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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Das Leben ein Geschenk? Ich bitte Sie!

Optimismus ist das Bekenntnis zu überbordendem Irrsinn. Nur Geisteskranke können jubeln angesichts der wöchentlich neuen Katastrophen: das Öl, das Atom, die Flut, der Vulkan - beginnt das Ende der Welt jetzt? Und sollte uns das tatsächlich beunruhigen?

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Mondaugen 21.06.2011, 13:34
10. Optimismus - Pessimismus

Beide Grundeinstellungen führen nicht weit, ebenso wie die sinnfreie Frage nach dem "Sinn des Lebens". Die großen Philosophen von Monty Python konstatieren: " You come from nothing and you go to nothing. So what have you got to lose? Nothing!" In diesem Sinne: das Leben nehmen wie es kommt und nicht gleich jedes Ereignis zur Bestätigung der eigenen Einstellung interpretieren.

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hördochauf 21.06.2011, 13:38
11. .

Zitat von Europa!
Earl Grey schmeckt doch scheußlich!
um ihn richtig genießen zu können muss man von Zeit zu Zeit auch mal einen ungesüßten 'grünen Tee' konsumieren - ist eben alles relativ

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bluesnoop 21.06.2011, 14:04
12. Gzsz

Zwei Zitate:

Der Optimist meint, dass wir in der besten aller Zeiten leben. Und der Pessimist fürchtet, dass der Optimist Recht hat.

und

Das Leben ist eine sexuell übertragene, tödlich verlaufende Krankheit...

:-)

Love,
Snoopy

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adhicadhoc 21.06.2011, 14:08
13. Optimist!

Hach, da hat unsere verehrte Worthülsenfrüchteverwerterin ja wieder ein feines Breichen angerichtet, leicht verdaulich, ganz ohne gedankliche Ballaststoffe. Optimismus ist bäh! Jedenfalls auf das Zerrbild, das Frau B. für Optimismus hält, trifft dies zu. Doch auch der Optimist weiß: "Es wird nie eine perfekte Welt geben." Sonst müßte er es ja gar nicht sein, wenn es nichts mehr zuverbessern gäbe. Was also schlägt Frau B. vor bei all dem Irrsinn in der Welt? Aushalten! Donnerwetter, das beruhigt uns aber! Die ganze Lebenshilfeindustrie total überflüssig. Dass Frau B. dabei vergnügt zuhause sitzt, habe ich schon lange vermutet.

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Websingularität 21.06.2011, 14:09
14. "this is the end, my friend"

Zitat von sysop
Optimismus ist das Bekenntnis zu überbordendem Irrsinn. Nur Geisteskranke können jubeln angesichts der wöchentlich neuen Katastrophen: das Öl, das Atom, die Flut, der Vulkan - beginnt das Ende der Welt jetzt? Und sollte uns das tatsächlich beunruhigen?
Das Ende ist nah, ihr Ungläubigen!
Das jüngste Gericht wird über euch urteilen!
Ja, das Ende der Welt wurde schon oft vorausgesagt.
Aber heute gibt es einen qualitativen Unterschied:
Wir haben endlich die Möglichkeiten dazu!

Ich vermute sogar, dass die oberflächlich völlig verschiedene "Revolutionen" gegen arabische Diktaturen und griechische Haushaltskrise die gleiche Ursache haben.
Denn nach der Finanzkrise haben die "sichere" Lebensmittelspekulationen in Afrika das Fass zum überlaufen gebracht. Auch Griechenland konnte in der Krise seine Schlamperei nicht mehr verheimlichen.
Das verbrannte Kapital der Finanzkrise macht sich in den Ländern halt unterschiedlich bemerkbar.
Egal ob gegen ein Regime oder Studentenproteste in Spanien, hohe Arbeitslosigkeit wegen geringer Investition, ...
Häufig geht es um Missstände weil das Geld fehlt!
Daher vermute ich, dass der Bürgeraufstand in Afrika irgendwann auf Europa überschwappt.
Steine werfen gegen die Regierungen, daran werden wir uns gewöhnen müssen.
Auch die USA wird dieses Jahr nicht unbeschadet überstehen.
Ich vermute, dass uns das Schlimmste noch bevor steht. Spätestens nächstes Jahr.
Die nächste Krise können wir uns nicht vorstellen, weil wir dieses Ausmaß bestimmt noch nie erlebt haben.
Es gibt immer Fortschrittsgläubige, die behaupten, dass das was seither gut war, in Zukunft immer noch gut ist.
Vergesst die Schmerzen und wirtschaftet weiter wie bisher!
Spätestens wenn man die Polizei nicht mehr finanzieren kann, werden die Karten neu gemischt.

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Carnival Creation 21.06.2011, 14:09
15. .

sehr schön! "Die Chance, daß Sie das noch erleben, steht 50 zu 50."

Clever!

Ich frage mich, wie die Chance, 'das noch zu erleben' stehen muß, damit endlich was getan wird...

Oder ob Carl Amerys' Hitlerformel tatsächlich die einzige (zu befürchtende) Antwort auf Jonas' Frage sein wird, die da lautet: "Müssen wir Unmenschen werden, um die Menschheit zu retten?"

Ich frage ich manchmal, was eigentlich passiert, wenn niemand mehr Unmensch genug dafür SEIN kann...

Böse, böse...

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avollmer 21.06.2011, 14:14
16. Ach, die gute alte Zeit ...

... ich kann mich noch gut daran erinnern wie das war. Wir Kinder hatten den Tag über Schilfgras gesammelt und dürre Äste, Baumzapfen und ein verlassenes Insektennest. Am Nachmittag kamen dann die beiden ältesten Frauen aus der Höhle und hatten den großen Tierschädel dabei in dem die Glut auf einigen Lagen Kieseln bewahrt wurde. Sie schliefen kaum und konnten die Glut fortwährend füttern. Das gesammelte Brennmaterial hatten wir in die Feuergrube geworfen und die Hüterinnen entzündeten das Hornissennest an der Glut und warfen es in die Grube. Das Feuer hinterließ eine ordentliche Glut auf die die heimkehrenden Männer ihre Beute warfen. Mit feuchten großen Blättern wurde das ganze abgedeckt. Waren Tiere mit dickerem Fell dabei wurden sie gehäutet, die ungegerbten und kräftig riechenden Pelze hielten meist nur bis zum nächsten Frühjahr, manchmal wurden sie auch gegessen wenn die Jagd erfolglos war oder der Winter lang. Das Leben war kein Geschenk, schon unsere Mütter hatten kämpfen müssen die Geburt zu erleben, ein trächtiges Weibchen ist eine leichte Beute, das weiß jedes Raubtier und auch die Jäger fremder Stämme. Aber es ging immer aufwärts, irgendwann durfte ich mit auf die, durfte Fell tragen und mich nicht nur mit Lehm beschmieren, konnte als Jäger das beste Stück aus der Keule beißen und es hat seither nicht aufgehört von Jahr zu Jahr besser zu werden.

Homsexualität war damals kein Streitpunkt, man stritt um Frauen, denn nur die Starken durften Kinder zeugen, aber Männer hatten selbverständlich alle untereinander zärtliche Beziehungen, die die Abende während tagelanger Jagdzüge unterhaltsam gestalteten. Welche und wieviele Frauen empfangen durften entschieden die erfahrenen älteren Frauen, schließlich mussten die Frauen den Winter überstehen und die Kinder im nächsten Sommer genug Nahrung haben um den darauf folgenden Winter zu überstehen und nicht zu erfrieren. Sommerschwangerschaften und Wintergeburten hätten den Stamm nur geschwächt und die Neugeborenen dem Tod geweiht. Verhütungsmittel gab es keine und wer zur falschen Zeit schwanger wurde war ein unnützer Esser und wurde in den Wald gejagt. Solidarität gab es nur für angepasstes Sozialverhalten.

Kraftwerke gab es keine, ab und zu ein Vulkanausbruch der grässlich stank und für Wochen den Himmel verdunkelte. Manchmal war der Ausbruch so weit weg und so stark, dass man ihn nicht hörte, aber plötzlich Steine vom Himmerl fielen. Wir dachten dann immer der Himmel fiele uns auf den Kopf oder da oben auf den Nachtlichtern säßen fiese Affen, die uns dann bewerfen würden. Lustig und angenehm war das auch nicht.

Es ist wahrscheinlich die Sehnsucht nach dieser guten, alten zeit die die Menschheit jetzt ihre eigenen Quellen für stinkende, giftige Wolken bauen lässt und sich künstliche Affen ausdenkt, die uns mit modernem Dreck bewerfen. Auch die besserwisserischen, alten Frauen haben Nachfolger gefunden.

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exkeks 21.06.2011, 14:41
17. Steinzeit, Alter!

Zitat von jhartmann
Keine Ahnung, wie alt Nord- und Mitteleuropäer vor Einbruch der "Zivilisation" wurden
Wenn man beispielsweise dem Gräberfeld von Skateholm (Südschweden, ca. 7000-5000 B.C.) glauben mag, wurde man üblicherweise so 40-50 Jahre alt, in Ausnahmefällen auch mal 70. Vorausgesetzt man hatte die Kindheit bereits überlebt.

Über den Weltschmerz dieser Leute ist allerdings nichts bekannt.

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Hesekiel 21.06.2011, 14:42
18. Auf Thema antworten

"Vermutlich wird die Welt irgendwann untergehen, kalt werden, die Meere werden tot sein, die Sonne ausgeschaltet. Die Chance, dass Sie das noch erleben, steht fünfzig zu fünfzig."

Was, wie alt wollen Sie denn werden bitte? Bis die Sonne ausgeht ists noch ein bisschen, bis ein globales, vielschichtiges Ökosystem Meer komplett kippt auch. Aber gut, mit dem Phrasendrescher Mk.V braucht man sowas nicht zu wissen, wie so oft sitzt der einsame Fakt in ihrer Kolumne in der Ecke und weint, weil er so alleine ist.

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chrome_koran 21.06.2011, 14:43
19. Wie wäre es mit etwas Begriffsklärung?

Dass der Begriff "Optimismus" bzw. "Optimist" eristischen und satirischem Ursprungs ist, ist Frau Berg aber hoffentlich bekannt, oder? Wenn nicht, kleine Tipps: G.W. Leibniz, Voltaire, Candide, Dr. Pangloss (sozusagen der erste Optimist) und nicht zuletzt die Jesuiten. ;)

"Pessimismus" entstand dann quasi von selbst als Bezeichnung des Gegenteils.

Erst Begriffe klären, dann diskutieren…

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