Forum: Kultur
Stones-Gitarrist über Beatles-Album: "Sgt. Pepper? Ein Mischmasch aus Müll!"
DPA

Die Musikgeschichte muss jetzt wohl umgeschrieben werden: Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards hat die Wahrheit über "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" enthüllt. Wir staunen.

Seite 19 von 22
worlorn 07.08.2015, 14:18
180.

Zitat von reineralex
Der Typ ist sooo cool!
Ja, das ist er, auch witzig, ironisch (hat es es vielleicht so gemeint?), selbstironisch und ein großartiger Song-Schreiber, zusammen mit Jagger. Aber als Gitarrist ist er lausig, gemessen an den Maßstäben auf diesem Level. Für das Instrumentalspiel gilt nun mal das objektive Können auf dem Instrument als Hauptkriterium. Richard kann weder gut Solo spielen, noch hat er die Sicherheit, ein Konzert souverän durchzuspielen. Dass er sich immer wieder vergreift, ist wohl bekannt. Dabei haben Stones traditionell einen zweiten Gitarristen, der viel besser ist wie KR, von Brian Jones, Mick Taylor zu Ron Wood. Aber der spielt nur eine Nebenrolle, darf kaum zeigen was er kann, KR dominiert absolut und das zieht die Konzertperformance der Stones runter, genau wie der Brummgesang von Jagger.

Aber sei's wie sei, ihre Verdiente haben die Stones, um nur mal Gimme Shelter und Sympathy For The Devil als zwei der allerbesten Rocksongs zu erwähnen. Und dass sie solange durchgehalten haben, alle Exzesse überlebt haben und für ihr Alter erstaunlich fit auf der Bühne stehen, ist schier unglaublich. Damals, in den 60er Jahren, hätte niemand das für möglich gehalten.

Da bricht ihnen kein Zacken aus der Krone, wenn sie die Genialität von Lennon, McCartney & Co. nicht erreicht habe, das hat niemand, wahrscheinlich in der ganzen Musik des 20 Jhdts. nicht. Das ist die wirkliche Qualität der Beatles. Um das einzuschätzen zu können, muss man sich aus der Froschperspektive des Rock&Pop lösen. Nicht umsonst hat Leonard Bernstein die Beatles als Beethovens von heute bezeichnet (anlässlich Sgt. Pepper) und George Martin, ihr in klassischer Musik ausgebildeter Produzent und großartiger Mitgestalter und Mitspieler, manche Passagen mit dem Werk großer Komponisten verglichen (z.B. über das Intro von "Lucy In The Sky..." hat er gesagt, dass es wohl auch Beethoven gefallen hätte).

Beitrag melden
teneny 07.08.2015, 14:24
181. Sie haben (leider?) keine Ahnung!

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Was! Die Beatles hatten die besseren Gitarristen als die Stones? Das kann nicht Ihr ernst sein. Wenn's bei den Beatles mal Probleme wegen eines kniffligen Gitarrensolos gab - sowas brauchte man erst ab 68 - musste Harrison Freund Eric Clapton im Studio aushelfen. In der technischen Limitierung stehen sich die Gitarristen beider Bands gar nichts nach. Mit Ausnahme von Mick Taylor bei den Stone ab 1969. Aber der hat wegen Unterforderung 1974 das Weite gesucht. Seitdem kann man dein den Stones aber leider nur noch irgendwelche Kindergitarrensolis hören. Als Nachfolger hätte man lieber Rory Gallagher verpichten sollen, als mit Ron Wood die größte Gitarrenflachpfeife aller Zeiten.
"„Wenn's bei den Beatles mal Probleme wegen eines kniffligen Gitarrensolos gab - sowas brauchte man erst ab 68 - musste Harrison Freund Eric Clapton im Studio aushelfen.“ Aber sonst geht´s gut?

Wo haben Sie denn diese Märchen aufgeschnappt?

Leider kann man an dieser Stelle nur konstatieren, dass Sie von der Materie "Beatles" nicht den leisesten Schimmer haben, aber im Brustton der Überzeugung, absoluten Unfug erzählen.
Zu Ihrer Bildung empfehle ich Ihnen, außer die bekannten Beatles Biographien, wie, z.B., die von Hunter Davies, zu lesen, auch mal den Film "Living in the Material World" anzusehen. Dies ist ein Dokumentarfilm von Martin Scorsese über das Leben von George Harrison. Unter vielem Andern, erzählen da George Harrison und Eric Clapton, wie es dazu kam, dass ersterer seinen langjährigen Freund Eric bat, auf "While My Guitar Gently Weeps" zu spielen.

Erstens „musste" Clapton aber nicht „aushelfen" und zweitens ging es da mitnichten um ein "kniffliges Gitarrensolo", sowas konnte Harrison (schon seit Teenager Tagen) sehr gut selbst. Dies ist überdies der einzige Beatles Song auf dem Clapton gespielt hat.

Beitrag melden
worlorn 07.08.2015, 14:59
182.

Zitat von kaishakunin
Den Nerv der Zeit mögen beide Bands getroffen haben, aber die Beatles waren für ihre Zeit eben das, was heute diese unsäglichen "Boy Groups" sind.
Welche Musik einem gefällt, ist Geschmackssache, darüber kann man nicht streiten. Tatsache ist aber, dass es musikalische Qualität im objektiven Sinn gibt und dass Leute mit geschultem musikalischen Gehör sich weitgehend darüber einig sind. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht, ist wirklich erstaunlich. Und glauben Sie mir, die Beatles stehen in diesen Kreisen ganz oben, weit vor allem anderen des Rock&Pop.

Die Beatles mit Boy Groups gleich zu setzen, damit disqualifizieren Sie sich selbst. Boy Goups, die nur etwas singen und tanzen können und denen andere seichte, kommerzielle Nummern auf den Leib schneidern, man kann's nicht fassen. Die Beatles haben von Anfang ihre eigene Musik gemacht, nichts anderes und das schon in einer Zeit, als das völlig unüblich war. Da kamen Nobodies und ließen sich nichts vorschreiben. Die EMI-Leute mussten schwer schlucken und zum Glück hatten sie mit George Martin einen toleranten Produzenten. Als die Beatles den höchsten Gipfel jemals in der Unterhaltungsmusik erreichten, haben sie ihr Erfolgsrezept, den klassischen Beat, aufgegeben und sich auf den Weg zu künstlerischen Ausdrucksformen gemacht (Rubber Soul, vorher Yesterday und You've Got To Hide ...), weg vom Wahnsinn ihrer Popularität und Konzerte, zu ruhiger, intensiver Studioarbeit. Dieses Risiko war und ist einmalig, niemand anders auf diesem Level hat das je so gewagt.

Beitrag melden
adubil 07.08.2015, 15:01
183.

Zitat von salamicus
Ein Stadion auf den Kopf stellen kann auch das Musikantenstadl. Hören Sie mal Billy Bauer zusammen mit Lee Konitz. Da wüßte der Herr Richard gar nicht wie er die Finger legen sollte. Aber auch Herr Santana sähe sehr blaß aus, wenn er die Licks eines Joe Pass nachspielen müßte.
Tja, der Punkt ist: als sidekick von beispielsweise Ella wäre Keef absolut nicht zu gebrauchen gewesen....aber Joe Pass hätte ich auch sehr ungern als Chefrhythmiker* der Stones erlebt.

Bloß weil beide eine Gitarre benutz(t)en heißt eben nicht, dass man sie vergleichen sollte. Das führt zu nichts.

*Nichts für ungut, Mr. Watts.

Beitrag melden
worlorn 07.08.2015, 15:10
184.

Zitat von Gimmeshelter
Doppel Lach, EC spielte bei den Studio Sessions der Beatles eine viel grössere Rolle, als Sie es wahrhaben wollen. Es war schon gut, dass die Beatles ab 1966 nicht mehr live aufgetreten sind.
Haben Sie dafür Quellen? In besten Buch über die Beatles im Studio, "Du machst die Beatles" von Geoff Emmerick, also demjenigen, der den Beatles in der Musikarbeit neben George Martin am nächsten war, steht davon nichts. Emmerick ("Golden Ears" nannte man ihn) war ab Revolver ihr Toningenieur und bei allen Studiosessions dabei, bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Beitrag melden
Gimmeshelter 07.08.2015, 16:06
185.

Zitat von worlorn
Ja, das ist er, auch witzig, ironisch (hat es es vielleicht so gemeint?), selbstironisch und ein großartiger Song-Schreiber, zusammen mit Jagger. Aber als Gitarrist ist er lausig, gemessen an den Maßstäben auf diesem Level. Für das Instrumentalspiel gilt nun mal das objektive Können auf dem Instrument als Hauptkriterium. Richard kann weder gut Solo spielen, noch hat er die Sicherheit, ein Konzert souverän durchzuspielen. Dass.......
Lieber Beatles Fan, bitte mal die Kirche im Dorf lassen, allein schon die verquasten Verrenkungen die gemacht werden, um die "Genialität" von Lennon und Co. zu erklären. Meine Güte; L. Bernstein war auch ein grosser Fan von Keith Richards und was sollte Herr Martin schon sagen über seine Schützlinge.
Nur zur Info: In der Liste der 100 besten (Rock)Gitarristen aller Zeiten (Rolling Stone Magazin) wird Herr Richards als #4 geführt!!! Nun kann man über diese Listen sagen was man will, aber dieses Ranking wurde nicht von Hard Core Fans erstellt, sondern u. a. auch von Musikern aus dem Genre.
Gegen Ende ihrer Karriere waren die Beatles einfach nur langweilig und tränig. An die Alben "Beggars Banquet", "Let It Bleed", "Sticky Fingers" und insbesondere "Exile On Main Street" kommt einfach keine Beatles Platte heran. Nicht zu reden von der Live Performance der Stones, bis heute, unerreicht. Schauen Sie mal auf Youtube, da finden Sie eine Live Aufnahme aus dem Jahr 1973, London "You Can't Always Get What You Want", das Gitarrensolo von Mick Taylor ist eines der besten und schönsten , das je auf einer Bühne gespielt wurde. Wenn man sich das anhört, dann schmeiß ich doch alle Beales Platten soweit weg, wie ich nur kann, und ich kann weit schmeißen, Amen

Beitrag melden
rustie_ross 07.08.2015, 16:45
186. Nicht die Einzelmeinung zählt

Es ging bei Sgt. Pepper's nie darum, ob es nun die beste Scheibe der Beatles war oder nicht. Das haben viele Menschen immer wieder missverstanden, ich inklusive. Die Beatles selbst hielten sie nicht für ihre beste Platte, weder damals, noch im Rückblick. Aber, und darum geht es bei diesem Album, die Musik und das Konzept haben anscheinend perfekt in diese Ära der Popmusik gepasst, auch zu den damaligen gesellschaftlichen, modischen Strömungen, und in dieser Hinsicht war Sgt. Pepper's ein Meilenstein. Er wurde auch von fast allen damals relevanten Bands kopiert: die Stones lieferten ein schlechtes Satanic Majesties Album ab, die Beach Boys ein gewöhnungsbedürftiges Smile bzw. Smiley Smile. Die Kinks, die Hollies, die Zombies, die Byrds, und viele andere folgten dem Trend und bekamen nicht wirklich Qualität hin - die Beatles schon. Auch unter diesem Aspekt betrachtet also eine große Leistung der Fab Four. Die Beatles verließen danach diesen etwas verkünstelten Pfad, und alle Bands folgten. Und danach wurde die Musik auch wieder besser - und das war gut so.

Beitrag melden
turbomix 07.08.2015, 19:24
187.

Zitat von Sam_Dicamillo
wenn ich an Richards und dann an Wes Montgomery, oder Santanta denke, dann wundere ich mich wieso dieser Gitaren Dilletant einfach nicht ruhig bleibt.
Da jeder auf seine Art was Besonderes macht, sind die drei nicht miteinander vergleichbar. Ihre Kritik läuft also ins Leere ;-). Eins ist aber auch klar: so spielen (grooven) wie K.R. können/konnten Wes Mongomery und Carlos Santana jedenfalls nicht. Und C.S. übt seit 40 Jahren an dem gleichen Solo ;-)

Beitrag melden
udo46 07.08.2015, 20:04
188.

Ich weiss natürlich nicht, ob ich richtig liege, aber wenn Barak Obama und Donald Trump etwas für populäre Musik übrig haben, dann schätze ich Obama eher als Beatles-Fan und Trump eher als Stones-Fan ein.

Was ich damit sagen will: Die Stones haben immer eine gewisse latente Gewalttätigkeit verbreitet, daher ja auch oft die Schlägereien und Krawalle während oder nach den Konzerten. Bei den Beatles sind höchstens hysterische Mädchen in Ohnmacht gefallen. Und das war in der Phase, als sie noch "I want to hold your hand" spielten.

Der Rhythmus der Stones hatte überwiegend etwas Stampfendes, Rustikales, Monotones, Dröhnendes.
Das gefällt vielen, keine Frage. Marschmusik gefällt ja auch vielen. Und geschunkelt wird auch massenweise.

Wobei ich allerdings zugebe, dass auch die Stones lichte Momente hatten, die einen mitrissen.
Auch der Film Shine A Light war m. E. hervorragend, das lag aber auch an der Regie von Martin Scorsese.

Während die Beatles seinerzeit schon in einer ganz anderen Liga gespielt haben, waren die Stones noch nicht einmal in der Lage, als Rock-Band im Laufe langer Jahre neue Akzente zu setzen. Das waren im Rockbereich ganz andere (Jimi Hendrix, Chicago, The Who, Janis Joplin, Emerson, Lake & Palmer etc.).

Leonard Bernstein wusste schon, wovon er sprach.
Der kam aus der Klassik, hatte aber für die populäre Musik viel übrig.
So, wie man Mozart, Bach und Beethoven auch noch in hundert Jahren spielen wird, so wird es auch bei den Songs der Beatles sein. Bei den Stones bin ich mir da nicht so sicher.
Übrigens war Mozart zu seiner Zeit auch sowas Ähnliches wie eine Pop-Ikone.

Beitrag melden
Aberlour A ' Bunadh 07.08.2015, 20:09
189. Das Märchen ist leider Realität

Zitat von teneny
"„Wenn's bei den Beatles mal Probleme wegen eines kniffligen Gitarrensolos gab - sowas brauchte man erst ab 68 - musste Harrison Freund Eric Clapton im Studio aushelfen.“ Aber sonst geht´s gut? Wo haben Sie denn diese Märchen aufgeschnappt? Leider kann man an dieser Stelle nur konstatieren, dass Sie von der Materie "Beatles" nicht den leisesten Schimmer haben, aber im Brustton der Überzeugung, absoluten Unfug erzählen. Zu Ihrer Bildung empfehle ich Ihnen, außer die bekannten Beatles Biographien, wie, z.B., die von Hunter Davies, zu lesen, auch mal den Film "Living in the Material World" anzusehen. Dies ist ein Dokumentarfilm von Martin Scorsese über das Leben von George Harrison. Unter vielem Andern, erzählen da George Harrison und Eric Clapton, wie es dazu kam, dass ersterer seinen langjährigen Freund Eric bat, auf "While My Guitar Gently Weeps" zu spielen. Erstens „musste" Clapton aber nicht „aushelfen" und zweitens ging es da mitnichten um ein "kniffliges Gitarrensolo", sowas konnte Harrison (schon seit Teenager Tagen) sehr gut selbst. Dies ist überdies der einzige Beatles Song auf dem Clapton gespielt hat.
Wenn ich Ihren Beitrag lese, muss ich den Stones Fans hier teilweise recht geben. Beatles-Fans müssen von Zeit zu Zeit immer wieder die Augen für die Realitäten geöffnet werden. Ich habe nie behauptet, dass Clapton auf mehr als einem Song gespielt hat, noch dass die Beatles Hilfe von professionellen Gitarristen in Anspruch nehmen mussten. Warum auch? Anspruchsvolle Gitarrensoli kamen in Beatles-Songs sowieso nicht vor. Was haben Sie an meiner Aussage bezüglich des "kniffligen"- für Beatles Verhältnisse - Solos in "While My Guitar Gently Weeps" auszusetzen? George Harrison hatte vorher einige Takes des Songs eingespielt, war aber unzufrieden mit dem Gitarrensolo und so bat er seinem Freund Eric Clapton das Solo einzuspielen. In diesen Zusammenhang darf man die Tatsache nicht vergessen, dass spätestens mit Jimi Hendrix eine neue Generation von Gitarristen in der Rockmusik die Messlatte sehr viel höher gelabt haben. Ähnlich wie das Saxophon im Jazz, wurde die E-Gitarre gegen Ende der 60er DAS Instrument des individuellen Ausdrucks in der Rockmusik: Johnny Winter , Duane Allman, Dickie Betts, Joe Walsh, Leslie West, Alvin Lee, Carlos Santana, Jeff Beck, Ritchie Blackmore, Jimmy Page, Rory Gallagher, Mick Taylor und John McLaughlin ganz zu schweigen. Wollen Sie ernsthaft behaupten, die Beatles - leider auch George Harrison trotz seines Sitar-Dilettantismus - hätten auch nur ansatzweise auf diesem Niveau mithalten können?

Beitrag melden
Seite 19 von 22
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!