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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Der Fluch des Schwarms

Die soziale Spaltung in Deutschland schreitet voran. Lohnt es sich da noch, an Gerechtigkeit zu glauben? Keinesfalls, aber an die mentale Gleichschaltung im Kapitalismus - darauf können Sie sich verlassen!

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Superbeowulf 17.12.2011, 17:16
1. Ach, Frau Berg...

Zitat von sysop
Die soziale Spaltung in Deutschland schreitet voran. Lohnt es sich da noch, an Gerechtigkeit zu glauben? Keinesfalls, aber an die mentale Gleichschaltung im Kapitalismus - darauf können Sie sich verlassen!
... woher dieser unsägliche Weltschmerz? Ich bin kein gut bezahlter SPON-Kolumnist, habe einen erbärmlichen Lohn, und lobe trotzdem die Errungenschaften des Kapitalismus, selbst wenn andere Menschen in diesem System mehr haben als ich. Gerechtigkeit ist doch nun wirklich kein Naturgesetz.

Zitat von
dieser Scheißkapitalismus, den wir nicht mögen, die wir links, jung, intellektuell oder arbeitslos sind.
... und die dabei auf ihrem Balkon ihres Reihenhauses ein Glas Rotwein trinken, sich den Sonntagsbraten schmecken lassen und von ihrem neuen Zweitwagen schwadronieren. Alles die Früchte des Kapitalismus, den Sie so verfluchen.

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rattenfang 17.12.2011, 17:20
2. Frau Berg

Sie sind großartig und ich möchte mehr von Ihnen sehen, hören und lesen!!!!

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komparse 17.12.2011, 17:21
3. Das kann man schon in den meisten Foren so feststellen.

Zitat von sysop
Die soziale Spaltung in Deutschland schreitet voran. Lohnt es sich da noch, an Gerechtigkeit zu glauben? Keinesfalls, aber an die mentale Gleichschaltung im Kapitalismus - darauf können Sie sich verlassen!
Wer nicht gegen die FDP, gegen den Euro, gegen Gleichmacherei ist usw.,der wird virtuell angemacht.

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Superbeowulf 17.12.2011, 17:23
4.

Zitat von
Die Masse gewinnt, wie sich schon an den ständig besser werdenden Fernsehprogrammen zeigt. Das ist Demokratie, das ist Gerechtigkeit. Man legt in der Mitte an, da ist für jeden etwas dabei.
Nein, das war so, ist so und wird immer sein. Goethe, Kleist und sämtlichen anderen "hochwertigen" Produkte der Kunst waren nie auf den Geschmack des gemeinen Menschen ausgelegt. Das gemeine Volk sieht lieber Harry Potter-Filme als Goethes Faust zu lesen. Damit müssen sich unsere "Intellektuellen" abfinden.

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roterschwadron 17.12.2011, 17:24
5. Wenn Kolumnisten schwärmen

Zitat von sysop
Wenn der mutige Mensch nicht ein paar ironische Anführungsstriche in die Luft neben seine unpopuläre Meinung setzt, wird es der Beginn seines Endes als gruppenkompatible Person sein.
Oder, mit anderen, weniger konformen Worten: der Beginn der echten Individualität. Und nur noch soweit scheinbar an die Gruppe angepasst, als der ironische "Spiegel" von außen zur Selbstverwirklichung benötigt wird...

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Trouby 17.12.2011, 17:39
6.

Zitat von sysop
Die soziale Spaltung in Deutschland schreitet voran. Lohnt es sich da noch, an Gerechtigkeit zu glauben? Keinesfalls, aber an die mentale Gleichschaltung im Kapitalismus - darauf können Sie sich verlassen!
Der Durchschnitt der Masse ist eben nicht intelligenter/sozialer/gerechter/fairer als die jeweils "bessere" Hälfte der Gesellschaft. Durch das Web findet aber jeder noch 5 andere, die die gleiche Meinung vertreten, und sei sie auch noch so blödsinnig. Daraus resultiert eine Selbstbestätigung, die die eigene Meinung als das Maß aller Dinge überhöht und andere Ansichten ablehnt. Um nicht anzuecken, bemüht sich jeder Politiker, jeder Journalist, jeder Redakteur um möglichst stromlinienförmige, massenkompatible Beiträge. Echte Visionen werden nicht mehr vertreten, es wird der dummen Masse hinterhergehechelt.

Die Gesellschaft ist somit nichts anderes als das Abbild ihrer selbst, ohne jede Vision, ohne jede Entwicklung. Im Gegenteil: Durch das Verzichten auf Meinungen und Entscheidungen herrscht ein Stillstand, der tatsächlich ein Rückschritt ist. Da jeder seine Meinung darstellen kann, wird der Gesamtausstoß immer dümmer. Die in Vorzeiten des Internets zwangsweise durchgeführte Selektion führte zwar zu Einschränkungen der veröffentlichten Ansichten, aber auch zu einer Selektion. Bei einer funktionierenden, freien Presse war das Gros der Beiträge intelligenter, visionärer als heute.

Die Marktwirtschaft an sich (bedingt durch Privateigentum=Kapizalismus) wird heute als eines der grundlegenen Übel angesehen. Dabei ist dieser Eindruck schlicht falsch! Die derzeitige Krise ist eine Krise der Politiker und der Parteien, nicht der Demokratie an sich. Es ist ein Fehler der Politik, nur der breiten Masse hinterherzuhecheln - und sich Stimmen durch Zugeständnisse an einzelne Gruppen mit übermäßiger Schuldenaufnahme zu erkaufen. Hier anzusetzen, erfordert unpopuläre Maßnahmen. Dies ist für eine Zukunftsfähigkeit aber unerlässlich!

Menschen sind verschieden, Gleichmacherei führt in den Untergang. Kinder müssen unterschiedlich, aber jeder nach seinen Möglichkeiten optimal gefördert werden. Es ist erwiesen, dass dies zu noch größerer Ungleichheit führt, aber ist es nicht eine Bestrafung der intelligenteren Kinder, sie in ihrer Entwicklung zu hindern, nur damit alle gleich sind?

Alle Menschen sind gleich: In Recht und Gesetz, im Anspruch auf ärztliche Behandlung, Würde im Alter und dergleichen! Diese Prinzipien der Gleichheit müssen eingehalten werden. Wir können aber nicht alle Menschen in Talent, Aussehen, Wissen und Fähigkeiten (etc. pp.) gleich machen. Dies ist nicht nur unmöglich, sondern wäre auch dumm.

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jujo 17.12.2011, 17:42
7. ...

Zitat von sysop
Die soziale Spaltung in Deutschland schreitet voran. Lohnt es sich da noch, an Gerechtigkeit zu glauben? Keinesfalls, aber an die mentale Gleichschaltung im Kapitalismus - darauf können Sie sich verlassen!
Schwarmintelligenz bei Fischen ist toll anzusehen.
Lemminge, welche sich kollektiv über die Klippe in den Tod stürzen handeln auch im "Schwarm" aber nicht intelligent.
Der Mensch handelt im Kollektiv/Schwarm auch nicht inteligent,
Wie ist es sonst möglich, das die Börsianer z.B. regelmässig ihr Hirn ausschalten?

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#venturi 17.12.2011, 17:48
8.

Zitat von Superbeowulf
... woher dieser unsägliche Weltschmerz? Ich bin kein gut bezahlter SPON-Kolumnist, habe einen erbärmlichen Lohn, und lobe trotzdem die Errungenschaften des Kapitalismus, selbst wenn andere Menschen in diesem System mehr haben als ich. Gerechtigkeit ist doch nun wirklich kein Naturgesetz. ... und die dabei auf ihrem Balkon ihres Reihenhauses ein Glas Rotwein trinken, sich den Sonntagsbraten schmecken lassen und von ihrem neuen Zweitwagen schwadronieren. Alles die Früchte des Kapitalismus, den Sie so verfluchen.
Die wahren Früchte und der wahre Wohlstand wird aber zerstört (Umwelt, Soziales Engagement, Familie, sinnvolle Arbeit, Freizeit, Freiheit, ja sogar die Demokratie!). Wachstum fördert unseren Wohlstand nicht sondern zehrt in auf. Das liegt nicht am Kapitalismus sondern an einem fehlerhaften Finanzsystem.

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H3nry 17.12.2011, 18:00
9. Der Segen absehbaren Endes

Zitat von sysop
Kapitalismus ist nur gut, solange man mitmachen kann.

Über die Teilhabe im Kapitalismus entscheidet die Kaufkraft. Und in dieser wiederum liegt ein Versprechen von Individualität, welches den Menschen als eine leere Hülle betrachtet, der ein schier unstillbarer Hunger nach Ausschweifung und Unterhaltung innewohnt. Während jene, die über keine oder kaum mehr Kaufkraft verfügen, mit dem plündern von Elektronikläden zeigen, dass sie noch dazu gehören - wollen, machen sich andere Sorgen, ob ihr Glück, ihre Kaufkraft - im Gegensatz zum großen, mittelmäßigen Rest - auf eine individuelle Weise erwerben zu können, irgendwann an einer Intelligenz scheitert, deren Geschmack man nicht oder nur unzureichend trifft. Ob man von ihr vom Markt gefegt wird, und die leere Hülle gleich mit. Wenn wir einen Mittelklassewagen als so eine betrachten, in die sich jemand hineinsetzt, aus Freude am Fahren, auf was wartet dann das Individuum? Dass es ein anderes findet, und beide voll aufeinander abfahren? Was Bewegung in den Schritt bringt, aber dieser uns der Individualität, die wir nicht kennen, aber unbedingt haben wollen, kein Stück näher. Wer bin ich? Lasst uns jedem genügend Geld geben und es uns gemeinsam herausfinden? Die Preise für Frauen würden ins Astronomische steigen. Bis es dort oben an etwa unbezahlbares stößt.

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