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S.P.O.N. - Oben und unten: Was heißt "nein"?

Kurz vor einer möglichen Reform des Sexualstrafrechts melden sich einflussreiche Kritiker zu Wort. Dabei offenbaren einige Frauen ein ebenso elendes Frauenbild wie manche Männer.

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patta8388 05.07.2016, 12:33
50.

Fischers Kolumnen strotzen vor Ironie, Sarkasmus und überspitzungen, sind aber fachlich einwandfrei. Wer also nur den Mann wegen seiner Elefant-im-Porzellanladen-Art angreift, ohne jedoch auf seine die Sache betreffenden Argumente einzugehen, hat meiner Meinung nach nichts außer Polemik zur Debatte beizutragen.

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darkace82 05.07.2016, 12:39
51. Spannend...

Es ist faszinierend zu sehen, wie sich viele, Männer wie Frauen, dagegen wehren, die sexuelle Selbstbestimmung gesetzlich festzulegen. Nichts andere wäre nämlich die "nein heisst nein" Vorlage. Was sind denn die Argumente dagegen? Das Problem der Beweisbarkeit: Das haben wir ja jetzt auch. Ändern würde sich daran also nichts. Auch danach müsste eine Tat zu beweisen sein. Nur dass dann Vergewaltigungen bei denen sich die Frau aus Angst nicht gewehrt hat und die man eben beweisen kann, auch als Vergewaltigung gewertet. Blosse Behauptungen und Falschbeschuldigungen laufen weiterhin ins Leere. Und auch die Unschuldsvermutung würde mitnichten angerührt werden. Statt gegen ein nein heisst nein zu sein, dann doch lieber für schärfere Strafen für Falschbeschuldigungen vorgehen! Wer Sex mit jemandem hat, ob Mann Frau oder sonstwer, muss sicher gehen dass der/die Gegenüber dies auch will. Das sollte absolut selbstverständlich sein.

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twistie-at 05.07.2016, 12:40
52.

Zitat von odapiel
Wird dann noch hinzugenommen, daß nur jemand in einem Zustand in dem er z.B. auch noch legal ein Auto fahren dürfte, oder auch einen Vertrag wirksam unterschreiben könnte, ein solches "ja" wirksam aussprechen kann, dann sollte klar sein, was danach einverständiger Sex und was sexueller Mißbrauch oder Vergewaltigung ist. Wir haben uns schon an andere Normen gewöhnt, diese sollte nun wirklich nicht so schwer zu machen sein.
hm, da bin ich gespannt,w ie viele Menschen explizit auf ein "wollen wir jetzt Sex haben" mit "ja" antworten bzw. bei wie vielen schon auf Grund der Tatsache, dass ja auch Verträge durch konkludentes Handeln abgeschlossen werden, eben dieses Handeln stattfindet. Oder inwiefern nun die Beweislage einfacher wird, wenn jemand behauptet "x hat gesagt: ja".

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Leserbrief 05.07.2016, 12:41
53. Nein heisst Nein oder Ja oder vielleicht doch

Letztlich geht es um Täterschutz. Woher diese juristische Erbschaft kommt, ist bekannt.
Mickrige Schadensersatzzahlungen an Opfer von Tätern illustrieren das Prinzip.

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Bernd.Brincken 05.07.2016, 12:42
54. Mißbrauch und Mißbrauch

In dem Artikel wird erst versucht, die Geschlechts-Neutralität des Begriffes Vergewaltigung zu betonen, um dann doch auf die eine Seite einzuschwenken. Wenn das als Demonstration gedacht war, wie schwierig es ist, in solchen Dingen unparteiisch zu bleiben - hat funktioniert.
Aber vielleicht ist es auch ein (kommunikatives) Dilemma.
Ohne Dilemma scheint mir der Begriff Mißbrauch. Es gibt viele Formen davon. Eine ist jene des sexuellen - und ja, das gehört bestraft, und falls die vorhandenen Gesetze nicht ausreichen, gehören diese erweitert.

Dann gibt es auch Rechtsmißbrauch, d.h. ein Vorwurf wird erhoben, weil man weiß, dass man dem Beschuldigten allein durch die Ermittlungen gehörig Streß machen kann.
Auch wenn es nicht zur Wahrheitsfindung kommt, die bis heute evidente Willkür-Drohung der Justiz, neuerdings beliebt in Kombination mit §153 StPO, kann eine Strafe ausmachen.

Jetzt könnte man über die Schnittmenge von beiden Mißbräuchen sprechen und z.B. Kachelmann anführen. Aber das ist vielleicht unfair für echte Vergewaltigungs-Opfer, und eine Ausnahme von der Regel.
Tatsache aber ist, dass Rechtsmißbrauch seitens der Justiz nicht geahndet wird. Ein Gericht mag in der Folgeinstanz "abgewatscht" werden, aber he, das nimmt dort keiner persönlich, eher sportlich. Entschädigung? Sehr schwer durchzusetzen, und ggf. selbst bei Gefängnisstrafen lächerlich niedrig.

Also bitte mehr öffentliche Empathie für beide, für Opfer sexualisierter Gewalt, die "Nein" sagten, und für die Opfer von Rechtsmißbrauch. Bei Ersterem sehe ich eine mediale Aktivität, beim zweiten bisher nicht.

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Emderfriese 05.07.2016, 12:42
55. KO-Tropfen

Zitat von mrotz
Wenn Frau eindeutig formuliert, was sie nicht will, dann wird Mann auch davon ablassen, es sei denn es ist eine echte Vergewaltigung. Dann wird aber auch physische Gewalt angewandt, denn das Opfer könnte ja weglaufen. Ohne physische Gewalt keine Vergewaltigung. Und wenn Frau sich zu sehr besäuft, daß sie sich nicht mehr erinnern kann, dann sollte diese weniger saufen. (KO-Tropfen natürlich ausgenommen)
Es gibt KO-Tropfen, die sind psychologischer Natur, die gefährlichsten überhaupt. Diese "Tropfen" bringen Menschen dahin, zu tun, selbst was ihnen eigentlich zuwider ist und sie nicht wollen.
Dabei spielt körperliche Dominanz, aber auch verbales und vor allem unbewusste Ängste nutzendes Druckverhalten eine große Rolle. Mit Hilfe solcher "KO-Tropfen", die weder äußerlich am Körper noch chemisch oder sogar filmtechnisch/akustisch nachweisbar sind, kann sich ein potentieller Vergewaltiger sehr viele beeinflussbare, schwächere Menschen unterwerfen - Mann oder Frau. Wobei letztere aus biologischen und historischen Gründen in der Sexualität eher zum Opfer wird als ein Mann.
Darum geht es doch eigentlich.
Eine Verschärfung der Sexualstrafgesetze muss diesen Aspekt unbedingt berücksichtigen. Es ist klar, dass bei einer Vergewaltigungstat über psychologischen Druck die Beweismittel schwierig zu erbringen sind. Aber jede Frau und jeder Mann muss das Recht haben, sich auch im Nachhinein gegen ein solches Verbrechen wehren zu können.
Wie dann die Gerichte entscheiden, ist eine ganz andere Sache.

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twistie-at 05.07.2016, 12:46
56.

Zitat von darkace82
Nur dass dann Vergewaltigungen bei denen sich die Frau aus Angst nicht gewehrt hat
wieso sollte bei begründbarer Angst nicht die "Schutzlose Lage" greifen?
In welchem fall sollte es zu einer Vergewaltigung gekommen sein, bei der das Opfer aus Angst sich nicht rührte, bei dem aber die schutzlose Lage nicht anzuwenden ist und auch keine Drohung etc. stattfand? Bitte dafür mal ein Beispiel geben, das fehlt bisher.

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TOKH1 05.07.2016, 12:49
57. Ich mag Ihre Beiträge, weil....

...sie immer differenziert in der Betrachtungsweise an das Thema herangehen, Frau Stokowski. Allerdings befürchte ich in Ihrem Beitrag, dass Sie sich zu sehr hat von dem Fall Gina-Lisa haben leiten lassen und dieser sich nun gar nicht dafür eignet, den Sachverhalt des verschärften Strafrechts zu thematisieren, weil der Fall an sich die Gesellschaft polarisiert, weil Gina-Lisa dies auch gerne in ihrer Selbstinszenierung ihres Lebens tat und ihre Aussagen selber von !!RICHTERN!! in Zweifel gezogen wurden. Sie schreiben: ...."Dabei gibt es keinen Beleg dafür, dass absichtliche Falschbeschuldigungen im Bereich der Sexualstraftaten häufiger vorkämen als bei anderen Delikten (und selbst eine Falschbeschuldigung führt eben längst nicht zur Verurteilung)".... Und diese Aussage betrübt mich doch sehr, weil sie eben auch offenbahrt, dass sie die Wirkung der Falschbeschuldigungen durch Frauen völlig achtlos lassen und somit die "vereinzelte Vernichtung" eines Menschen (Mannes) hinnehmen, um sie dann der wahrhaften Beschuldigung unterzuordnen. DAS darf genauso wenig hingenommen werden wie gelegentliche verwirrende Aussagen der Zeit-Autoren.

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nesmo 05.07.2016, 12:49
58. Es ist doch naiv

zu meinen, mit dem judifizierten "Nein" sei nun ein wichtiger Schritt nach vorne getan, jetzt könne man den Vergewaltiger leichter bestrafen. Die ganze Diskussion begegnet dem komplexen Problem mit hilflosen Vereinfachungen, die wiederum selbst neue Probleme schaffen. Eine Frau kann sich durchaus nach dem Sex missbraucht fühlen, wenn der Partner sich abwendet und ihr klar macht, dass er sie nur "gebraucht" hat. Im Nachhinnein wohlgemerkt, dennoch empfindet die Frau dies als Missbrauch, zumindets ihres Vertrauens und ihrer Gefühle. Das Gesetzt kann dieses jedoch nicht sanktionieren. Wenn der Frau dies wärend des Sex bewußt wird und sie "nicht mehr will", wie einige wohl bei Frau Lisa meinen, dann wäre es eine Vergewaltigung, die aber nur schwer beweisbar ist, sogar wenn das Nein gefilmt wird, weil es sich auf etwas anderes beziehen kann. Es kommt immer auf den Gesamtzusammenhang an, egal ob mit oder oder gesprochenes "Nein".

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twistie-at 05.07.2016, 12:52
59.

Zitat von Leserbrief
Letztlich geht es um Täterschutz. Woher diese juristische Erbschaft kommt, ist bekannt. Mickrige Schadensersatzzahlungen an Opfer von Tätern illustrieren das Prinzip.
aehm, welche Schadensersatzzahlung ist jetzt gemeint?

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