Forum: Kultur
Sprechen über Rassismus: Wie Worte die Realität verfälschen
Getty Images

Es sind nicht weiße Dänen, die in Deutschland Opfer von Übergriffen werden - "Ausländerfeindlichkeit" ist deshalb der falsche Begriff. Mit ihm verfestigt man Ausgrenzung.

Seite 3 von 11
zaplata 06.09.2018, 09:01
20. Es geht eben nicht um Ausländer

sondern um bestimmte Gruppen, die unsere Gesellschaft entweder ablehnen, wie Islamisten oder als Beutegesellschaft wie es die arabischen Clans sehen. Und es spielt keine Rolle welchen Pass diejenigen besitzen. Die arabischen Clans geben auch völlig offen zu, das sie unsere Werteordnung ablehnen. Aber sie wissen genau, das ihr Geschäftsmodell nur in unserer Werteordnung funktioniert. Und dann hat man noch eine Regierung, die diesem Treiben jahrelang schulterzuckend zusieht. Wurde bei Lanz vor zwei Tagen ja wohl klar so bestätigt.

Beitrag melden
scxy² 06.09.2018, 09:06
21. Das Thema nervt mich,

aber dieser Beitrag enthält einen richtigen und (für mich) neuen Gedanken. Ich werde zukünftig von Fremdheitsfeindlichkeit sprechen. Gleich, ob es sich um Rassismus, Antisemitismus oder andere Form von Abwehr handelt, es ist stets das Fremde, was abstößt. Ich schaue Mal nach, ob Xenophobie äquivalent ist. Das klingt noch schlauer.

Beitrag melden
montalbano 06.09.2018, 09:07
22.

Danke für diesen Artikel Herr Langer, allerdings würde ich ihren Beitrag noch darum ergänzen, dass in Deutschland nicht nur als nicht „weiߓ markierte Menschen von Rassismus betroffen sein können, sondern auch Menschen mit einem süd- oder osteuropäischen Background. Der Rassismus in Deutschland hat noch immer eine ganz stark völkische Komponente, die sich meiner Meinung nach mit einer Einteilung in z.B. weiße und nicht-weiße Deutsche nicht umfassend beschreiben lässt.

Beitrag melden
Atheist_Crusader 06.09.2018, 09:09
23.

Die These mit dem Andorra-Effekt hat sicherlich ihre Berechtigung, allerdings finde ich es seltsam dass das Problem mal wieder nur vonseiten der mehrheit angesprochen wird. Ich finde es grundsätzlich fragwürdig, wenn komplexe gesellschaftliche Probleme auf "Seite A ist schuld!" heruntergebrochen werden.
Diese Situation hier gibt es in praktisch allen Staaten mit einem signifikanten Anteil an Einwanderern, also hat man eine gewisse Vergleichsbasis. Und die Erfahrung zeigt, dass diese Ausgrenzung von zwei Seiten geschieht. Seltsamerweise hört man aber immer nur davon wenn es darum geht was die Mehrheit gefälligst zu tun hätte damit die Minderheit sich willkommen fühlt - niemals darum was die Minderheit tun könnte um von der Mehrheit besser akzeptiert zu werden.
Das funktioniert nämlich auf die gleiche Art und Weise. Wer seinen Kindern erzählt dass sie keine Deutschen sein, sein sollten, möglichst nicht mit denen reden sollten und ja sowieso auch besser seien als Deutsche, der setzt die gleiche Entwicklung in Gange. Dann lassen die Kinder in der Schule die gleichen Sprüche ab und die deutschen Kinder verinnerlichen dies dann ebenfalls. Alles selbst schon erlebt.

Wenn wir gegen Rassismus vorgehen wollen, dürfen wir ihn nicht bloß bei der Mehrheit suchen. Hass und Ablehnung sind zwei sehr demokratische Dinge: die funktionieren am besten wenn Viele mitmachen. Und einer Gruppe zu sagen "Jetzt seid mal nicht so rassistisch!" und allen anderen zu sagen "Ihr seid voll okay so." ist eine großartige Möglichkeit die erste Gruppe noch unempfänglicher für solche Botschaften zu machen.

Beitrag melden
zzzzxy 06.09.2018, 09:15
24. Gut gesagt

Und zeigt auf, dass die aktive Haltung eines hier geborenen wasauchimmer mit nur deutschem Pass „ich bin (auch) deutscher“ wichtig ist.
Die Nationalität macht auch aus, dass einem der Ort und die Werte wichtig sind. Die anderweitige Herkunft vor sich hertragen grenzt einen auch aktiv ab vom Rest...

Beitrag melden
haukeroche-baron 06.09.2018, 09:15
25.

Vielen Dank für diesen Beitrag. Mehr von dem Mann!

Beitrag melden
Trollpatsch 06.09.2018, 09:15
26. Fremdenfeindlichkeit - ein Missverständnis

Bitte nicht falsch verstehen - für Rassismus gibt es keine Entschuldigung.
Aber es geht auch darum, Menschen zu verstehen. Nachzuvollziehen, wie es dazu kommt, dass SO gefühlt, gedacht, gesprochen, gehandelt wird - in dieser Reihenfolge.
Ich glaube, mit Fremdenfeindlichkeit ist gar nicht der Fremde gemeint. Sondern DAS Fremde. Fremdes erzeugt, in geballter Form, zunächst Unbehagen und weiter gesteigert Angst. Die Wurzel allen Übels. Hilflosigkeit. Irgendwann Aggression und Wut.

Und fremd ist eben, was fremd aussieht. Außerhalb des Gewohnten. Sprache, die man nicht versteht. Verstöndnis-Losigkeit. Unbehagen. Siehe oben. Hautfarbe. Der Mensch tickt so, das sind Urinstinkte, dient dem Selbstschutz. Man kann Humanist sein und ist davor nicht gefeit.

Politik. Medien und Öffentlichkeitmüssen damit umgehen. Lernen. Ideale müssen sich gegen Realitäten beweisen.

Beitrag melden
sober 06.09.2018, 09:21
27. Sprache ist schwierig

In der Logik des Autors würde nun allerdings der von ihm vorgeschlagene Begriff „Rassismus“ die Vorstellung verfestigen, dass es unterschiedliche menschliche „Rassen“ gibt, oder?? Die Opfer rechter Menschenfeindlichkeit wären dann nicht nur pauschal zu „Ausländern“ oder „Fremden“ abgestempelt, sondern sogar als „fremdrassig“. Einmal davon abgesehen, dass der braune Mob ja auch gegen weiße Bio-Deutsche hetzt, soweit sie nicht in ihr Bild passen.

Beitrag melden
jan07 06.09.2018, 09:26
28. Nicht weiße Dänen

Es sind nicht weiße Dänen, die Opfer von Übergriffen waren. Das ist wahr. Mir fallen da vor allem weiße Frauen ein.

Beitrag melden
whitewisent 06.09.2018, 09:29
29.

Erstmal Danke, ein sehr guter Kommentar. Aber es trifft es nicht wirklich. Denn wieviele Deutschen kennen überhaupt einen Dänen, vor allem wenn diese nicht Fußball spielen. Schon mit "weißen Polen" oder "weißen Holländern" funktioniert das nicht so gut, denn Fremdenfeindlichkeit gegen diese wurde per angebliche Witze selbst in deutschen TV-Sendern noch vor Kurzem für völlig normal und zulässig gehalten.

An einem Punkt irrt sich aber Armin Langer. 90% der Mitglieder der Jüdischen Gemeinden in Deutschland stammen aus Osteuropa, und sind erst nach 1990 hergekommen. Die Probleme der "Fremdenfeindlichkeit" bzw. Ablehnung derer beginnen also schon in den Gemeinden, bzw. brodeln seit 30 Jahren unter der Decke, sind aber präsent. Wenn in jüdischen Gemeindeveranstaltungen Russisch und Ukrainisch, und nicht Deutsch oder Hebräisch die Kommunikationssprache ist, achtet niemand auf den Pass.

Und so ist es auch sonst, "fremd" ist, was man nicht selbst ist. "Fremd im eigenen Land" ist eine der Thesen, nur was macht etwas zum eigenen Land? Besitz? Herkunft? Oder lediglich der aktuelle temporäre Aufenthalt? In einem Europa, wo Pässe zur Nebensächlichkeit dank Freizügigkeit werden, braucht es neue Begriffe und Verständlichkeiten. Nur fehlt dafür jegliche allgemeine gesellschaftliche Debatte, sowohl in den Medien als auch der Wissenschaft, um den Menschen moralische Argumente in einer Meinungsvielfalt zu geben, die über bloßen schwarz/weiss bzw. rechts/links hinausgeht. Und wer sich heute beklagt, daß Rassismus alltäglich geworden ist, und sich niemand drüber aufregt, sollte mal drüber nachdenken, ob dies nicht mit der Entwicklung zu tun hat, jegliche Hassideologie zum Rassismus zu erklären. Ungewollt setzte man damit auch eine Entwicklung in Gang, welche den Opfern von Rassismus im ursprünglichen Sinne nicht mehr gerecht wird.

Bitte mehr von solchen Kommentaren! Die könnten vieleicht noch was bewirken, denn SPON-Leser meinen ja zumindest, besser informiert zu sein als der Rest. :)

Beitrag melden
Seite 3 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!