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S.P.O.N. - Der Kritiker: Das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen

Das langjährige Miteinander von Demokratie und Kapitalismus hat sich als Trugbild offenbart. Die EU mit ihren demokratischen Defiziten ist vor allem eine technokratische Utopie. Und die Tragödie an der gegenwärtigen Krise ist, dass sie nichts an dieser Fehlkonstruktion ändern wird.

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duschinabuschi 04.11.2011, 18:40
60.

Zitat von sysop
Das langjährige Miteinander von Demokratie und Kapitalismus hat sich als Trugbild offenbart. Die EU mit ihren demokratischen Defiziten ist vor allem eine technokratische Utopie. Und die Tragödie an der gegenwärtigen Krise ist, dass sie nichts an dieser Fehlkonstruktion ändern wird.
Hervorragender Artikel. Sehr zutreffende Analyse. Entspricht meiner Einschätzung.

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Nihil novi 04.11.2011, 18:41
61. Jep

Zitat von E.Cartman
Und wenn Sie Ihrem Schuldner das in etwa so sagen, und er bläst die Familienabstimmung wieder ab, dann sind Sie der Undemokrat? Das ist das, was ich an der Kritik an Merkel und Sarkozy nicht verstehn kann.
Das wundert vermutlich außer mir auch sonst niemand

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Spiegeluniversum 04.11.2011, 18:42
62. Resistance is unprofitable

Zitat von roterschwadron
Wenn Sie die Menschen der Welt auf ihre Funktion reduzieren, dann sind die Demokratiezusatzkosten natürlich ein Wettbewerbsnachteil. Aber mit wem wollen wir langfristig auf unserer CO2-Räucherkammer inmitten havarierter AKWs noch konkurrieren? Wäre es nicht besser, die Erde AG an die Borg zu verkaufen?
Vielleicht wäre das die perfekte Strategie, die Borg zu besiegen. Sie assimilieren unsere wirtschaftliche Doktrin und kollabieren dadurch.

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KTScholz 04.11.2011, 18:43
63. Leere Phrasen und null Ahnung

Ohne Bildung läßt sich leicht schwadronieren?
Ein Verlust der Demokratie durch Machtaneignung der kapitalstarken Elite zur Erhöhung ihres Kapitals resultiert in weniger Geld für den Rest der Gesellschaft. Weniger Geld für viele bedeutet, dass sehr viele sich weniger leisten können und entsprechend das Wirtschaftswachstum sinkt, ebenso wie die Arbeitslosigkeit steigen wird. Das liegt einfach daran, dass reiche Menschen nicht ganz so viele billige Güter brauchen wie viele Menschen mit genauso viel Geld und das reiche Menschen eher überlegen was sie kaufen oder ob sie es aufheben, während für ärmere Menschen der Ausgabezwang für die Notwendigkeiten und Annehmlichkeiten des Lebens größer ist. Kurz gesagt, jedes Land, das Macht in den Händen weniger zentriert und keinen wohlhabenden Mittelstand hat der selbstbewusst mitmischt, geht wirtschaftlich unter. Es wächst weniger als die Konkurrenz und je länger eine reiche Oligarchie sich lokal behaupten kann, desto marginaler wird sie und ihr Land global. Das heißt, aus purem Eigennutz muss jede Elite irgendwann wieder gegensteuern, sonst verlieren sie durch Marginalisierung der Mehrheit ihre Fähigkeit global lukrative Geschäfte zu machen. Man darf die Schwingungen des Pendels nicht mit Armageddon gleichsetzen. So ein Demokratieverlust ist auch selbstverschuldet, weil jeder von uns die Fähigkeit hat, sich die Mühe zu machen das System von innen zu verändern. Leider ist jammern und faulenzen viel einfacher und auch noch sozial akzeptiert mit der ganzen Bagage an persönlicher Verantwortungs- und Ahnungslosigkeit.

Theoretisch denkbar ist ein System mit einem wirtschaftlich starken Mittelstand und einer anders geregelten politischen Partizipation. Da hilft viellleicht der Blick darauf wie viele Chinesen Parteimitglieder sind und wie sich die Mitgliederzahlen entwickeln. China ist nicht ganz die totalitäre Diktatur als die es dargestellt wird, aber auch kein Ort dessen Staatsbürger ich sein will. Vereinfacht gesagt, die Chinesen haben Systeme zur Partizipation und zum Interessenausgleich, sie haben aber auch Unterdrückungsinstrumente. Meiner Ansicht ist eine lange Ein-Parteienherrschaft sehr typisch für Ostasien und Interessenskonflikte werden über Parteiflügel und nicht über die Oppositionsbank ausgetragen. In so einem System hat jeder ein wenig zu sagen. Bei uns hat mal die eine und dann die andere Gruppe das Sagen und schiebt immer dem Vorgänger alle Verantwortung für jede Schuld zu. Im ostasiatischen System (oder in Bayern) geht das nicht, dafür kann man prima Vetternwirtschaft und Klientelpolitik machen.

Egal welche Farbe die Katze hat, Hauptsache sie sorgt für Ruhe und gefüllte Säcke im Haus könnte man eine politische Position formulieren. Aus diesem sehr bauchbezogenen Blickwinkel ist das, was "Demokratie" jetzt macht nicht augenscheinlich überlegen und nachahmenswert. Aber warten wir mal ab, bis die faulen Ahnungslosen und Halbwissenden endlich ausgedient haben und wieder Denker Meinungshoheit haben.

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Dirk Ahlbrecht 04.11.2011, 18:45
64.

Zitat von testthewest
Alles ist besser, als immer wieder alle paar Jahre weitere 10.000,00 Euro nachzuschiessen, bis in alle Ewigkeit. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.
Diese Schlussfolgerung, testthewest, ist eine, die man, bezogen auf mein Beispiel bzw. im Falle Griechenlands, durchaus haben kann. An einer Diskussion darüber, ob man Griechenland nun Pleite gehen lassen sollte - oder eben nicht, will ich mich nicht beteiligen. Es gibt wohl gute Gründe dafür und auch dagegen.

Aber hier gleich von einem undemokratischen Vorgehen seitens Frau Merkel und Herrn Sarkozy zu schreiben - oder auch vom Untergang der Demokratie, so wie Herr Diez dies in seinem Beitrag tut, halte ich für absolut überzogen.

Wenn mit der damaligen Entscheidung zur Annahme der Kredite durch Griechenland keine Volksbefragung der Griechen einherging, dann leuchtet mir nicht ein, weshalb der Druck durch Merkel und Sarkozy, nämlich nun auch auf eine entsprechende Befragung zur Annahme der Vereinbarung mit der EU zu verzichten, plötzlich undemokratisch sein soll.

Zumal ja die griechische Regierung vorher bereits eine Einigung mit der EU erzielt hatte, die wohl so nicht zustande gekommen wäre, wenn denn die Griechen diesbezüglich mit offenen Karten gespielt hätten. Mal ganz abgesehen davon, daß wir es im Falle der griechischen Regierung mit einer demokratisch legitimierten zu tun haben.

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doc 123 04.11.2011, 18:47
65. Unsinnige Schlussfolgerung1

Zitat von Palmstroem
"Schumpeter würdigt geradezu enthusiastisch die historischen Erfolge des Kapitalismus. Dennoch werde der Kapitalismus eines Tages zu Grunde gehen, und zwar nicht auf Grund wirtschaftlicher Fehlschläge und auch nicht infolge einer gewaltsamen Revolution, wie Karl Marx es angenommen hat, sondern paradoxerweise auf Grund seiner Erfolge, die Bedingungen schaffen, unter denen das System nicht überleben kann und die zwangsläufig einen Übergang zum Sozialismus zur Folge haben werden. Eine Ursache für den prognostizierten Niedergang des Kapitalismus sieht Schumpeter im Aufkommen der Klasse der „Intellektuellen“. Als Intellektuelle werden Menschen höherer Bildung bezeichnet, welche sich schriftlich oder mündlich zu gesellschaftlichen Angelegenheiten zu äußern pflegen, für die sie nicht direkt verantwortlich sind; sie setzen sich für die Interessen gesellschaftlicher Klassen ein, denen sie nicht angehören. Es gehört zu den großen Errungenschaften des Kapitalismus, immer mehr Menschen eine höhere Bildung ermöglicht zu haben, während zu vorkapitalistischen Zeiten (im Zeitalter des Feudalismus) das Gut „höhere Bildung“ nur einigen wenigen Menschen vorbehalten war. Da die Zahl der Arbeitsplätze für Führungskräfte aber nicht automatisch dadurch wächst, dass mehr Menschen eine höhere Bildung genießen, werden viele Gebildete unbefriedigend beschäftigt oder bleiben arbeitslos – die Zahl der Intellektuellen steigt an.
Diese Schlussfolgerung ist doch zumindest für Deutschland absolut unsinnig. Im medizinischen Bereich, nur als Beispiel, gibt es für "intellektuelle" Ärzte mehr als genug Jobs, die Zahl der freien Stellen ist vielmehr derartig frappierend, dass mittlerweile dazu übergegangen wird, vollständig absurde Abschlüsse von Staaten der ehemaligen SU oder Jugoslawien in Deutschland anzuerkennen, die nicht einmal geringsten deutschen Qualifikationen entsprechen; eine Situation die noch vor 10-20 Jahren vollständig unvorsellbar war; von ungenügenden Sprachkenntnissen gar nicht einmal mehr zu reden.

Entscheidend für den tatsächlichen Verdruss der Intellektuellen ist doch damit nicht so sehr das bestehende Wirschaftssystem sondern vielmehr eine politische Situation, die in nicht nachvollziehbar geradezu diktatorischer Art mit äußerst fragwürdiger demokratischer Legitimation in zunehmender Zahl äußerst ignorante und fragwürdige Entscheidungen trifft, die allenfalls einer bestimmten Elite zukommt, ohne ernsthaft das Volk dabei einzubinden, geschweige denn (mit-)entscheiden zu lassen.

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global payer 04.11.2011, 18:48
66. ?

Zitat von Palmstroem
"Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie ist ein 1942 veröffentlichtes Werk von Joseph Schumpeter. ...Schumpeter hat schon vor 70 Jahren erkannt, daß unzufriedene Intellektuelle die größte Gefahr für die Demokratie sind. Attac oder Occupy sind der beste Beweis dafür!
und jetzt? Lösung frei nach Mao? Auf Fehlentwicklungen nicht mehr hinweisen, denn selig sind die geistig Armen? Ist das Bildungsprekariat der Friedensgarant?

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wika 04.11.2011, 18:49
67. Lassen sie uns den Niedergang feieern …

… bevor die Büttel kommen und uns ob unserer zu demokratischen Vorstellungen niederknüppeln. Wir duften gerade lernen, das Freiheit eine Sache des Geldes ist und rein gar nichts mit persönlichen Idealen zu tun hat, ferner dass Demokratie nur noch das Feigenblatt für die Turbo-Umverteilung ist und abschließend, dass der Recht hat und bekommt - wer es bezahlen kann - und die werden angesichts der bereits erwähnten Umverteilung immer weniger, aber dafür bekommen sie nach demokratischem Grundsatz dann halt mehr Recht. Wem gefällt diese Logik nicht?

Kommen sie, ich lade sie ein, zur letztmaligen Abgabe ihrer Stimme bevor wir uns in Bälde einem EU-weiten Verbot von Volksabstimmungen gegenübersehen … Link. Diese Zeile erstaunt sie? Keineswegs, ich kann ihnen auch eine rechtlich haltbare Begründung geben. Der Gleichbehandlungsgrundsatz in Europa gebietet dies. Es kann ja nicht sein, dass da eine Nation mehr Recht haben sollte als eine andere. Ergo müssen wir dann alle Nationen entrechten. Die Einführung von Volksabstimmungen würde sicherlich an Merkozy scheitern, weil sie dann um ihre Macht fürchten müssen.

Also, schicken wir wie in guten alten Zeiten, das Volk fix zum Verheizen und retten so das System, welches kein Mensch haben will, außer die ganz paar Reichen. Gute Nacht Europa … die Narkotika stehen schon bereit … (°!°)

Ach Herr Diez, eine Frage hätte ich da noch, weil sie ja auch „am Drücker“ sitzen. Werden sie am Ende bei der Verteilung der Narkotika mitmachen oder doch eher bei deren Vernichtung? Diesen Artikel wäre ich ja persönlich geneigt auf letztere Option anrechnen zu wollen *g*.

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Spiegeluniversum 04.11.2011, 18:50
68.

Zitat von Palmstroem
...Schumpeter hat schon vor 70 Jahren erkannt, daß unzufriedene Intellektuelle die größte Gefahr für die Demokratie sind. Attac oder Occupy sind der beste Beweis dafür!
Dann erklären Sie doch bitte, durch welche Aktivitäten Attac und Occupy die Demokratie bedrohen.

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qoderrat 04.11.2011, 18:51
69. Wahlmöglichkeiten

Zitat von e-cdg
Falls es die Sonstigen zu einem 2stelligen Wahlergebnis bringen, der Wähler mehrheitlich rechts/linksextrem wählt,ist die blamable Wirklichkeit politische Realität geworden, Weimar lässt grüssen, der Ausgang ist bekannt, gute Nacht, Deutschland.
Vollkommen richtig. Die Frage ist nur, wie kommen wir aus der derzeitigen Situation heraus, in der es letztlich egal ist, welche von den etablierten Parteien gewählt wird? Wenn dieselben Lobbyisten und Finanzjongleure wirklich bestimmen wo es lang geht, egal wie der Kopf im Fernsehen aussieht, der das Wort verkündet? So bitter es ist, man kann fast den Eindruck bekommen, wir brauchen mal wieder einen harten Reboot um unsere Politikerkaste an die Werte und Ziele des Grundgesetzes zu erinnern. Das BVerfG wird als letztes Bollwerk irgendwann auch geschliffen.

Und in Griechenland sieht die Auswahl für den Wähler ja noch knapper aus, was sollen die denn jetzt anderes machen ausser extrem wählen? Weiter so kanns ja nicht sein?

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