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Sprachkritik: Gutmensch ist Unwort des Jahres

Sprachwissenschaftler haben Gutmensch zum Unwort des Jahres gekürt.

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freiheitimherzen 12.01.2016, 14:24
240. die Ergebnisse entscheiden

Zitat von ich2010
wenn hilfsbereitschaft, toleranz, offenheit jetzt schon mit dummheit, naivität und blindheit gleich gesetzt wird, leben wir in einer sehr erbärmlichen gesellschaft. ich würde weiterhin all diejenigen bitten, die sich über "gutmenschen" lustig machen, sich doch bitte auch vom christlichen gedankengut zu distanzieren und an weihnachten der kirche fern zu bleiben. wer hilfsbereitschaft und toleranz als lächerlich und dumm ansieht verleugnet christliche werte.
Sehr geehrter ich2010,
wird es ja nicht. Zumindest nicht so pauschal wie Sie das unterstellen.
Und wenn Sie mit der "anderen Wange" argumentieren wollen - die hat zu Zeiten des alten Roms in der Tat noch Eindruck geschunden, da damals niemand außer dem Christen so fundamentalistisch unterwegs war.

Heute holen Sie damit keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor, im Gegenteil. Sie riskieren höchstens ausgelacht und noch einmal geschlagen bzw. sexuell belästigt zu werden.
Wenn Sie gerne daran festhalten wollen, daß sich in den letzten 1.500 Jahren nichts geändert haben soll, dann dürfen Sie das gerne - in der Kirche wie außerhalb.
Aber sie müssen sich dann schon auch anhören, daß Sie auch Ihren Beitrag geleistet haben, daß solche Übergriffe wie an Sylvester stattgefunden haben und weiterhin werden.

Und es bleibt dabei: So gut die Motivation auch sein mag (und das will ich gerne als solches auch honorieren), die Ergebnisse entscheiden darüber ob es "klug" oder "dumm" war.

Und die Ergebnisse von Sylvester waren vorhersehbar.

Viele Grüße

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ben_hurtig 12.01.2016, 14:25
241. Nö

Zitat von logomat
Gutmensch hat es zum Unwort des Jahres geschafft, weil sich eben zu viele Gutmenschen als Trottel ausnutzen lassen.
Es übernehmen leider zu viele Menschen die Terminologie und leider auch die bipolare Weltsicht rechtsextremer Menschen, die dieses Wort "als aggressive Abwehrstrategie gegenüber Kritik an den eigenen Positionen verwende[n]. Potenzielle Kritik an (tatsächlichen oder vermeintlichen) rassistischen, homophoben, antisemitischen (und zunehmend auch antiislamischen) oder sexistischen Tabuverletzungen soll durch die Abwertung der Person mittels dieser rhetorischen Strategie entkräftet werden."

Die immer größere Verbreitung dieses Begriffs zeigt mir, in welch ideologische Sackgasse sich Teile der Gesellschaft derzeit leider bewegen. Ich vermute, dass die Jury das ähnlich sieht und deshalb diese Wahl traf...

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eternalchii 12.01.2016, 14:27
242.

Zitat von fritzihansi
Na, jetzt bin ich aber neugierig, wo ich behauptet hätte dass Herr Diez gelogen hätte. Das behaupten Sie ja. :-)
Sie haben dieses Wort verwendet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Diffamierung
Vielleicht hätte Sie es vor der Verwendung nachschlagen sollen, wenn Sie wirklich nicht wissen, was es bedeutet.

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allesamt 12.01.2016, 14:27
243. Bitte differenzieren

Es muss differenziert werden; der Begriff Gutmensch wird schon seit Jahren verwendet, vor allem ironisch gemeint und/oder um solche Bürger zu kennzeichnen, die sich moralisch über ihre Mitbürger stellen, weil sie sich selber als Weltverbesserer verstehen und die Anderen nicht mitziehen. Erst seit einigen Monaten hat der Begriff Gutmensch eine weitere Bedeutung erhalten: Sie soll solche Menschen treffen/kennzeichnen, die sich selbstlos für Flüchtlinge engagieren. Es ist eine pauschale Diffamierung, ein Totschlagargument gegen alle, die das "Unwort" benutzen, als Rechte oder gar als Nazis zu beschimpfen. Ebenso hanebüchen ist es, wenn ein Zusammenhang mit Goebbels Reden hergestellt wird. Ich werde das Unwort nicht gebrauchen, weil es Negatives assoziiert.

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spon_2316845 12.01.2016, 14:27
244.

Ich dachte immer Gutmensch sei freundlich. Ist denn treudoofer Fantast politisch korrekter?

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eternalchii 12.01.2016, 14:30
245.

Zitat von Bondurant
Vor allem leben sie in einer eigenen "mach ich mir die Welt wie sie mir gefällt" Umgebung.
Sie meinen so wie die Schlechtmenschen, die aus dem kriminellen Verhalten von einigen wenigen Flüchtlinge auf alle anderen rückschließen, weil das so in die persönliche Vorurteilswelt passt?

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karl_krass 12.01.2016, 14:31
246. Die richtige Interpretation macht's

Gute Menschen werden i.a. nicht als "Gutmensch" bezeichnet, sondern jene, die sich als Moral-Apostel darstellen und nur verbal "gutes tun". Und von diesen Typen gibt es hier eine ganze Menge!

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pom_muc 12.01.2016, 14:35
247.

Zitat von Teile1977
Soweit ich weis wurde der Begriff in der NS Zeit benutzt um Menschen zu Diffamieren die sich nicht an den Eutanesieprogrammen ......
Ihr Beitrag ist so typisches Gutmenschentum. Keine Ahnung aber plappern.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gutmensch
Man sieht hier auch schön wer Behauptungen aufstellt die sich als unwahr heraus stellen!
"2006 behauptete der Deutsche Journalisten-Verband, die Herkunft des Begriffes läge in der Zeit des Nationalsozialismus und verwies auf eine vom DJV geplante ......"

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eternalchii 12.01.2016, 14:37
248.

Zitat von roger80
Ich denke, man kann objektiv feststellen, dass die gewählten Begriffe praktisch ausnahmslos gegen dieselbe politische Richtung zielen.
Sie wundern sich, dass typisch rechtsaußen/rechtsextreme, also menschenverachtende Hetzbegriffe des öfteren auf der Liste der Unwörter zu finden sind? Das könnte daran liegen, dass Rechtsextremismus in Deutschland nur sehr eingeschränkt populär ist, auch wenn die "Wir sind das Volk!"-Schreihälse gern das Gegenteil suggieren möchten.

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