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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Das Karussell der Schuld

Ist es nicht schön: Wenn übermorgen Willem-Alexander seiner Mama Beatrix auf den Thron der Niederlande nachsteigt, ergeben sich die Medien ganz dem Rausch der Bilder. Dabei hat der Adel doch heute eigentlich gar keine echte Bedeutung mehr!

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artemis1 28.04.2013, 10:03
1. Selbstentzauberung

Mittlerweile denke ich, die heutigen Königshäuser, insbesondere die jüngere Generation, unterscheidet sich in nichts von Hollywood-Promis & Co, keine sinnvolle Aufgabe, viel Geld, zu viel Urlaube und sehr gewöhnliche Biografien. Durch die starke Medienpräsenz wird die Sinnlosigkeit dieses Daseins extrem deutlich und bei vielen Untertanen regt sich Protest, es ist einfach nicht mehr nachvollziehbar, warum diese Leute Privilegien genießen dürfen, ohne sie verdient zu haben, in Zeiten, in denen es sehr vielen Menschen, man denke an GB und Spanien, sehr schlecht geht und so bezweifele ich stark, dass ein ehemaliger Fitnesstrainer, Duchess Doolittle, "ich esse nix"Letitia usw. künftig eine Rolle spielen werden.

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eigendenk 28.04.2013, 10:05
2. Genauso...

... Könnte man einen Artikel über den Bundespräsidenten und etwa 90 % der Politiker schreiben die auf Kosten des Steuerzahlers schmarotzen. Im Gegensatz zu gauck, Merkel und den anderen Konsorten sind Willem und Maxima wenigstens nett anzusehen.

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dröhnbüdel 28.04.2013, 10:37
3. Wozu das Geseiere?

Liebe Frau Burmester, der Sinn Ihres Artikels bleibt für mich im Dunkeln. Was soll das Adels-Bashing? Ich kann die Gesichter auf den Titelseiten der Yellow-Press auch nicht mehr sehen, aber ich muss die Blättchen nicht lesen und mir das Königs-Brimborium im Fernsehen auch nicht ansehen. Die Mehrheit der Deutschen soll sich statt des Bundespräsidenten wieder ein Königshaus wünschen, habe ich neulich gelesen. Was ist dabei? Einer muss den Job des Grüß-Augusts schließlich machen, warum nicht ein König? Wirklich andere wichtige Funktionen haben die Monarchen in den Niederlanden, Spanien, Skandinavien und Großbritannien zum Glück nicht. Wir Deutschen könnten uns einen König oder gar Kaiser aber immer noch nicht leisten, weil der letzte Regent ein viel zu mächtiger Hohlkopf war und mit seinem Geldungsdrang unser Land und dazu fast die ganze Welt in Brand gesteckt hat. Aber warum sollen wir dann unseren Nachbarn ihre Könige, Prinzen und Prinzessinnen nicht gönnen? Wir sind doch immerhin so fortschrittlich, dass es bei uns entgegen dem Anschein in den bunten Blättchen seit 1918 keine Fürsten, Gräfnnen, Prinzen mehr gibt, die Titel sind nur noch Bestandteil des Familiennamens.

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Wunderläufer 28.04.2013, 10:40
4.

Zitat von eigendenk
... Könnte man einen Artikel über den Bundespräsidenten und etwa 90 % der Politiker schreiben die auf Kosten des Steuerzahlers schmarotzen. Im Gegensatz zu gauck, Merkel und den anderen Konsorten sind Willem und Maxima wenigstens nett anzusehen.
Sehe ich gar nicht so: Mekrel und Co wurden auf Zeit gewählt; die sog. Blaublüter nehmen ihre Funktion durch Geburt in auf Lebenszeit ein.
Dabei wird ein kompletter Clan auf Steuerkosten durchgefüttert, nicht nur eine Einzelperson
Letztendlich sehe ich europäischen Adel (=Edel) heute auf einer Stufe mit Disneyland in den USA

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sitiwati 28.04.2013, 10:53
5. wobei man

sagen muss, das Volk oder vielmehr der Pöbel jubelt einigen Schmarotzern zu, deren Vorfahren es, das Volk, wie Dreck behandelt haben, aber ich denke, wir Menschen brauchen den Glanz-obs in Rom/Vatikan oder in den Königshäusern ist, früher lenkte es von dem schäbigen Dasein ab und heute braucht man Gesprächsstoff beim Friseur und den Klatschspalten!

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stapsiponti 28.04.2013, 10:57
6. Frau gönnt sich ja sonst nix

Also, Frau Burmester, wenn Sie die Kolumne Ihrer Kollegin Frau Berg lesen, dann verstehen Sie, warum wir das brauchen, das Brimborium um Prinzen und Prinzessinnen.Wie berührend, mein Herz, diese Geschichten dieser wunderbaren Schlossbewohner. Dass die auch Mensch sind, wahrscheinlich nach Feierabend, und dann analoge Züge entgleisen lassen, wie der Rest der Nation, da schaut frau drüber hinweg. Und noch was: fragen Sie mal den Charles, was es bedeutet, so lange zu warten, auf den Höhepunkt, wenn er ihn denn noch erlebt, ich meine die Krönung oder Inauguration (?), das ist verdammt hartes Brot. Da gibts nichts zu lachen. Und so lange sie, die Gesellschaft, zu der wir aufsehen dürfen, wo sollten wir denn sonst ständig hinschauen, sich nicht wie der Ludwig, der vierzehnte, aufführt, sagen wir zu, das Fallbeil im Keller zu lassen und später nicht 1789 nachzuspielen. Und ehrlich: diese Ackermänner, Lehmans, Goldmans, a langweilige, matte Sach, viel Zaster, aber keinen so ausgeprägten, wirklichen Stil, wie eben der Adel, von dem wir meinen, es sei kein Theater, sondern ein Geschenk, gegen Trübsinn und Alltag in jener bösen Welt, nach der auch Frau Sibylle verzweifelt sucht. Also, behalten Sie bitte hanseatische Haltung bei nicht-nur-Grosswild-jagenden Königen oder uns Anstand lehrenden Taxis in Regensburg. Frau gönnt sich ja sonst nix, oder? ;-))

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m.breitkopf 28.04.2013, 11:38
7. Zweiter Versuch

Sollte man als Journalist(in) nicht an der Wahrheit interessiert sein? Auch wenn's schmerzt? Na dann:

Wer wissen will, wer sich vor allem für dieses miefige System des Adels interessiert und es damit am Leben erhält, muss nur in den nächsten Zeitschriftenladen gehen:

Frau aktuell, Die Aktuelle, Frau im Spiegel, Alles für die Frau, Bunte, Echo der Frau, Woche der Frau, Bild der Frau, Die neue Frau...

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neue_mitte 28.04.2013, 11:39
8. Adel verpflichtet... oder so

Zitat von sysop
Ist es nicht schön: Wenn übermorgen Willem-Alexander seiner Mama Beatrix auf den Thron der Niederlande nachsteigt, ergeben sich die Medien ganz dem Rausch der Bilder. Dabei hat der Adel doch heute eigentlich gar keine echte Bedeutung mehr!
Na sicher hat der Adel keine Bedeutung mehr. Aber das müssen Sie Ihren Hunderten Millionen von Geschlechtsgenossinnen mal klar machen, die begeistert Illustrierte lesen / AdelsTV schauen / Fähnchen schwenken / Klatsch & Tratsch zelebrieren...

Das ist die gender-Realität in diesem Europa. Was glauben Sie, was bei uns vor 2 Jahren im Büro los war, wieviele mehr oder weniger heimlich einen LiveStream für William & Kate verfolgten. Der Wahnsinn. Aber es war kein Mann darunter.

Der Adel ist somit nur eine besonders schillernde Facette der Reichen&Berühmten-Maschinerie, die von Frauen am Laufen gehalten wird.

Geht Ihnen der Adel medial auf den Keks, fühlen Sie seine massive Überbewertung... Sie wissen wie gesagt, bei wem Sie sich bedanken können.

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Spiegelkritikus 28.04.2013, 11:58
9. Die unterschätzte Macht des Hochadels

Zitat von sysop
Ist es nicht schön: Wenn übermorgen Willem-Alexander seiner Mama Beatrix auf den Thron der Niederlande nachsteigt, ergeben sich die Medien ganz dem Rausch der Bilder. Dabei hat der Adel doch heute eigentlich gar keine echte Bedeutung mehr!
Der Adel hat durchaus noch seine Bedeutung und zwar nicht nur für die Boulevardmedien, sondern auch deren Millionen Leser bzw. Zuschauer, die ihr oft als trist, eintönig und langweilig empfundenes Dasein mit einem medial inszenierten Phantasiestrich zumindest eine zeitlang überwinden wollen. Dabei ist gar nicht weiter wichtig, wie der Alltag des Adels tatsächlich aussieht, das würde das schöne Bild nur trüben.

Viele Menschen neigen nun mal zum Träumen und das nicht nur nachts. Das eigene vermeintliche Ungenügen, die Bedeutungslosigkeit und die fehlende Prominenz können durch Teilhabe am oder gar Identifikation mit dem zugeschriebenen Höheren, Edlen, Ereignisreichen, Spannenden und Wichtigen (vorübergehend) etwas kompensiert werden.

Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, der Hochadel wäre heutzutage ohne reale Macht. Abgesehen von oft beträchtlichem Reichtum - nicht zuletzt in Form von Ländereien - sind seine inoffiziellen Ableger überall in der westlichen Welt an den Schaltstellen der Macht vertreten: In Politik, Wirtschaft, Verwaltung usw.
Selbst ein Obama ist Teil dieser Genealogie, so wie unzählige andere hochrangige Persönlichkeiten. Nachdem der Adel seit der Französischen Revolution nach und nach seinen früheren unmittelbaren Herrschaftsanspruch aufgeben musste, hat er sich bei seinen Spitzenvertretern offiziel auf repräsentative Funktionen verlegt, im Hintergrund halten die Geschlechter aber nach wie vor die Fäden der Hand. Der europäische Hochadel und seine amerikanischen Ableger sind noch sehr einflussreich und die Abstammung spielt bei der Besetzung von Spitzenpositionen nicht selten eine wichtige Rolle!

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