicht das einmal kurz zu erwähnen. Danke für die Aufmerksamkeit

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