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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Die Muttisierung der mächtigsten Frau der Welt
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Warum ist der Abendkleid-Busen von Angela Merkel ein Thema? Was ist politisch relevant an ihren Hosenanzügen? Und wieso wird die Kanzlerin allüberall zur Mutti verniedlicht? Ganz einfach: Weil's lustig ist! Nur Frauen haben bekanntlich keinen Humor und regen sich darüber auf.

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Semonides 05.10.2013, 19:10
60. Kein Vertrauen in Merkels Bedeutung?

Zitat von sysop
Und wieso wird die Kanzlerin allüberall zur Mutti verniedlicht? Ganz einfach: Weil's lustig ist! Nur Frauen haben bekanntlich keinen Humor und regen sich darüber auf.
Warum wurde
Karl Schiller und Franz Josef Strauß zu „Plisch und Plum“
Kurt-Georg Kiesinger zu "Häuptling Silberzunge",
Helmut Schmidt zu "Schmidt-Schnauze“,
Hans-Jürgen Wischnewski zu "Ben Wisch",
Johannes Rau zu „Bruder Johannes“
Helmut Kohl zur "Birne",
Lothar Späth zum „Cleverle“
Joschka Fischer zu „Grün-Kohl“
Norbert Röttgen zu „Muttis Klügster“
Philip Rösler zu "Bambi"
verniedlicht und Frau Berg war es keine Zeile wert?

Weil es „so eine ungeheure Trägheit im Hirn“ offenbart? Weil über die Jahre von Karl Schiller bis zu „Mutti“ tatsächlich der Humor aufgebraucht ist? Oder nur weil Frau Berg den saloppen Umgang mit der Ikone Merkel nicht dulden will? Weil sie - fatal, fatal - der Bedeutung der „mächtigste Person nach dem amerikanischen Präsidenten“ in unfeministisch weiblicher Bescheidenheit einfach nicht traut?

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blauervogel 05.10.2013, 19:15
61. Was wollen Sie uns sagen?

Zitat von sysop
Warum ist der Abendkleid-Busen von Angela Merkel ein Thema? Was ist politisch relevant an ihren Hosenanzügen? Und wieso wird die Kanzlerin allüberall zur Mutti verniedlicht? Ganz einfach: Weil's lustig ist! Nur Frauen haben bekanntlich keinen Humor und regen sich darüber auf. Ein greiser Mann (sorry, ein bisschen Altersrassismus im Vorübergehen) urteilt über die von der Mehrheit der Deutschen gewählten Kanzlerin.
Verehrte, liebe Fr. Berg,

nach einmaligem lesen ihrer Kolumne, ist mir nicht wirklich klar geworden, worum es Ihnen beim Schreiben eigentlich ging, oder was ihre Botschaft sein könnte. Nicht das erste Mal übrigens, dennoch lese ich Sie immer wieder gerne.
Wollten Sie eine versteckte Hymne auf Fr. Merkel singen? Oder für eine politisch korrekte, geschlechtsneutrale Sprache werben? Vielleicht verhilft mir das lesen der Kommentare zur erweiterten Erkenntnis, oft genug bei SPON das gelbe vom Ei.

Eines ist mir aber doch gleich aufgefallen und hat mich etwas gewundert, sind Sie doch immer bemüht, für die korrekte Sprache eine Lanze zu brechen, wenn Sie mir diese männliche Metapher gestatten. Wahrscheinlich sind Sie als Frau des Wortes mit der Mathematik nicht immer auf Du, was ich gut verstehe.
Daher ist Ihre unkritische An-Übernahme, von der durch die Mehrheit der Deutschen gewählten Kanzlerin, auch nicht verwunderlich, wird sie doch von vielen Medien gerne so verbreitet und wiederholt. Gleichwohl ist sie falsch!
Lassen Sie uns etwas rechnen. Ich hoffe, ich blamiere mich jetzt nicht bis auf die Knochen!!!

Bei einer Wahlbeteiligung von 71,5 %, wovon 34,1 % CDU und 7,4 % CSU gewählt haben, entspricht der tatsächliche Stimmanteil für Merkel, gemessen an allen Wahlberechtigten, 29,67 %, also weniger als ein Drittel. Wir erinnern uns noch einmal an den ungeliebten Mathematikunterricht wo wir gelernt haben: die Mehrheit beginnt bei 50 % plus!
Nimmt man oder frau, um ihrer feministischen Semantik genüge zu tun in Zukunft als frauman geschrieben, nur die reinen CDU-Stimmen, die CSU-Stimmen sind ja meist mehr oder weniger halbherzig und notgedrungen gesamtdeutsch, also nur Leihstimmen für Merkel, dann kommt frauman nur auf einen Stimmanteil für Merkel von 24,38 %, also rund ein Viertel der Stimmberechtigten. Da fehlen doch noch einige Stimmen, zu der von ihnen beschriebenen Mehrheit der Deutschen. Wenn frauman dann noch bedenkt, dass nur 61,8 Millionen Bürger von 82 Millionen wahlberechtigt sind... Aber lassen wir das!

Ihre Begeisterung und Solidarität für Merkel ist sicher erklärlich durch ihrer gemeinsame Biographie und Herkunft aus der DDR und der Tatsache das Merkel eine Frau ist, was mich aber eher ein wenig verschnupft, um ehrlich zu sein. Bei dieser Politik hört für mich die weibliche Solidarität auf, denn gerade von einer Frau hätte ich eine mehr den einfachen Menschen zugewandte, soziale Politik erwartet. Da schämt frau sich als Frau!

Sie sehen, wie schwer das „man“ zu ersetzen ist!

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agua 05.10.2013, 19:35
62.

Frau Merkel,die erste Frau als deutsche Kanzlerin und volksnah,wie sie sich gibt,wenn es um Nebensächlichkeiten geht,was ihr auch Artikel in Frauenzeitschriften einbringt,in denen Politik wirklich Nebensache ist.So ist sie zur Mutter der Nation geworden,was Fassade ist,aber wie die letzten Wahlen zeigen eine gute Vermarktung ist.Bestimmte Angriffspunkte fallen weg,eben weil sie eine Frau ist.Der Vorwurf andere Frauen in Wort und/oder Tat zu degradieren.Der Vorwurf eines pöbelhaften Verhaltens.Die Kanzlerin benimmt sich gut,wie das von Frauen eben erwartet wird.Ich mag die Verniedlichung als "Mutti" nicht,weil diese Bezeichnung unangemessen ist und jegliche politischen Entscheidungen kaschiert.Denn weil sie die Mutti ist ,kann ihr nichts übel genommen werden.Der Mutti wird alles verziehen,weil letztendlich meint sie es nur gut.Dass diesem Image viele Bürger auf den Leim gehen ,zeigt das Ergebnis der vergangenen Wahlen.

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gernot999 05.10.2013, 19:42
63. Einfach nur noch lächerlich und zum Fremdschämen!

Ob Merkel nun die mächtigste Fraui der Welt ist oder nur die zweit- oder drittmächtigste sei dahingestellt. Jedenfalls hat sie eine ziemlich große Machtfülle. Und so jemanden als Opfer von keifenden, rachsüchtigen oder was auch immer Männern darzustellen, gelingt nur verbohrten Vertretern der feministischen Ideologie.

Aber, das ist ein wunderschönes und entlarvendes Beispiel , wie diese Ideologie funktioniert! Nämlich aufs Haar genau gleich wie die von Alan Finkelstein beschriebene "Holocaust Industrie" ( es reicht , wenn man auf die Amazon-Seite geht und sich dort den Klappentext durchliest).

Oberstes Prinzip: Ganz gleich, was passiert, ganz gleich wie die Verhältnisse sind, ganz gleich, was unsere "Gegner" machen, wir sind grundsätzlich immer und überall Opfer. Egal wie mächtig wir tatsächlich sind, wir können niemals Täter sein.
Und das lassen wir uns teuer bezahlen. Und je man unseren Forderungen nachgibt, desto mehr ermutigt uns das, erst recht als Opfer aufzutreten und noch dreistere Forderungen zu stellen.

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rpanerai 05.10.2013, 19:49
64. Papa Heuß

Man mag es ja kritisch sehen, wenn das Wahlvolk sich selbst zum
Kindchen degradiert, indem es die Kanzlerin Mutti nennt. Aber mit Frauenverachtung hat das nichts zu tun. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident, war ein Mann, und das Volk nannte ihn "Papa Heuss". Das "Papa" war genausowenig männerverachtend wie Frau Merkels Spitzname "Mutti" frauenverachtend ist.

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christian simons 05.10.2013, 20:03
65.

Zitat von sysop
Und wieso wird die Kanzlerin allüberall zur Mutti verniedlicht?
Ein Videoclip sagt mehr als tausend "Mutti"-Schmähungen.
Man schaue sich nur an, wie die Kanzlerin am Wahlabend mit dem Charme einer fuchtigen Erziehungsberechtigten die bunten Fähnchen ihrer Rasselbande konfisziert:

Angela Merkel entsorgt Deutschland Fahne - YouTube

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Dio_genes 05.10.2013, 20:04
66. Nutzen

Zitat von cato-der-ältere
Das Mutti-Image ist nicht abwertend für Merkel, sondern eher Teil eine perfiden Image-Strategie, denn Image ist 99% von dem was Merkel ist. ...
Ich gehe zwar nicht davon aus, dass es eine Strategie war, aber letztlich nutzt ihr das Image tatsächlich.

Bezwecken wollten ihre Kritiker (zunächst die Internen aus der CDU - und später der politische Gegner) natürlich, dass sie als unpolitisch dargestellt wird. Es war despektierlich gemeint. Leider hat man sich da verkalkuliert:

Es zeigt sich, dass die meisten Wähler keine Politiker wollen, die sich politisch äußern und sich politisch betätigen (zumindest soll es so aussehen, denn man will nicht belästigt werden). Politik bedeutet nämlich Streit um Sachfragen, Auseinandersetzung um Themen und Diskussionen über Zukunft und Gegenwart.

Auch wenn viele nicht uninteressiert sind, aber viele neigen dazu, dass sie paradoxerweise Politik als nervigen Streit ansehen. Man hat ja privat und beruflich schon genug Stress. Politik soll geräuschlos funktionieren, so hätte es der brave Bürger gerne.

Also neigt er mittlerweile (in einer gesättigten Wohlstandsgesellschaft - was den Großteil der politisch interessierten Mittelschicht angeht) dazu, dass forsche und leidenschaftliche Politiker nicht gut angesehen sind. Man will eingelullt werden. Merkel ist Merkel, es steckt keine Strategie dahinter, sie ist einfach langweilig und deshalb so beliebt weil sie nicht stört.

Das Mutti-Image, das ein Angriff sein sollte, bewirkt somit leider das Gegenteil. Auch die Medien fallen darauf rein.

Wenn andere (männliche) Politiker das gemacht hätte (Reden bzw. Nichtreden und Handeln bzw. Nichthandeln), dann wären sie längst "gegrillt" worden und nicht mehr da.

Bei "Mutti" verzeiht man die permanenten Kehrtwenden (Atomlaufzeitverlängerung, Griechenrettung...), Kriegslüsternheit (sie wollte mit Bush in den völkerrechtswidrigen Irakkrieg), Verstoß gegen Freiheits- und Menschenrechte sowie gegen Rechtsstaatlichkeit (Guantanamo, totalitäre Überwachung, Freude über die Hinrichtung eines Verdächtigen, hunderte von zivilen Opfern bei Kriegsverbrechen...). Hier und dort wird mal halbherzig daüber geschrieben, aber dann stürzt man sich lieber auf irgendwelche Petitessen oder Pseudoskandale von männlichen Politikern.

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rkjeld 05.10.2013, 20:11
67. Mutti ist kein so gutes Beispiel...

Liebe Frau Berg, ich glaube, "Mutti" Merkel ist kein so besonders gutes Beispiel. Kanzler stehen immer in vorderster Linie der Kritik und auch der Häme, und die männlichen Vorgänger, gerade Kohl, bekamen es von ihren Gegnern am Stammtisch und in den Medien ebenfalls richtig dreckig. Und natürlich ist Humor immer auch geschlechts- und rollenspezifisch, selbst wenn es nervt. Das wird nie verschwinden und existiert in Berufen mit weiblich dominierter Kollegenschaft wie meinem ebenfalls, aber echter Sexismus verschwindet biologisch durch die Generationenfolge. Wir Dreißiger sind schon anders drauf als Brüderle. Insofern haben Sie recht: Manches wird einfach noch ein wenig dauern... Ich wundere mich eigentlich eher, dass nicht mehr Sexismus im Umgang mit Merkel aufgetreten ist, auch nicht im vermeintlich macho-geprägten Ausland, wo man sie eher zum "Hitler" als zur "unfähigen Frau" stilisiert. Die echten sexistischen Probleme, die man nicht wegreden kann, sind aber woanders, im Alltag der normalen Menschen. Ich finde, "Mutti" ist in der Reihe aus dem "Dicken", dem "Nazi", dem "alias Frahm", der "Schnauze" und der "Birne" noch ganz gut aufgehoben.

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Schwabe74 05.10.2013, 20:20
68.

Als ob es was besonderes wäre, dass Spitzenpolitikern vom Volk Spitznamen verpasst werden. Andenauer war "der Alte" (zu Kölner OB Zeiten auch "Graupenbauer") Schmidt war "Schnauze", Kohl "Birne", Schröder "Gerd" und Heuss, immerhin erster Bundespräsident, taufte der Volksmund.... tadahhhh...: PAPA (!!). Nun hat Kanzlerin Merkel in dieser Tradition eben auch einen witzig - verniedlichenden Spitznamen weg. Na und? Was ist an "Mutti" denn so schlimm im Vergleich zu den anderen Spitznamen? Warum regen sich ausgerechnet Frauen so über den Begriff "Mutti" auf?. Warum betrachten es männliche Ministerpräsidenten als Auszeichnung, wenn sie "Landesvater" genannt werden, während ihre weiblichen Pendants auf "Landesmutter" gerne mal gereizt reagieren?
Übrigens, es gab auch mal einen hochgeachteten US Präsidenten, der als erster Amerikaner den Friedensnobelpreis verliehen bekam. Und das Volk nannte ihn "Teddy".

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juttakristina 05.10.2013, 20:22
69. Ich kann

an der Merkel nichts mütterliches erkennen. Trotzdem ist es symptomatisch für die Schwabbelpolitik dieser Person und wirft auch auf den Wähler kein gutes Licht, sich eine "Mutti" an der Spitze zu wünschen. Die Wähler wollen doch mündig sein und sollten sich größtenteils von der Mutter abgenabelt haben. Jetzt nach der Hand der "Übermutter" zu greifen, ist eher kein Zeichen von Mündigkeit. Was mich aber wirklich daran stört, und in die Richtung geht auch Frau Berg, ist, dass dieser Spitzname geschlechtsspezifisch ist. Ja, auch andere Politiker bekommen Spitznamen, aber sie haben nicht wirklich was mit ihrem Geschlecht zu tun. Es reicht nicht, dass Frauen vielleicht eines Tages wirklich die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit wie Männer bekommen, solange die Stereotypen im Kopf weiter existieren. Es sollte irgendwann nicht mehr verwundern, dass auch eine Frau in der Politik einen Busen oder Beine hat. Es kommt doch auf die Inhalte an und nicht auf das Geschlecht! Andererseits hat man bei Schröder über gefärbte Haare spekuliert - das ist doch erst einmal seine Sache! Allerdings diskutiert man bei Merkel nicht über die Haarfarbe. Bei Frauen geht man halt sowieso eher davon aus, dass sie zu Farbe greifen und Frauen gesteht man das auch zu. Dafür war ihr früherer Haarschnitt und überhaupt ihr Stil in einem Ausmaß thematisiert, das man bei einem Mann nicht bringen würde.

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