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Stammtisch für feine Herren: Hier Genie, da Genitalien
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Mit den vielen feministischen Debatten wächst die Panik mancher Männer, die Kontrolle zu verlieren. Zu viel weibliche Sexualität, zu viele Vulven - das fürchten rechte wie auch linke Intellektuelle.

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smsderfflinger 20.03.2019, 14:26
80.

Zitat von Schartin Mulz
.... Wissen SIe, ich bin ein weißer Mann, bald auch alt, was mich zur Zielscheibe der Feministinnen macht. Ich belästige keine Frauen, ich verdiene in meinem Job das gleiche wie meine Kolleginnen, unsere Ehe ist gleichberechtigt, trotzdem muss ich pausenlos mit Pauschalvorwürfen gegen die Männer leben. Habe ich einfach keine Lust zu.
Wer um alles in der Welt beackert Sie denn mit Pauschalvorwürfen? Die Kolleginnen? Weibliche Bekannte? Männliche Feministinnen? Oder gar Frau Stokowski?
Das sind doch akademische Diskussionen kleiner Kreise, deren Auswirkung auf die Lebenswirklichkeit der allermeisten Menschen allenfalls marginal, und wenn doch, eher zur Erheiterung beitragen.
Der wirklich alte weisse, aber auch farbige Mann ist doch mit seiner Libido schon durch und der soll sich vor einer Vulva Abbildung fürchten?
Eher fürchten Hardcore - Feministinnen des Musters Stokowski genau das: Dass Männer nicht mehr durch weibliche Attraktivität oder sexuelle Avancen lenkbar sind.
Deswegen versuchen gerade die, die Männern - oft zurecht - vorwerfen, dass ihnen ihr Hirn in die Hose rutsche, jetzt die Vulva aus derselben hervorzuholen und sie sich über den Kopf zu stülpen.
Lassen Sie es einfach abperlen...
D

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vera gehlkiel 20.03.2019, 14:54
81.

Ich wollte mich hier eigentlich heute gar nicht mehr beteiligen, aber angesichts ihres Enderotisierungspamphletes ging mir doch gerade der Hut hoch. Wenn lustige Weiber ein paar Cupcake-Vulven backen, kriegt Opa Slavoj Angst um seinen Viagra-Staender, und ein gehorsames Rudel subdominanter Apologeten versammelt sich sofort zum Unisono-Grossgeheul. Wenn aber zigmilliardenschwere Abzocker die weltweite Erotik bis ins letzte Tal auf Feuerland materialistisch durchpornographieren, ist das ganz in der ewiggiltigen Maennerordnung. Wohlgemerkt: auch ich zieh mir mit Partner*innen gern mal einen Porno rein, aber eben rein sporadisch. Porno ist aber der Traffic im Netz schlechthin, da kommt weder Philosophie noch sonst was ran. Und von Prostitution noch nicht zu sprechen. Und geht es da vorwiegend um total niedlicher Bluemchensex? Nee, Klassiker für fortgeschrittene scheue Gemuetsrehe ist Analverkehr, gern durch ein halbes Dutzend Männer nacheinander an einer Frau vollzogen, gern auch von hinten direkt zum Mund gewechselt, gern auch hinten, unten und vorn zugleich reinpenetriert. Und oft auch ein Rudel von Siebzigjaehrigen mit Frauen, die wie Siebzehnjaehrige aussehen.

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Schartin Mulz 20.03.2019, 15:05
82. Ich habe mich dazu bereits geäußert

Zitat von smsderfflinger
Wer um alles in der Welt beackert Sie denn mit Pauschalvorwürfen? Die Kolleginnen? Weibliche Bekannte? Männliche Feministinnen? Oder gar Frau Stokowski? Das sind doch akademische Diskussionen kleiner Kreise, deren Auswirkung auf die Lebenswirklichkeit der allermeisten Menschen allenfalls marginal, und wenn doch, eher zur Erheiterung beitragen. Der wirklich alte weisse, aber auch farbige Mann ist doch mit seiner Libido schon durch und der soll sich vor einer Vulva Abbildung fürchten? Eher fürchten Hardcore - Feministinnen des Musters Stokowski genau das: Dass Männer nicht mehr durch weibliche Attraktivität oder sexuelle Avancen lenkbar sind. Deswegen versuchen gerade die, die Männern - oft zurecht - vorwerfen, dass ihnen ihr Hirn in die Hose rutsche, jetzt die Vulva aus derselben hervorzuholen und sie sich über den Kopf zu stülpen. Lassen Sie es einfach abperlen... D
Es geht um diese (angeblich) feministischen Beiträge in Spiegel, ZEIT und co.
Im wahren Leben sind mir diese noch nicht begegnet.
Aber wenn in den Medien, die ich konsumiere, ständig die m.E. männerfeindlichen Beiträge zu lesen sind, nehme ich mir das Recht , darauf zu reagieren.

Ich habe da übrigens noch eine nette Anekdote beizutragen.
In der Kunstausstellung einer Künstlerin waren viele Fotos zu sehen, auf dneen die Künstlerin ihren Körper präsentierte. Ok. Dann gab u.a. es eine lange Bildreihe, die Flecken in verschiedener Größe zeigten. Die Beschreibung daneben löste das Rätsel: Material: Menstrutionsblut auf Damenbinde.
Ok, ist eben moderne Kunst.
Witzig fand ich dann aber im Begleitheft zur Ausstellung das Interview mit der Künstlerin, in dem sie sich beklagte, dass sie viel zu sehr auf ihr Frausein reduziert würde.
Ich muss da als fast alter, weißer Mann sagen, dass ich da gewisse Verständnisprobleme habe.

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vera gehlkiel 20.03.2019, 15:11
83.

Zitat von Bondurant
ob die Kolumnistin Zizek verstanden hat. Das jedenfalls schon: Zizek sagt: Schwierig, da noch einen hochzukriegen. Die Frage ist allerdings, was genau daran jetzt verwerflich ist. Die, sagen wir mal medizinisch exakte, Beschäftigung mit menschlichen Organen aller Art ist im Regelfalle nun gerade nicht sexuell antörnend. Wer sich daran erregte, dürfte als leicht gestört zu gelten haben. Insofern ist die Frage, ob die Kolumnistin dieser Äußerung von Zizek Das Ziel ist hier ganz offensichtlich die Ent-Erotisierung, ja die Re-Normalisierung des weiblichen Körpers. zustimmt oder nicht. eine Antwort wäre interessant, denn man hat schon den Eindruck, es könnte der Autorin (und anderen) ganz grundsätzlich zuwider sein, dass heterosexuelle Männer Frauen überhaupt als mögliche Sexualpartnerinnen ansehen.
Mal eine ganz praktische Erwiderung: ich hab die zahlreichen Männer meines Lebens nie mit irgendwas "verschont", ob Menstruation, Zwischenblutung, Gynaekologenbefund und Anatomieexkurs am realen Objekt. Und keiner hat deswegen je aufgehört, mir notfalls bis zum Laestigwerden nachzulaufen. Kleine Theorie dazu: ich bin ohne eine funktionstüchtige Mutter aufgewachsen und hatte einen älteren Bruder. Da gehst du als Frau später mit Männern einfach ganz normal um, ohne jedes Walla-Walla. Und das vermindert keinerlei erotische Geheimnisse, sondern macht die arme Birne im Gegenteil erst frei dafür. Und das hat nichts mit "Mannweib" zu schaffen, im Gegenteil. Feminismus, man kann es nicht oft genug wiederholen, anscheinend, betont Geschlechterunterschiede, differenziert diese noch weiter aus

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shekina_niko 20.03.2019, 15:15
84.

Zitat von TLB
Warum empfehlen Sie mir etwas, wozu ich meine Frau ermutigen soll und in dessen Folge ich dann einen Vorteil habe? Sollte eine selbstbewußte Frau nicht in der Lage sein, selber zu entscheiden, welchen Argumentationen sie folgt oder eben besser nicht, und das zu ihrem eigenen Vorteil?
Weshalb sollten sich Liebende nicht gegenseitig ermutigen? So habe ich das nämlich gemeint. Wenn eine Frau sich ihrer Sexualität und ihres Wohlbefindens annimmt , wäre es ein Zeichen der Zuneigung sie dabei zu unterstützen statt sich davon irritieren zu lassen oder darüber herzuziehen, wie es Zizek und manche Kommentarschreiber tun.

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sa123 20.03.2019, 15:15
85. Frau Stokowski,

glauben sie ersthaft, dass sie mit ihrer Fixierung auf weibliche Geschlechtsorgane den Feminismus bzw. die Gleichberechtigung der Frau weiterbringen? Ich finde, sie machen sich und alle anderen Feministinnen mit solchen Beiträgen nur lächerlich und sollten sich auf die wirklich wichtigen Aspekte der Gleichberechtigung konzentrieren. Und Überzeugen können sie so bestimmt niemanden. Falls sie allerdings provozieren wollen, dann finde ich das durchaus gelungen, wenn ich mir hier die ganzen Kommentare so durchlese, aber weiter kommen sie damit bestimmt nicht.

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Schartin Mulz 20.03.2019, 15:16
86. Ich habe mich dazu bereits geäußert

Es geht um diese (angeblich) feministischen Beiträge in Spiegel, ZEIT und co.
Im wahren Leben sind mir diese noch nicht begegnet.
Aber wenn in den Medien, die ich konsumiere, ständig die m.E. männerfeindlichen Beiträge zu lesen sind, nehme ich mir das Recht , darauf zu reagieren.

Ich habe da übrigens noch eine nette Anekdote beizutragen.
In der Kunstausstellung einer Künstlerin waren viele Fotos zu sehen, auf dneen die Künstlerin ihren Körper präsentierte. Ok. Dann gab u.a. es eine lange Bildreihe, die Flecken in verschiedener Größe zeigten. Die Beschreibung daneben löste das Rätsel: Material: Menstrutionsblut auf Damenbinde.
Ok, ist eben moderne Kunst.
Witzig fand ich dann aber im Begleitheft zur Ausstellung das Interview mit der Künstlerin, in dem sie sich beklagte, dass sie viel zu sehr auf ihr Frausein reduziert würde.
Ich muss da als fast alter, weißer Mann sagen, dass ich da gewisse Verständnisprobleme habe.

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phg2 20.03.2019, 15:21
87.

Zitat von lhyxlynx
Wissen Sie, Frau Stokowski, was ich beim Feminismus nicht verstehe? Dasselbe, wie beim Maskulinismus: Die Reduzierung auf und Identifikation durch ein Geschlecht. Es ist doch ähnlich, wie mit Gefühlen: Wir HABEN welche, wir SIND aber nicht diese Gefühle! Wir haben unterschiedliche Geschlechter - und das wirkt sich auf die eine oder andere Weise aus. Aber SIND wir diese, nur diese und sonst nichts? Wollen wir das sein? Sehen Sie sich in allererster Linie als Frau? Soll ich mich in allererster Linie als Mann sehen? Ich sehe mich in allererster Linie als Mensch - und die ganzen Unterschiede, Feinheiten und Debatten zwischen Mann und Frau, Frau und Mann - oder jede Menge weiteren Geschlechtern, Orientierungen, Vorlieben etc. etc. - wirken auf mich antiquiert. Vulva, Penis - wissen Sie, wie egal das alles in Wirklichkeit ist? Oder wollen Sie wirklich so antiquiert sein, wie die, die Sie (zurecht) kritisieren, nämlich den Stereotyp der alten, weissen Männer? Das ist doch das, was die Emanzipation als wirklich großen Erfolg verbuchen kann. Dass wir nicht mehr in den uralten Schwarz-Weiss-Schubladen denken. Warum nun also die Schubladen wieder hervor holen? Wenn der Feminismus sich wirklich insofern als pro-feminin versteht, weil er contra-maskulin ist - dann ruft er sein verstaubtes Gegenstück aus der Vergangenheit immer wieder auf den Plan. Oder ist DAS die wahre Seele des Feminismus - die unausgesprochene Abhängigkeit vom Gegenpart? Braucht Gott einen Teufel, weil er ohne diesen kein Gott wäre?
Vor 2/3 tel meines Lebens erklärte mir eine Bildschöne, dass sich die meisten Männer über Männer definieren. Ich schaute sie verständnislos an und fragte sie wie das denn bei Frauen sei?
Ihre Antwort: Die meisten Frauen auch!
Aber so blöd sind die meisten (m/w/d) ja nun echt nicht mehr.

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Bondurant 20.03.2019, 15:36
88. Interessant

Zitat von vera gehlkiel
... aber angesichts ihres Enderotisierungspamphletes ging mir doch gerade der Hut hoch. Wenn lustige Weiber ein paar Cupcake-Vulven backen, kriegt Opa Slavoj Angst um seinen Viagra-Staender, und ein gehorsames Rudel subdominanter Apologeten versammelt sich sofort zum Unisono-Grossgeheul. Wenn aber zigmilliardenschwere Abzocker die weltweite Erotik bis ins letzte Tal auf Feuerland materialistisch durchpornographieren, ist das ganz in der ewiggiltigen Maennerordnung.
wie Sie hier Dinge verbinden, die tatsächlich miteinander zu tun haben könnten, wenn auch anders, als Sie das meinen. Abgesehen davon, dass ich beeindruckend finde, wie sehr auf der Höhe der zeitgenössischen Pornographie Sie zu sein scheinen, finde ich weniger beeindruckend, wie wenig Sie hier die Dialektik des Problems erkennen: Man muss vielleicht einmal daran denken, dass die (gewollte oder ungewollte) Ent-Erotisierung des weiblichen Körpers tatsächlich mit der ständigen Verfügbarkeit harter Pornographie insofern zu tun hat, als Frauen nunmehr verzweifelt versuchen, dem "pornographischen Blick" (Alice Schwarzer) der entsprechend geschulten Männer zu entgehen, indem sie eben versuchen, primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zu "versachlichen" und diese, und damit sich selbst, eben enterotisieren. So gesehen wären harte bis widerliche Pornographie im Internet einerseits und Vulva-Cupcakes andererseits zwei Seiten einer, wenig erfreulichen, Medaille.

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vera gehlkiel 20.03.2019, 15:39
89. @lhyxlynx

Zitat von lhyxlynx
Wissen Sie, Frau Stokowski, was ich beim Feminismus nicht verstehe? Dasselbe, wie beim Maskulinismus: Die Reduzierung auf und Identifikation durch ein Geschlecht. Es ist doch ähnlich, wie mit Gefühlen: Wir HABEN welche, wir SIND aber nicht diese Gefühle! Wir haben unterschiedliche Geschlechter - und das wirkt sich auf die eine oder andere Weise aus. Aber SIND wir diese, nur diese und sonst nichts? Wollen wir das sein? Sehen Sie sich in allererster Linie als Frau? Soll ich mich in allererster Linie als Mann sehen? Ich sehe mich in allererster Linie als Mensch - und die ganzen Unterschiede, Feinheiten und Debatten zwischen Mann und Frau, Frau und Mann - oder jede Menge weiteren Geschlechtern, Orientierungen, Vorlieben etc. etc. - wirken auf mich antiquiert. Vulva, Penis - wissen Sie, wie egal das alles in Wirklichkeit ist? Oder wollen Sie wirklich so antiquiert sein, wie die, die Sie (zurecht) kritisieren, nämlich den Stereotyp der alten, weissen Männer? Das ist doch das, was die Emanzipation als wirklich großen Erfolg verbuchen kann. Dass wir nicht mehr in den uralten Schwarz-Weiss-Schubladen denken. Warum nun also die Schubladen wieder hervor holen? Wenn der Feminismus sich wirklich insofern als pro-feminin versteht, weil er contra-maskulin ist - dann ruft er sein verstaubtes Gegenstück aus der Vergangenheit immer wieder auf den Plan. Oder ist DAS die wahre Seele des Feminismus - die unausgesprochene Abhängigkeit vom Gegenpart? Braucht Gott einen Teufel, weil er ohne diesen kein Gott wäre?
Egal, ob Gefühle, Denkweisen oder Affektionen: nichts geht jemals, ohne dass man seine eigene Geschichte begreift. Diese ist unvermeidlich das Skript, anhand dessen wir gelernte Schauspieler improvisieren. Und es gilt das alte Wort des anscheinend auch zeitweise ziemlichen Machos Max Frisch, der sinngemäß formulierte: wer keine Rolle (mehr) spielen will (darf), der spielt für die Welt auch keine Rolle. Ist folglich als Person gelöscht. Das wollen Frauen schon lange ändern, aber die bisher nur männlichen Drehbuchschreiber besetzen uns Frauen einfach weiterhin als Statisten in der Deko. Als Kleiderständer, dekorative Lampen, Waschmaschinen undsoweiter. Damit muss einfach mal Schluss sein, im ganz allgemeinen Interesse. Es geht also nicht um die Reduktion auf den berühmten kleinen Unterschied. Ganz im Gegenteil um die Eroberung der Weltgeschichte der Frau. Und deshalb ist Feminismus auch kein Antipode des Maskulinismus, sondern letzteres nur ein preisreduzierter Abklatsch des ersteren.

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