Forum: Kultur
SPIEGEL-Leserkonferenz: "Es gibt auch ein Dazwischen"
Isabela Pacini

Wie viel Haltung erwarten Sie vom SPIEGEL und wie viel Neutralität? Welche Themen vermissen Sie? Das wollte die SPIEGEL-Redaktion von ihren Lesern wissen. Und lud deshalb zur Leserkonferenz nach Hamburg.

Seite 7 von 8
Ein Stein! 26.05.2018, 21:49
60. Es geht auch einfacher!

Wenn das Zeitlimit abgelaufen ist, melden sie sich einfach erneut an.
Dann aktualisieren Sie die Ansicht.
Nun sollte Ihr Text im Dialog sichtbar sein.
Ist er es nicht, gehen Sie auf die "Zurück"- Schaltfläche (Pfeil nach links), ggf. mehrmals, und Sie werden feststellen, Ihr Beitrag wurde im Dialog gespeichert.
War bei mir zumindest in 100% der Fälle so!
Wenn Sie zwischenzeitlich (außer Weiterlesen) keine Bedienhandlungen vornehmen, gilt dies natürlich auch für nicht veröffentlichte Beiträge, einfach erneut senden ;-)))

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kein Lemming 27.05.2018, 08:38
61. Ohje, wo fängt man da an

und wo endet man?

Hofberichterstattung der USA und Trump: Leute, ich lebe in Deutschland und hier in Europa und nicht in den USA. Wenn mich da was interessiert, dann kann ich in der heutigen Zeit mir im Internet von dortigen Medien das vor Ort holen. Und wenn schon Auslandsberichterstattung, dann doch bitte endlich mal deutlich ausgewogener. Gibt es Portugal noch? Oder ist das unbemerkt schon längst ins Meer gespült worden? Ich bekomme, überzogen gesagt, sofort mitgeteilt wenn in irgendeinem Bundesstaat der USA in irgendeinem Zoo ein Affee einem Elefanten die Nuss klaut. Aber was hier in Europa so passiert, schon im Nachbarland Niederlande, da scheint es wohl nur noch eine rechtspopulistische Partei zu geben. Keine Jubiläen, keine Deutsch-Niederländischen Pojekte mehr, gar nichts mehr. Traurig für ein Medium eines Landes, das ja so EU-überzeugt sich gern präsentiert.

Bevormundung: Haben andere Foristen schon ausreichend erklärt, was auch meine Meinung dazu ist. Behaltet Eure Ansichten und Euer Weltbild einfach mal endlich für Euch! Ich möchte hier bitte neutrale Berichte sehen, die ausgewogen und beide Seiten einer Münze vorurteilfrei bedacht. Denn ich bilde mir meine Meinung selbst.

Passiert für Euch in diesem Land eigentlich auch noch was positives? Zu lesen bekommt man auch bei Euch so gut wie nichts mehr darüber. Mein größtes Mitgefühl an all jene Menschen, die das nicht mehr sehen können wollen. Immer nur Drama und Miese Stimmung hat in meinem Leben keinen Platz und ist nicht das Bild, welches ich hier täglich real zu sehen bekomme.

Welcher Journalist oder Redakteur oder gar noch mehr auch immer mit welcher anderen Person der Öffentlichkeit einen Grabenkrieg führt - ich möchte sowas einfach nicht aufgedrückt bekommen. Das ist Schlammschlacht der untersten Kategorie und meinetwegen können diejenigen sich gern privat mit Mails oder im persönlichen Gespräch weiterhin gegenseitig bekriegen. Haltet mich als Leserin bitte einfach künftig da raus.

Kann der Spiegel eigentlich noch selbst und eigenständig recherchieren? Oder besteht heutige Pressearbeit gefühlt nur noch daraus, Berichte des dpa zu kopieren, nachplappern was andere veröffentlichten? Man liest immer mehr das, was andere schon berichtet haben. Ständig ein wäre, hätte, laut dem oder dem, Zeitung XYZ berichtete das oder das. Wenn ich hier nur Werbung für die Arbeit anderer erhalte, was soll ich denn hier noch weiter lesen? Da geh zumindest ich doch dann automatisch weiter zum Orginal. Was ist denn der Spiegel da noch?

Ich hab den Spiegel mal gern gelesen. Längere Autofahrten oder andere längere Reisewege, war der Spiegel immer dabei. Bei der ein oder anderen Ausgabe, war ich sogar nicht schnell genug sie war schon vergriffen, als ich danach greifen wollte und hab mich über mich selbst geärgert darum. Wartezeiten bei Ärzten, da hab ich immer zuerst den Spiegel gegriffen. Heute ist der für mich so wenig beachtenswert, wie von jeh her irgendwelche Klatschpresse. Ich habe für den heutigen Spiegel einfach kein Geld mehr übrig und selbst meine noch so lange Wartezeit ist mir dafür zu schade geworden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jizzyb 27.05.2018, 09:16
62. Das mit den Kommentaren ist so ein Thema

Mein letzter von SPON veröffentlichter Kommentar stammt vom 08.05.2018.
Inzwischen habe ich bestimmt 6-7 weitere Kommentare zu diversen Themen geschrieben.

Nettiquette eingehalten? Ja, natürlich.
Zum Thema? Selbstverständlich
Alles sauber und sachlich begründet? Aber klar!

Mein Fehler:
Meine Meinung ist nicht der von SPON vertretene Mainstream. Auch hierzu hatte ich einen etwas längeren Kommentar abgegeben.
Veröffentlicht? NEIN!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
siryanow 27.05.2018, 09:47
63. SPIEGEL Leserkonferenz

Ich muss gestehen, dass sich seit Augstein's Tod einiges geaendert hat und oft der Eindruck entsteht, das der SPIEGEL nach rechts gedriftet ist. Jedoch bin ich froh das es Euch gibt. Den ohne den SPIEGEL wuerde es in der Republik schwer sein vor lauter "Rechten" noch einige "Linke" zu finden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neandiausdemtal 27.05.2018, 10:20
64. Zusammenhang???

Zitat von luny
Hallo Neandiausdemtal, es geht nach meiner Meinung nicht darum, ob SpOn nun belehren will oder nicht, sondern eher darum wie auf SpOn damit umgegangen wird, wenn jemand eine kontroverse Meinung vertritt. Wird die dann veröffentlicht oder lieber zensiert? Meinungsjournalismus kann ein Verlag betreiben. Wie er mit den kritischen Stimmen umgeht, ist die entscheidende Frage. Wer mit einer fundierten gegenteiligen Meinung kein Gehör mehr findet, stellt einfach den Konsum dieses Mediums ein. Das wird zur reinen Zeitverschwendung und am nächsten Wahltag wirft man zur Wahlentscheidung einfach Dartpfeile - ist sowieso egal, was dabei herauskommt. LUNY
Was hat denn eine Wahlentscheidung mit der Kommentiererei auf SPON zu tun?
Wer mit Ausdicht auf Erfolg und im Idealfall sogar nachhaltig in der Politik mitgestalten will, muß in einer demokratischen Partei mitmachen und Engagement zeigen. Aus diesem Grund sind auch die meisten Kritiker von Politiker, z. Bsp hier auf SPON, kaum ernst zu nehmen, sondern tendenziell er lustig bis lächerlich. Das gilt verstärkt, gerade wenn man sich über reine Lobbyisten, wie zum Beispiel J. Spahn (Pharma), aufregt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jamesteakirk 27.05.2018, 11:43
65. Politische Korrektheit

Man könnte die Problematik auch ganz einfach zusammenfassen: Unsere Presse kann sich sehen lassen. Nur eben nicht bei den Themen der politischen Korrektheit: Islam, Gender, "Gleichstellung", "Flüchtlinge", Feminismus etc.

Da hilft auch kein Dialog mit den Lesern. Weil die Journalisten selbst gar nicht ahnen, wie sehr sie linksideologisch sozialisiert sind und einer Kulisse des Guten anhängen.

Oder polemisch formuliert: Schreibt doch mal einen Artikel im "Spiegel" darüber, wie schlecht sich die Männer in Cottbus fühlen, die im Schnitt 17% weniger verdienen als die Frauen dieser Stadt. Das wäre doch mal eine tolle sozialkritische Geschichte. Wie geht es diesen Männern? Was macht das Frauenministerium gegen diese "Benachteiligung"? Das wäre dann natürlich eine Satire eurer eigenen Berichterstattung zum "Gender pay gap".

Aber vielleicht heilsam.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Emma Woodhouse 27.05.2018, 12:52
66.

Die Redaktion von zeit.de fährt ein anderes System. Nach einer gewissen 'Probezeit', in der die Beiträge eines Neu-Kommentators zunächst mal unter die Lupe genommen werden, wird JEDER Beitrag veröffentlicht. Erst dann lesen die Moderatoren (nach eigenen Angaben) JEDEN Kommentar, um ihn stehen zu lassen oder unter Angabe von Gründen zu löschen. Führt mMn aber auch zu extremer Aufgeblähtheit der Foren. Es interessiert mich ja nicht besonders, wenn ein wildfremder Kommentator sich nicht Etikette-mäßig verhält.

Da finde ich es hier bei SpOn schon übersichtlicher, auch wenn man sich mal über Entscheidungen der Moderation wundert. Es darf vom Hausrecht Gebrauch gemacht werden; außerdem sollte man nicht vergessen, dass der Service kostenlos angeboten wird. Ich freue mich über SpOn und die Community, von der ich schon viel gelernt habe.

Mich persönlich würden mal Zahlen zum Forum interessieren, also wie viele Leser, Kommentare pro Ressort, Verhältnis w/m

Beitrag melden Antworten / Zitieren
danido 27.05.2018, 13:18
67.

Lieber Spiegel Online,

eine Nachricht ist eine Nachricht, ein Kommentar ein Kommentar und eine Meinung ist eine Kolumne und wird dementsprechend gekennzeichnet. Wie wäre es denn wenn diese Regel, im Journalismus, wieder Einzug halten würde?
Oder wollen wir eine Grundsatzdiskussion darüber führen ob dies tatsächlich so ist? Vielleicht sogar das Studium der Journalistik dahingehend ändern, dass diese Regel nicht mehr existiert?

Desweiteren möchte ich fragen ob es, im interaktiven Zeitalter, Sinn ergibt etwas ohne Interaktionsmöglichkeit (Kommentarfunktion des Lesers) zu publizieren und ob die dafür Verantwortlichen sich sicher sind ihr eigenes Produkt verstanden zu haben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geranie.rose 27.05.2018, 13:59
68.

Zitat von danido
Lieber Spiegel Online, eine Nachricht ist eine Nachricht, ein Kommentar ein Kommentar und eine Meinung ist eine Kolumne und wird dementsprechend gekennzeichnet. Wie wäre es denn wenn diese Regel, im Journalismus, wieder Einzug halten würde? Oder wollen wir eine Grundsatzdiskussion darüber führen ob dies tatsächlich so ist? Vielleicht sogar das Studium der Journalistik dahingehend ändern, dass diese Regel nicht mehr existiert? Desweiteren möchte ich fragen ob es, im interaktiven Zeitalter, Sinn ergibt etwas ohne Interaktionsmöglichkeit (Kommentarfunktion des Lesers) zu publizieren und ob die dafür Verantwortlichen sich sicher sind ihr eigenes Produkt verstanden zu haben?
Man sollte die Kommentarfunktion immer dann abgeschaltet lassen, wenn zu befürchten ist, daß die Leser unverantwortliche oder wenig hilfreiche Meinungen äußern. Das ist eigentlich selbstverständlich und hat mit Netikette erst mal nichts zu tun. Ein Forum, das ohne Zensur arbeitet und alles durchgehen läßt, wäre in meinen Augen ein klarer Verstoß gegen die politische Hygiene.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klmo 27.05.2018, 16:28
69.

Zitat von luny
Die notwendige Distanz geht verloren und weite Teile der Presse inklusive der ÖR kommen als Pressesprecher der amtierenden Regierung daher. Ich erwarte an der Stelle eine kritische Distanz und keinen "Kuscheljournalismus". LUNY
Sehe ich absolut genauso.

Ich habe über Jahre den Spiegel regelmäßig gelesen. Jetzt nur noch sporadisch. Manchmal erlebt man noch Lichtblicke, wo durchaus Qualität erkennbar ist. Beispiel Ausgabe Nr.21. Informativ der Titelbeitrag über den Vatikan. In solch einer kompakten Form die Geschichte des Vatikans zu erläutern, ist eine journalistische Leistung. Interessant auch der Beitrag über die unbekannten Genies, die man in indischen Armutsvierteln aufspürt. Ein Drama, was da an Intelligenz brach liegt und nicht zur Entfaltung kommt. Und dann erwähnenswert das Spiegelgespräch mit dem Philosophen Michael j. Sandel: "Was läuft falsch in den Gesellschaften des Westens?"
Mangelhaft dagegen die lapidare Botschaft aus dem Wirtschaftsteil "Hohe Belastung durch Flüchtlingspolitik" Man streift nur das Thema. Der Vergleich mit dem heutigen Presseclub würde die Dimension und Brisanz besser verdeutlichen. Da hört man nebenbei von einem Journalisten den unglaublichen Hinweis, dass nur in Deutschland Flüchtlinge ohne Pass einreisen dürfen. (Stimmt das und wenn ja warum?!) Allein das erklärt doch das Chaos!
Meinungen gab es natürlich auch. So von Markus Feldenkirchen, mit dem Hinweis in roten Lettern: "Der gesunde Menschenverstand". Seine Botschaft: "Scholz als Merkels Buchhalter". Ja was bitte erwartet man anderes von dieser Koalition?! (Demnächst: "Nahles als Steigbügelhalter für die Merkel.")
Fazit: Bei der Ausgabe habe ich die Ausgaben für den Spiegel nicht bereut, da man zumindest sehr anspruchsvolle Beiträge lesen konnte.
Noch ein Tipp nebenbei. Der Spiegel war früher dafür bekannt, dass er sich für diverse Interviews auch nicht zu schade war, wie mit Politikern in Russland, Syrien, Iran, Korea, China etc. zu sprechen, getreu nach dem juristischen Motto: "Man höre auch die andere Seite!" Spiegel-Leser darf man eine eigene Meinungs-Kompetenz zugestehen, welches eine gewisse journalistische Neutralität voraussetzt. Und hier schein in der Redaktion kein Konsens zu herrschen.
Insofern schließt sich wieder der Kreis zu den Anmerkungen von Luny.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 8