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S.P.O.N. - Der Kritiker: Was Kleist und Guttenberg gemein haben

Die Republik steckt in einer tiefen Identitätskrise. Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet mit selbstgefälligem Pathos am Comeback, die Totengräber vom Feuilleton feiern den Dunkeldichter Heinrich von Kleist. Der Adel wird verklärt und rehabilltiert. Abrechnung mit einem überschätzten Stand.

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gehacktes 25.11.2011, 16:25
1. -

Hat jetzt jeder was gesagt? Ansonsten poste ich morgen gerne noch die Meinung unseres Nachbarn ...

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super_nanny 25.11.2011, 16:45
2. Identitätskrise

Identitätskrise? Ist das nicht ein wenig dick aufgetragen? Eine Identitätskrise werden wir erst bekommen, wenn Guttenberg Kanzler wird. Und ob das überhaupt geschehen wird, weiß nur Kai Diekmann.

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spiegel-hai 25.11.2011, 16:53
3. profund!

Zitat von sysop
Die Republik steckt in einer tiefen Identitätskrise. Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet mit selbstgefälligem Pathos am Comeback, die Totengräber vom Feuilleton feiern den Dunkeldichter Heinrich von Kleist. Der Adel wird verklärt und rehabilltiert. Abrechnung mit einem überschätzten Stand.
kommt da noch was nach?

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Edelweiß 25.11.2011, 16:54
4. Bürger-Lämmer-Zeitung

Zitat von al.dente
Der Adelsstand ist längst abgeschafft. ...
Und das ist gut so. Das Problem ist aber bei diesem ZEIT-Interview nicht der Adel, sondern die Art und Weise, wie ein paar sich für ganz besonders bürgerlich haltende Bürgerliche mit den "Adeligen" umgehen. Der Adelsstand ist längst abgeschafft, die ZEIT seit gestern bei mir auch.

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jujo 25.11.2011, 16:57
5. ...

Was hat dieser dekadente Herr Guttenberg mit der deutschen Identität zu tun?
Meine vertritt er jedenfalls nicht!
Deshalb habe ich auch keine Krise, die bekomme ich aber bei
der Ansicht dieses honorigen Herren!

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hördochauf 25.11.2011, 16:57
6. Hab das jetzt nicht zuende gelesen...

...aber wer wird da 300Jahre?
Und ist der Vergleich nicht ein bisschen viel der Ehre für den Karl Theodor?

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BurtCocain 25.11.2011, 17:04
7. Ja und..?

Offensichtlich sind diese Herrschaften alle reingewaschen die mal was ausgefressen haben nach ihrem Comeback.Es wird kein Wort mehr drüber verloren...
Beispiele gefällig?Herr Özedemir trat zurück wegen seiner Miles and More Affäre,heute ist er wieder an der Spitze der Grünen,Otto Wiesheu hatte im Vollrausch auf der Autobahn einen totgefahren,wurde dann in der Hans Seidel Stiftung zwischengelagert bis Gras drüber gewachsen war um dann(was für ein Hohn)Minister für Wirtschaft und Verkehr in Bayern zu werden.Herr Möllemann ist 1993 vom Ministeramt zurückgetreten und war danach wieder rehabilitiert auch wenn er reihenweise danach wieder Mist gebaut hatte und würde dies heute noch tun wenn er nicht vergessen hätte seinen Fallschirm zu ziehen.Wolfgang Schäuble hat wegen der Spendenaffäre der CDU das Handtuch geworfen und ist seit 2005 wieder da......ich muß jetzt echt aufhören sonst platzt mir noch der Sack vor Wut!

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Spiegelkritikus 25.11.2011, 17:10
8. Von und zu

Zitat von sysop
Die Republik steckt in einer tiefen Identitätskrise. Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet mit selbstgefälligem Pathos am Comeback, die Totengräber vom Feuilleton feiern den Dunkeldichter Heinrich von Kleist. Der Adel wird verklärt und rehabilltiert. Abrechnung mit einem überschätzten Stand.
Nun, der Adel als Stand ist längst in der Geschichte versunken, geblieben sind bestenfalls Titel, Ländereien und Reichtum, beim verarmten Adel nur der Titel. Insofern gibt es eigentlich keinen Grund, sog. Adlige noch sonderlich wichtig zu nehmen oder sie gar zu verklären.

Das gilt auch für den smarten Herrn zu Guttenberg, der nach einer Pause von gerade mal acht Monaten schon wieder alte Grösse anstrebt. Immerhin blokiert er bereits wieder die Titelseiten der Gazellen - eine wichtige Leistung in unserer Mediengesellschaft, die zweifellos zu Höherem empfiehlt. Herr Guttenberg kokettiert zwar mit Reumütigkeit und Ehrlichkeit, aber Absicht war dann doch nicht mit im Spiel beim Erschleichen seines Doktors. Nein, die Überfülle seiner (kopierten) Informationen liess ihn im Verein mit Zeitdruck und allgemeiner Überlastung einfach den Überblick verlieren. Er wusste schlicht nicht mehr, was aus fremder Feder stammt und was auf seinem Mist gewachsen ist.

Soll man das glauben und entschuldigen? Wenn man es glaubt, so muss an seiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt werden und in einem hohen politischen Amt hat er dann rein gar nichts verloren. Glaubt man ihm nicht, sind seine Ehrlichkeit bzw. Glaubwürdigkeit im Keller. Im Grunde windet sich Herr Guttenberg wie damals und verstrickt sich in die gleichen Widersprüche, offensichtlich hat er nicht dazugelernt. Er hofft natürlich auf den Adels-Bonus, insbesondere beim einfachen Volk, das mit Doktortiteln sowieso nichts am Hut hat, und er rechnet wie alle Politiker mit der geringen Halbwertszeit des Volksgedächtnisses.

Wenn er noch eine zweite Chance bekommt, sollte sein Adelstitel jedenfalls keine Rolle spielen. Diese Kuh hat er selber schon überstrapaziert. Bleibt der einfache Herr Guttenberg, der sich noch immer gut in Szene zu setzen weiss - auch wenn er als Blender durchschaut ist!

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AGA2759 25.11.2011, 17:13
9. Es gibt ihn noch

Zitat von al.dente
Der Adelsstand ist längst abgeschafft. Was davon geblieben ist, sind seltsame Namen und seltsame Menschen aus seltsamen Familien, die sich seit Generationen in der genetischen Sackgasse festgefahren haben.
Der gutbürgerliche Alt-68er, der sein Haus in ein kleines Schloß verwandelt hat und eine prächtige 'Kutsche' in der Garage, fühlt sich dem 'Adel' nahe.
Zahlreiche Urlaube in ferne Länder (All-Inclusive selbstverständlich, man will ja nicht auf die gewohnte Kost verzichten) machen ihn zum weltläufigen Kosmopolit.
Das bisschen was fehlt, ist die gedrechselte Ausdrucksweise, die Eloquenz, die die Guttenbergs zum Role Model für ihn werden lassen.

Das ist einer von uns (wir sind einer von denen)!
Der Pöbel, das sind die Ausländer, die Hartzer, die Schmarotzer.

Der 'Adel' ist für diese Menschen gleich zu stellen mit Paris Hilton für Teenies.

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