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S.P.O.N. - Der Kritiker: Eine Reise ans Ende des Verstandes
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Adolf Hitlers "Mein Kampf" ist ein Comicbuch mit 80 Millionen Toten. Wenn es nun, 70 Jahre nach dem Tod des Autors, wieder gedruckt werden darf, dann zeigt sich nur, wie falsch es war, dieses Buch zu verbieten.

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Misha 03.01.2016, 19:29
30.

Zitat von wahmbeck
Das Buch ist nicht böse. Schlimm ist nur, dass das soviele Deutsche gelesen und geglaubt haben. Tolle Quintessenz. Dann doch direkt nochmal jedem Popanz zugänglich machen. Irgendwie muss man die Menschen doch davon überzeugen können: nicht das Buch ist böse - wer's glaubt ist nur dumm. Das Buch gehört verboten WEIL es Hetze ist. Wer liest denn die Kommentare? Nur die, deren Entscheidung ohnehin gefallen ist.
Die meisten Menschen hatten das Buch zu Hause und nicht gelesen. So kenne ich es von meinen Eltern - im Vertrauen gesagt.
Diejenigen, die einfache Leute waren und es gelesen haben, hat eher fasziniert, daß ein Mann aus dem Armenhaus zum mächtigsten Mann Europas werden konnte.
Ich bitte, diesen Kontext des Buches zu sehen.

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agua 03.01.2016, 19:30
31.

Anbetracht der Stimmung einiger Bürger in Deutschland,besonders im Osten,befürchte ich,dass eine Neuauflage nach 70 Jahren,"zur rechten Zeit" kommt und natürlich von diesen Leuten nicht kritisch gelesen wird.

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tivomstein 03.01.2016, 19:31
32. Mein Kampf: geistiger Restmüll

Das Buch ist tot wie sein Verfasser und es nur in kommentierter Form frei zu geben scheint mir von der gleichen Naivität wie der Zigarettenverkauf mit dem Verpackungsaufdruck: Rauchen schadet Ihnen und anderen. Wer dieses Buch liest, braucht sich die nächsten Jahre nichts mehr zu Weihnachten wünschen. Durch diesen Schwachsinn kommt man einfach nicht durch.

Viel bedenklicher ist, dass die Vergangenheit einfach nichts lehrt. Eine breitere Masse traut sich wieder, ihre Fremdenfeindlichkeit zu artikulieren und in der Politik wird dies mehr und mehr konsensfähig.

Wir mokieren uns über die Rückständigkeit des Islam während unsere eigenen Leute Flüchtlingsheime anzünden. Ein Buch wie mein Kampf kann da keinen Schaden mehr anrichten. Der Schaden war immer schon da.

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mikechumberlain 03.01.2016, 19:39
33. Aufregung um

"Mein Kampf" konnte sich ein interessierter Leser schon immer besorgen, genug Exemplare waren ja im Umlauf und seit dem Internet ist es absolut kein Problem mehr sich das als PDF-Datei zu besorgen.

Ich Wette aber das 99,9% der Leser das Buch vor lauter Langeweile nach 20 Seiten zum Altpapier geben.
Ich gähnte schon nach 5 Seiten.

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erzrotti 03.01.2016, 19:57
34. Bücher töten nicht

Genau so ist es, wenn die Regime glauben, dass die Mächtigen dem Volk vorschreiben wollen, was es zu lesen gibt und was nicht.
In der DDR war es genau so! Und auf den letzen Metern richtig schlimm. Das Buch wird nicht besser oder schlechter, wenn die Mächtigen die Zeilen besonders saugfähiger Kommentatoren voranstellen....
Es bleibt der bittere Beigeschmack zurück, dass man dem Volk nicht das Denken überlässt.
Da dieses Buch nicht tötet, sollte es vollumfänglich und vollständig ohne Leserverständnisanweisung verfügbar werden.
Die Menschen mit Verstand wollen das 3. Reich nicht zurück! Die Menschen mit Verstand brauchen keine Anweisung!

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vera gehlkiel 03.01.2016, 20:00
35.

Zitat von amidelis
Ist es und muss es einer Demokratie erlaubt sein Bücher und anderes zu verbieten. Wir verbieten auf Facebook Hass Postings. Wir indizieren nazi Rock. Wir untersagen rechtsradikale Gruppierungen. Wir verbieten die RAF und den nsu. Wir wehren uns gegen die Feinde der Demokratie. Aus gutem Grund. Es ist ein typisch deutsches Signal - zur falschen Zeit im falschen Kontext (nsu, afd, Flüchtlinge) jetzt dieses Buch zu verkaufen. Es ist grotesk dumm und verbatwortungslos diesen braunen Schandfleck wieder Unters voll zu bringen. Dieses Buch hatte nur einen Zweck - Hass und Unfrieden zu säen und der kommenden Bosheit den weg zu bereiten. Das wird jetzt wieder passieren. Weil die Ideen dieses Buches niemals vergessen waren und jetzt wieder aufflackern werden. Glaubt der Autor denn die interessierten werden so differenziert wie er lesen?? Nein. Die fühlen sich bestätigt im dumpfen Ungeist.
Wenn ich mich gerade richtig erinnere, was das Buch noch nicht mal Hitlers Idee, sondern wurde ihm nahe gelegt. Der misslungene Putsch gemeinsam mit Ludendorff hatte Hitler die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit eingetragen, und man wollte diese neue republikweite Popularität ausbauen, und zugleich auf ihr aufbauen. Das, was Hitler während der Festungshaft zustande brachte, war aber für diejenigen, die es angeregt hatten, eine einzige Enttäuschung. Welche Ideen es tatsächlich transportierte, wussten wohl schon damals nur die Wenigsten von all denen, die innerhalb des Dritten Reiches sowie der Nazipartei eifrig das ihre zum Gelingen beitrugen. Für mich ist daher der Inhalt ziemlich egal, worauf es ankommt (und was nicht sein soll) ist, wieviel darüber gesprochen wird. Es ist gar kein Buch, sondern eine fatale leere Schachtel, eine Art virtueller Grabstein. Leider muss es niemand lesen, um ihm seine Bedeutung zu geben. Diese Auffassung ist zwar liebenswert rechtschaffen, nichts desto trotz irrig.

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gismo632012 03.01.2016, 20:14
36. ich habe das Buch

1980 gelesen, wir haben noch ein Original Exemplar mit Widmung da mein Onkel bei der SS war. Im Original noch in Sütterlin gedruckt, hatte ich zuerst große Schwierigkeiten beim lesen. Es hat mir einiges für die Geschichts AG, an nützlichem Material gegeben.
Lesen und seine eigenen Rückschlüsse ziehen kann nicht schaden. Ich bin jedenfalls froh das ich die NS Zeit nicht miterleben mußte.

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walsch.rene 03.01.2016, 20:17
37. Geächtet, nicht verboten

Zitat von peterregen
Im Beitrag wird mehrfach erklärt, daß das Buch verboten ist oder war. Nach meinem Kenntnisstand war das Buch aber in Deutschland nie verboten. Nur der Nachdruck wurde mit Hilfe des Urheberrechts unterbunden. Hat jemand weitere Informationen?
Sie haben vollkommen recht. In Westdeutschland war das Buch nie verboten (in der DDR konnte man es m.W. mittels eines sog. "Giftscheins", einer Bestätigung durch den Institutsdirektor o.ä., dass es zu wissenschaftlichen Zwecken geschieht, in der Deutschen Bücherei Leipzig ausleihen).

Der Autor meint wohl eher "geächtet". Aber auch das dürfte dieses Buch bleiben. Anlass für das Blätterrauschen im deutschen Feuilleton ist die Tatsache, dass das Buch wie jedes andere auch etwa 70 Jahre nach dem Tod des Autors gemeinfrei wird, also von keinem Verlag oder Erben mehr als Eigentum betrachtet werden kann. Das macht den Zugriff für Interessierte künftig etwas einfacher.

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trcb 03.01.2016, 20:24
38. Widerspruch...

"Nicht Hitlers Buch hatte die Deutschen in die größte Katastrophe ihrer Geschichte geführt. Den Anfang hatte
Kaiser Wilhelm II mit dem Ersten Weltkrieg gemacht -..."
Vielleicht möchten Sie Geschichte gerne so einfach sehen, wie Sie schreiben - sie stimmt nur leider so nicht. Wilhelm II. als Buhmann - das ist die Geschichtsschreibung der Sieger des WK I. Beschäftigen Sie sich intensiver damit, werden Sie feststellen, dass ernstzunehmende Historiker auf Grund neuer Forschung das Deutsche Reich von dieser "Alleinschuld" schon seit längerer Zeit freigesprochen haben. Wilhelm II. aber hat 3 Tage vor Ausbruch des WK I. verzweifelt versucht - über seine familiären - Adelshäuserkontakte - diesen Krieg zu verhindern. Ohne Erfolg. Dann gab es 1916 nochmals ein Friedensangebot an die feindlichen Mächte - von Wilhelm II. Darauf ist die gegnerische Seite nicht eingegangen. Abgesehen von dem Stuss, den Herr Dietz hier gerne absondert: auch das Buch "Mein Kampf" war nicht der Auslöser für die Umorientierung der Bevölkerung. Aus dem Waffenstillstand von Compiègne resultierte später der "Friedensvertrag von Versailles" - der dem DR die Alleinschuld des WK I. zusprach und Wahnsinnsreparationsleistungen abforderte. Und das, obwohl keine einzige gegnerische Armee auf deutschem Boden stand. GB bestand auf Abschied des "Deutschen Kaiser" und F wollte ich gerne hinrichten. Deutsche Bürger mussten im Saarland den Bürgersteig verlassen, wenn ihnen französische Soldaten entgegen kamen. Der mit deutscher Unterstützung wieder gegründete polnische Staat war im Wesentlichen "Deutschfeindlich" - er führte nach Gründung bis Ausbruch WK II. 26 bewaffnete Konflikte mit seinen Nachbarn. Ukraine war schon damals ein Thema!
DAS ALLES hat die Deutschen nach einem "Führer" suchen lassen - aber doch nicht das BUCH! Das werden die wenigsten überhaupt ernsthaft gelesen haben! Außerdem - dieser geschichtshistorische Fehler wird ja immer wieder gemacht - muss man ALLE geschichtlichen Führer in der jeweiligen Zeit verorten! Dann entsteht das Bild anders - eben auch das der Preußen!

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alexzzz 03.01.2016, 20:33
39.

Es ist naiv zu glauben, dass "mein Kampf" in seiner unerträglichen - aus Opfertum geboren - weltanschaulichen Darstellung und dümmlichen Argumentation nicht auf den damaligen Leser zu geschnitten wäre.

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