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S.P.O.N. - Oben und unten: Was heißt "nein"?

Kurz vor einer möglichen Reform des Sexualstrafrechts melden sich einflussreiche Kritiker zu Wort. Dabei offenbaren einige Frauen ein ebenso elendes Frauenbild wie manche Männer.

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agt69 05.07.2016, 13:04
70. Klar, Frau Stokowski

Es ist ja so einfach, einem erfahrenen Richter, der in zwei sehr präzise und mit großem Fachwissen geschrieben Kolumnen darlegt, warum er eine Verschärfung des Sexualstrafrechts für falsch hält, auf Grund von ein paar flapsigen Sätzen frauenfeindliche Polemik zu unterstellen und damit seine kompletten Aussagen zu entwerten, ohne sich mit einem einzigen seiner Argumente zu befassen. Und das von Ihnen, der Großmeisterin der flapsigen Polemik! Auch über die Tatsache, dass mit Gina-Lisa Lohfink der Fall einer Person, die grade wegen Falschaussage vor Gericht steht, zum Beweis einer angeblich notwendigen Gesetzesänderung herangezogen wird, verlieren Sie natürlich kein Wort. Obwohl der gesamte Tathergang auf Video festgehalten wurde - bei Sexualstraftaten wohl ziemlich einmalig - sind Richterin und Staatsanwältin der Meinung, der Sex war freiwillig. Trotzdem wird Frau Lohfink als Opfer des ach so ungerechten Sexualstrafrechts hingestellt. Es ist wohl mehr als verständlich, wenn dieser Umstand mit ein paar bissigen Bemerkungen kommentiert wird.

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kiray.santoro 05.07.2016, 13:07
71. Am traurigsten...

...ist es doch, das von Frau Stokowski und ihren Mitstreiterinnen immer wieder ein ebenso pauschalisiertes Frauenbild gezeichnet wird. Nämlich das der immer lieben, aber leider nie genug geschützten Frau, die sich ja gar nicht trauen KANN, für ihre Rechte einzustehen und der sowieso nie geglaubt wird.
Sie vergessen nur, dass es genug Weiber gibt, die sehr wohl nach einer einvernehmlichen Liebesnacht und nachdem der Lover einfach nicht mehr angerufen hat zur Polizei gehen könnten, um ihm mal richtig einen rein zu würgen.

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argonaut-10 05.07.2016, 13:08
72. komplexes Thema

Die Ursachen liegen leider viel tiefer, als es im Moment wieder aus gegebenen Anlass diskutiert wird. Zum einen muss ganz klar gesagt werden, dass man niemanden gegen seinen Willen zu irgendwas zwingen darf; das gilt für männliche, wie auch für weibliche Zeitgenossen; es ist ein unverrückbares Gut. Wenn sich daran alle halten würden, dann wäre schon Vieles geregelt. Aber leider ist das anerzogene Rollenverhalten zwischen Mann und Frau dringend überholungswürdig. Was die 68er Generation ins Rollen gebracht hatte, wird heute teilweise wieder durch nachfolgende Generationen konterkariert. Nicht falsch verstehn... die 68er hatten nicht immer Recht, aber die Versuche waren wichtig... um auszusortieren. Nichtsdestotrotz haben sich bis heute klassische Geschlechterrollen durchgesetzt (kann man gerne im Kindergarten beobachten). Wir haben damals gelernt, dass auch Frauen für ihre Bedürfnisse einstehen und nicht warten, bis Männer auf sie zugehen; das konnte damals schon den einen oder anderen Mann überfordern. Aber diese Ansätze sind heute wieder verstaubt und es wird allenthalben das klassische Muster wieder bedient. Einher geht damit auch das Missverständnis, dass ein Nein nicht immer ein Nein bedeutet, gerne als Argument benutzt, wenn man sich mal wieder nicht ganz sicher ist. Dann spielen ja auch noch Frauen Spiele mit Männern, die diesen dann in der Orientierung den rest geben und zu guter Letzt sind Frauen den Frauen der größte Feind, weil ein bevorzugter Teil gerne die alten Rollenbilder bedient, weil sie ihnen nützen. Aber all das kratzt nur an der Oberfläche... wir brauchen ein neues Bewusstsein, das Hinterfragen der eigenen Motivation und dies kann nur bei jedem eigenen Individuum ansetzen; und dies setzt wieder Intelligenz und Willen voraus, wobei wir beim nächsten Problem wären. Dazu kommt im Moment die Aufnahme von Flüchtlingen, die z.T. ein vollkommen krudes Bild einer westlichen Frau haben, was die Dinge auch nicht gerade einfacher macht. Zum Schluss... wieder an den ersten Satz zurückspringen... daran sollte man sich immer halten.

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clausbremen 05.07.2016, 13:11
73. Wie ...

... schade. Offenbar WILL Frau Stokowski Herrn Fischer missverstehen. Und sie stellt - bei genauem Lesen - Frau Lohfink als Opfer dar, welches diese, laut Rechtsprechung, nicht ist. Nicht jede (angezeigte) Vergewaltigung ist tatsächlich eine Vergewaltigung. Ausser in der retrospektiven Wahrnehmung des vermeintlichen Opfers.

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eternalchii 05.07.2016, 13:12
74.

Zitat von darkace82
Es ist faszinierend zu sehen, wie sich viele, Männer wie Frauen, dagegen wehren, die sexuelle Selbstbestimmung gesetzlich festzulegen. Nichts andere wäre nämlich die "nein heisst nein" Vorlage. Was sind denn die Argumente dagegen? Das Problem der Beweisbarkeit:[...]
Sie haben nicht verstanden, worum es bei der Diskussion geht. Es wird gefordert, dass ein "Nein!" - egal wozu, also kontextunabhängig - aus einvernehmlichem Sex automatisch eine Vergewaltigung macht, wenn dann nicht sofort der Sex abgebrochen oder ausdiskutiert wird. Denn das wäre das einzige was Gina Lohfink einen Schuldspruch für ihre "Vergewaltiger" garantiert hätte. Damit würde aber natürlich auch einvernehmlicher Sex kriminalisiert. Sie wollen schlafen, sagen Nein, ihre Frau verführt Sie trotzdem? Vergewaltigung. Sie kitzeln ihre Frau beim Sex und sie sagt Nein? Vergewaltigung.

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Thomas Schnitzer 05.07.2016, 13:12
75.

Zitat von larsmach
Reicht nicht aus, sexuelle Handlungen "gegen den erkennbaren Willen" einer Person unter Strafe zu stellen? [...] Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand weiß, spürt, merkt, wenn jemand keinen Willen zu etwas hat. Handlungen können dann nur gegen diesen Willen stattfinden - und das entgeht niemandem mit normalen Menschenverstand. [...]
Nein, das reicht bei weitem nicht, und sie können den Willen einer Person im Grundsatz nicht erkennen.

Eine masochistische BDSM-Sklavin schreit u.U. bei manchen Spielen vor Schmerz und windet sich in ihren Fesseln, dennoch ist sie im Regelfall die jenige, die am Ende via safe word die Kontrolle darüber hat und entscheidet, was gemacht wird.
Im Fall der Vereinbarung eines anderen Wortes kann sie übrigens zwischendurch dabei hundertmal "hör auf", "nein" oder "Stop!" brüllen. Das will sie trotzdem nicht, denn sie will in dem Moment das Gefühl haben, sich erfolglos zu wehren.
Gesunder Menschenverstand ist daher etwas, was Leute sich einreden, um ihre eigenen (Moral-) Vorstellungen zu Norm zu erheben, und Abweichler auszugrenzen.

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archi47 05.07.2016, 13:14
76. Sensibeles Behandeln

Zitat von Institutsmitarbeiter
Sehr geehrte Frau Stokowski, anstatt sich auf die Person Thomas Fischer zu versteifen, wäre es wesentlich besser, seine Argumente gegen eine Reform des Strafrechts zu diskutieren. Seine Argumente kamen in ......
Danke für Ihre nachdenklichen Zeilen.
Die Skandalisierung dieses zwischenmenschlichen Geschehens vor jeder Faktenerhebung und Beweiswürdigung durch öffentliches "an den Pranger" stellen, dient den Betroffenen und Ihren Angehörigen in keiner Weise.
Es dient auch nicht der Problemlösung. Oft dient es nur zur Befriedigung eigener Bedürfnisse der Unbeteiligten, aus Voyeurismus, wg. der Auflage und zur Bstätigung eigener Befindlichkeiten, aber eben vornehmlich auf Kosten der Betroffenen.
Nur - dies so anzumerken, wie auch Sie das tun, das birgt schon ein "Schmährisiko" für den Überbringer der Nachricht.
Es glauben wohl doch schon Einige, es stünden Ihnen die Skandalisierung zu Lasten der Betroffenen zum Zwecke der eigenen Befriedigung, bzw. Ausbreitung der eigenen Erregung, zu.
Die Medien sind mittlerweile auch so, daß sie oft mehr asozial wirken, aber doch sozial genannt werden wollen ...

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scharfekante 05.07.2016, 13:18
77. Danke

1) "Was leidenschaftliche Liebesnacht und was Vergewaltigung war, definiert die Frau am Tag danach."
Nein, richtig ist vielmehr: Was "leidenschaftliche Liebesnacht" und "was Vergewaltigung" WIRD, bestimmt der Mann Sekunden DAVOR.
2) Ich hoffe, dass der "Kollege" Fischer möglichst bald seinen Ruhestand antritt, seinen Artikel will ich mir aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) antun. seine Motivation (wohl): Fuchs und Trauben.

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HagenWesterling 05.07.2016, 13:19
78. @skylarkin

Das liegt daran dass die Autorin keine sachlichen Argumente vorzuweisen hat sondern, wie üblich, nur die emotionale und An-den-Pranger-stell Schiene fährt.
So kontrovers sich Herr Fischer auch ausgedrückt hat ist jedes seiner Argumente mit Zitaten aus den Gesetzestexten belegt und somit nachvollziehbar.
Die Political-Correctness Welle ist schon längst gebrochen. Es zählen Fakten und keine shaming-Taktiken.

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Roland Bender 05.07.2016, 13:26
79. Unsinnig aber nicht abwendbar

Am Ende gibt es hier die Frage nach der Beweisbarkeit. Es steht Aussage gegen Aussage. Und Beziehungsthemen sind halt auch ein Feld für Rache, Verleumdung und Gewalt. Das trifft alle. Eine Frau, die sich "nur" verbal gegen eine Vergewaltigung wehrt unterscheidet sich in nichts von einer Frau, die envernehmlich Sex hatte, was forensisch gesehen eine gewisse Herausforderung darstellt. Jetzt könnte man die Frau als Zeugen nehmen und den Angeklagten als Angeklagten. Das wird wohl kaum einem Richter ausreichen. Mir würde es sicher nicht reichen.

So großartig ist der Unterschied zu heute aber auch nicht. Im Fall Kachelmann stand ja die Behauptung im Raum, die Frau hätte sich selbst verletzt um eine Verletzung während der Vergewaltigung vorzutäuschen.

Am Ende muss man sich schon sehr sicher sein, bevor man einen Menschen für fünf oder sechs Jahre in Gefängnis schickt.

Sollte man die Reform durchführen? Ich denke es ist müßig darüber nachzudenken. Sie wird kommen und sie wird keinen Effekt haben

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