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S.P.O.N. - Der Kritiker: Warum Literaturpreise sinnlos sind
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Eine schöne Summe Geld für Rainald Goetz? Wunderbar! Aber das macht den Georg-Büchner-Preis nicht weniger willkürlich und selbstgerecht. Wie das ist mit solchen Jurys, ließ sich beim Bachmann-Preis beobachten: das Grauen.

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bommeleffe^^ 11.07.2015, 00:03
20. Die ganze Borniertheit

Des heutigen Literaturbetriebs fördert nun mal den Einheitsbrei. Was da jetzt genau ausgezeichnet wird ist doch pure Willkür, das gleiche gilt übrigens dafür, was überhaupt gedruckt wird. Hab letztens ein wirklich kluges philosophisches Buch geschenkt bekommen (Die Erkenntnisse des Professor Jedermann) - vermarktbar genug für einen regulären Verlag war es aber scheinbar nicht... Nicht seicht genug wahrscheinlich.

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Miere 11.07.2015, 05:11
21. Nobelpreis für Rowling

Ich finde ja immer noch, Frau Rowling sollte den Literatur-Nobelpreis für Harry Potter bekommen. Ich persönlich halte gar nichts von den Büchern, aber sie hat die Kinder wieder zum Lesen gebracht. Der Nobelpreis wird für Verdienste um die Menschheit vergeben. Ist es nicht preiswürdig, viele Millionen fürs Lesen zu begeistern? Aber wie Sie sagen - Literatur-Jurys kochen zu sehr im eigenen Saft und bewerten Krams, den kein normaler Mensch liest, nach abgehobenen Kategorien.

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sarkasmis 11.07.2015, 08:51
22. Literatursimulateure

Es soll auch Literatursimulateure geben, die dem Autor die Worte in den Mund legen die ihre durchgeknallte Romanfigur rollengerecht ausspricht (Kracht - Imperium).
Dann gibt es auch Literatursimulateure die sich an einem 1000-seitigen, sperrig geschriebenen Buch über einen Schriftsteller mit Schreibblockade und Eheproblemen (Navid Kermani) ergötzen. Beschriebene Ideenlosigkeit vermischt mit privaten, also Big Brother für Leute die sich Niveau einbilden. Aber für sowas gibt es Lob im Fäuletong und Preise. Am Ende darf man im Bundestag über Themen plärren von denen man keine Ahnung hat.
Daher: Die Literatursimulateure sind überall!

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brandström 11.07.2015, 09:02
23. Was wäre ohne?

Klar das Herr Dietz die größte Nähe bei diesem Text zu sich findet, er wäre gern mehr als ein Kolumnist.
Es würde mir genügen, er wäre ein guter, er kann es aber noch werden...
Ohne Bachmann- und Büchnerpreis wäre die Senke der Literaturwelt noch öder.
Bemerkenswert ist die öffentliche Lesung mit anschließender Kontroverse in Klagenfurt lange vor den Model- und Musikausscheiden im TV.

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rieussec 11.07.2015, 09:32
24. @albert schulz

Ja ja, Sie mögen schon Recht haben...Ich wundere mich auch immer über den Ruhm von Thomas Mann und Günter Grass ... aber wo finden S i e denn Ihre Anregungen? Vielleicht spiegelt das Feuilleton nur exakt des Volkes Verblödung? Das genau wollte ich wissen und machte ein Experiment. Mit Versen, die von einem Feuilleton verrissenen, begab ich mich in die Fußgängerzone einer Stadt und las dort laut - völlig in mich versunken. Die Menschen standen bald um mich herum und hörten fast atemlos zu. Manche hatten Tränen in den Augen. Das vom Feuilleton verrissene Buch ging weg wie warme Semmeln. Leider plärrten ein paar Schritte weiter Straßenmusiker Dieter Bohlen-Songs und ich wurde übertönt. Literatur braucht Stille und Ruhe. Doch das Fazit war, dass Menschen "auf der Straße" literarische Qualität schon zu schätzen wissen.

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cbaisch 11.07.2015, 09:46
25. vermutlich

mich gruselt es auch, wenn der Sprache ihr Leben genommen wird, damit sie in Kästchen und Kistchen passt. Zum Preisgeld, ich glaube, das muss versteuert werden, ganz schön hart, außer man hat einen guten Steuerberater…..

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twellx 11.07.2015, 09:47
26. Ich gebe Ihnen da Recht

Zitat von Pfaffenwinkel
Die Herren und vor allem Damen der Jury insbesondere beim Bachmann-Preis sind m.E. selbstherrlich, inkompetent und unerträglich. Einen Hermann Hesse z.B. hätten diese Besserwisser gnadenlos fertig gemacht.
Als konsequenter Non-Fiction Leser komme ich mit - sorry - Befindlichkeitsliteratur nur in Berührung, wenn ich die Lesungen, eher Anhörungen, aus Klagenfurt einmal eine Zeit lang verfolge.
Das Klima gleicht den Bewertungssitzungen in Rassehunde-Zuchtvereinen.

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lies.das 11.07.2015, 10:24
27. Herr Misanthrop vom Dienst

Herr Dietz, sie verachten jetzt auch den Büchner-Preis. ich habe im Spiegelarchiv nachgesehen: Ich fan keinen einzigen Beitrag von Ihnen, in dem Sie irgend etwas gut finden. Etwas, über das Sie sich freuen. Sie schalten Tunnel-Blick eines bestellten Kultur-Misanthropen ein. Büchner-Literatur-Preis? Pfui - unverdientes, nur "schönes Geld"!

Die "unnötigen" Literaturpreise a la Büchner tragen für das Lese-Interesse von Millionen Menschen - und für Überleben des Buchhandels - mehr bei als Dietzens desintellektuelles Bashing. Nicht jeder hat das Überfütterungs-Privileg kostenloser "Besprechungs-Exemplare". Seien Sie mal dankbar... Silberne Zitrone!

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Magulwes 11.07.2015, 12:35
28. Beleidigte Leberwurst?

Liest sich, als sei Herr Diez gekränkt, weil er der einzige ist, der an sein Genie glaubt. Erinnert mich an einen vermeintlichen Künstler, der nicht auf die Kunstschule gelassen wurde ...

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Thomas Mank 11.07.2015, 12:41
29. Steuerfrei?

Als Preisträger (u.a. Hessischer Filmpreis) kann ich Ihnen die Frage beantworten: Preisgelder sind steuerpflichtig, es sei denn, sie werden für das "Lebenswerk" vergeben. Wenn Sie Pech haben, katapultiert Sie ein solcher Preis gleich mal ein paar Steuerklassen höher; unschön, wenn das Finanzamt dann neben der Steuer auch gleich mal Vorrausszahlungen fürs kommende Jahr verlangt in der optimistischen Erwartung, dass Ihre Einnahmesituation so bestehen bleibt. Das alles ist ebenso zweischneidig wie die Vergabe von Preisen durch Jurys willkürlich und zweifelhat ist. Da haben Sie recht. Ich würde heute jedenfalls erst einmal gründlich rechnen und nachdenken, bevor ich wieder einen Preis annehme.

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