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Stars und Sucht: Tödliches Spiel mit dem Rausch

Ihr früher Tod schockiert die Musikwelt. Doch die britische Soulsängerin Amy Winehouse ist nicht die Erste, die der Sucht zum Opfer fällt - und wird kaum die Letzte sein: Musik, Kunst und Drogen sind seit langem unzertrennlich.

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ratxi 24.07.2011, 17:24
10. Im Angesicht

Zitat von sysop
Ihr früher Tod schockiert die Musikwelt. Doch die britische Soulsängerin Amy Winehouse ist nicht die Erste, die der Sucht zum Opfer fällt - und wird kaum die Letzte sein: Musik, Kunst und Drogen sind seit langem unzertrennlich.
Sicher schockiert so ein Tod.
Aber warum?
Weil man im Angesicht des Todes eines anderen mit seiner eigenen Endlichkeit konfrontiert wird, die sonst dauernd verdrängt wird.
Wenn man dann, blickend auf sein eigenes Leben, feststellt, dass man sogar auch auf diesem, sagen wir, etwas beschleunigten Weg ist, schockt das natürlich richtig.

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ratxi 24.07.2011, 17:31
11. Ein Star

Zitat von Sapientia
hat ihr Talent aber nicht genutzt und irgendwelche Grungprobleme mit dope verdrängt. Alles andere ist PR und Mythos, soooooo gut war sie nicht. Zum Schluß hatte "der liebe Gott" Mitleid mit ihr und hat sie zu sich genommen.
Die Verdrängungsproblematik ist in jeder anderen Szene die gleiche, nur wird es uns in der "lauten Branche" natürlich intensiver vor Augen geführt.
Ob sie soo gut war oder schlecht, liegt ja sowieso im Empfinden des Einzelnen.
Ein Star ist ja nicht jemand, der unbedingt "besser" ist, als andere, sondern profitiert eher von dem "Zufall", dass gerade zu seiner Zeit eine bestimmte Anzahl von Menschen gerade seine Werke ganz besoders findet.
Das mag etwas unterkühlt klingen, widerlegen jedoch lässt es sich auch nicht.

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ratxi 24.07.2011, 17:41
12. Aus Steuermitteln

Zitat von E. Bär
Und wieviele "stinknormale" lohnabhängig Beschäftigte quälen sich täglich mit Sex, Drugs und Rock'n'Roll durch den leistungsbetonten Wettbewerb des ganz durchschnittlichen Arbeitslebens? Amy Winehouse und andere sind nur die Spitze des Eisbergs in dem Hamsterrad, in dem wir alle rennen müssen. Anyway, rest in peace, Amy.
Ja, aber im normalen Leben soll das nicht so offensichtlich sein.
Der Staat nebst seinen Lobbys hat ein übergeordnetes Interesse am Konsum von Suchtstoffen.
Es bringt gigantische Summen in die Kassen und hält die Werktätigen recht gut bei der Stange. Deshalb werden Tabak und Alkohol genau so hoch besteuert, dass man maximal daran verdient, der Konsument aber noch genug konsumieren kann. Die Nutzer von illegalen Drogen sind da eher Begleiterscheinungen bzw. Auswüchse, die am Anfang einen gleichen Werdegang haben.
Das ist die gleiche Scheinheiligheit des Staates, wie beim Benzin. Würde man wirklich an die Umwelt denken, würde man Bus- und Bahnverkehr kostenlos anbieten und aus Steuermitteln finanzieren.

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störrauschen 24.07.2011, 17:42
13. Ich dachte sofort an den "Club 27"

Damals, als sie anfing mit Exzessen statt mit Musik in den Medien präsent zu sein, schlich sich mir schon der Gedanke in den Kopf: Die Gute wird vermutlich das gleiche Schicksal erleiden wie Hendrix Morrison, Joplin und Co.
Als ich die Todes-Meldung auf Spiegel.de sah, war mein erster Gedanke:
Ich habs bereits damals geahnt, dass sie im "Club 27" enden wird. Und so ist es jetzt. Traurig, aber alles andere als überraschend.
Bye Amy*… no more Rehab … enjoy the neverending party up there …

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elpepino 24.07.2011, 17:43
14. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von Ronnie68
Es scheint in unserer Gesellschaft immer hoffähiger zu werden, jede Verantwortung für das eigene Tun auf eine Krankheit oder Sucht zu schieben. Das ist zu einfach - viel zu einfach.
Ja, natürlich. Auch Verkehrstote sind natürlich selbst schuld. Hätten sie mal genug Verantwortungsbewußtsein gehabt, nicht auf die Straße zu gehen. Ebenso sind natürlich auch Krebstote selbst schuld, wären sie nur stärker im Glauben und in ihrer Psyche, dann wären sie gar nicht erkrankt oder hätten sich selbst wieder gesundet.

Ich wünsche Ihnen allzeit genug Verantwortung in Ihrem Leben, dass Sie nie "krank" oder "süchtig" werden.

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ratxi 24.07.2011, 17:45
15. Wer möchte das schon?

Zitat von Ronnie68
Es scheint in unserer Gesellschaft immer hoffähiger zu werden, jede Verantwortung für das eigene Tun auf eine Krankheit oder Sucht zu schieben. Das ist zu einfach - viel zu einfach.
Ja, viel zu einfach.
Aber würde man das nicht tun, müsste man zwangsläufig seinen Blick auf die gesamten Gesellschaftsstrukturen werfen, und würde womöglich erkennen, dass der Infektionsherd für sämtliche Süchte genau dort liegt.
Aber diese Erkenntnis tut vorerst weh; wer möchte das schon?

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ratxi 24.07.2011, 17:50
16. Verloren

Zitat von saul7
Bewußseinsverändernde Drogen wie Alk und andere Rauschmittel sind aus unserer Kultur nicht wegzudenken, vielfach bilden sie sogar den Nucleus für kreatives Schaffen in der Kunstszene. Leider bezahlen viele Kulturschaffende ihre Ausflüge in die künstlichen Paradiese mit dem Leben. Das gehört dann auch dazu...
Deswegen sollte man sie auch nicht verteufeln.
Man kann durchaus intensive Erfahrungen machen.
Eine wirkliche Erfahrung jedoch braucht und kann nicht wiederholt werden.
Alkohol und Drogen "zu benutzen"---daran ist nichts verkehrt.
Wenn man jedoch von ihnen "benutzt" wird, hat man sich verloren.

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ratxi 24.07.2011, 17:54
17. Nichts fehlt

Zitat von störrauschen
Damals, als sie anfing mit Exzessen statt mit Musik in den Medien präsent zu sein, schlich sich mir schon der Gedanke in den Kopf: Die Gute wird vermutlich das gleiche Schicksal erleiden wie Hendrix Morrison, Joplin und Co. Als ich die Todes-Meldung auf Spiegel.de sah, war mein erster Gedanke: Ich habs bereits damals geahnt, dass sie im "Club 27" enden wird. Und so ist es jetzt. Traurig, aber alles andere als überraschend. Bye Amy*… no more Rehab … enjoy the neverending party up there …
Ja, die hat sie nun. Nichts fehlt mehr.
Das Leid ist jetzt derer, die nicht wahr haben wollen, das auch das eigene Leben endet.

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michag75 24.07.2011, 17:58
18. Ich gebe....

Zitat von elpepino
Ja, natürlich. Auch Verkehrstote sind natürlich selbst schuld. Hätten sie mal genug Verantwortungsbewußtsein gehabt, nicht auf die Straße zu gehen. Ebenso sind natürlich auch Krebstote selbst schuld, wären sie nur stärker im Glauben und in ihrer Psyche, dann wären sie gar nicht erkrankt oder hätten sich selbst wieder gesundet. Ich wünsche Ihnen allzeit genug Verantwortung in Ihrem Leben, dass Sie nie "krank" oder "süchtig" werden.
...Ronnie68 recht.

Das aber Sie gerade mit solchen Argumenten wie Verkehrstoten und Krebstoten kommen. Ihnen scheint wohl jeglicher Realitätssinn fern.

Wenn man anderen Leuten die an Drogen, Alkohol und Zigaretten sterben keine Träne nachweint, wieso sollte man das gerade bei Prominenten tun?

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ratxi 24.07.2011, 18:07
19. Titel

Zitat von michag75
...Ronnie68 recht. Das aber Sie gerade mit solchen Argumenten wie Verkehrstoten und Krebstoten kommen. Ihnen scheint wohl jeglicher Realitätssinn fern. Wenn man anderen Leuten die an Drogen, Alkohol und Zigaretten sterben keine Träne nachweint, wieso sollte man das gerade bei Prominenten tun?
Ja, dies ist völlig irrational.
Aber Prominente sind oft Traumziele für die Menschen.
Wenn auch meist unterbewusst, repräsentieren sie etwas, was man irgendwie gern erreichen würde.
Vielleicht liegt es daran.

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