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Streaming-Landkarte: Die Vermessung der Pop-Welt
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Welche Musik wird in Berlin gehört? Und welche in Los Angeles? Der Streaming-Dienst Spotify dokumentiert die Abrufe als Landkarte: HipHop gibt weltweit den Ton an. Passend dazu wird mal wieder der Tod des Rock'n'Roll verhandelt.

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nemster 07.08.2015, 09:53
1.

Der Denkfehler liegt hier in der Bandbreite der, von Spotify angebotenen, Musik. Das ist - überspitzt gesagt - als würden sie in eiem Michael Jackson Fanclub eine Umfrage über den besten Solokünstler machen: das Feld möglichen Antworten ist ergebnisverzerrend eingeschränkt.

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tidi0003 07.08.2015, 10:01
2. Aussagekraft dieser

Kleine Kinder und Menschen, die nicht erwachsen werden neigen dazu, sich selbst als Mittelpunkt der Welt zu betrachten.

Der Anteil gestreamter Musik ist noch längst nicht so groß, wie ihn die Anbieter gerne hätten, und wenn Nutzer von spotify überwiegend Hip Hop hören, hat das aus meiner Sicht nur eingeschränkte Aussagekraft.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/mm-grafik-so-digital-ist-der-deutsche-musikmarkt-a-1025719.html
25% Gesamtanteil am deutschen Musikmarkt - wer berichtet von den restlichen 75 %?

Die Musik, die ich höre, kommt abgesehen von gelegentlichen Youtubevideos offline, d.h. von CD bzw. selbst erstellten mp3 / ogg oder live via Satellit (Radio und Fernsehen).

Ich finde es erschreckend, dass sich Menschen aus Bequemlichkeit vollkommen transparent für die Industrie machen und das auch noch als Fortschritt bejubeln.
Musik, die ohne stream oder download gehört wird, ist eben nicht erfassbar, weshalb man jedoch nicht so tun sollte, als gäbe es abseits des Internets keinen Musikkonsum mehr.
Hier vermisse ich kritischen Journalismus - viele Artikel lesen sich wie aus der Feder der Marketingabteilung der jeweiligen Unternehmen.

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derZabel_ 07.08.2015, 10:25
3.

@nemster scheint so alt hätten sie Spotify noch nie benutzt es gibt nämlich fast alles und zwar auch sehr viele eher unbekannte Artisten die durch Spotify gute Möglichkeiten bekommen sich in die Ohren der Mainstreamhörer zu spielen....

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erst nachdenken 07.08.2015, 11:02
4.

An die ersten beiden Kommentare:
Was Sie schreiben stimmt so schlicht nicht. Der Anteil der gestreamten Musik ist zwar in Deutschland recht gering, weltweit sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Natürlich gibt es aber Musikstile, deren Hörer eher von diesen Diensten angezogen werden als andere, was die Statistik sicherlich verfälscht. Die Musikauswahl dürfte jedoch das geringste Problem sein, denn - gerade International - findet man dort mittlerweile tatsächlich fast alles und noch viel mehr.

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TTC 07.08.2015, 11:17
5. nun ja...

"Neue" Technologien oder Plattformen zu verteufeln ist simpel. Dennoch gibt es einen kaum besprochenen, riesigen Blend-Effekt bei Spotify und co. Zwar mag diese Übersicht als Anhaltspunkt dienen, ABER:
Hören auf Spotify ist kostenlos. Klicks sagen nichts über die Beliebtheit aus, wie es damals ein Kauf getan hat. Einfach nur reinhören wird also auch als Erfolgsmaßstab mit einberechnet. Daraus resultiert eine total verzerrte Umverteilung im ohnehin unsäglichen Marketing und vermeintlich beliebte Superstars werden von einer blinden Maschinerie vor einer noch unkritischeren Masse hochgezüchtet. Gleiches gilt für Facebook. Likes sind kein realistischer Anhaltspunkt mehr für Beliebtheit, sondern dafür, wieviel Marketing Geld an Facebook für das promoten der "Page" bezahlt wurde.

Die Mittel und Mechanismen sind viel zu sehr fortgeschritten, um Musik generell ihren eigentlichen Wert zurückzugeben.

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tidi0003 07.08.2015, 11:22
6. unfairer Vergleich

Zitat von erst nachdenken
An die ersten beiden Kommentare: Was Sie schreiben stimmt so schlicht nicht. Der Anteil der gestreamten Musik ist zwar in Deutschland recht gering, weltweit sieht die Sache allerdings etwas anders aus.
Guten Tag,
die Statistik ist nicht so eindeutig, wie sie anhand der Streamingcounts meinen, denn ein Aspekt findet keinerlei Berücksichtigung:
Wenn ich eine CD kaufe, wird der Verkauf gezählt - wie oft ich die CD höre spielt keine Rolle.
Beim Streaming wird jeder Hörvorgang gezählt.

Wie sähe die Statistik aus, wenn man die Wiederholungen (jedes Stück, das beim jeweiligen Nutzer nicht erstmalig gestreamt wird) rausrechnet oder als Faktor bei den CD verkäufen multipliziert?

Außerdem muss man auch das Preis / Leistungsverhältnis sehen - anfangs lohnen sich Streamingdienste augenscheinlich, weil man für einen geringen Monatsbeitrag Zugriff auf das Archiv hat - wenn man jedoch beispielsweise nach 10 Jahren kündigt oder den Anbieter wechselt, was ist dann?
Als Amazon erstmalig ungefragt Bücher vom Kindle gelöscht hat (wegen rechtlicher Probleme) wurde die Schwachstelle dieses Modells klar - es kann jederzeit beendet / eingeschränkt werden.
Ich freue mich über meine Hardcopies, für die ich keine Lizenzen, Mobilfunkvertrag oder sonstige Onlineanbindung brauche. Da weiß keiner, wann ich was höre :-)

Gruß

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Barxxo 07.08.2015, 11:42
7. Hiphop

Seit 15 Jahren hoffe ich nun vergeblich, daß Hiphop endlich stirbt.
Diese Nicht-Musik ist erstaunlich widerstandsfähig.
Wahrscheinlich ist es gerade die Primitivität, die es ermöglicht, Teenager-Gehirne so nachhaltig für richtige Musik unempfänglich zu machen, daß dieser Geräusch-Virus zuverlässig auf die nächste Generation überspringt.
Hiphop war ja mal zwischen 1975 - 85 interessant, aber irgendwann reicht es doch, oder?

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Plasmabruzzler 07.08.2015, 11:53
8. Hip-Hop vs. Rock 'n' Roll

Ein Vergleich der beiden Musikrichtungen ist müßig. Bei solch kommerziellen Anbietern wie Spotify sind etliche Künstler aus verschiedenen Ausprägungen des RnR gar nicht vertreten, während eben Hip-Hop mittlerweile der Mainstream ist. Auch gibt es unterschiedliche Kulturen: viele Alben im RnR-Bereich kommen (auch) als LP. Wie viel davon gehört wird, lässt sich schlecht messen. Auch sind RnR'ler eher Haptiker und kaufen sich eine LP oder CD statt sie zu streamen.

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Plasmabruzzler 07.08.2015, 12:04
9.

Zitat von Barxxo
Seit 15 Jahren hoffe ich nun vergeblich, daß Hiphop endlich stirbt. Diese Nicht-Musik ist erstaunlich widerstandsfähig. Wahrscheinlich ist es gerade die Primitivität, [...]
Meine Rede... ich kann dieser Aneinanderreihung von teils künstlich erzeugten Tönen auch nichts abgewinnen. Es ist schon bezeichnend, dass Bands wie Aerosmith Rap-Elemente in ihre Musik erfolgreich einbauen können, während es anders herum nur peinlich klingt. Es gibt zwar gelegentlich Formationen, die wenigstens einen technisch hohen Anspruch haben wie z. B. Cypress Hill, aber solche Künstler (die es verdient haben, so genannt zu werden) wie Dream Theater findet man im Hip-Hop nicht.

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