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S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle: Willkommen in der kompletten Idiotie!

Weltweit gehen die Bürgerinnen und Bürger gegen den entfesselten Finanzkapitalismus auf die Straße. Womit dürfen wir in Deutschland rechnen? Werden hier Junge und Alte gemeinsam protestieren? Wohl kaum.

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kalle_lutz 19.10.2011, 11:18
180. .

Zitat von idiotina
Wir Reichen sind das Rückgrat der Gesellschaft!!!! Das sollte niemand vergessen, der gegen die angebliche Macht der Banken demonstrieren geht. Ohne unseren immensen Reichtum wären auch die Banken nichts, gar nichts! Und Ihr, das Volk, die Profiteure der Demokratie, der Stabilität, der Sicherheit - ihr echauffiert Euch statt uns dankbar zu sein. Dankbarkeit und Demut - das sind die Werte die Euch stehen würden!
Danke, das Ihr uns, nachdem Ihr uns die Wurst und die Butter genommen habt, uns wenigstens das Brot lasst!

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ELOquenz 19.10.2011, 11:24
181. Wahrnehmung oder Kalkül?

Zitat von adhicadhoc
Das einzige Prinzip, das bei Frau Berg gilt: Die Prinzipienlosigkeit. Mal preist sie das vernünftige Leben (siehe letzte Woche), mal das unvernünftige (oder was sie dafür hält). Dazu eine große Streudose Instantwitz. Für jeden ist etwas dabei und sie spricht aus vielen Seelen.
Ich weiß nicht aus welcher Motivation Frau Berg heraus ihre Kolumne schreibt oder wieviel Ironie, Sarkasssmus in den Texten steckt, ich vermute eine sensible Wahnehmung und Sicht der Welt, die sich selbstverstämdlich auch mal nach Gefühlslage ändern kann, egal ob bei Frau oder Mann.

Aber ich find es schön, dass es noch Schreiber gibt, die nicht nach Plan oder Gefälligkeit die Leute zutexten, sondern ihnren menschlich gegebenen Eigenschaften folgen, oder einfach den Lesern überlassen, die Texte zu deuten und darüber zu sinnieren...

Und deshalb gehört Frau Berg für mich nicht zu den berechbaren Langweilern, die es heutzutage zur Genüge gibt...:-)

~~°~~

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LordNelloz 19.10.2011, 11:29
182. son scheiss...

[QUOTE=Micky Messer;8945319]"Nichts ist so erbärmlich wie die Jugend von heute?!"

Alle älter werdenden Generationen meckern über die Jungen, daran ändert sich auch offensichtlich nichts, scheint ein Naturgesetz zu sein.
genau so ist es - und DAS ist spießig...und langweilig...und belanglos. die eigene generation ist immer die tollste und was waren wir früher cool! das zeugt doch nur von unwissenheit und dem eigenen, fortgeschrittenen alter.

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jot-we 19.10.2011, 11:31
183. ===

ALso der Artikel hat ja schon was vom Heilsarmeeaushilfsposaunisten, der sich vor seine Truppe stellt und den erstaunten Zuhörern verkündet: "Ich liebe das Leben in all seinen erregenden Variationen und abenteuerlichen Spielarten!" und dann erst mal einen Pfefferminztee trinkt, um sich auch emotional wieder etwas aufzuladen ...

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adhicadhoc 19.10.2011, 11:36
184. Natürlich,

Zitat von favela lynch
Ja und? So ist das nun mal mit der Mode. Heute dies. Morgen das. Prinzipien sind für solche, die welche brauchen. Und das kann man doch jeden Morgen neu entscheiden. Wer will ich heute sein? Und passt vielleicht ein Prinzip dazu? Man macht sich ja auch Gedanken über seine Handtasche.
... Sie haben Recht. Frau Berg liegt damit ganz im Trend.

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H.Hölsch 19.10.2011, 11:39
185. Dass Sein bestimmt das Bewusstsein.

Zitat von wutentbrannt
... beschreibt, ist der Realität gewordene Traum von Grünen und Alt68ern, die mittlerweile in ihrer Spießigkeit nicht mehr getoppt werden können. Aber besser spät aufwachen als nie.
Liebe Frau Berg, ich habe einige Zeit beruflich in Zürich leben müssen: grauenhaft schön, entsetzlich langweilig und unsagbar verlogen und spießig.
Und doch gibt es weltweit kein Verbrechen, das von hier aus nicht finanziert wird, wenn es denn nur lukrativ genug ist. Und es gibt weltweit kein Diebesgut oder Blutgeld, das in Zürich nicht einen sicheren Hafen findet, wenn es denn nur groß genug ist. Das alles verbirgt sich hinter einer gespielten unerträglichen calvinistischen wohl anständigen Überlegenheit. Und dann diese Sprache!
Wer es dort freiwillig über längere Zeit aushält, sich offensichtlich auch wohl fühlt, findet es in seiner unsäglichen Langeweile durchaus reizvoll, wenn es außerhalb der Grenzen so richtig rumort, es vielleicht sogar zu Aufständen oder Revolutionen kommt. Denn davon hat die Schweiz schon immer profitiert. Denken Sie nur an das Gold der Nazis oder den jahrzehntelang verschwiegenen Konten der ermordeten Juden.

Und dann noch eine persönliche Bemerkung. Wie sie in Wirklichkeit aussehen, weiß ich nicht. Aber sie werden dieses Foto, das ihre Kolumnen ziert, freiwillig und mit Bedacht ausgewählt haben. Verzeihen Sie bitte, aber das ist kein Gesicht, sondern eine Maske. Im Vergleich dazu ist eine japanische NO-Maske nahezu expressiv.
Das erinnert mich an Zürich: wohlhabend schön, ohne Makel, ohne Alter, ohne Widersprüche, entsetzlich gelangweilt ohne auch nur eine Spur von Melancholie. Ein Mensch, der sich so gefällt und sich öffentlich so präsentiert, ist einfach nur zynisch, wenn er sich über die Nöte und Verzweiflung der jungen Generation mokiert. Vielleicht sollten Sie mal einige Zeit in Berlin leben. Ich bin sicher, Sie würden sehr schnell Ihre Meinung über die heutige Jugend ändern, und irgendwann würden Sie bestimmt auch ein anderes Foto wählen.

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cu-twice 19.10.2011, 11:46
186. Fragen Sie Frau Sibylle: Willkommen in der kompletten Idiotie!

Schönen guten Tag, die Herrschaften.
Ich lese schon lange mit hier, aber jetzt habe ich mich auch registriert. Sibylle Berg, vielen Dank für Ihren Beitrag. Es ist ja tatsächlich so ,daß sich hier und anderswo niemand wirklich mehr was traut. Und das liegt im wesentlichen daran, daß nichts Außergewöhnliches oder schmerzhaft Kritisches mehr erlaubt ist, vielleicht auch noch nie war. Wir leben in der nach-Adorno-Ära - und schon für den Altmeister bestand keinerlei Hoffnung mehr. Bleibt uns wohl nur, uns gegenseitig zu versichern " So schwarz wie Du sehe ich das schon lange!"
Ob uns damit geholfen ist, wage ich zu bezweifeln. Damit ist aber die wunderbar treffende Einsicht von Sibylle Berg keineswegs kappheister gegangen, daß die Angst im Lande vorherrscht. Das "Haus im Grünen", der "sichere Job", das elende "cocooning", wie satt ich das alles habe. "Macht kaputt, was euch kaputt macht" ist vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Als "eingreifendes Denken" aber allemal tiefgründiger und treffender als jede Form verharrender Angst, Langeweile oder Besitzstandswahrung.
Und das Allerschönste: eigentlich wissen das doch alle. Und müßten links wählen. Tun aber noch immer viel zu wenige. Warum eigentlich?

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Phillsen 19.10.2011, 11:48
187. Wooohooow

Baby Lass uns Nachwuchs zeugen. Der wird mal so richtig räudig
Ich hab noch Saft, und du...na das kriegen wir schon hin, ich hab Ausdauer.

Mann muss Sie einfach lieben die Sibylle.

Macht und Selbstkontrolle, Geiler Scheiss. Kontrollverlust, Sex, Gewalt, Drogen - Hammer.
Spießer sprengen - Gibts was schöneres als den Ausdruck des Entsetzens in den Augen von bei der Verneinung der ängstlichen Frage: Bist du sicher? Hast du das etwa schonmal gemacht?

Daumen rauf vom Phillsen für Sibylle Berg.

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aljoschu 19.10.2011, 12:01
188. Ohne Apoll kein Dionysos

So klingt das wenn frustrierte Asketen von Ekstase träumen!

Liebe Frau Sybille, sie sollten mal Ihre Augen öffnen - gehen sie mal in die nächste Mittelpunktschule in der nächsten Großstadt. Da ist die Zügellosigkeit, von der sie schwärmen, längst Realität - und zwar so circa ab 13.

Vielleicht fällt Ihnen dann auf, dass der Hang zur dionysischen Rauschhaftigkeit, ursprünglich das Privileg der akademischen Adoleszenz der späten 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, längst zum Markenzeichen der heutigen inner- (und außer-)städtischen Jugend geworden ist.

Oder schauen Sie sich doch mal im Internet um, diesem gigantischsten Misthaufen, der je von Menschen erzeugt wurde: Dort wird 7x24 gefickt, Koma-gesoffen, gelästert, "ausgeschwiffen" - dass einen Ihr Wunsch nach ekstatischer Überhöhung nur noch ankotzt.

Die dionysische Entgrenzung war in früheren Zeiten einmal gedacht als Ausflucht und Gegenpol zur apollinischen Pflichterfüllung, die für weite Teile der Gesellschaft harte alltägliche Realität war. Aber der Ordnungszwang und die Disziplin ermöglichten für die meisten gerade mal das Überleben. Nur auf der Grundlage dieser harten Wirklichkeit war die Ekstase als kurzzeitige Entgrenzung erlebbar.

Da kann ich viele Jugendliche heute sehr gut verstehen, dass Sie die Ausschweifung und Entgrenzung, die sie allenthalben erleben, ganz einfach anekeln. Und ich kann gut nachvollziehen, wenn sie angesichts der vulgären Ausschweifungen und Übergriffe ihre Erlösung und ihren Seelenfrieden (mehr oder weniger verzweifelt) in apollinischer Ordnung und Formgebung suchen.

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Spiegelkritikus 19.10.2011, 12:17
189. Maske aus Zürich?

Zitat von H.Hölsch
...... Und dann noch eine persönliche Bemerkung. Wie sie in Wirklichkeit aussehen, weiß ich nicht. Aber sie werden dieses Foto, das ihre Kolumnen ziert, freiwillig und mit Bedacht ausgewählt haben. Verzeihen Sie bitte, aber das ist kein Gesicht, sondern eine Maske. Im Vergleich dazu ist eine japanische NO-Maske nahezu expressiv.......
Ihre Beobachtungen zu Zürich sind durchaus bemerkenswert, aber bei Frau Berg greifen Sie zu kurz. Auffällig an ihrem Foto ist zum einen das jugendliche Aussehen - meines Wissens ist sie um die 50 -, zum anderen der angestrengte Blick nach links, wo sie vermutlich ihre politische Heimat verortet, sich im biederen konservativen Zürich jedoch scheinbar nicht frei dazu bekennen kann.

Diese Zwispältigkeit spiegelt sich für den aufmerksamen kritischen Leser auch in ihren Kolumnen wider. In ihrem obigen Text hat sie sich erstaunlich weit aus dem linken, sozialkritischen Fenster gelehnt! Darüber im Nachhinein erschrocken wird sie sich das nächste Mal wieder vornehm zurücknehmen, so wie es sich in der Schweiz gehört.
Oder etwa nicht?

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