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S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Verehrte Brüder Kohl!
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Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Söhne wie Sie zu haben! Vielleicht nicht in der Form aber im Format. Männer, die zwölf Jahre nach dem Tod ihrer Mutter dafür kämpfen, dass sie als das gesehen wird, was sie wohl nie war: eine autonome, emanzipierte Frau.

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thomas_gk 03.03.2013, 14:12
30. Ob und wie...

Frau Kohl ins kollektive Gedächtnis eingeht, entscheiden nicht Sie, Frau Burmester. Und dass die Kohl-Brüder was auch immer jetzt versuchen, ist doch deren Sache. Wenn Ihnen zu Hannelore Kohl nicht mehr einfällt, als das sie eine aus heutiger Sicht unmögliche Frisur hatte, dann gibt es aus meiner Sicht ganz andere Frauen wegen eklatanter Schwächen zu kritisieren als Frau Kohl - nämlich Sie.

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dr.gerstel 03.03.2013, 14:23
31. Naja,

Zitat von helgamaus
die Herabsetzung einer Frau, nur weil sie sich um ihre Familie gekümmert hat. Ich selbst (jahrgang1952) habe studiert, immer gearbeitet, Kinder großgezogen und eine Ehe geführt. Ich finde es absolut unerträglich, wenn man über Frauen herzieht, die ein anderes Leben bevorzugt haben. Frauen sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Es ist völlig unerheblich, ob sie außer Haus oder zuhause arbeiten. Ich hasse es, wenn sich selbsternannte Emanzen herausnehmen, mir vorzuschreiben, wie das Leben einer Frau auszusehen hat. Damit machen sie genau das, was Männer bereits seit Jahrhunderten gemacht haben. Sie zwingen Frauen ihren Willen auf. Wenn nur noch Frauen, die politisch oder sonst wie aktiv sind, es wert sind, überhaupt noch erwähnt zu werden, dann sehe ich echt schwarz für uns.
sind Sie mir nicht böse, aber Ihr Pseudonym "helgamaus" sagt schon einiges aus und dasss Sie schwarz sehen, glaube ich Ihnen aufs Wort. Emanzipation hat mit Berufstätigkeit, politischen Aktivitäten nichts zu tun. Es geht um das Selbstwertgefühl von uns Frauen, das vollkommen unabhängig vom Sein des Mannes bestehen soll. Frauen wollen selbstbestimmt und gleichberechtigt leben und arbeiten. Frau Kohl war nur die Frau an seiner Seite. Das hat ihr genügt. So weit, so gut. Nur: Das will heute niemand mehr. Und deshalb ist Hannelore Kohl kein Vorbild und soll in Frieden ruhen.

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bdr_boxter 03.03.2013, 14:36
32. Vielen Dank für Ihre Wort

Zitat von helgamaus
die Herabsetzung einer Frau, nur weil sie sich um ihre Familie gekümmert hat. Ich selbst (jahrgang1952) habe studiert, immer gearbeitet, Kinder großgezogen und eine Ehe geführt. Ich finde es absolut unerträglich, wenn man über Frauen herzieht, die ein anderes Leben bevorzugt haben. Frauen sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Es ist völlig unerheblich, ob sie außer Haus oder zuhause arbeiten. Ich hasse es, wenn sich selbsternannte Emanzen herausnehmen, mir vorzuschreiben, wie das Leben einer Frau auszusehen hat. Damit machen sie genau das, was Männer bereits seit Jahrhunderten gemacht haben. Sie zwingen Frauen ihren Willen auf. Wenn nur noch Frauen, die politisch oder sonst wie aktiv sind, es wert sind, überhaupt noch erwähnt zu werden, dann sehe ich echt schwarz für uns.
Ähnliches ist mir durch den Kopf geganngen als ich den Artikel gelesen habe. Helmut Kohl wurde zum Kanzler als ich das erste Mal wählen dürfte. Hannelore Kohl das Gespött dieser Zeit. Bei Pkt. 1 habe ich mich nicht beteiligt, bei Pkt. 2 umso mehr.
Dieses tut mit heute unendlich leid und ich schäme mich dafür! Obwohl ich auch heute noch nichts mit der Partei von Helmut Kohl anfangen kann. Toleranz ist etwas anderes als dieser Artikel zum Ausdruck bringt!

Gott zum Gruß

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Tubus 03.03.2013, 14:36
33. Häme

Zitat von helgamaus
die Herabsetzung einer Frau, nur weil sie sich um ihre Familie gekümmert hat. Ich selbst (jahrgang1952) habe studiert, immer gearbeitet, Kinder großgezogen und eine Ehe geführt. Ich finde es absolut unerträglich, wenn man über Frauen herzieht, die ein anderes Leben bevorzugt haben. Frauen sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Es ist völlig unerheblich, ob sie außer Haus oder zuhause arbeiten. Ich hasse es, wenn sich selbsternannte Emanzen herausnehmen, mir vorzuschreiben, wie das Leben einer Frau auszusehen hat. Damit machen sie genau das, was Männer bereits seit Jahrhunderten gemacht haben. Sie zwingen Frauen ihren Willen auf. Wenn nur noch Frauen, die politisch oder sonst wie aktiv sind, es wert sind, überhaupt noch erwähnt zu werden, dann sehe ich echt schwarz für uns.
Ja, so sieht das eine wirklich emanzipierte Frau. Die ständige Wiederholung von Klischee's, die eine Persönlichkeit an der Frisur festmachen usw. sagen tatsächlich mehr über das fremdbestimmte Weltbild der Autorin, als über Hannelore Kohl. Frühere Generationen wussten, hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Der Aufstieg Kohls wäre ohne seine Frau nicht möglich gewesen. Eine Garantie für ewiges Glück gibt es nicht und der berufliche Erfolg hatte auch durch äußere Umstände (deutscher Herbst) bei allen Beteiligten schlimme Kollateralschäden zur Folge. Überhaupt kein Grund zur Häme, ist sie häufig doch nur Ausdruck von Schadenfreude im Bewusstsein eigener kaputter "moderner" Beziehungen. Kann eine Mutter mehr hinterlassen, als von ihren Kindern so geliebt zu werden, wie die Kohlsöhne es offensichtlich tun?

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juni0r 03.03.2013, 14:49
34. Belege

Zitat von lorn order
Können Sie für diese Behauptung irgendwelche Belege anführen?
Nein, kann ich nicht, da ich keinen Einblick in Frau Kohls Krankenakte habe. Aber haben Sie jemals einen Beleg für die Behauptung der Lichtallergie gesehen? Warum glauben Sie das?

Lichtallergie ist kein Leiden, dass Menschen sozial isoliert. Sämtliche Krankheitsbilder, die unter dieser Bezeichnung subsummiert sind, sind behandelbar und ermöglichen den Betroffenen ein weitgehend normales Leben. Es hindert Sie nicht weniger daran, das Haus zu verlassen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen als, sagen wir, Hämmorhoiden.

Wenn Sie, was ich Ihnen nicht übel nehme, an meiner Aussage zweifeln, dann fragen Sie doch beim nächsten Besuch Ihren Hautarzt, wieviele seiner Patienten mit Lichtallergie ihr Dasein isoliert in dunklen Räumen fristen müssen.

Schließlich fragen Sie sich selbst einmal, welche Erklärung Sie für plausibler halten.

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nobby_l 03.03.2013, 14:53
35. Guter Beitrag

Zitat von helgamaus
... Ich finde es absolut unerträglich, wenn man über Frauen herzieht, die ein anderes Leben bevorzugt haben. Frauen sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben gestalten. Es ist völlig unerheblich, ob sie außer Haus oder zuhause arbeiten. Ich hasse es, wenn sich selbsternannte Emanzen herausnehmen, mir vorzuschreiben, wie das Leben einer Frau auszusehen hat. Damit machen sie genau das, was Männer bereits seit Jahrhunderten gemacht haben.
Genauso empfinde ich das auch. Dieses absolute Wissen der heute jungen Generation, dass alles so furchtbar war für die Frauen in den 60er, 70er und 80er Jahren, macht mich krank.

Himmel noch mal, es gab Zeiten für Kindererziehung, es gab Zeiten für die Karriere, es gab schwierige und gute Zeiten. Ich weiß nur, dass ich eine emanzipierte Frau hatte und habe, und dass wir beide heute gemeinsam sehr viel Freude an unseren Kindern und Enkelkindern haben.

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kohlon 03.03.2013, 15:00
36. Danke für Ihre leisen Töne, die ...

Zitat von spon-facebook-10000019935
Es liegt in der Seele der Deutschen ihre grossen Staatsmänner wegen den paar Fehlern zu verurteilen die sie begangen haben anstatt sie an dem Grossen zu messen das Sie geleistet haben. Alle Europäer wissen was Helmut Kohl in seiner Zeit geleistet hat, nur die Deutschen meckern nur rum an dem Mann der sich für sein Land aufgerieben hat. Dass Er in der Zeit auch noch Mensch war mit all seinen guten und vielleicht weniger guten Seiten, das scheint nicht zu interessieren. Die Devise in Deutschland scheint nur noch zu lauten "Lasst uns Monumente einreissen, an jedem Fundament kann man solange herumkratzen bis alles zusammenbricht". Wem nutzt sowas, als wäre Helmut Kohls Frau ein willenloses Püppchen gewesen das nicht selbst hätte sein Schicksal in eine andere Richtung führen können?
... mich sehr angesprochen und nachdenklich gemacht haben.
Sie haben recht, werden aber hier und auch an anderen Plätzen damit leider nicht viel positive Resonanz erwarten dürfen. Schade eigentlich, aber Sie wird es mit Sicherheit nicht "runterziehen".

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dieter-ploetze 03.03.2013, 15:05
37. richtig

an sich schreibe ich nur,wenn was zu kritisieren ist,
hier aber stimmt alles und ist so schön geschrieben,
dass ich das auch mal ausdrücken möchte.

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Spiegelkritikus 03.03.2013, 15:06
38. Wandel im Geschlechterverhältnis

Als sich Helmut und Hannelore ca. 1960 ehelichten, war zumindest das Geschlechterverhältnis noch in Ordnung: Er kämpfte in der harten Berufswelt für das Einkommen der Familie, sie sorgte sich um Haushalt, Essen und Kinder. Viele Millionen Deutsche haben unter solchen Verhältnissen gelebt bzw. sind als Kinder darin gross geworden. Es war einfach das bürgerliche Standardmodell von Familie.

Und es hat relativ gut funktioniert, weil Männer und Frauen entsprechend sozialisiert waren. Dann kamen die 68er, die - zurecht - alles in Frage stellten: Muff der traditionellen Universität, unterdrückte Sexualität, generelles Spießertum, die gesellschaftliche Rolle der Frau, Klassendenken, unreflektierte Herrschaft usw., Es erschallte der Ruf nach Emanzipation auf allen Ebenen.

Das deutsche Bürgertum hat sich diesen neuen Parolen und Ansprüchen nur sehr zaghaft geöffnet, zu stark war für die meisten die Verwurzelung im Traditionalen. Das galt auch für die Familie Kohl.
Dennoch konnte man sich dem geänderten Zeitgeist nicht völlig entziehen und es kam allenthalben zu sachten Veränderungen im Verhalten und Selbstverständnis. Die Konfliktlinie ging nicht selten mitten durch die Familien und das gilt wohl auch für die Familie Kohl:
Er pochte auf das alte Familienschema und die restliche Familie passte sich mehr oder weniger zum Schein an. Gleichzeitig nahm sich der Familienvater die Freiheit, ausserehelich aktiv und intim zu sein, worunter die Familie natürlch litt.

Die Geschichte Kohl ist alles andere als einmalig, sie war damals sehr häufig anzutreffen, gerade in den "besseren Kreisen". Das traditionelle Familienbild war ins Wanken geraten und die Männer waren die ersten, die von neuen Freiheiten Gebrauch machten. Die Frauen zogen dann nach und es kam zur Frauen- bzw. Emanzipationsbewegung. Auch Hannelore Kohl schaffte sich mit ihrer Stiftung kleine persönliche Freiräume.

All das ist heute Geschichte, allerdings hapert es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau mitunter heute noch: nicht nur in der Familie.

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maybee 03.03.2013, 15:10
39. Nicht ihr Ernst, oder?

Zitat von rokitansky
Hinter einem starken Mann steht immer eine starke Frau. Die beiden Söhne tun mir einfach nur leid, sie beweisen leider wieder einmal nur die seit vielen Jahrtausende geltende Weisheit: Starker Vater, schwache Söhne. Niemand sah und sieht Frau Hannelore Kohl als das Heimchen hinter dem Herd. Frau Kohl war eine starke Frau, die ihrem Mann den Rücken frei hielt und viele Opfer auf sich nahm, aber zum Schluß für Sie aufgeklärte arme emanzipierte Frau: Woher wollen Sie denn wisssen, dass sich Frau Kohl im Schatten ihres Mannes nicht wohl gefühlt hat? Vielleicht hätten Sie einen Blick in Wiki werfen sollen, bevor Sie ein Urteil über diese Frau, die so viel Leid erfahren mußte, abgeben. Frau Kohl war eine große Deutsche und sie hat das Schicksal vieler deutscher Mädchen erleiden müssen und das wird sie für ihr Leben geprägt haben. Schauens in Wiki nach! Und die Brüder? Na ja, heute ist es ja modern, sein Innerstes vor der Öffentlichkeit nach außen zu kehren, widerlich! Der arme Helmut Kohl!
Eigentlich alles, aber vor allem das: "Der arme Helmut Kohl"

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