Forum: Kultur
S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Ein Ufo namens Schweiz

Nur künstliche Fingernägel sind alberner als Nationalstolz. Wenn man ein Lied über das Land singt, in dem man lebt, dann darf man ruhig ein bisschen kritische Distanz zu diesem wahren.

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montaxx 09.11.2011, 09:09
50. Auch....

Zitat von puter73
(...)Fragwürdig ist für mich, die nationale Hybris der US-Amerikaner in "Gods own Country", die sich in einem überzogenen Flaggenkult äußert.
Anmerkung: Diesen (etwas lächerlichen) Flaggenkult an vielen Häusern kann man auch leicht in Frau Bergs neuer Wahlheimat entdecken...Schließlich meinen ja auch viele Schweizer,sie wohnten in "God´s own country"....

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schmalhans 09.11.2011, 09:09
51. Interessengruppe (Nation) Europa

Interessengruppen haben sich bei Mensch und Tier bewährt.

Die kleinste beim Menschen ist die Familie.
Sie ist quasi eine Nation im kleinen, weil sie sich aus gutem Grund in bestimmten Bereichen gegen den Rest der Welt quasi abschottet und nebst Wohnung und Eigentum nicht zur allgemeinen Verfügung steht.

Als nächste Interessengruppen folgten die Hausgemeinschaft, Strasse, der Stadtteil, Sportverein, die Firma, Stadt, das Land, und endlich der Staat, quasi als oberste Interessengruppe.
Bei jeglichen Interessengruppen unterhalb der Staatsebene findet niemand etwas anrüchiges daran, z.B. wenn sich eine Firma oder ein Fußballverein nicht in die Karten gucken läßt, und sich deren Mitarbeiter bzw. Sportler loyal verhalten. Nur beim Staat, einer Nation, wird die Nase gerümpft.

Wohl in einer Art deutschen Nazineurose und -Denksperre wird das „Prinzip Interessengruppe“ in seiner Effizienz verkannt und gegen den Nation-Gedanken geschimpft, aber im nächsten Satz wird von Europa geschwärmt.
Dabei wird verdrängt, oder einfach nicht gesehen, dass „Europa“ schlicht und ergreifend auch „nur“ eine Interessengruppe darstellt, nur eben in groß. Europa als Groß-Nation gegen den Rest der Welt, so wie die USA auch.
Und genauso wie sich bis vor einigen Jahren die europäischen Einzelstaaten gegenseitig abschotteten (Grenzen, Zoll, Kontrollen) schottet sich Europa ebenso ab.
Nur ist eben alles viel gigantischer organisiert.
Offenbar ohne sich darüber bewusst zu sein, bestätigen die Europabefürworter ja selbst, dass das „Prinzip Interessengruppe“ mit seiner hohen Effizienz unverzichtbar ist (Nation Europa).

Das bilden von Interessengruppen kommt einem Naturgesetz gleich (sh. Tierreich), deren angedachte oder erträumte allmähliche weltweite Aufhebung, also Aufhebung des Nationalgedankens, ist demnach widernatürlich.
Wer gegen die Nation als Interessenverband ist, ist zwangläufig in letzter Konsequenz für die Bildung eines „Weltstaates“ als Endziel, was stark diversen religiösen Ideologien ähnelt, deren Ziel die Weltherrschaft war und ist.

Einfach abwegig die Vorstellung, die ganze Welt sei eine einzige riesige Interessengruppe, bar jeglicher Individualität, alle hätten gleiche Interessen, Geschmäcker, Vorlieben, alle Männer wollten die gleiche Frau haben, alle Frauen den gleichen Mann, das selbe Auto, an der gleichen schönen Ecke wohnen, alle wählten die gleiche Partei (klar) usw. usf.

Angesichts der neuen Bedrohung, (Ost-West hat nach Süd-Nord gewechselt) kann es jedem in Europa lebenden mehr als recht sein, dass sich eine „Zweckgemeinschaft“ Europa („USE“) bildet, das naturgemäß (militärisch) stark wäre, und schützt.
Dann sollte man das aber auch so deutlich, realistisch und pragmatisch artikulieren, im Sinne des Charles De Gaulle Zitates „Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen“, dass ein vereintes Europa nun mal wirtschaftlichen Interessen und auch der Sicherheit der in Europa lebenden Menschen dient.
Das wäre hilfreicher und ehrlicher als von Europa zu schwärmen und zu sülzen, als sei es ein ehernes edles Gebilde voller edler Menschenfreunde, toleranter „Weltbürger“ und Nationalstaatsgegner.

Besser wäre, die natürlichen Vorgaben der Interessengruppenbildung zu akzeptieren, deren Kraft und Effizienz zu würdigen, daraus das beste zu machen, und dafür zu sorgen, dass die einzelnen Staaten friedlich miteinander umgehen.

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Atheist_Crusader 09.11.2011, 09:36
52. ...

Zitat von sysop
diese ewige Leier von: Wir hier in... (nach belieben einzusetzen) sind sehr familienbewusst. Besonders wichtig in ... ist uns das Essen. Keine Gegend außer ... weist so einen reichen Sagen- und Liederschatz auf. ... verfügt über die schönsten Landschaften der Welt, in ... schätzen wir die Gemütlichkeit.
Zugegeben, DIESE Leier IST albern. Ich hab das selbst auch schon in diversen Variationen mitbekommen, etwa bei meinem letzten Arbeitgeber, einem lokalen Wursthersteller, als die Mail eines Kunden eintraf: " *blabla* Würzung völlig ungenießbar. Holen Sie sich mal einen Metzger aus dem Sauerland, der weiß wie man das macht!"
Aha. Bloß weil der aus der selben geographischen Region kommt, hat er's drauf? Im Sauerland gibt es also keine unfähigen Metzger?

Und wenn er auf diese Art ausgelebt wird, dann IST er albern. Aber grundsätzlich? Eher nicht. Erzählen Sie mal einem Türken, Nationalstolz sei albern. Oder einem US-Amerikaner. Es ist zwar keine besondere Leistung an einem bestimmten Ort geboren zu werden, aber das heißt nicht, dass man ihn nicht mögen und (nicht unreflektiert) seine positiven Seiten hervorheben darf.
Aber wir Deutschen haben ja sowieso ein Problem mit dem Nationalstolz, weil wir die zwanghafte Angewohnheit haben, das Schlimmste aus 12 Jahren alles Andere überscheinen zu lassen, sowohl das Bemerkenswerte aus diesen 12 Jahren, als auch so ziemlich alles positive was davor gewesen ist.
Andere Länder haben dazu eine weniger verkrampfte Haltung... teilweise so unverkrampft, dass es schon wieder seltsam wird. In der Türkei ist das Leugnen und Zurechtbiegen der eigenen Geschichte fast schon patriotische Pflicht, in den USA kann man mit stumpfen patriotischen Parloen immer noch die Massen bewegen und wer in Großbritannien über vergangene Massaker des Empires recherchiert, kann auch ganz schnell als Nestbeschmutzer verunglimpft werden.

Also im Fazit: In einer gesunden Dosis und einem vernünftigen Verhältnis ist Nationalstolz definitiv nicht albern.

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Spiegelkritikus 09.11.2011, 10:19
53. Nicht alles muss Sinn haben

Zitat von riga_ernest
Wir zwei beiden, wir sind zu blöde für das Geschwurbel. Die anderen im Thread vermutlich auch - aber wer würde das schon gerne zugeben, dass der Kaiser nackt ist? ;)
Nicht jeder Text, dessen Sinn sich einem nicht oder nur unzureichend erschließt, muss deswegen schwierig, tief oder anspruchsvoll sein!
Frau Berg nimmt sich eben die Freiheit zu wortspielerischen Äusserungen, die nicht unbedingt in einem Sinnzusammenhang stehen, vergleichbar der abstrakten Malerei. Für den nach stringentem Sinn suchenden Interpreten kann das schnell zum Verwirrspiel werden!

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alpenglühn 09.11.2011, 10:53
54. Auch ein Beitrag

Nationalität.

Volkstum und Sprache sind das Jugendland,
Darin die Völker wachsen und gedeihen,
Das Mutterhaus, nach dem sie sehnend schreien,
Wenn sie verschlagen sind auf fremden Strand.

Doch manchmal werden sie zum Gängelband,
Sogar zur Kette um den Hals der Freien;
Dann treiben Längsterwachsne Spielereien,
Genarrt von der Tyrannen schlauer Hand.

Hier trenne sich der lang vereinte Strom!
Versiegend schwinde der im alten Staube,
Der andre breche sich ein neues Bette!

Denn einen Pontifex nur faßt der Dom,
Das ist die Freiheit, der polit'sche Glaube,
Der löst und bindet jede Seelenkette!

Gottfried Keller, 1846, Version 1883: Gesammelte Gedichte

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lizard_of_oz 09.11.2011, 12:00
55. Tendenz zum Leiden?

Ihr Problem sind nicht die Schweizer oder an Ihrer edlen Person Kritik übende Foristen, Ihr Problem sind Sie selbst. Sie suchen nach Stress um sich zu beweisen, was für ein Scheißhaus die Welt sei. Suchen sich den größtmöglichen so empfundenen Misthaufen, stellen sich drauf und rufen laut aus: "Alles Mist". Voll objektiv eh.

In diesem Licht sind Ihre Klagen über motzende Foristen von Ihnen so gewollt, Sie provozieren bewusst kritische Antworten um dann sagen zu können, wie pöse alle zu Ihnen sind, Sie sich selbst so sehendes Sensibelchen, dat dat Leid der janzen Welt in sich aufnehmen und verarbeiten muss. Wann war nochmal Ihr letzter Beitrag wo Sie nicht am Jammern waren, hmm? Auch noch meist über Trivialitäten, die sterbende Umwelt, die sterbende Volksseele entgehen Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit. Schön, dass Sie mir und anderen Foristen so eine Bedeutung einräumen, dass es ihr Leben zu tangieren scheint, wirklich nett.

Abschließend sind die Beschwerden über die Schweizer eine Unverschämtheit. Speziell bei einer Zugereisten, wofür ich Sie halte, ist es ein absolutes Unding, der Gipfel der Unhöflichkeit, so über sein Gastgeberland zu schreiben, das sind (sorry, waren) absolute Benimmgrundlagen. Gut, auch die wurden dem Sozial- uhnd Gleichschaltwahn geopfert (schreiben Sie doch mal darüber!). Wäre ich Schweizer wäre die Antwort klar: "Frau Berg, gehen Sie bitte nach Hause"!

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staunstaun 09.11.2011, 12:02
56. Schweizerische "Berg-Montanara" Poesie

Liebe Frau Berg,
ich lese Ihre Artikel so ab und an mal ganz gerne, aber das mit dem Reime-Verfassen, das sollten Sie lassen.

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Magnolie5 09.11.2011, 12:24
57. Schweizer Ufo und Nationalstolz

Die Politik dreht den Schweizern den Geldhahn zu, demnaechst muessen sie ARBEITEN und nicht mehr von dem Geld steuerfluechtiger Nachbarn leben. Schluss mit UFO Metaphern, die Schweizer haben -wie ein Staubsauger eben Staub- immer das Geld angesogen, das Geld/Kapital ist nun mal International. Traurig, wenn man mit Kriminellen Geschaefte macht oder machen muss um das eigene System zu stuetzen.

Nationalstolz: Ich bin gerne Deutsch und je mehr ich in der Welt herumkomme, umso stolzer werde ich und - ja spiessig- ich entwickele so etwas wie Heimweh. Ich mag die deutsche Sprache, ihre Genauigkeit, ihre Differenziertheit, ich mag auch die deutsche Kueche, auch wenn sie mit ihren schweren Sossen ein wenig ungesund ist, ich liebe die deutsche Landschaft, ich liebe....
Wir sollten mit unserer Naechstenliebe, Gastfreundschaft, Tradition, Fleiss und dem Drang nach Perfektionismus, unserer Neugier auf Technik nicht in der globalen Welt untergehen.
Man hat gerade uns Deutschen diesen Nationalstolz immer ausgetrieben oder versucht ihn uns auszutreiben. Heute lebe ich im Ausland, lebe anderen meine deutschen Werte vor und werde respektiert, nicht unbedingt geliebt aber geachtet.

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roterschwadron 09.11.2011, 13:03
58. Geldübergabe - Untertitel: Die schnelle Nummer

Zitat von Olaf
Und das kann ja nicht so schlecht, denn dafür, dass Frau Berg freiwillig in die Schweiz gezogen ist, muss es ja Gründe geben.
Dieses Ufo
aber Pronto
bringt den Text
auf ihr Konto

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whitewrx 09.11.2011, 13:04
59. Ein paar Details zur Schweiz

Zitat von Magnolie5
Die Politik dreht den Schweizern den Geldhahn zu, demnaechst muessen sie ARBEITEN und nicht mehr von dem Geld steuerfluechtiger Nachbarn leben. Schluss mit UFO Metaphern, die Schweizer haben -wie ein Staubsauger eben Staub- immer das Geld angesogen, das Geld/Kapital ist nun mal International. Traurig, wenn man mit Kriminellen Geschaefte macht oder machen muss um das eigene System zu......
Ihnen ist bewusst, dass die Schweiz eine ausserordentlich tiefe Arbeitslosenquote aufweist, weniger Feiertage als DE hat, höhrere Wochenpensen gearbeitet werden, die weltweit höchste Herzinfarktrate aufweist (was Forscher teils auf die Arbeitsleistung/Stress zurckführen) und nachgewiesen die höchste Innovationskraft weltweit hat.

Tut mir leid das so zu sagen, ab die Länder um uns herum haben sich zu Boden gewirtschaftet, die Schweiz nicht, im gegenteil!
Selbst ohne Schwarzgeld werden Schweizer Banken attraktiv bleiben (Stabilität, Währung, Diskretion/Porfessionalität).

Es ist einfach, den Fehler beim Nachbarn zu suchen und das Gras ist auf der anderen Seite auch immer grüner als bei sich selbst...

ein Schweizer

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