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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Verehrte Brüder Kohl!
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Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Söhne wie Sie zu haben! Vielleicht nicht in der Form aber im Format. Männer, die zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter dafür kämpfen, dass sie als das gesehen wird, was sie wohl nie war: eine autonome, emanzipierte Frau.

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rhatt 03.03.2013, 11:02
1. Nette Kolumne, kleiner historischer Fauxpas ...

Die von Ihnen angesprochene 27-jährige weltfremde Familienministerin in Rüschenbluse (Claudia Nolte) ist wohl eher in die neunziger Jahre einzuordnen, ansonsten trifft die Kolumne aber den Kern. Hannelore Kohl als Heroin "hochzusterilisieren" (um mal einen bekannten Fußballer zu zitieren) ist absolut lächerlich.

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erlenstein 03.03.2013, 11:05
2. zu spät

Zitat von sysop
Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Söhne wie Sie zu haben! Vielleicht nicht in der Form aber im Format. Männer, die zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter dafür kämpfen, dass sie als das gesehen wird, was sie wohl nie war: eine autonome, emanzipierte Frau.
So habe ich das auch empfunden, bei diesem "Eiertanz bei Lanz", der Versuch Hannelore Kohl, die ein sehr altes überholtes Frauenbild verkörperte, aus eben dieser Ecke zu holen.
Heribert Schwan hat ja das bessere Hannelore-Buch geschrieben mit vielen erhellenden Details und wahrscheinlich auch mehr Hintergrundinformationen, die ihm gerade jetzt versucht werden abzusprechen. Persönliche informatione kann man oft nicht beweisen.
Dass Peter Kohl nun versucht sein altes Buch wieder zu verkaufen mit der "Enthüllung", dass Helmut Kohl schon in den 90ern ein Verhältnis mit Maike Richter hatte, ist ja nun auch bezeichnend. Auch treibt die Brüder Angst vor Enterbung und die Sorge um den Familienschmuck um.
Das Schicksal der Hannelore Kohl zeigt eins sehr deutlich, wenn Frauen sich zum vermeintlichen Wohl des Mannes bzw. der Familie aufgeben, wird ihnen das letztendlich nicht gedankt bzw. für sie zu spät.

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Annabelle1811 03.03.2013, 11:17
3. Scharf geschrieben,

aber es stimmt. Und die Herren Kohl wollen wohl nicht in erster Linie wegen der Mutter auf die Barrikaden gehn, sondern weil sie nicht mehr an den Vater und somit auch nicht an den Familienschmuck (seit 5 Generationen weitervergeben) rankommen. Den trägt die neue Frau jetzt auf und behält ihn wohl.

Von der Körpersprache her hatte ich das Gefühl bei Markus Lanz, vor mir sitzt Helmut Kohl in jünger. Der eine Bruder blinzelt genauso wie Helmut Kohl, wenn er sein Ehrenwort erwähnte und nichts aussagen konnte. Der andere Bruder legt den Kopf genauso schief wie sein Vater. Auch in der körperlichen Statur erinnern sie mich sehr an den Vater Kohl. Ich nehme ihnen ihr Anliegen nicht ab. Ich frage mich, wo waren die Söhne, als die Mutter noch lebte? Hat sich da einer um sie gekümmert? Nein, sie haben auch ihr eigenes Leben gelebt wie der Vater. Die arme Mutter hatte nur die Dienerschaft, die Söhne und der Ehemann hatten Wichtigeres zu tun.

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rokitansky 03.03.2013, 11:18
4. Ach Mädchen!

Zitat von sysop
Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Söhne wie Sie zu haben! Vielleicht nicht in der Form aber im Format. Männer, die zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter dafür kämpfen, dass sie als das gesehen wird, was sie wohl nie war: eine autonome, emanzipierte Frau.
Hinter einem starken Mann steht immer eine starke Frau. Die beiden Söhne tun mir einfach nur leid, sie beweisen leider wieder einmal nur die seit vielen Jahrtausende geltende Weisheit: Starker Vater, schwache Söhne.
Niemand sah und sieht Frau Hannelore Kohl als das Heimchen hinter dem Herd. Frau Kohl war eine starke Frau, die ihrem Mann den Rücken frei hielt und viele Opfer auf sich nahm, aber zum Schluß für Sie aufgeklärte arme emanzipierte Frau: Woher wollen Sie denn wisssen, dass sich Frau Kohl im Schatten ihres Mannes nicht wohl gefühlt hat?
Vielleicht hätten Sie einen Blick in Wiki werfen sollen, bevor Sie ein Urteil über diese Frau, die so viel Leid erfahren mußte, abgeben.

Frau Kohl war eine große Deutsche und sie hat das Schicksal vieler deutscher Mädchen erleiden müssen und das wird sie für ihr Leben geprägt haben. Schauens in Wiki nach!

Und die Brüder? Na ja, heute ist es ja modern, sein Innerstes vor der Öffentlichkeit nach außen zu kehren, widerlich! Der arme Helmut Kohl!

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spon-facebook-10000019935 03.03.2013, 11:21
5. Die Seele der Deutschen

Es liegt in der Seele der Deutschen ihre grossen Staatsmänner wegen den paar Fehlern zu verurteilen die sie begangen haben anstatt sie an dem Grossen zu messen das Sie geleistet haben. Alle Europäer wissen was Helmut Kohl in seiner Zeit geleistet hat, nur die Deutschen meckern nur rum an dem Mann der sich für sein Land aufgerieben hat. Dass Er in der Zeit auch noch Mensch war mit all seinen guten und vielleicht weniger guten Seiten, das scheint nicht zu interessieren. Die Devise in Deutschland scheint nur noch zu lauten "Lasst uns Monumente einreissen, an jedem Fundament kann man solange herumkratzen bis alles zusammenbricht". Wem nutzt sowas, als wäre Helmut Kohls Frau ein willenloses Püppchen gewesen das nicht selbst hätte sein Schicksal in eine andere Richtung führen können?

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Lorbeerblatt 03.03.2013, 11:25
6. Hannelore Kohl und die Semmelknödel

Danke für diesen wunderbaren Artikel ;-)

Hannelore Kohl ist für mich verknüpft mit ihrem Auftritt bei Alfredissimo. Die Ambivalenz ihres Daseins zeigt sich dort im Briefmarkenformat. Das Bild der guten Hausfrau vermittelnd, die - natürlich pfälzer - Semmelknödel zubereitet, das aber mit dem "Stil" und der Anscheinswahrung einer Frau Kohl nicht mit den Händen tun will und deshalb zu Löffeln greift, so unglücklich, dass am Ende nur unförmige Meteoriten dabei herauskommen und damit so gar nicht das perfekte Antlitz einer Knödelkugel.

Schade, dass dieser Auftritt nirgendwo im Netz zu finden ist. Vielleicht ist die SPON-Redaktion dazu in der Lage, dieses Fundstück nachzuliefern. Mein tiefer Dank wäre Gewiss - und es würde zum Thema Phänomen Hannelore Kohl wunderbar passen.

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helgamaus 03.03.2013, 11:25
7. Was ist so schlimm

daran, wenn sich eine Frau ganz der Familie und der Erziehung widmet? Wir können nicht alle eine Alice Schwarzer sein. Wobei ich bezweifle, ob das so erstrebenswert ist. Frau Kohl hat sich für die Familie entschieden na und? Fakt ist, dass sie in den letzten Jahren ihres Lebens von ihrem Mann vernachlässigt und betrogen wurde. Meiner Kenntnis nach hat sie selbst sich aber nie öffentlich beklagt. Sie hatte Charakter.
Was mich an den Kohl-Söhnen so stört, ist die öffentliche Aufarbeitung. Sie hätten ebenso gut ganz für sich und in aller Stille einen Psychologen zu Rate ziehen können. Vielleicht haben sie aber ein schlechtes Gewissen, weil sie sich selbst nicht genügend um ihre Mutter gekümmert haben. Jetzt versuchen sie dieses mit blindem Aktionismus zu kompensieren.
Frau Kohl war auch nicht immer die Frau im Schatten ihres Mannes. Mit der Gründung der ZNS Stiftung hat sie sich aus seinem Schatten befreit und eine wirklich sinnvolle Sache in Gang gesetzt.
Fakt bleibt, dass Herr Kohl sich äußerst schäbig gegenüber seiner Frau verhalten hat. Aber es ist genauso schäbig, dieses öffentlich aufzuarbeiten.

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intelligenzbestie22 03.03.2013, 11:31
8. Zustimmung

zu Inhalt und Sprachwitz, wenngleich teilweise auch bitterböse, dieser Kolumne. Auch in der damaligen Zeit, sogar davor, gab es Politikerfrauen, die emanzipatorisch bedeutend weiter waren als Hannelore Kohl, zum Beispiel Mildred Scheel. Selbst Wilhelmine Lübke hatte einen ganz anderen Status als Hannelore Kohl.

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nichzufassen 03.03.2013, 11:38
9. Ach Junge

Zitat von rokitansky
Hinter einem starken Mann steht immer eine starke Frau. Die beiden Söhne tun mir einfach nur leid, sie beweisen leider wieder einmal nur die seit vielen Jahrtausende geltende Weisheit: Starker Vater, schwache Söhne....Der arme Helmut Kohl!
Ja, der arme DR Kohl aber auch. Schon mal so rum gesehen:
Erstaunliche Paralellen zwischen Kohl und Berlusconi: Aufbau und Nutzung mafiöser Strukturen/Geflechte, das eigene Personal nur als Mittel zum Zweck ansehen, Machtgewinn/-erhalt als einziges Interesse und Selbstzweck, das eigene Volk nur als Stimmvieh benutzen, ansonsten keine Relevanz, außereheliche Sexabenteuer, beides (sicher nicht zufällig) Katholiken, Bestechung/Bestechlichkeit, verdeckte Kassen, Einflussnahme auf Presse... diese Liste liesse sich fortsetzen. `Der arme Helmut Kohl!´ war wohl als Witz gemeint?

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