Forum: Kultur
S.P.O.N. - Der Kritiker: Brei und Sülze

Schauen Sie mal, dann verstehen Sie nichts: Gerade jetzt in Krisenzeiten müssten ARD und ZDF Stellung zum Weltgeschehen beziehen und Widersprüche deutlich machen. Stattdessen verharren "heute" und "Tagesschau" in Nachrichtenroutine.

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yabbadabbadooo 14.07.2012, 10:16
30. Pure Überraschung

Welch frühkindliche Meinung über die Nachrichtenwelt! Wie süss !!!
Nachrichten sind ein Produkt und ein Geschäft! Dabei sind Begriffe wie "Objektivität", "Ausgewogenheit", "Manipulation" völlig nachrangig. Es geht um den Verkauf!
Am Anfang der Verwertungskette steht meist der Freelancer (Foto/Text/Idee), der meist für Agenturen (dpa/dapd & Co) produziert, die dann ihrerseits verkaufen (an SPON/ARD/ZDF/RTL und Hastunichgesehn). Sollte eine Zeitschrift oder ein Sender mal etwas selbst produzieren, verkaufen sie es als Zweit- oder Drittrecht selbst (oder über Syndications) weiter. Dabei geht es nicht (ausschließlich) um "Wahrheit" und "Berichterstattung", es geht auch immer um "Verkaufbarkeit".
Wie blöd muss man eigentlich sein, um nicht zu merken, dass
morgens die Meldung im SPON ist und abends dieselben Meldungen in der Tagesschau und heute (fast sogar in derselben Reihenfolge!). Da sitzt ein Redaktionsstab, der aus einer Flut von Nachrichten auswählt, die für den Enduser (Volksmusik, Sport, Weltgeschehen u.A.) niveaugemäß zur Sendung aufbereitet werden.
"Brei und Sülze" beginnen bei der Produktion, die schnell und sensationelll vom Laptop vor Ort zum Endverbraucher transportiert werden müssen. Da gibt es keine Zeit des Überlegens, Nachdenkens, Objektivierens oder Manipulierens... wer zuerst die Meldung/ das Foto online hat, macht das Geschäft! Und zwar täglich im Highspeed! Die Inhalte sind ungefähr so refelektiert, wie die Zettel in der Hand der Tagesschausprecherin, die vom Prompter abliest!!!
Die ohne Zweifel berechtigten Forderungen des Kommentars finden jedoch ihren Niederschlags in öffentlich-rechtlichen Magazinen wie "ttt" oder "aspekte" oder "WISO" ö.Ä. (nur um Beispiele zu nennen).
Basis für Objektivität und Reflektion und auch Manipulation (!!!) wäre die Entschleunigung des Geschäftsprinzips ... aber dann sind es keine "NEWS" mehr!

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linhiman 14.07.2012, 10:32
31. Danke...

..ein guter Artikel, der die Schwächen der Wirkung von Nachrichten thematisiert. Ein Punkt den ich weiter herausgearbeitet hätte, ist der Unterschied zwischen informieren und bilden. Die Tagesschau will informieren, nicht bilden, was zur Folge das passive und abgestumpfte Konsumieren der Sendung zu Folge haben kann. Und ich bin auch der Meinung wie der Author, dass diese Abstumpfung gegenüber Nachrichten und Zusammenhängen in der Welt ein Problem ( vielleicht besonders der heutigen Informationsgesellschaft) ist. Und natürlich entschlüsselt sich die von der Fernsehanstalt übertragenen Datenmengen erst als echte Information beim Empfänger, der mehr oder weniger damit anzufangen vermag. Danke & Grüsse, LMH

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Brennstoff 14.07.2012, 10:59
32. Brei und Sülze, die Wahrheit gelassen ausgesprochen!

Ich stimme dem was der Hr. da Diez schreibt, gern zu.
Aber ist das von unserem Regierungsfernsehen nicht ein bisschen zu viel verlangt?
Schauen wir uns doch einmal die Rundfunkräte an, wer sitzt da drin?
Die politischen Parteien, die Kirchen, gesellschaftkliche relevante Gruppen. Sie sollen Meinungsvielfalt garantieren.
Phh, das ich nicht lache! Lauter Leute, denen daran gelegen ist, die verkrustete Parteiendemokratie wie sie sich uns darstellt und damit ihren eigenen Machtanspruch schön zu zementieren.
Sie tragen immer fröhlich ihren liebsten Wahlspruch vor sich her, der da lautet:
"Die da draußen verstehen das alles nicht", wir müssen die Wahrheiten immer schön sansoweich waschen, damit wir die Leute nicht in Angst und Schrecken versetzen - wenn wir sie überhaupt publizieren. (Beispiel Target2, wird von den Medien völlig ausgeblendet!)
Nicht nur der gemeine Berliner würde das so interpretieren:
"Die halten uns alle für blöde"!
Aber die Mediengewaltigen haben dabei die neuen Informationsmedien, außer wenn es darum geht, ihre Einnahmen zu erhöhen, völlig ausgeblendet. Dort kann man sich beinahe umfassend informieren und diese Informationen auch in windeseile austauschen.
Außerdem weiß eine Minderheit Interessierter verdammt genau, was z. B. bei der Eurorettung vor sich geht und die reden mit denen, die nicht die nötige Zeit haben, sich darüber zu informieren.
Es kommt nicht von ungefähr, aber garantiert nicht von den öffentlich rechtlichen Medien (ÖRM), das 61 % der deutschen Bevölkerung zusätzliche Rettungszahlungen ablehnen.
Hat man sich selbst erst einmal eine eigene Informationsinfrastruktur errichtet, die man auch noch täglich nutzt, kann man über die Nachrichten der ÖRM nur noch erstaunt den Kopf schütteln. Wachsweiche Informationen, teilweise bereits überholt, teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Informationen werden da übermittelt. Der Eindruck kann da durchaus entstehen, das der eigentliche Nachrichteninhalt ins Gegenteil verkehrt werden soll. Ein Schelm wer sich Böses dabei denkt!
Ist dass anständiger Journalismus, oder sind die Journalisten der ÖRM inzwischen an den gutgefüllten Gebührentrögen des ÖRM fett, faul und träge geworden? Ist ihr Gefasel von Verantwortung für die übermittelte Botschaft nicht inzwischen zur bloßen Ausrede für die eigene Feigheit vor Veränderungen geworden, vor der Macht der Information selbst? Fordern die Bürger dieses Landes nicht immer lauter Veränderungen, auch in der Informationskultur?
Es muss viel verändert werden, bei den ÖRM in den nächsten Jahren, oder das Internet wird die ÖRM zur dann verdienten Bedeutungslosigkeit herabwürdigen, falls, ja falls sich das Establishment sich nicht dazu bereitfindet, das Internet verstärkt zu zensieren.
Diese Informationsvielfalt und die Möglichkeit sich zu äußern passt den etablierten Parteien und gesellschaftlichen Gruppen in diesem Land schon lange nicht mehr in den Kram.

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doc 123 14.07.2012, 11:03
33. Staatsfernsehen!

Zitat von sysop
Schauen Sie mal, dann verstehen Sie nichts: Gerade jetzt in Krisenzeiten müssten ARD und ZDF Stellung zum Weltgeschehen beziehen und Widersprüche deutlich machen. Stattdessen verharren "heute" und "Tagesschau" in Nachrichtenroutine.
Schöner Artikel, der aller-ärgerlichste Umstand wurde jedoch nicht angesprochen, die allenfalls gefakten und massivst geschönten Umfrageergebnisse "zur Ursache allen Übels".

Im aktuellen ZDP-Politparameter geben immerhin ca. 30 % der Befragten an, Merkel würde ihre Euro-Politik "ausreichend" erklären. Über 70 % der Befragten bestätigen dagegen, ein positive Arbeit von Merkel im Rahmen der Euro-Rettung.

Welcher dieser 30 % Befragten hat den JEMALS überhaupt erlebt, dass Merkel irgendwann einmal "persönlich" erklärt und diese nicht über Adlaten wie Kauder oder Seibert hat erklären lassen. Diese Zahl ist daher entweder ganz offensichtlich vollständig unnötig, da nicht entsprechend hinterfragt oder gefakt.

Besonders erschütternd und kaum glaubhaft jedoch, die Zustimmung zur Euro-Rettungspolitik von Merkel. Diese Frau hat doch bisher die deutschen Interessen schneller ausverkauft, als dies ihren sämtlichen Vorgänger jemals möglich war, mit mittlerweile Billionen-Haftungssummen für Pleiteländer und -banken dem deutschen Volk bereits massivst geschadet und ein Ende dieser EU-Schulden- und Haftungsunion ist für Deutschland in keinster Weise bisher absehbar. FAKT ist doch zudem, dass Merkel ihre politischen Absichten schneller mit einer absurden Wendehalspolitik wechselt, als manch anderer seine Unterwäsche. So erklärt sie am einen Tag Eurobonds "nur über ihre Leiche" und exakt zwei Tage später stimmt sie dann einer geradezu absurden Schuldenvergemeinschaftung mit südeuropäischen Pleitebanken mit direktem Zugriff auf deutsches Steuergeld zu. Das überhaupt IRGENDJEMAND dieser Frau noch traut, wäre eigentlich schon unfassbar, aber gleich 70 %?

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Spiegelkritikus 14.07.2012, 11:03
34. Gesellschaft ohne Fernsehen

Zitat von agua
habe ich keinen Fernseher,schon seit Jahren nicht.Die Spiele der EM habe ich z.B. in der Kneipe gesehen. Da dies auf viel erstauntes Unverstaendnis meiner Mitmenschen stoesst,denke ich ,so richtig wach,so richtig etwas bewegen,nachdenken ...kaeme vielleicht eher zustande,wenn man allen Leuten diese "Kiste"wegnehmen wuede,als staatlich angeordnetes Informationsverbot.Das gaebe eine Revolution...
Oje, da wär was los, wenn man den Bürgern das wichtigste Unterhaltungs- und Zerstreuungsinstrument wegnehmen würde! Damit sich nicht gähnende Leere auftut und die Leute aus Wut und Langeweile auf die Strasse gehen, um zu protestieren, sollten im Rundfunk ersatzweise rund um die Uhr Nachrichtensendungen laufen - systemkritisch und mit viel Hintergrundinformation, damit die Bürger wieder politisiert werden und sich daran erinnern, wer in einer Demokratie eigentlich der Souverän ist.

Zudem würden sich die Menschen notgedrungen wieder mehr in die Öffentlichkeit begeben und miteinander kommunizieren, was für das 'animal soziale' ebenfalls kein Fehler ist!

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Blickensdörfer 14.07.2012, 11:04
35. Aufbruch gegen herrschendes Verständnis?

Ihre Auseinandersetzung, Georg Diez, mit dem das Verstehen beherrscht wird, gefällt mir. Dass das Verstehen Beherrschende hat die Sorge, "wenn wir nicht aufpassen, reißt alles auf, bricht alles ein, endet die Welt, wie wir sie kennen." Doch nicht die Welt, sondern das herrschende Verständnis von ihr "bricht ein". Und die Journalisten? Bleibt auch ihnen nur die Ideologie, sie berichteten "wertfrei" mit einem "Weltbild der Neutralität"? Dürfen Sie nicht, wegen ökonomischer Zwänge, aufbrechen? So zum Beispiel (wieder) mit der kritischen Auseinandersetzung zum Gebrauch unsinniger Wort-Konstrukten im "Polit-Sprech" anstatt nachplappernd sie zu übernehmen? Warum nicht eine Auseinandersetzung wie die folgende zum Wort-Konstrukt "Europäischer Stabilitätsmechanismus"?
„Europäischer Stabilitätsmechanismus“, dieses Worte-Ungeheuer mag zwar beeindrucken und das soll es auch. Aber mit ihm wird trotzdem Unsinn ausgedrückt und verschleiert, dass es sich dabei um einen Namen handelt, der einer zu bildenden internationalen Finanzinstitution zugeordnet wurde. „Stabilitätsmechanismus“ ist in Deutsch eine unsinnige Wortkonstruktion. Und sie wird auch zum Beispiel nicht mit dem Hinweis sinnvoll, diese Finanzinstitution solle für Märkte, Banken, Staaten einen stabilisierenden „Mechanismus“ erfinden. Die Tätigkeiten der Menschen dieser Institution sind aber kein Mechanismus, sondern Interessen geleitete, und können auch nicht mechanisch etwas stabilisieren
Folge, dass dieses Worte-Ungeheuer unkritisch überall verwendet wird, ist, „Europäischer Stabilitätsmechanismus“ hinterlässt es den Eindruck, und das soll es auch, es sei etwas Gegenständliches. Doch es nur der Name für eine zu bildende internationale Finanzinstitution, der wiederum Verfügungsmacht über sehr viel Geld der Euro-Länder übertragen werden soll.
Investigativer Journalismus hätte schon längst enthüllen können und zwar durch Befragung der Abgeordneten, ob sie mit ihrer Zustimmung zum Gesetz „ESM“ die Übertragung dieser Verfügungsmacht beschließen wollten und warum das beschlossene Gesetz nicht richtig benannt wurde, nämlich Gesetz zu dem Vertrag vom 2. Februar 2012 zur Bildung und Einrichtung einer internationalen Finanzinstitution mit Namen „Europäischer Stabilitätsmechanismus“.
Das Bundesverfassungsgericht muss also nicht zu „ESM“, sondern zu einem Gesetz zur Bildung und Einrichtung einer internationale Finanzinstitution mit großer Verfügungsmacht entscheiden und zwar ob trotz der Übertragung dieser Verfügungsmacht an diese Finanzinstitution Verfassungsidentität gewahrt bleibt, oder, wenn nicht, dass dann dafür eine das Grundgesetz ablösende Verfassung erforderlich wäre. Die Wahrung der Verfassungsidentität kann deshalb auch nicht an einem Kriterium „Demokratie“ festgestellt werden. Denn eine Zweidrittel-Mehrheit des Bundestages hat das Gesetz zu „ESM“ demokratisch beschlossen.

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Mueller-Luedenscheid 14.07.2012, 11:09
36. was erwartet man?

Dass einem Zusammenhänge erklärt werden? So wie in der Dokumentation des WDR "Die Welt auf Pump"? Klar gibt es solche Sendungen ... zur Geisterstunde. Und die Nachrichten? Die sind i.d.R. zum "Das OKW berichtet .... " verkommen.

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Bernd.Brincken 14.07.2012, 11:31
37. Staatstragendes Monopol

Respekt, mit solcherart Beiträgen wird Georg Diez schon selbst zu einer Art staatstragenden Figur.
Natürlich ist es implizit auch eine Lobrede auf die Printmedien, die nicht so staats- und proporz-hörig sind wie die öffentlich-rechtlichen Medien. Insofern folgerichtig, aber auch richtig, dass der Spiegel, der die Macht der ÖR immer mal wieder kritisiert, solche Stimmen aufs Tablett hebt.

Ebenso könnte man fragen, warum im Privatfernsehen nicht öfter solche Stimmen kommen, die mindestens eine neue, eigene Perspektive auf die Vorgänge werfen.
War Alexander Kluge der erste und letzte Denker von Format, der sich dem Privat-TV widmete? Sind die Kommerz-Zwänge der Privaten so stark, dass kein Raum für anderes als Unterhaltung ist?
Und jetzt kann man nur auf das Internet hoffen, die Verhältnisse wieder etwas gerade zu rücken?
Oder kommt nur von Europa aus eines Tages eine zwangs-Demokratisierung "öffentlich-rechtlicher" - praktisch ja: Staats-tragend-monopolistischer - TV-Sender?

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herbedium 14.07.2012, 12:47
38. Tagesschau was ist das?

Kenne die Heinis von ÖDI-TV (ÖffentlicherDIenst-TV) nur über die GEZ also über mein Bankkonto.

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WBöhme 14.07.2012, 12:47
39. Herzlichen Dank für die Problembeschreibung,

doch ein Begriff fehlt in dieser Kritik. Es ist der Begriff der „Inszenierung“, wenngleich die vom Autor geschilderte Bildfolge aus: „Politiker steigt aus dem Auto, ernstes Gesicht, Akten unter dem Arm..“ diesen Begriff nahelegt.
Wer die Nachrichtenwelt unter dem Begriff der Inszenierung betrachtet, wird feststellen, dass die sog. öffentlich-rechtlichen Medien, wie auch alle werbefinanzierte Medien bei diesen Inszenierungen eine höchst problematische Rolle spielen, indem sie zugleich auf der Vorderbühne, wie auf der Hinterbühne agieren und dabei die Distanz zum Geschehen, die eigentlich mit der Idee von Objektivität einher geht, verloren geht, für den Leser und Betrachter nur ein unklares Gebräu aus Kollaboration mit den Herrschenden und dem Publikum zurückbleibt. Unabhängigkeit als Voraussetzung von Objektivität ist weder in der öffentlich-rechtlichen Medien, noch in den werbeindustriefinanzierten Medien zu finden, denn in jedem Fall gilt das Prinzip: Wes‘ Brot ich ess', des‘ Lied ich sing‘
Aufklärung – etwa zur Finanzkrise - findet deshalb eher woanders als in Fernsehen oder Zeitung statt, eher in Fachbüchern, im Internet Forumsbeiträge, oder auf YouTube, in Beamervorträge irgendwie mitgefilmt, schlechtes Licht, ungestylte Vortragende .... aber dafür mit viel Authentizität der Vortragenden und Wahrheitsgehalt in der Sache. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen gehört auf jeden Fall abgeschafft. Es ist zur Propagandamaschine und Selbstinszenierung der Herrschenden verkommen, die dafür inzwischen auch noch Zwangsgebühren ihres Wahlvolkes erheben. Das Internet bietet inzwischen genügend Ersatzkanäle zur Selbstaufklärung.

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