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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Israel? Weiß ich Bescheid!

Zuverlässig findet jedes Jahr in Israel irgendetwas statt, was Europäer scheinbar persönlich betrifft. Warum haben alle so eine klare Meinung zu der Politik des Landes, das ja nicht einmal in unserer Nachbarschaft liegt?

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tinosaurus 07.09.2011, 07:45
130. Schwachsinn

Zitat von HappyLuckyStrike
Warum hat irgendwer eine klare Meinung zu etwas, das nicht gerade direkt neben ihm liegt ? Im Übrigen sind die Meinungen .....
Beim Lesen mancher Kommentare komme ich eher zu der Annahme, dass einige Schreiber hier eine Meinung vortäuschen, um überhaupt wahrgenommen und gelesen zu werden. So hoffe ich auch, dass ich hier nicht noch mehr Beiträge von irgendwelchen "Oberdeutungsträgern" zu lesen bekomme.

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WolfHai 07.09.2011, 08:08
131. Fehlende Trennung von Nachricht und Meinung

Zitat von Mistermambo
Welche Zeitung man auch kauft, man bekommt von Meinungen durchtränkte Artikel (mal subtil und mal mit dem Holzhammer), bei denen man zwar relativ schnell herausbekommt, was der Verfasser des jeweiligen Artikels von der jeweiligen Sache hält.
Danke für diese Beobachtung.

Zur Ergänzung: Das trifft auch auf die Fernsehnachrichten, jedenfalls der Öffentlich-Rechtlichen, zu. Zusätzlich zur Nachricht wird subtil (oder nicht so subtil) mitgeteilt, was man dazu zu meinen hat. Das journalistische Prinzip der Trennung von Information und Meinung scheint kaum noch beachtet zu werden, und zwar nicht aus Fahrlässigkeit, sondern mit voller Absicht. Ich empfinde das als große Respektlosigkeit dem Zuschauer gegenüber.

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KurtFolkert 07.09.2011, 08:53
132. ...

Zitat von tinosaurus
Beim Lesen mancher Kommentare komme ich eher zu der Annahme, dass einige Schreiber hier eine Meinung vortäuschen, um überhaupt wahrgenommen und gelesen zu werden. So hoffe ich auch, dass ich hier nicht noch mehr Beiträge von irgendwelchen "Oberdeutungsträgern" zu lesen bekomme.
Dasselbe kann man der Artikelschreiberin auch unterstellen. Israel ist eigentlich ein völlig uninteressantes Land. Nutzen hat es keines für uns und mehr als drüber aufregen kann sich auch niemand. Wir sind aber dafür Verantwortlich dass es dieses Land gibt, welches ja eigentlich nur ein Unfall der UN ist. Ich bin zwar noch zu jung, aber auch ich habe, trotz ausländischer Wurzeln als Deutscher an der Kollektivschuld teilzuhaben. Und weil wir uns das von den Alten noch immer einreden lassen, wird auch weiterhin dieses kleine unbedeutende Land immer wieder hervorgejammert und entsprechend beschäftigt uns das auch. Wenn auch nur als nerviges Dauerthema, denn zu tun haben wir mit diesem Land dort nahezu nichts.
Mancher fährt mal in den Urlaub hin, macht dort Praktikum oder wenn man Schwul ist, eine Abenteuerreise nach TelAviv. Schon komisch, aber seit der Gründung wird uns eine Meinung darüber aufgezwungen. Also was soll das gemecker über Leute die eine Meinung über ein Land haben, über dass sie keine Meinung haben dürfen? Langweilig!

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dunham 07.09.2011, 09:26
133. Keine Verallgemeinerungen bitte

Zitat von sysop
Warum haben alle so eine klare Meinung zu der Politik des Landes, das ja nicht einmal in unserer Nachbarschaft liegt?
Weil Israel eine sehr emotionale Sache ist. Israel ist aber nicht "die Juden" und "die Juden" sind nicht Israel. Israels Politik muss daher auch z. B. nicht vom Zentralrat kommentiert oder verteidigt werden. Das sagte mir der selige Paul Spiegel einmal in einem Gespräch nach einer Lesung.

Bei der Beurteilung israelischer Politik muss man immer im Hinterkopf behalten, dass es sich um ein Land handelt, dessen Existenzrecht von seinen Nachbarn aktiv angezweifelt wird. Auch wenn Jesus bereits vor zweitausend Jahren dort lebte und bekanntlich weder Araber noch Muslim war.
*Das*, liebe Frau Sibylle, macht bei mir einen Bonus für Israel aus. Ich glaube, die meisten Europäer können sich ein Leben in dieser Situation gar nicht wirklich vorstellen.

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Turbofan1 07.09.2011, 09:38
134. Artikel auf Stammtischniveau

Haben Sie eine Meinung zu Nordkorea? Wenn ja: waren Sie je da? War der US-Präsident Roosevelt vor dem Entsenden von Truppen nach Europa je in Deutschland um mit Hitler zu diskutieren? Die Aussage von der "denkwürdigen Schwachsinnsrede" des Martin Walser sollten Sie lieber auf Ihren eigenen Artikel beziehen!

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bennysalomon 07.09.2011, 09:45
135. Supi

Zitat von sysop
Zuverlässig findet jedes Jahr in Israel irgendetwas statt, was Europäer scheinbar persönlich betrifft. Warum haben alle so eine klare Meinung zu der Politik des Landes, das ja nicht einmal in unserer Nachbarschaft liegt?
Ausgezeichneter Beitrag, der durch die Mehrzahl der Beiträge seine Berechtigung erhält.

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favela lynch 07.09.2011, 09:49
136. Beute

Warum nur nehmen Sie das alles so ernst. Es ist Unterhaltung. Und deren probates Mittel ist nun einmal Provokation. Inspirirert zu solcherart Trash wurde sie wahrscheinlich durch die vielen Juden, die geschäftig vor ihrem Fenster hin und her eilen. Es geht nicht einen Moment um Israel. Es ist lediglich Beute für die Provokation.

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Banuta 07.09.2011, 09:51
137. Schöner Kommentar

Zitat von dunham
Weil Israel eine sehr emotionale Sache ist. Israel ist aber nicht "die Juden" und "die Juden" sind nicht Israel. Israels Politik muss daher auch z. B. nicht vom Zentralrat kommentiert oder verteidigt werden. Das sagte mir der selige.....
Ein sehr schöner, differenzierter Kommentar. Ich selbst denke auch, dass wir uns nicht vorstellen können wie es ist, täglich bedroht zu werden.

Auf der anderen Seite sollte Kritik am STAAT Israel nicht automatisch mit Kritik am Judentum gleichgesetzt werden.

Dazu muss man allerdings auch sagen, dass der Staat Israel gerade zum Schutz der Juden errichtet wurde, da sie in diesem keinerlei Verfolgung (allerdings eine Bedrohung von aussen) zu fürchten haben. Denn wir Christen haben die Juden jahrtausendelang verfolgt, sei es aus wirtschaftlichen oder religiösen Gründen (Mittelalter, insbesondere die Zeit der Kreuzzüge und der Pest). Insofern verstehe ich, wenn Kritik an diesem Staat auch wiederum Ängste/Sorgen vor Verfolgung weckt.

Umgekehrt sind einige Ausdehnungen des Staates Israel nicht mit internationalem Recht vereinbar, resultieren andererseits aber auch aus Aggressionen der umgebenden Staaten (der Sechs-Tage-Krieg sei hier beispielhaft erwähnt). Auch war Israel bei entsprechendem Entgegenkommen in der Vergangenheit auch bereit, auf gewonnene Gebiete wieder zu verzichten.

Selbstverständlich muss man auch die arabische Seite sehen, da dort viele Leute eben auch schon lange in ihren jeweiligen Gebieten leben und sich bedroht fühlen. Dazu kommen religiöse Eiferer (diesmal auf muslimischer Seite), die durch Hetzreden den Konflikt weiter anschüren.
Ich persönlich denke jedenfalls, dass es kein "böses" Israel oder "böse" Araber gibt. Vielmehr sind die Verkettungen von Umständen mittlerweile so komplex, dass selbst absolute Kenner der Materie kaum DEN "Schuldigen" finden werden. Vielmehr handelt es sich mittlerweile um eine Spirale der Gewalt, die auf Misstrauen und gesätem Hass basiert.
Beilegen könnte man diesen Konflikt nur langwierig, indem man Vertrauen aufbaut, dass dürfte in naher Zukunft aber kaum möglich sein. Ich persönlich würde mir für alle Menschen dort Frieden wünschen.

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plattenputzer 07.09.2011, 10:05
138. .

Ein paar Denkanstöße für sie, werte Autorin:
Anarchisten, Kommunisten und anderes "linke Gesockse", darunter auch viele Juden haben aktiv den Faschismus bekämpft anstatt sich widerstandslos abschlachten zu lassen. Warum werden die heute hier nicht als Helden verehrt?
Die anarchistische Bewegung Israels (z.B. Anarchists against the Wall) kämpft aktiv für ein gewaltloses, herrschaftsfreies Miteinander der Menschen in der Region und gegen einen Staat Israel genauso wie gegen einen Staat Palästina. Ist das nicht ein etwas "aufgeklärt"erer Ansatz als die Forderung von Antideutschen nach bedingungsloser Solidarität mit dem Staate Israel, weil man ja noch Schuld abzubauen habe?
450000 Menschen in Israel demonstrieren gegen die Politik ihrer "Führer". Sind das alles Antisemiten? Oder ist das doch eher der Schrei nach einer aufgeklärteren, humaneren, normaleren Zukunft für alle Menschen der Region?

Und warum, verd... nochmal soll ich mir dazu ne Meinung verkneifen, wo ich wahrscheinlich mit mehr Menschen, seien es Bergjuden oder israelische Anarchisten, Informationsaustausch übe, als Sie, werte nichtbetroffenee Betroffenheitslyrikerin.

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HBundy 07.09.2011, 10:07
139. Deutsch gut

Zitat von goliat7
Ich war über 5 Monate da und kenne mich mit Geschichte, vor allem auch mit dieser recht gut aus. Vielleicht sogar besser wie Sie.
Dafür etwas weniger mit "wie" und "als".

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