Forum: Kultur
S.P.O.N. - Der Kritiker: Was Kleist und Guttenberg gemein haben

Die Republik steckt in einer tiefen Identitätskrise. Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet mit selbstgefälligem Pathos am Comeback, die Totengräber vom Feuilleton feiern den Dunkeldichter Heinrich von Kleist. Der Adel wird verklärt und rehabilltiert. Abrechnung mit einem überschätzten Stand.

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similakchild 25.11.2011, 17:37
10. JAwollsen!

Zitat von super_nanny
Identitätskrise? Ist das nicht ein wenig dick aufgetragen? Eine Identitätskrise werden wir erst bekommen, wenn Guttenberg Kanzler wird. Und ob das überhaupt geschehen wird, weiß nur Kai Diekmann.

Vielen Dank für diese knappe und korrekte Einschätzung! Hier wird wieder viel mehr aufgebauscht, als es Not täte. Schon für die Hochzeit Georg Friedrich Prinz von Preußen (Ur-Urenkel Wilhelms, des Zwoten) hatte Georg Diez nichts als Häme übrig ...

Sehr geehrter Herr Diez, offensichtlich neigen Sie selbst zu Ego-Pathos. Möchten Sie sich etwa zum Hirten des Bürger-Lämmertums hochschreiben?

Was ist Ihnen in Ihrer Jugend widerfahren? Entstammen Sie nun selbst (diesen Verdacht hatte ich ja schon geäussert) einem alten Adelsgeschlecht und sind aus widrigen Umständen enterbt worden?

Woher kommt Ihr ungezügelter Hass auf den Adelsstand? An einer Person wie Guttenberg oder den alten Friedrich können Sie Ihren Protest ja nicht festmachen. Darüber könnten Sie als Akademiker wohl stehen.

Wie kommen Sie auf den Gedanken, uns Deutschen unsere "tiefe Identitätskrise" vor Augen führen zu können? Was für ein Ding?

Mann, Diez, vergessen Sie nicht beim Kolumnen-Schreiben, die Kurve zu bekommen! Dem geneigten Leser erschließt sich der Zweck Ihres Aufsatzes einfach nicht. Soziale Schichten und verschiedene Selbstverständnisse wird es immer geben, wir Deutsche sind dem Rest der Welt keine weiteren 70 Jahre voraus. Auch uns Deutschen (oder Einzelnen) steht ein Quäntchen Trost in Traditionen und Kultur zu.

Oben genannter Zeitgenosse erhält tatsächlich eine Bühne, die ihm nicht zusteht. Aber Ihr Rundumschlag zeugt eher von Unwissenheit oder schlichter Ignoranz der Geschichte! Medaillen haben stets 2 Seiten!

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BonChauvi 25.11.2011, 17:58
11. Der Kritiker

Zitat von hördochauf
...aber wer wird da 300Jahre? Und ist der Vergleich nicht ein bisschen viel der Ehre für den Karl Theodor?
Der alte Fritz, nicht der Heinrich.

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benutzer10 25.11.2011, 18:01
12. Kompass genordet

Zitat von sysop
Die Republik steckt in einer tiefen Identitätskrise. Karl-Theodor zu Guttenberg arbeitet mit selbstgefälligem Pathos am Comeback, die Totengräber vom Feuilleton feiern den Dunkeldichter Heinrich von Kleist. Der Adel wird verklärt und rehabilltiert. Abrechnung mit einem überschätzten Stand.
Danke für diese Nordung des Kompass in einer Medienwelt, die meinem Eindruck nach partiell verrückt geworden ist. Die "Zeit" versucht doch tatsächlich ernsthaft, diesen eigentlich bemitleidenswerten Menschen wieder zu installieren.

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dr pferdekuss 25.11.2011, 18:22
13. Der Adel ist egal...

die Linke sollte sich stattdessen auf islamische Fundamentalisten und Gewalt gegen Minderheiten in der arabischen Welt einschießen.

Mit der Kritik an Gestrigem macht man sich selbst zum Gestrigen. Gehen wir reale Probleme an!

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dukezonk 25.11.2011, 18:28
14. Adel? Jaja, vielleicht später...

Diese latente duckmäuserische Adelshörigkeit und die konträre Freiheitsliebe dieses Volkes, das sich ja gerne damit rühmt, unnötige Mauern einreißen zu können, hat in ihrer Paradoxie leider noch keine treffende Definition in einem Wort erhalten.
Devot? Nee, aber ein bisschen... Glaubenskrise? Nee, aber trotzdem doch.

Bürger-Lämmer? Das kommt der ganzen Geschichte doch am nächsten. Aber das mag keiner Hören.
Diese pseudo-elitäre Subkultur, die sich zu irgendwas verpflichtet fühlt, wie man sagt, lebt vollkommen realitätsfern und weiß sich höchstens noch durch Manieren und Spenden-Galas ihr gesellschaftliches Existenzrecht einfordern zu wollen. Das Lämmchen schnackselt halt gerne und wenn es nicht spurt, dann gibts eines mit dem Regenschirm.
Dieses Existenzrecht sollte allerdings auch der letzte Bauer in Frage stellen können, bemerkt er die plüschige Erhabenheit ein paar Weniger - mit deren Stammbäumen in Form von Kreisen.

Danke Diez

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inselkind88 25.11.2011, 18:29
15. Gute Idee

Wie wäre es mal zur Abwechslung mit einer Abrechnung des eigenen Standes Herr Dietz?Sie adeln sich zu gerne mit edlen Begriffen wie Leitmedien, sog. Qualitätsjournalismus und anderen sytemrelevanten Titeln. Dabei quillt der Angstschweiß vor dem internet-Pöbel aus allen Poren und nicht umsonst kommt gerade aus Zeitungen der Hauptstadt der Bewegung höchst prantelige Warnungen vor dräuenden Mitbestimmungsrechten und Basisdemokratie durch die plebs. Auch die saturierten Smarties vom SPIEGEL aus der Latte Macchiato Generation immer vorne weg. Bei diesen fertilitätsfernen Qualitätsjournalisten muß man froh und dankbar sein,dass das Wort " Latte" nur noch zu ihrem Wortschatz bei Kaffeebestellungen auftaucht.Auf allen Ausstoßkanälen nur noch heiße Luft und Skandalgeschichten über einen Nasenoperateur. Früher gab´s mal SPIEGEL Geschichten mit wochenlangen Diskussionen darüber in der Öffentlichkeit. Seit dem Weggang von Stefan Aust ist da wohl nichts mehr beim SPIEGEL zu erwarten?

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AKI CHIBA 25.11.2011, 18:29
16. SPON ist Indikator

Nur wenige Hansl posten hier. Gut! Die Wichtigkeit des Herrn ist marginal.

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manometer 25.11.2011, 18:35
17. Die Re-Feudalisierung

ist seit ca. 10 Jahren in vollem Gange, als entsprechende Begleiterscheinung zum gesellschaftlichen Roll-back.

Der Abbau der sozialen Regeln und Errungenschaften erfolgt in umgekehrter Reihenfolge ihrer Entstehungen: was zuletzt kam - wird zuerst wieder abgebaut - und so weiter.

Natürlich verläuft die Rückwärtsentwicklung, auch in der zeitlichen Dimension, fraktal und gebiert so ihre 'neuen, sozusagen postmodernen Auswüchse in der Wiederholung.

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AlLumMei 25.11.2011, 18:40
18.

Man kann von Lenin halten was man will, aber sein diplomatischer Umgang mit dem Adelsgesocks war - aus geschichtlicher Sicht - vorbildlich.

Ich würden dem Autor dieses Artikels durchaus nicht unterstellen, dass er persönliche Animositäten gegen "Angehörige" des vormaligen Adelsstand hat.
Ich empfinde es als natürliche Haltung eines Kritikers, dass er von unterschiedlichen Ständen nichts hält;
und besonders empfinde ich es als notwendig, dass verdeutlicht und kommentiert wird, wenn manche Organe der Gesellschaft jemanden Aufgrund seiner Raubritternachfahrenschaft in - für normal Sterbliche - unerreichbare Spheren hebt.

Und letztlich noch eine kleine Anmerkung zu Stauffenberg:
Ich sehe auch, dass hier viel verklärt wird, anstelle das Ding beim Namen zu nennen - Das letzte Aufbäumen und endgültige Scheitern der alten Standeselite.

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Wemhöner 25.11.2011, 18:52
19. ---

Es ist ja wirklich weniger die Frage interessant, was bei der Persönlichkeitsentwicklung des Großerben Herrn KTzG alles schiefgelaufen ist(nämlich eine ganze Menge), vielmehr interessiert die Frage, wie die Verantwortlichen der "Zeit" zu dieser unglaublichen Wiederaufbereitungsaktion kommen. Ich habe ein wenig den Verdacht, dass es di Lorenzo nur darum geht, das Buch zu promoten. Vorbereitung zum Aufstieg in die Bestsellerliste. Wo ist denn jetzt noch der Unterschied zwischen "Bild" und "Zeit"?

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