Forum: Kultur
S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Stricken gegen das Pinguinsterben

Glinde, Nabel der Welt des Tierschutzes! Dem tollkühnen Einsatz einer Frau in diesem traurigen, kleinen Ort nahe Hamburg ist es zu verdanken, dass Australiens Pinguine mit mehr als 40.000 Strickpullovern bedacht worden sind. Gehen bald auch Tarnkappen für Nashörner in die Massenstrickproduktion?

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hue_hh 23.12.2012, 15:38
20. Dann legen Sie mal los, Frau Burmeister!

Nach der Lektüre Ihres Textes weiß ich, dass Sie Glinde nicht leiden können. Noch weniger als Reinbek, wenn ich Sie richtig verstehe. Glinde ist für Sie ein "Unort", Reinbek der "Blinddarm Hamburgs". Auch das Hamburger Abendblatt kommt bei Ihnen nicht gut weg. Sie verspotten es als "Fachpublikation für Strickwaren und Nächstenliebe".

Überhaupt nichts aber halten Sie von Menschen, die sich engagieren. Es sei denn, diese Wohltäter hielten sich dabei an Ihre Anweisungen: "Vielleicht wäre es auch mal eine gute Idee, für Kinder zu stricken, denn wie ein Kinderarzt im Zuge der Berichterstattung über Armut in Deutschland im ZDF berichtete, tauchen in seiner Praxis vermehrt Kinder auf, die keine Winterkleidung tragen." Wobei übrigens auffällt, dass Sie, Frau Burmeister, ausgerechnet das ZDF nicht doof finden. Warum eigentlich nicht? Sie sind doch sonst gegen alles.

Wenn Sie aber schon so gute Ideen haben, dann darf ich wohl annehmen, dass Sie längst eifrig mit Stricknadeln und Wollknäueln aus armen Kindern warme machen. Oder etwa noch nicht? Dann legen Sie mal endlich los. Sie dürfen dabei sogar auf dem Sofa sitzen und nebenbei ZDF gucken. Das scheint Sie ja zur Höchstform auflaufen zu lassen.

Ihre Unart, auf anderen Menschen herumzuhacken, die gute Ideen nicht nur haben, sondern sogar in die Tat umsetzen, sollten Sie sich allerdings abgewöhnen. Sie kennen den Ausdruck sicherlich vom Stricken. "Fallenlassen" sollten Sie die Unart, alles schlechtzuschreiben. Damit hätten wir auch gleich das (political correcte, weil ausgewogene) Strickmuster für Ihre Kinderpullis: "2 links, 2 rechts, eine Masche fallenlassen." Hoffentlich überfordere ich Sie damit nicht. Oder verstehe ich als Mann sogar vom Stricken mehr als Sie als Miesmacherin vom Kolumnenschreiben? Dreimal Kinder in Ihrem Bandwurmsatz, den ich oben zitiert habe. Da lagen Sie nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich daneben. Aber das wird Ihnen so bald nicht wieder passieren, denn vorerst stricken Sie ja flauschige Sachen für kalte Tage.

Für die kommenden Feiertage wünsche ich Ihnen weiterhin miesepetrige Weihnachten. Mir scheint, damit kann man Ihnen eine Freude bereiten.

hue_hh

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tweet4fun 23.12.2012, 16:15
21. Mein Eindruck ist,

Zitat von hue_hh
Nach der Lektüre Ihres Textes weiß ich, dass Sie Glinde nicht leiden können. Noch weniger als Reinbek, wenn ich Sie richtig verstehe. Glinde ist für Sie ein "Unort", Reinbek der "Blinddarm Hamburgs". Auch das Hamburger Abendblatt kommt bei Ihnen nicht gut weg. Sie verspotten es als "Fachpublikation für Strickwaren und Nächstenliebe". (...)
...daß Frau Burmester eher in Berlin Mitte oder in Berlin Prenzlauer Berg wohnt. Und das selbstverständlich in einer entmieteten 5-Zimmer-Eigentumswohnung, dessen ehemalige Bewohner nun irgendwo außerhalb in einem Plattenbau Zuflucht fanden. Die Kolumnen, so scheint es mir, schreibt sie in der nächsten Schicki-Micki-Kneipe nach dem dritten Swimmingpool. Wie auch immer, solange ein Medium wie SPON oder TAZ sie für das offenbar gut bezahlt, was sie schreibt, kommen wir nicht um sie herum. Es sei denn, man ignoriert sie völlig.

Was traurig für die Medien ist, ist die Tatsache, daß nicht nur ich mich ihr gegenüber sowohl intellektuell als auch sprachlich weit überlegen fühle. Nur hatte ich bisher nicht die Chance, die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen.

Welches natürlich durchaus als relativ betrachtet werden kann.

Es scheint aber, daß man hip sein muß, die nötigen Verbindungen besitzen muß und dabei keinerlei journalistische Fähigkeiten mehr vorzuweisen braucht.

Wenn sich die Medien darüber beschweren, daß ihnen die Leser weglaufen wegen dem ach so gefährlichen Internet, sollten sie endlich auch einmal begreifen, daß ihre Auswahlkriterien in Bezug auf die schreibenden Mitarbeiter sehr oft unter allem Niveau liegen.

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try_again 23.12.2012, 16:53
22. Unorte

Frau Burmester, ich habe verstanden, dass Ihre Wertschätzung für Glinde und Reinbeck eher gering ist. Aber seien Sie doch froh, dass die Glinder (heißen die so?) Ihnen die Wohnungen im Schanzenviertel, in Friedrichshein, Schwabing oder Linden streitig machen. In diesen Vierteln, für Berliner Kieze; stelle ich fest, dass der Aufruhr immer groß ist, wenn der eigene Lebensraum gefährdet wird, Stichworte Gentrifizierung und Mieterhöhungen. Da wird nach dem Staat gerufen, entweder Wohnungsbau zu betreiben, Mieten gesetzlich zu begrenzen oder ein Festschreiben der sozialen Mischung der Bewohner. Wenn es um Engagement für andere, wie in Ihrem Fall für Pinguine geht, dann ist gerade in diesen Vierteln Fehlanzeige, da lobe ich mir Glinde, unbekannterweise.

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agua 23.12.2012, 17:32
23. Witzig

wie eigentlich immer.Manchen Menschen stehen die Tiere nun einmal naeher, als die Menschen.Silke, Sie vergassen das Stricken eines Schales fuer eine Giraffe(Lebenswerk)

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ik3wer 23.12.2012, 17:35
24.

Ich frage mich wie das mit den Pullis praktisch funktionieren soll. Bevor die Pinguine mit dem Öl in Kontakt kommen müsste man sie ja fangen um ihnen die Pullis anzuziehen (und so richtig gut können die damit nicht schwimmen). Nachdem die Vögel mit dem Öl in Kontakt gekommen sind lohnt es sich nicht mehr weil sie so gut wie tot sind. Zitat: "Vögeln, die so ölverschmiert sind, dass man sie fangen kann, kann man bereits nicht mehr helfen" (Ölkatastrophe: Ölverschmierte Vögel besser töten als reinigen).

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scottishgirl 23.12.2012, 18:15
25. och Frau Burmester

nu haben Sie mich doch glatt verleitet, auch mal was zu kommentieren. Ganz nett geschrieben, Ihr "Kolümchen", schön, dass Sie für frierende Kinder stricken -oder sollte ich da was falsch verstanden haben? Und Ihr, liebe "Motzköpflein" im Forum: schon mal ein Ehrenamt gehabt? Nee, dachte ich mir - aber: Hauptsache denen, die sich fast rund um die Uhr und mit viel Engagement irgend einer Sache verschrieben haben, ihre Häme um die Ohren hauen. Applaus! Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass engagierte Menschen sehr selten "Sauertöpfe" sind, wie ein Forist zu unterstellen versucht. Im Gegenteil, die "Sauertöpfe" in diesem Forum sind leicht rauszupicken. Ich lese hier zwischen vielen Zeilen sehr viel, was nach engagiertem Ehrenamt klingt. Ich find Pullis für Pinguine genauso nett wie Hilfe für arme Kinder. Also schreibt uns Empathikern nicht unsere Objekte der Hilfe vor. Ich glaube, niemand entscheidet sich bewusst: "so jetzt mach ich mal das oder das". Ein Engagement für was-auch-immer ´fliegt einem zu, irgendein Erlebnis im Leben - und wenn man kein Herz aus Stein hat ist man plötzlich mittendrin. Um kurz persönlich zu werden: hier in Schottland habe ich erlebt, wie Windhunde zu Tode geschunden werden - seither versuche ich ihnen zu helfen, wo es geht. Ist das nun schlimm, bloß weil ich nicht für bedürftige Kinder eintrete? Nee, ne?

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otto25 23.12.2012, 18:53
26. ...

Ich finde dies eigentlich eine gute Nachricht auch wenn die Pullis für die Pinguine derzeit sicher nicht das Allerwichtigste sind, was auf der Welt benötigt wird, zumal sie hauptsächlich präventiv gestrickt wurden, falls es mal wieder irgendwo zu einer Ölkatastrophe kommen sollte.
Gut finde ich es trotzdem, weil es zeigt wie groß die Hilfsbereitschaft vieler Menschen weltweit ist. Allerdings muss jemand die Initiative ergreifen und die jeweilige Aktion publik machen, was Frau Regenstein offensichtlich gelungen ist.
Und in diesem Fall hat sie nun mal was über den Aufruf der Pinguinstation gelesen und ist aktiv geworden. Wäre in dem Aufruf etwas über Kinder gestanden, die dringend Winterpullis benötigen hätte sie diese eventuell auch gestrickt bzw. Mitstricker/Innen dafür gesucht.
Ob bei den Kindern in Deutschland die im Winter von den Eltern mit Sommerkleidung zum Arzt geschickt werden es wirklich am fehlenden Pulli scheitert wage ich zu bezweifeln. Denn es ist durchaus möglich bereits für wenig Geld auch Pullis für Kinder zu erhalten (z.B. auf Flohmärkten, Kleiderkammern etc. Die sind dann zwar gebraucht und natürlich keine Markenkleidung aber trotzdem besser als dass das Kind frieren muss). Vermutlich handelt es sich bei den Eltern von solchen Kindern eher um Leute, die völlig überfordert sind und/oder z.B. ein Suchtproblem haben. Ich denke in solchen Fällen wäre eine Betreuung der Eltern samt Kinder von offizieller Stelle sinnvoller als denen alleine nur einen Pullover für das Kind zu bringen.
Sollte dahingegen tatsächlich ein Bedarf an Strickkleidung für Kinder, ältere Leute, Obdachlose etc. in Deutschland oder in einem anderen Land bestehen, so wäre es doch eine gute Möglichkeit dies bei Frau Regenstein als Idee einzubringen. Sie kann gut stricken und anscheinendn auch andere motivieren. Vielleicht können Sie, Frau Burmester, dies ja initiieren, nachdem ein tatsächlicher Bedarf und ein Ansprechpartner vor Ort der sich um die sinnvolle Verteilung kümmern würde eroiert wurde?
Dies fände ich gut und ich meine dies ernst. Dann könnte Frau Regenstein entweder zusätzlich zu den Stricksachen für die Hundewelpen oder danach noch andere Strickwaren herstellen, sammeln und versenden.

Ich denke es ist wichtig sich um die Probleme der Welt parrallel zu kümmern und nicht, dass erst den Menschen und vielleicht danach den Tieren geholfen wird. Denn die Probleme existieren nun mal gleichzeitig.

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besserwessa 23.12.2012, 19:27
27. Hallo Otto 25

Ich finde Ihren Beitrag anrührend, herzlich und so angenehm unaggressiv, dass ich mich fast meiner Kommentare schäme (bzw. fremdschäme für einige meiner Mitkommentatoren) . Ich finde, damit ist hier alles gesagt, danke. ( ACHTUNG, KEINE IRONIE!) Herzlichst B.

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Peletua 23.12.2012, 19:55
28. Medienfrauen...

Ach Gott, da sind sie wieder. Nein, ich meine nicht Frauen wie Angelika Regenstein, die mit ihrer Pinguinpulli-Strickerei sicher ein gutes Werk tut, denn die Dinger sind nach meiner Information tatsächlich nötig. Zumindest so lange, wie wir es schaffen, die Meere nicht nur bei irgendwelchen Tanker-Havarien mit Öl zu verdrecken.

Ich meine die Medienfrauen, die es - nach dem Schock, den die strickenden Grünen im Bundestag besonders bei industrienahen Parteien ausgelöst haben - schon in den 80er-Jahren schafften, strickende Frauen davon zu überzeugen, dass jene kreative handwerkliche Tätigkeit das Allerletzte, omahaft, lächerlich und von Gestern ist. Wie ja im Grunde jedes 'weibliche' Handwerk. Was natürlich im Endeffekt nur bedeuten sollte, dass es viel, viel cooler ist, Geld oder später Kreditkarten über den Ladentisch zu schieben und sich das, was man haben will, zu kaufen - sprich, zu konsumieren statt zu produzieren...

Was arme Kinder betrifft, liebe Frau Burmester - da haben Sie wohl nicht gründlich genug recherchiert. Für diese macht man sich in Deutschland durchaus stark: http://www.initiative-handarbeit.de/de/Presse/meldungen/6TDH-Schlussbericht.php

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diezweitemeinung 23.12.2012, 21:40
29. Ätzende Ironie ist hier fehl am Platze

Wie wohltuend, dass sich Menschen unter Einsatz von Geld und Zeit um Pinguine im fernen Australien kümmern. Was Menschen ihren Artgenossen antun - bzw. in der Vergangenheit schon angetan haben - ist bekanntlich wirklich starker Tobak. Doch im Vergleich zu den Schandtaten deren Opfer Tiere waren und noch immer sind, verblasst das alles. Wirklich alles!
Nicht umsonst hat es der jüdische Literatur-Nobelpreisträger Singer in etwa so formuliert : "Im Verhältnis zu den Tieren sind wir alle Nazis. Und für die Tiere ist jeder Tag Treblinka." Insofern wäre eine Journalistin gut beraten, wenn sie sich im Zusammenhang mit einem Thema wie "Pullover für Pinguine" die wohlfeile Möglichkeit ätzende Ironie über die engagierten Helfer auszuschütten einfach verkniffen hätte - sozusagen aufgrund einer eingebauten freiwilligen Selbstkontrolle. Wie traurig, wenn das zarte Pflänzchen des selbstlosen Engagements für hilflose Tiere mit Hilfe überheblicher Ironie auch nur bei einem Menschen erstickt würde. Alles was Menschen im Bestreben Tierleid aktiv zu lindern unternehmen, ist besser als alle denkbaren Alternativen.
Natürlich war auch ich ein wenig irritiert, als ich mir wildlebende Pinguine vorstellte, die handgestrickte Pullover anhaben. Das erinnert schon ein wenig an Pudel mit Sonnenbrille oder Möpse in Spitzenröckchen. Aber grundsätzlich bin ich bis zum Beweis des Gegenteils bereit, die Strickaktion als liebenswerte Geste einer so dringend benötigten Mensch-Tier-Solidarität zu deuten. Ich hoffe, dass diese niedlichen "Liebesgaben" für die individuellen Pinguine tatsächlich eine Hilfe zum Überleben darstellen werden. Ein leichter Zweifel bleibt aber bestehen, da sich auch auf dem Gebiet des Tier- und Umweltschutzes viele Menschen tummeln, die unübersehbar nicht das Rad erfunden haben. Aber wir werden ja sicherlich in Zukunft von den Pinguinen und ihren Pullovern hören - schließlich sind einige unserer besten Freunde Pinguine....

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