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S.P.O.N. - Der Kritiker: Nur die Sünde macht selig

Können Sie sich ein Leben ohne Angst vorstellen? Ohne diese dumme Liebe zum Leiden und Verzicht, die uns das Christentum einredet? Wie eine Welt voller Freude und Genuss aussehen könnte, malt der US-Historiker Stephen Greenblatt aus - jetzt erhielt er dafür den Pulitzerpreis.

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spejismo 06.05.2012, 18:23
100. Jesus und seine Interpreten.

[QUOTE=albert schulz;10131939]Jesus hat mit unserer kirchlichen Theologie ohnehin nicht viel zu tun. Und das Sündigen lag ihm irgendwie im Blut als Menschensohn: „Nichts Menschliches liegt mir fern.“

Herr Albert Schulz,
das sind NICHT Jesus' Worte, sondern die der neuen testamentarischen Exegese und diese sogenannten Exegeten interessieren mich genau so wenig wie Goethe.
Welche eine Sünde !!!

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albert schulz 07.05.2012, 18:15
101. Selig kann ich nur hienieden werden.

99 Zitat von spejismo
Wie könnte ich das vergessen: Nicht Jesus, sondern Goethe ist der Oberguru der "aufgeklärten Deutschen". Anscheinend verwechseln Sie, Herr Albert-Moralin-Schulz, Begriffe wie MENSCH mit SÜNDE. Ich zitiere Sie, Herr Albert (MORALIN) Schulz: "(...) Und das Sündigen lag ihm irgendwie im Blut als Menschensohn: „Nichts Menschliches liegt mir fern.“ (...) Und Sie verwechseln weiter: GENUSS mit SUCHT. Übrigens: Das hier sind meine Überlegungen. Ich brauche keinen Goethe um selber zu denken. Amen.
Zitat von albert schulz
Jesus hat mit unserer kirchlichen Theologie ohnehin nicht viel zu tun. Und das Sündigen lag ihm irgendwie im Blut als Menschensohn: „Nichts Menschliches liegt mir fern.“
100 Zitat von spejismo
Herr Albert Schulz, das sind NICHT Jesus' Worte, sondern die der neuen testamentarischen Exegese und diese sogenannten Exegeten interessieren mich genau so wenig wie Goethe. Welche eine Sünde !!!
„Nichts Menschliches liegt mir fern“ ist natürlich von Goethe, aber könnte genausogut von Jesus sein. Er bestand mehrfach darauf, ein menschliches Wesen zu sein. Was Goethe damit gemeint haben könnte, kann man nur vermuten. Ganz sicher keine Vorbildfunktion für prüde und verbiesterte Biedermeier. Mit denen hatte wohl auch Jesus wenig am Hut.

Ich benutze Goethe nur, weil sich das besser macht. Würde ich derart frech argumentieren, käme ich direkt wegen Blasphemie dran. Das hat nach wie vor häßliche Folgen.

„Sündigen“ ist menschlich. Ob es nun dem Genuß geschuldet war oder der Sucht, daß der Menschensohn zwölf junge Männer und eine Reihe Frauen mit sich herumschleppte, läßt sich aus der Schrift nicht eindeutig herausexegieren. Wenn ihn Albert Schweizer einen apokalyptischen Interimsekstatiker nennt, wird er womöglich einer Sucht erlegen sein, und nicht der Erfüllung.

Genußsucht ist ein treffliches Stichwort. Oder wie kann ich nach Genuß gieren, ohne süchtig zu sein ? Oder soll ich die Brosamen genießen, die mir der Herr in seiner Güte zukommen läßt ? Der Mensch will glücklich sein, aber er nimmt vorlieb mit dem Genuß. Das Glück hat nämlich den Nachteil, daß es nur kurz währt und daß man es erst im Nachhinein wahrnimmt.

Das Glück wie auch der Genuß hat einen ganz gravierenden Nachteil. Meine nächstenliebenden Menschen gönnen es mir nämlich nicht, glücklich zu sein, zumindest nicht glücklicher als sie. Menschen sind von Natur Neidhammel, und sie verkaufen ihren Neid im Regelfall unter dem Mäntelchen der „Moral“. Diese puristischen prüden Pietisten schreiben mir in Gottes oder Jesu Namen vor, was Glück zu sein hat, und wie ich mich zu verhalten habe, nämlich schuldbewußt, leidend und verzichtend. Das paßt mir so gar nicht, und genau das nimmt der Artikel aufs Korn. Jesus war vermutlich ein recht lebensfroher Mensch, wie Goethe. Ich versuche es auch zu sein, aber die vielen erlernten Moralbegriffe hindern mich zuweilen.

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spejismo 09.05.2012, 09:47
102.

[QUOTE=albert schulz;10142717]99
100„Nichts Menschliches liegt mir fern“ ist natürlich von Goethe, aber könnte genausogut von Jesus sein. Er bestand mehrfach darauf, ein menschliches Wesen zu sein. Was Goethe damit gemeint haben könnte, kann man nur vermuten. Ganz sicher keine Vorbildfunktion für prüde und verbiesterte Biedermeier. Mit denen hatte wohl auch Jesus wenig am Hut.
Ich benutze Goethe nur, weil sich das besser macht. Würde ich derart frech argumentieren, käme ich direkt wegen Blasphemie dran. Das hat nach wie vor häßliche Folgen.
„Sündigen“ ist menschlich.(...)QUOTE)

Herr Albert Schulz,
DANKE vielmals für Ihre Bemühung, sich verständlich zu machen.
Ich weiß es zu schätzen.

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derwinni 17.06.2012, 18:17
103. Angst als Unterdrückungsinstrument

Du sprichst mir aus der Seele, wohingenau!
Das institutionelle Christentum ist ein Angstverbreiter erster Güte - allen voran sein Oberhirte und alle diejenigen seiner Adlaten und seiner Schäfchen, welche ähnlich rückwärtsgerichtet strukturiert sind wie er.

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