Forum: Kultur
S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Seien Sie froh, dass Sie noch wütend sind!

Ich rege mich immer öfter auf. Über Dinge, die mir früher egal waren. Werde ich immer empfindlicher - oder die Welt immer blöder?

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claudio.sozzani 06.02.2011, 16:17
60. Ein Szenario

Zitat von tradtke
...mit interessanten und relativ 'wutlosen' Kommentaren hier...
Man koennte z.B. - einfach nur mal so angenommen - einem 'Gierbanker' vor seinem Haus auflauern, ihn an den E... aufhaengen und so lange baumeln lassen, bis ihm ein paar Scheinchen aus der Kaschmirjacke herauspurzeln, die man dann - ganz nach Façon - unter den Aermsten der Armen verteilt, oder sich selbst in den Rucksack steckt.

Wenn man dann noch, bei den naechsten Parlamentswahlen, eine Mehrheit Gleichgesinnter mobilisiert und hinter sich und einem entsprechenden Programm versammelt... winken dann nicht - statt acht Jahren Haft - ein erfuelltes Leben als politisch bewusster und handelnder Mensch, ja: als Robin Hood von heute?

Wie gesagt... nur eine kleine, verquere Eingebung. Allein: ist die 'Alternativlosigkeit' wirklich immer und allueberall so gaenzlich ohne Alternative?

Was also ist das, was uns zwar gerne und oft schimpfen, aber nur in den seltensten Faellen handeln laesst?

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ein_standpunkt 06.02.2011, 17:04
61. Warum so kryptisch?

Neulich eine ISO-Norm (Metastandard) gelesen?

Ich gebe Ihnen in der Hinsicht Recht, dass die meisten Entscheidungsträger einfach nicht auf dem neusten Stand sind.

Ja, es wäre schon günstig, in Ursache-Wirkungsketten zu denken und proaktiv und nachhaltig zu handeln.

Herr Berg, glauben Sie wirklich, dass sich ein Wirtschaftsreferent aus Berlin auf diese Seite verirrt und fragt: „Könnte Ihre Unternehmensberatung uns nicht eine Lösung bereitstellen?“

Zitat von Alexander Berg
Erkennen wir die tatsächlichen Ursachen und regulieren diese, lösen sich die vermeintlichen "Probleme" von selbst auf.
Schön, dieses WIR.
Ich würde auch gern auf dem Raumschiff Enterprise arbeiten, aber meine Einflussmöglichkeiten als gemeiner Bürger sind sehr begrenzt.

Wie bereits weiter oben angedeutet wurde, ist die Resignation der Tod.
Ich tue, was ich kann, so gut es geht.

Guten Tag und viel Glück!

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Rabban 06.02.2011, 17:04
62. .

Zitat von astf
Krass, die meisten hier scheinen ja wirklich der Meinung zu sein, dass es ihnen in Deutschland nicht gut geht, aber ist ja auch logisch bei einer Politikerklasse wie in Italien, einer Sicherheitslage wie im Irak, einer Jugendarbeitslosenquote wie in Ägypten, einer Verschuldung wie in Griechenland, sozialer Gerechtigkeit wie in den USA und Lebensmittelversorgung wie im Sudan und - offensichtlich - Savoir-Vivre wie in Nordkorea.
Das ist ja auch eine relative Einschätzung.
Manche sind eben mit wenig zufrieden ;-)

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Rabban 06.02.2011, 17:17
63. .

Zitat von baninchenrenner
Sehr geehrte Frau Berg, Eigentlich ist es aber nach meiner Lesart ganz einfach: Prüfen Sie doch nur mal etwas gründlicher Ihre Kernaussage Wenn ich diesen Satz kritisch hinterfrage, fällt mir als erstes die Selbstgerechtigkeit auf, die Sie zur Richterin darüber aufschwingen lässt, was alles auf dieser Welt in Ihren Augen "gut" und was "schlecht" zu sein hat. Und genau von dieser Art zu denken habe ich mich weitestgehend emanzipiert. Ich bin deutlich vorsichtiger bei meinen Festlegungen, was ich als "falsch" verurteile. Meine oftmals sture und vorschnelle Haltung, dass so viele Dinge angeblich genau anders laufen, als ich sie mir "angeblich" wünsche, habe ich durchschaut, als ich erkannte, dass ich meine eigene Haltung kritisch betrachten kann, ohne mich dabei aufgeben zu müssen. Es ist die Erkenntnis, dass ich durch das Relativieren von Sachverhalten, die mich früher furchtbar aufregten, sehr viel (künstlichen!) emotionalen Druck herausnehmen konnte. Ich fühlte mich erleichtert und gelassen. Und sofort fiel mir auf, dass ich in vielen Dingen selbst "falsch" lag oder aber gar kein ausreichendes Wissen hatte! Ich begann, beispielsweise jene Themen, die mich emotional aufwühlten, aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und sehr schnell "verrauchte" meine Wut. Denn - oha! - diese Wut war meistens fremderzeugt: Durch Medien und subjektive Erzählungen meiner Mitmenschen, merkwürdigerweise aber viel weniger durch eigenes Erleben. Könnte es nicht sein, dass Sie sich die "Wut anderer Leute" aufladen, ohne es zu bemerken? Wenn jemand mit einem "hehren Anliegen" auf mich zukommt, um mich mit seiner Empörung emotional vereinnahmen zu wollen, schütze ich mich heute mit skeptischer Distanz und genau so viel Misstrauen, dass ich mich nicht ungewollt aufheizen lasse. Fällt Ihnen nicht auf, dass Sie sich über so viele Dinge ärgern, mit denen Sie eigentlich gar nicht unmittelbar in Berührung kommen? Was wäre, wenn Sie eine Nachprüfmöglichkeit hätten und womöglich festellen müssen, so fies und mies ist der diabolisierte "Bankster" gar nicht; so furchtbar, grausam, tödlich und schlimm sind die Regenwaldrodungen doch wieder nicht ... usw. Wahrscheinlich würden Sie tiefenentspannen und Ihr Magen hätte endlich seine verdiente Ruhe. Ich gebe Ihnen einen "Rollenspiel"-Tipp: Angenommen, Sie hätten so viel Macht, um nur eines dieser schlimmen Dinge auf dieser Welt eliminieren zu können, meinetwegen den Hunger in der 3. Welt. Wie würden Sie denn da vorgehen? Ich wette, Sie würden sich ganz schnell in ein scheinbar planloses Chaos verrennen - und am Ende wären Sie keinen Schritt weiter, gerechtfertigt mit der albernen "Erkenntnis", "hinterher ist man immer schlauer". Denn die Welt ist komplexer als man wahrhaben will, da sollte man ganz demütig sein mit den eigenen Revolutionsplänen, und sollten sie noch so klein sein. Vorsicht also mit der hochtrabenden Attitüde, was man alles besser machen würde, wenn man doch nur könnte: Ganz schnell kann man da als jämmerlicher Versager da stehen, womöglich mit Blut an den Händen. Meine Mahnung zu Ihrer Kolumne:
Ach spitze. Sie habens kapiert...
Moment...nee,doch nicht.

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mr.gamer 06.02.2011, 17:43
64. Konkrete Forderungen

Zitat von baninchenrenner
Sehr geehrte Frau Berg, ... Vorsicht also mit der hochtrabenden Attitüde, was man alles besser machen würde, wenn man doch nur könnte: Ganz schnell kann man da als jämmerlicher Versager da stehen, womöglich mit Blut an den Händen. Meine Mahnung zu Ihrer Kolumne:
Sie haben ja recht!
Aber am Anfang jeder Weiterentwicklung steht die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden. Man muß nur aufpassen, daß sich diese Unzufriedenheit, ja vielleicht auch Wut, nicht rein destruktiv entläd, sondern daß sie Bestehendes nur dann hinwegfegt, wenn sie etwas Neues an dessen Stelle setzen möchte.
Ich bin nicht einfach gegen etwas, sondern eigentlich viel mehr für etwas.

1. Deutschland soll eine Verfassung auf Basis des Grundgesetzes bekommen und damit wieder ein souveräner Staat werden.
2. Deutschland soll ein Rechtsstaat werden: Keiner steht über dem Gesetz, auch nicht Abgeordnete, Regierung und die Gerichtsbarkeit selbst. Stimmt z.B. ein Abgeordneter der Legislative (Bundestag) für ein Gesetz, das gegen die Verfassung verstößt, so kann das für ihn rechtliche Konsequenzen haben.
Politische Verantwortung setzt persönliche Verantwortlichkeit voraus.
Auf die Art wird sichergestellt, daß der Staat von geeigneten Personen
3. Ein neues Gesetz tritt erst in Kraft, nachdem es auf seine Rechtmäßigkeit im Sinne der Verfassung überprüft wurde, so daß bei strittigen Gesetzen kein teils jahrelanger Rechtsbruch stattfindet, wie das zur Zeit der Fall ist.
4. Die neue Verfassung wird nach einer angemessenen Zeit der öffentlichen Diskussion durch eine Volksabstimmung angenommen oder abgelehnt. Stimmberechtigt sind alle volljährigen Bürger, die die Deutsche Staatsbürgerschaft nachweisen können und durch Beantwortung einiger Fragen nachgewiesen haben, daß sie den Text der Verfassung gelesen und verstanden haben.

Ich denke, daß diese 4 Forderungen gerechtfertigt und durchführbar sind.
Die Problematik der Deutschen Ostgebiete ist mir bewußt, aber ich denke, daß sich hier eine Einigung mit Polen, bzw. Rußland erreichen läßt.

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Heramano 06.02.2011, 18:15
65. Genau!

Zitat von thepunisher75
(...) Moderat und zurückhaltend = Im Recht ! Protestiertend und wütend = Im Unrecht ! Ach, wenn die Welt doch bloß so einfach wäre.
Die Welt ist nicht so einfach! Und ICH nehme mich doch nicht wichtig, weil ich hier im Forum rede. Ich weise lediglich darauf hin, dass andere Leute sich und ihre kleinen Probleme viel zu wichtig nehmen. Und genau dies auch noch in Foren / Blogs verbreiten oder in dämlichen Lichterketten zu stehen und Politik vortäuschen, statt wirklich etwas Substantielles dagegen zu tun. Im Übrigen wäre es schön, wenn Sie denn ganzen Kommentarbereich zu diesem Thema lesen würden (ich weiß, ist viel Arbeit!), bevor Sie andere Kommentaroren ZU UNRECHT ;-) angreifen.

Gruß
Heramano

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onkel hape 06.02.2011, 19:18
66. Es gibt tausende Gründe..

...jeden Tag wütend zu sein. Liest man Zeitung, hört man Radio, sieht TV-Nachrichten, wird man von all den schlechten Nachrichten, Katastrophen, Verbrechen, Elend usw. zu gemüllt. Diese Welt ist ein durch uns Primaten-Menschen (Krone der Schöpfung??) zu einem ziemlichen Saustall verkommen und es wird immer schlimmer, zumal unsere Zahl täglich um ca 240 000 (netto, Sterbende abgerechnet) wächst.

Es fällt einem wirklich schwer, nicht zu verzweifeln u. dem Erden-Dasein noch Positives abzugewinnen.

Ich denke, der alte Schopenhauer hatte Recht, als er feststellte: Das Beste sei, nicht geboren zu werden.

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Leonardo2009 06.02.2011, 20:57
67. @techbau: Merken Sie nicht, dass Sie sich selbst verfolgen

Zitat von techbau
diese Aussage, Frau Sybille, ist schon richtig! Ich werde schon morgens "wütend", wenn sich die Arbeits- kollegen die "B...-Zeitung" kaufen, sich über Themen unter- halten, wie "Bauer sucht Frau", DSDS, GZSZ, Popstars, "Die Ludolffs", etc.! Mir "schwillt der Kamm", wenn darüber hinaus, 12 Stunden am Tag, das Radio in "Disco-Lautstärke" spielt, Kollegen ungeniert während der Arbeitszeit telefonieren, mit "den Händen in den Taschen" herumstehen, während andere Kollegen "malochen" und über ihre Nachbarn, Kollegen usw. "absumpfen". Gehen Sie doch einmal mit mir gemeinsam zu "Festlichkeiten" in meinem dörflichen Umfeld! Das Niveau befindet sich hier "ganz unten"! Ernste Themen können Sie kaum ansprechen! Ich freue mich abends, mit meiner Familie zu reden und zu diskutieren - über die Schule, den Freunden und über die täglichen Erlebnisse meiner Kinder! Fazit: Ich rede lieber mit meinen Kindern, die in der Primarschule unterrichtet werden, als mit lächerlich wirkenden "Arbeitskollegen", die sich als Vorschulkinder verhalten.
"Die Hölle, das sind immer die anderen!" - Ihre Kollegen haben schon längst die B...-Zeitung zur Seite gelegt, da sehen Sie sie in Gedanken noch blättern.....und regen sich auf.

Die Gesprächsthemen sind schon längst andere, da hören Sie in Ihren Gedanken noch die Gesprächsfetzen.....und regen sich auf.

Während Ihre ganze Kollegenschaft im Betrieb sich schon längst nicht mehr "fehlverhält", da sehen Sie sie auf der Heimfahrt noch in Ihrem Kopf-Kino......und regen sich auf.

Wenn auf dem Dorffest das letzte Bier gezapft ist, da liegen Sie schon im Bett und hören noch immer das Gegröhle der Dumpfbacken.....und regen sich auf.

Und wenn ihre Primarschulkinder sich ganz normal entwickeln, dann machen sie auch nicht immer, was Papi sagt.....und Sie regen sich auf.

Merken Sie was? Die anderen hören nie auf. Die anderen nehmen auf Sie keine Rücksicht. Brauchen Sie auch nicht, das müssen Sie schon selbst tun.

Machen Sie weiter so und Sie kriegen Magengeschwüre, während die Dorffest-Dumpfbacken bei lauter Disco-Music mit Händen in den Hosen es sich so richtig gut gehen lassen.

Ja, ja: Die Hölle, das sind immer die anderen.

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toskana2 06.02.2011, 21:03
68. das "Fenster"

Zitat von onkel hape
(... Es fällt einem wirklich schwer, nicht zu verzweifeln u. dem Erden-Dasein noch Positives abzugewinnen. Ich denke, der alte Schopenhauer hatte Recht, als er feststellte: Das Beste sei, nicht geboren zu werden.
Dass Sie sich Schopenhauer ausgesucht haben,
um Ihre Lebenseinstellung zu untermauern, ist kein Zufall.
Denn Sie wissen bestimmt:
es gibt schwarz-Seher aber auch lebensbejahende Menschen.

Der Blick durchs "Fenster" ist dasselbe:
der eine sieht den blauen Himmel,
der andere die heranrückenden, dunklen Wolken.

Das Leben ist keine Party, gewiss.
Es gibt Brüche aber auch lichte Momente.
Wer beides annimmt, kann lernen, mit beiden auszukommen.

Was Schopenhauer proklamiert,
ist nichts als sein sehr persönlicher Blick durchs Lebens-"Fenster"
- auf keinen Fall der Weisheit letzter Schluss!
Lassen Sie sich nicht davon beeinflussen
sondern wehren Sie sich dagegen!
Mut und Lebenszuversicht lernen Sie bei Ihren Mitmenschen kennen
- nicht bei jedem, versteht sich!

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*42* 06.02.2011, 21:45
69. ...

Zitat von Olaf
Damit ist eigentlich alles gesagt.;-)
Yepp :=))
Der Film hält noch viel mehr parat: Individuum,...;=)

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