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Stammtisch für feine Herren: Hier Genie, da Genitalien
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Mit den vielen feministischen Debatten wächst die Panik mancher Männer, die Kontrolle zu verlieren. Zu viel weibliche Sexualität, zu viele Vulven - das fürchten rechte wie auch linke Intellektuelle.

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frankasten 20.03.2019, 07:30
50. Nicht meine Probleme...

Ich verstehe Frau Stokowski überhaupt nicht. Vielleicht, weil ich kein Intellektueller bin? Aber ich kenne auch Intellektuelle, die dann gerne ab und an fragen: "Du, wie geht das, ich kriege das nicht hin". Die Intellektuellen können sich immer so "herrlich" kompliziert ausdrücken, so daß die weitaus meisten Menschen nicht verstehen, was sie eigentlich verschleiern bzw. nicht sagen wollen. Diese Ausdrucksweisen sind für den wissenschaftlichen Diskurs, Ausdruckslogik und andere Spitzfindigkeiten der "Nicht MINT" Karrieren sicherlich nützlich. Nur im wirklichen Leben außerhalb der Wortverdreherwissenschaften wird das nicht so gut verstanden. Was wollen mir die Beiträge von Frau Stokowski eigentlich nahebringen? Oder, anders gesagt: "Da versteh einer die Frauen!"

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TLB 20.03.2019, 07:33
51.

Zitat von vera gehlkiel
Zum Glück gibt es auch noch Männer, für die das neue "Links" Feminismus heisst. Und ich verrate hier wahrscheinlich mancher Frau kein Geheimnis, vielen Männern aber schon, dass man mit denen gigantisch guten Sex bekommt. Und es im Bett auch noch zuweilen lustig zugehen kann statt verkrampft. Als ich noch promiskuitiv lebte, sagte ich gelegentlich, bevor es richtig losgehen sollte: "Süßer, wenn du es nicht bringst, schneide ich ihn dir hinterher sowieso ab! Und bastel mir einen Fleischdildo daraus." Und es gab wirklich Männer, die dann nicht mehr konnten! Vor invertiertem Peniskult, die Ärmsten. Davon müssen sich die Männer allerdings schon selbst befreien. Der zuweilen sicher infantile Vagina- und Klitoriskult von Feminist*innen ist in der Hinsicht sicher eine Option mit Nachahmungswert: alles weniger intellektualisiert, mehr lustig besetzt. Bastelt euch also mal eine Erektion aus Gips, einschließlich inwendiger Schwellkoerper und einer Prostata. Dann vergleichen wir mal die wunderschönen Skulpturen, in einer Stimmung zwischen Angst, Ehrfurcht und Angetoerntsein. Und schenken sie uns vielleicht gegenseitig zu Weihnachten, dem alten Fest der Liebe. Bisschen Weihwasser aus der Kirche klauen, die Dinger damit besprenkeln, Hausaltar dazu, und fertig ist der christlich-heidnisch metaphysische Kultakt...
Frau Gehlkiel, stellen Sie sich folgende Situation vor: Eine Freundin kommt einigermaßen aufgeregt zu Ihnen und schildert – ich war mit einem Mann in der Bar, dann bei ihm zu Hause und nach der obligatorischen Tasse Kaffee sagt er zu mir, hey Süße, wenn Du es nicht bringst, machen ich mit Dir irgendwas gewalttätiges. Sie nehme Ihre Freundin in den Arm, trösten Sie und beschließen: Wir verklagen das Schwein! Diesen sexistischen Macho, diese Ausgeburt an toxischer Männlichkeit! Der hört noch von uns!. Aber wenn Sie sich verhalten, wie Sie es selbst beschrieben haben, dann ist das natürlich der reine Feminismus. Können Sie sich vorstellen, dass andere Menschen (zum Beispiel ich) Ihre Ansicht von Feminismus etwas sehr sehr speziell und eher männerfeindlich empfinden?

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shekina_niko 20.03.2019, 07:49
52. Trugschluss

Zitat von Claudius32
Liebe Frau Stokowski, Sie haben Probleme! Wahrscheinlich 99% der Menschen in Deutschland und ein großer Teil der SPON-Leser erkennen nicht mehr, um was es Ihnen und Ihren Mitstreiterinnen eigentlich geht... Sie streiten um Probleme, die auch wenn man sie von dem akademischen Gequase entblättert, keiner nachvollziehen kann und die wahrscheinlich nur in einer sehr speziellen Blase bestehen. Dennoch gebe ich zu: Ich habe es nun auch gelesen und damit ist Ihr Honorar gerechtfertigt. Weiter so!
Sie meinen also tatsächlich zu wissen, was 99 % denken, verstehen und nachvollziehen können? Meine Schlussfolgerung ist, dass Sie sich dabei zu 99 % selbst überschätzen.

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shekina_niko 20.03.2019, 08:17
53. Wo es keine Probleme gibt?

Zitat von roenga
Jeden Dienstag dasselbe Spiel - es wird problematisiert, wo es keine Probleme gibt. Dazu gehen wir nach der pars pro toto Methode vor und greifen uns willkürlich und aus dem Zusammenhang gerissene Beispiele von 2! Männern heraus, die zu irgendeinem Aspekt des Feminismus etwas konträres publiziert hatten und erkennen hier mal wieder einen allgemeinen Trend zur allgemeinen Frauenfeindlichkeit bei Männern (wohlgemerkt als Gruppe betrachten, ist viel einfacher so!). Wir, die alten weißen Männer haben keine Angst die Kontrolle zu verlieren, wir sind es nur langsam überdrüssig, zu den Millionen Beiträgen im Internet über das weibliche Geschlecht und dessen tatsächliche und eingebildeten Probleme in allen Ausprägungen immer noch eine neue Sau durchs Dorf hetzen zu sehen und gleichzeitig zu hören, dass genau dieses Problem noch nie thematisiert wurde und bislang tabuisiert war (stimmt nämlich nie!).
Es ist also kein Problem, dass in Umfragen 40 % der Frauen aussagen, sie hätten beim Sex keinen Orgasmus? Dass sich extrem viele Männer beklagen, dass sie in ihrer Partnerschaft zu wenig Sex haben und, anstatt sich mit ihrer Frau darüber auszutauschen, süchtig nach Internet-Pornos sind? Oder sich auf Casual-Dating Portalen um einen Seitensprung bemühen? Da ist nämlich das Verhältnis Frauen zu Männer mindestens 1 : 100 und es wird gebaggert und gebettelt, was das Zeug hält.

Und was ist mit Prostitution? Die über 1 Million Freier, die täglich in Deutschland Bordelle besuchen, sind sicherlich nicht alle Singles. Mir geht es da keineswegs um Moral, sondern darum, dass dieses Verhalten zeigt, dass diese Männer es eben nicht schaffen, mit Partnerinnen eine befriedigende Sexualität zu leben und einen bequemen Weg, nämlich den des geringeren Aufwands gehen.

Und da beklagen Sie sich, dass Frauen sich mit ihrem Körper, ihrer Lust beschäftigen und sich darüber austauschen. Dass sie ihre Sexualität immer weiter enttabuisieren, sie erweitern und erfüllen wollen. Sie bemühen sogar eine völlige Übertreibung von "Millionen von Beiträgen" die ich nicht wahrnehmen kann, obwohl ich mich brennend für das Thema interessiere.

Sie nennen die zunehmende Freude der Frauen an ihrer Sexualität und das Interesse daran "eine Sau, die durchs Dorf gehetzt wird", wo doch vor noch nicht allzu langer Zeit der Frau überhaupt Spaß am Sex abgesprochen wurde. Ist noch nicht mal 100 Jahre her. Das ist so herablassend und missgünstig, das mir übel wird.

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Häkelmütze 20.03.2019, 08:18
54.

Zitat von
In 20 amerikanischen Staaten haben wir Gesetze, die die ausdrückliche Zustimmung zu Sex regeln." Ja, grausame Zeiten, in denen man Leute nicht ungefragt vögeln darf.
Traurig, dass es dafür überhaupt Gesetze geben muss und dass nicht gesunder Menschenverstand ausreichend ist. .

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shekina_niko 20.03.2019, 09:02
55. Nichts begriffen

Zitat von fletcherfahrer
Ihr braucht nämlich keinen hoch zu kriegen. Und wenn der Orgasmus ausbleit ist ja sowieso der Mann schuld.
Nein, die Frau braucht keinen hoch zu kriegen. Aber offenbar haben viele Frauen wesentlich weniger Lust auf Sex als ihre Partner. Darüber beklagen sich extrem viele Männer. Die wiederum sind sicherlich nicht allein Schuld an ausbleibenden Orgasmen.

Die Ursachen für diese Probleme sind vielschichtig und liegen tief. Genau deswegen haben sich doch so viele Frauen aufgemacht ihre Sexualität, die Vulva, Vagina, Klitoris zu erkunden und sich darüber auszutauschen. Nach wie vor gelten der G-Punkt und die weibliche Ejakulation als Mythos. Ich kann Ihnen versichern, dass das Quatsch ist und wohl fast jede Frau dazu fähig wäre. Und dass sie, wenn sie diese Wonne erst einmal für sich entdeckt hat, nicht genug davon bekommen und es auch mit ihrem Partner möglichst oft tun will.

Genau so schaut es aus beim Orgasmus, auch dem vaginalen, über den auch noch immer gestritten wird. Wenn der ausbleibt, ist es erst mal an der Frau herauszufinden, wie es geht. Da hilft der Austausch mit anderen Frauen enorm. Ebenso hilft dieser Austausch, dass Frauen den Mut bekommen, diese neu entdeckten Freuden in die Beziehung zu tragen. Denn das ist sowohl bei Männern wie auch bei Frauen ein heikler Punkt: zusammen Hemmungen und alte Zöpfe überwinden. Und die Stereotypen, die sich durch Internet-Pornographie immer mehr verfestigen. Es braucht viel gegenseitige Offenheit und Forschungsdrang für lebendigen und, ich sag jetzt mal, innovativem Sex. Männer, ermutigt eure Frauen Typen wie Zizek zu ignorieren, und ihr werdet eure Freude daran haben.

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fletcherfahrer 20.03.2019, 09:33
56. Gute Frau,

Zitat von shekina_niko
Sie meinen also tatsächlich zu wissen, was 99 % denken, verstehen und nachvollziehen können? Meine Schlussfolgerung ist, dass Sie sich dabei zu 99 % selbst überschätzen.
ich gehöre auch zu den 99%, wie Sie an meiner einfachen Ausdrucksweise erkennen können. #metoo!!

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Der_schmale_Grat 20.03.2019, 09:46
57. Polemisch, aber lustig!

Ich weiß aber nicht, ob dies Feministinnen oder Frauen allgemein wollen, dass man(n) sich mehr amüsiert als mit der Thematik auseinandersetzt. Dazu noch viele witzige, aber auch zuweilen differenzierte Kommentare, bieten kurzweilige Unterhaltung. Aber wie bei vielen Comedyshows und Kabaretts: Sie wären länsgt abgeschafft oder reglementiert, wenn sie die Welt ins Wanken bringen würden (s. auch Böhmermann vs. Erdogan, das ging ganz schnell). Mich würden ja mal viel mehr internationale Vergleiche aus europäischen Ländern zwischen Frau und Mann interessieren, was läuft zwischen beiden wie ab, im Alltag, Beruf usw. Aber dies könnte ja seriöse journalistische Recherchearbeit bedeuten...

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mwroer 20.03.2019, 09:48
58.

Zitat von Häkelmütze
Traurig, dass es dafür überhaupt Gesetze geben muss und dass nicht gesunder Menschenverstand ausreichend ist. .
Ja, ich bin heilfroh über 50 und glücklich mit meiner Frau zu sein. Ich würde in keiner Bar mehr eine Frau ansprechen bevor diese nicht ein Plakat hochhält: "Ja, ich will von Dir angesprochen werden". Sex sowieso nicht ohne schriftliche Einverständniserklärung, gemacht unter Zeugen, was vermutlich den Lustfaktor erheblich nach unten schrauben wird.

Und was die weibliche Vulva angeht - liebe Frauen, sehr geehrte Autorin: Sie gehört Euch, Ihr könnt damit tun was Ihr wollt. Meinetwegen auch Cupcakes. Sie können ihre Vulva auch gerne fotografieren und auf's T-Shirt drucken lassen - interessiert mich wirklich nicht.

Wird aber alles nichts nutzen solange Frauen darauf warten dass ihnen die Gleichbehandlung, Gleichstellung oder ihre Rechte und ihre Sexualität vom Mann hinterhergetragen wird. Solange Frauen nicht lernen solche Idioten wie die zwei 'feinen Herren' einfach zu ignorieren sondern bei jeder Gelegenheit, eingebildet oder nicht, sofort in die Opferrolle springen ... solange werdet Ihr nie wirklich frei sein.

Und das wiederum ist etwas was Ihr nur selbst tun könnt. Was Ihr selbst tun müsst. Vielleicht dauert es deshalb so lange? Opferrollen sind so herrlich bequem, gell?

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hannibalanteportas 20.03.2019, 09:55
59. Hauptsache aufgeregt...

Ein klassischer Stokowski mal wieder...
Undifferenziert mit der Keule drauf.
Das Jordan Peterson gut in ihr Feindbild passt, war auch zu erwarten.
Eins sagt er noch, dass gut zu Ihnen passt, Fr. Stokowski:
Er geht in mehreren Lectures darauf ein, dass andauerndes und generalisiertes Stänkern und Unzufriedensein Anzeichen eines/r pathologischen Individuums/Gesellschaft sind. Und das verbindet sie, Frau Stokowski leider auch mit den neuen&alten Rechten. Und wie abwertend wie über ihn als „Männerrechtler“ sprechen, zeigt, wo sie wirklich stehen. Da gehts nicht um Gleichberechtigung, sondern ums pathologische Stänkern. Er sagt nämlich in keinem Wort etwas gegen Frauen, Weiblichkeit oder auch Transgender. Er äußert sich lediglich gegen den neo-linken Sprachtotalitarismus. Und vertritt eben Meinungen, die mit der postmodern konstruktivistischen Beliebigkeit nicht vereinbar sind. Er wagt es also, Menschen wie Ihnen zu widersprechen...
Und zum equal pay day:
Kommen Sie doch mal aus ihren gut beheizten und intellektuell abgeschlossen Wohnung raus und verrichten Arbeiten, für die die meisten Männer mehr Geld bekommen (und nicht nur die Hand voll Vorstände) und in denen primär Männer arbeiten. Wie wäre es mit 3 Monaten auf ner Ölbohrinsel, danach 6 Monate als LKW-Fahrerin, dann in einem Knochenjob auf dem Bau (Maurer oder Zimmermann) und schließlich noch ne Zeit bei der Müllabfuhr.
Dann könnten sie zumindest ein paar Kolumnen schreiben, die etwas mit der echten Wirklichkeit zu tun haben und sie hätten mal die Möglichkeit zu sehen, dass das Arbeitsleben als Mann auch nicht immer Honigkuchen essen ist. Wie wärs?

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